„...Lektion zwei gelernt. Ihr habt aufeinander gehört und zusammen gespielt...“
Die Geschwister Philip, Katharina und Stefanie wollen Musik machen. Was dabei herauskommt, ist allerdings nur Krach. Plötzlich ...
„...Lektion zwei gelernt. Ihr habt aufeinander gehört und zusammen gespielt...“
Die Geschwister Philip, Katharina und Stefanie wollen Musik machen. Was dabei herauskommt, ist allerdings nur Krach. Plötzlich steht ein kleines Männlein zwischen ihnen. Es stellt sich alsMaestro Musikus vor und will ihnen beibringen, wie man richtig Musik macht.
Die Autorinnen haben ein schönes Sachbuch für Kinder geschrieben. Das Wissen wird gekonnt in eine Geschichte eingebettet. Die Kinder lernen, wie man sich selbst Instrumente baut, wie Töne entstehen und was die Notenschrift ist.
Der Schriftstil ist kindgemäß und verständlich. Gut gefällt mir, das der Musikus nicht nur redet, sondern auf die Fragen der Kinder eingeht und sie zum Ausprobieren animiert. Und er stellt selbst auch Fragen.
Das Besondere am Buch sind die wunderschönen bunten Zeichnungen. Der Musikus ist gekleidet wie zur Zeit Mozarts.
Auf den letzten Seiten wird das Wissen kompakt zusammengefasst und nochmals veranschaulicht. Die vielen Instrumente auf den inneren Umschlagseiten wecken Interesse.
Das Cover finde ich sehr schön gestaltet.
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es ist meiner Meinung nach schon für ältere Kindergartenkinder geeignet.
„...Die Dame seufzte innerlich. Eine von diesen Bräuten, die keine Ahnung von nichts hatten. Das würde eindeutig dauern...“
Das Buch beginnt mit einer amüsanten Szenerie. Hauptkommissar Quirin Kammermeier ...
„...Die Dame seufzte innerlich. Eine von diesen Bräuten, die keine Ahnung von nichts hatten. Das würde eindeutig dauern...“
Das Buch beginnt mit einer amüsanten Szenerie. Hauptkommissar Quirin Kammermeier wird von seiner Kollegin Sabine gebeten, ihn in einen Laden zum Kauf des Brautkleides zu begleiten. Er lässt sich breitschlagen.
Auf den Straubinger Gäubodenfest treffen sich mehrere Stammtischbrüder in einem neuen Festzelt. Man redet über Politik und Mord, inspiriert vom laufenden Fernsehprogramm. Poldi bringt passende Beispiele aus seiner Vergangenheit. Es sollte sein letzten Treffen dieser Art sein. Am nächsten Tag stellen neue Gäste fest, dass Poldi zwar eingeschlafen ist, wie es die Kellnerin gesagt hat, das aber für immer.
Quirin muss deshalb Sabines Hochzeitsfeier verlassen.
Die Autorin hat einen abwechslungsreichen Lokalkrimi geschrieben. Die Geschichte lässt sich flott lesen.
Der Schriftstil zeichnet sich durch seine unterschiedlichen Facetten aus. Der einheimische Dialekt gibt ihm dabei einen besonderen Flair.
Die Autorin versteht es, ihren Protagonisten einen ganz eigenen Charakter zu geben. Da wäre zum Beispiel Sabines Mutter, die noch nicht in der heutigen Zeit angekommen ist. Hier kommt ein Ausschnitt aus dem Telefongespräch:
„..“Ganz abgesehen davon, dass ausgerechnet ein Kollege dein Trauzeuge sein soll!“ „Ja und?“ ,Sabine war nicht klar, was ihre Mutter daran störte. „Na, du hast doch gesagt, der ist homosexuell!“...“
Wegen Sabines Hochzeitsreise muss sich Quirin mit Christel als Partnerin arrangieren. Die liebt amerikanische Krimiserien und muss im Laufe der Handlung erst lernen, dass die mit der Wirklichkeit nicht viel zu tun haben.
Die Ermittlungen konzentrieren sich auf die Stammtischbrüder und die Familie des Toten. Dabei wird den Kriminalisten immer wieder bescheinigt, dass Poldi ein großzügiger Mensch war, der anderen hilfreich unter die Arme gegriffen hat. Scheinbar hat keiner ein Motiv, um ihn zu ermorden.
Gleichzeitig erhalte ich Einblicke in das Privatleben der Protagonisten. Während Christel sich mit einem Stalker auseinandersetzen muss, leuchtet für Quirin ein Streif am Horizont.
Gut gefällt mir, wie Quirin und Christel nach und nach besser zusammenarbeiten. Christel erkennt, was sie an ihm hat, dass sie ihm vertrauen und von ihm eine Menge lernen kann. Das betrifft nicht nur dessen gekonnte Gesprächsführung in Befragungen.
Der Krimi hat mir sehr gut gefallen. Geschickt hat mich die Autorin bis zum Schluss in die Irre laufen lassen.
„...Warum tut niemand etwas dagegen? Die Welt müsste doch aufstehen, müsste sich erheben gegen Hitler und seine Schergen...“
Es sind Ruths Worte, Worte einer vorsichtigen Anklage. Die 18jährige Ruth ist ...
„...Warum tut niemand etwas dagegen? Die Welt müsste doch aufstehen, müsste sich erheben gegen Hitler und seine Schergen...“
Es sind Ruths Worte, Worte einer vorsichtigen Anklage. Die 18jährige Ruth ist Jüdin. Ihr ist es 1939 gelungen, eine Anstellung in England zu bekommen. Nun setzt sie alle ihre Kraft dafür ein, ihre Eltern und ihre jüngere Schwester Ilse nachzuholen. Ihr bleibt nur wenig Zeit, dann ist eine Entlassung ihres Vaters aus dem KZ nicht mehr möglich.
Es handelt sich um den dritten Teil der Familiensaga. Obwohl ich die Vorgängerbände nicht kenne, hatte ich kein Problem der Handlung zu folgen.
Der Schriftstil lässt sich gut lesen. Er ist ausgereift und gibt die Zeitverhältnisse anschaulich wieder.
Ruth ist in einer wohlhabenden Familie aufgewachsen. Ihr Leben in England stellt sie vor völlig neue Anforderungen. Sie ist Hausmädchen, Kindermädchen, Köchin und Magd auf einem Bauernhof. Olivia, die Bäuerin, hat die Arbeit nicht erfunden. Sie wähnt sich als etwas Besseres. Allerdings weiß sie, dass die Arbeit für Ruth überlebenswichtig ist – und das nutzt sie gnadenlos aus. Freddy, der Bauer, dagegen zollt Ruth Anerkennung und steht ihr in wichtigen Situationen zur Seite. Ruth schickt sich in ihr Los. Ihrer Schwester Ilse gegenüber äußert sie später:
„...Ich mache es auch für euch, aber erst einmal mache ich es wohl für mich. Ohne diese Arbeit wäre ich nicht hier. Ich. Und es war bis zuletzt nicht klar, ob ihr würdet kommen können...“
Ruths Sehnsucht nach der Familie ist in jeder Szene spürbar. Auch nach deren Ankunft in England wohnen sie weit von ihr weg. Ruth ist bis zu einem bestimmten Zeitpunkt an ihre Arbeitsstelle gebunden. Doch mit der Zeit gewinnt sie an Selbstbewusstsein.
Mit einem aber hatte sie nicht so gerechnet. Selbst in England trifft sie auf Antisemitismus. Treffend ist ein Gespräch, dass sie im Zug mit einem jungen Mann führt:
„...Nein, Sie haben mich nicht beleidigt. Sie haben mich in eine Schublade gesteckt und das, ohne mich zu kennen...“
Bei dieser Zugfahrt haben beide viel voneinander und zum Thema Vorurteile gelernt.
Und dann beginnt der Krieg. Ruths Angst nimmt zu. Sie möchte so weit weg wie möglich und hofft, dass eine Weiterreise nach Amerika möglich ist.
Gleichzeitig erfahre ich, wie sich England auf den Krieg vorbereitet. Im Dorf ist es die Hauptaufgabe, so viele Vorräte wie möglich anzulegen. Bei Fliegeralarm legt man sich in einen Graben.
Zu einem der sprachlichen Höhepunkte gehört Ruths Gespräch mit Edith. Die ist ebenfalls Jüdin, kann sich aber für andere Familien einsetzen, weil ihr Mann für die britische Regierung arbeitet. Sie erklärt Ruth:
„...Die jüdische Seele unterscheidet sich von allen anderen Seelen. Wir sind keine Rasse, kein Volksstamm mehr, wir teilen einen Glauben, und mit dem Glauben teilen wir auch ein Schicksal...“
Ab und an lässt mich die Autorin einen Blick nach Krefeld werfen, wo der Rest der Familie und gute Bekannte leben. Es sind Blicke auf eine Welt von Angst, Ausgrenzung und Diskriminierung.
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Ich werde mit Sicherheit die ersten Bände noch lesen. Mit den letzten Worten aus dem nachwort möchte ich meine Rezension beenden:
„...Lassen Sie nie wieder das geschehen, was damals hier passiert ist, und es sollte nirgendwo in der Welt geschehen. Niemals mehr...“
„...Chaos ist normal bei dieser Familie. Wundere dich nicht. Ich kann das beurteilen, ich lebe bei diesem Clan, aber keine Angst, die sind alle nett...“
Die 28jährige Tessa trifft in Kaufhaus auf Ben ...
„...Chaos ist normal bei dieser Familie. Wundere dich nicht. Ich kann das beurteilen, ich lebe bei diesem Clan, aber keine Angst, die sind alle nett...“
Die 28jährige Tessa trifft in Kaufhaus auf Ben und seinen kleinen Bruder Andy, als sie unter den Tischen ihre Geldbörse sucht. Sie gehören zur Familienband Tyscon. Ein paar Mädchen sind gerade auf den Weg zu den beiden Musikern. Tessa reagiert für sie völlig ungewöhnlich. Sie schirmt die beiden ab, tauscht mit Ben den Mantel und macht einen Treffpunkt auf dem Weihnachtsmarkt aus. Dort erscheinen weder Ben noch Andy. Dafür stehen sie wenig später vor ihrer Wohnungstür.
Ben bietet Tessa an, für die Familie aus Kindermädchen zu arbeiten. Tessa fährt mit. Doch Ben hat die Rechnung ohne Inga, seine große Schwester gemacht.
Die Autorin hat einen abwechslungsreichen und amüsanten Gegenwartsroman geschrieben. Der Schriftstil ist leicht und locker und lässt sich gut lesen. Für den Humor sorgt zumeist Andy. Hier kommt seine Äußerung, als er Bens kaputte Brille sieht:
„...Oh, das Teil ist Schrott. Hab mich schon gewundert, dass du sie abgesetzt hast. Wie ist denn das passiert? Setzt der Trottelmodus schon mit Anfang 20 ein?...“
Im Mittelpunkt der Handlung aber steht eigentlich Tessa. Die junge Frau hat sich von ihrem Mann getrennt, weil der mit seiner Sekretärin zusammenlebt. Bisher hat Tessa ihr Leben immer nach den Wünschen anderer ausgerichtet. Erst war es die Mutter, dann der Ehemann. Ihr fehlt es an Selbstvertrauen und Durchsetzungsvermögen. Eines aber hat sie sich vorgenommen. Ihr neues Leben findet ohne Mann statt. Auch auf den Unterhalt ihres Ex verzichtet sie. Das kann ihre Mutter gar nicht begreifen.
Die Mutter leidet übrigens unter Kontrollwahn. Sie hat noch nicht begriffen, das ihre Tochter schon lange volljährig ist. Die wirft ihrer Tochter zum Beispiel an den Kopf:
„...Du hast schon eine gute Partie verjagt, du solltest nicht so wählerisch sein, so viel Qualitäten hast du nicht...“
In Bens Großfamilie fühlt sich Tessa schnell wohl, obwohl sie erst einmal auf ein Chaos trifft. Nach dem Tode der Eltern hält Inga die Fäden in der Hand. Und die ist misstrauisch. Es braucht Zeit, bis Inga begreift, dass Tessa wirklich nur die Arbeit will. Die Kinder der Familie fassen viel schneller zutrauen zu ihr.
Es ist schön zu lesen, wie Tessa innerlich wächst und an Selbstvertrauen gewinnt. Ein Problem aber bleibt. Ben zeigt ihr wiederholt durch kleine Gesten, dass er eigentlich mehr möchte als Freundschaft. Sie kann nicht leugnen, dass sie ihn mag. Das Herz sagt „ja“, der Kopf „nein“, denn sie ist ein gebranntes Kind. Ben lässt ihr Zeit.
„...Du kannst deinen eigenen Weg gehen, hier will keiner etwas von dir, was du nicht willst oder kannst...“
Völlig neu ist für Tessa, dass auch dann Zuneigung erfährt, wenn sei einen Fehler gemacht hat. Und sie begreift, dass auch in Bens Familie nicht immer alles eitel Sonnenschein war oder ist. Aber dort sind Fehler erlaubt. Dadurch lernt sie, ihrer Mutter konsequent gegenüber zu treten und Grenzen festzulegen.
Nicht vergessen möchte ich Sara, die nach dem Tode des Vaters das Sprechen aufgegeben hat, von der Familie liebevoll aufgefangen wurde und sehr feine Antennen für die Befindlichkeiten der anderen entwickelt.
Es gibt viele berührende Szenen im Buch, es gibt Gespräche, die voller Emotionen sind, und es gibt den inneren Kampf von Tessa zwischen Herz und Verstand. All das macht dieses Buch zu einem Leseerlebnis der besonderen Art.
„...Statt einer angemessenen Trauer um Edo hockt nun ausgerechnet ein uralter Nebenbuhler von ihm auf der gemütlichen Eckbank in der Küche. Das ist alles andere als ein schönes Andenken...“
Die Geschichte ...
„...Statt einer angemessenen Trauer um Edo hockt nun ausgerechnet ein uralter Nebenbuhler von ihm auf der gemütlichen Eckbank in der Küche. Das ist alles andere als ein schönes Andenken...“
Die Geschichte beginnt mit einem Paukenschlag. Carl hat sich die mühsam rekonstruierte Formel für die Herstellung des Taffeit stehen lassen. Dabei hatte Edda das kommen sehen. Der neue Bekannte von Onkel Carl war ihr suspekt. Was will ein ehemaliger Bewerber um die Hand ihrer Mutter gerade jetzt bei Carl?
Auch der fünfte Teil der Geschichte steckt voller Spannung, aber ebenfalls voller Humor. Nur die Schlagabtausche zwischen Edda und Tewes halten sich in Grenzen. Da ist im vorhergegangenen Teil etwas Porzellan zerschlagen wurden, was noch nicht vollständig aufgearbeitet ist.
Auch Astrid ist sauer:
„...Es stört deinen Onkel nicht wirklich, für Herrn Audorn schuften zu müssen. Letztendlich scheint er mit den Begleitumständen sogar richtig zufrieden zu sein. Dass mein Elternhaus nicht mehr mir gehört, hat er völlig vergessen….“
Audorn belegt seine Enkelin immer mehr mit Beschlag. So nötigt er sie, ihn auf einem Wohltätigkeitsball zu begleiten. Edda wäre nicht Edda, wenn sie dort ihren Mund halten könnte.
„...Wofür Bastarde ab und zu gut sind, will ich meinen, oder Leonard? Sie sorgen für Überraschungen.“ Raureif breitet sich auf Eddas Gesicht aus und bevor Audorn etwas dazu sagen kann, versetzt sie spitz: „Wie vielen Überraschungen zählen Sie denn Alimente?!“...“
Die Zitate geben einen kleinen Einblick in den abwechslungsreichen Schriftstil .
Renè und Edda machen sich auf die Suche nach der verschwundenen Formel. Dabei bekommen sie unerwartet Hilfe. Dann aber stößt Edda bei einem Ausflug in den Wald ihrer Kindheit auf ein weiteres Geheimnis. Manche Leute scheinen den Hals nicht voll genug zu bekommen. Natürlich steckt Edda schneller in Schwierigkeiten, als sie ahnen kann.
Auffallend ist, dass das Verhältnis zu ihrem Großvater zwar nicht ungetrübt ist, dass der sich ihr gegenüber aber manchmal gekonnt zurücknimmt.
Das Buch hat mir erneut ausgezeichnet gefallen. Ich freue mich auf die Fortsetzung, von der ich im Anhang schon ein Häppchen lesen durfte.