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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.05.2019

Grundlagen des Glaubens

Wurzeln, die uns Flügel schenken
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„...Wer ein wunderbares Geschenk erhält, ist überrascht, wird es annehmen und liebevoll mit dem Geschenk umgehen, wird sich daran freuen...“

Mit dem Buch will die Autorin Leser dazu einladen, sich dem ...

„...Wer ein wunderbares Geschenk erhält, ist überrascht, wird es annehmen und liebevoll mit dem Geschenk umgehen, wird sich daran freuen...“

Mit dem Buch will die Autorin Leser dazu einladen, sich dem christlichen Glauben zu nähern, das Leben und die Zeit als Geschenk Gottes anzunehmen.
In 22 Kapiteln wendet sie sich dabei Grundfragen des Glaubens zu.
In den ersten 7 Abschnitten legt sie dar, warum Glaube gut tut, wie er im Leben Halt und Orientierung gibt, zu einem erfüllten Leben beiträgt und innere Freiheit und Hoffnung finden lässt.

„...Schwere Erfahrungen lassen Menschen auch reifen. Wer glaubt, kann der Tatsache ins Gesicht sehen, dass die uns jeweils geschenkte Zeit begrenzt ist. Das verändert den Blick auf das Leben, macht bewusster, wie verletzlich es ist...“

In den nächsten acht Kapiteln geht es um die Bibel als Gottes Wort, das Gebet, die Gebote, Zweifel und Fragen.

„...Leben macht nicht nur Spaß, nein, Leben macht auch Sinn! Und im Leben geht es nicht nur um Mobilität und Schnelligkeit, sondern das Leben erfahren wir gerade dann, wenn wir unser Zeit ernst nehmen als geschenkte Zeit...“

In den letzten Kapiteln geht es darum, wie man den Glauben ins tägliche Leben integriert und sich auch Höhepunkte schafft.
Im ersten Teil folgen kurzen, leicht verständlichen Ausführungen praktische Tipps, wie man das Gelesene im Alltag umsetzen kann. Im mittleren Teil werden die Darlegungen durch konkrete Fragen vertieft, die die Autorin stellt und beantwortet. Im letzten Abschnitt gibt es Vorschläge für eigene Wege.
Häufig werden sehr wichtige Punkte des täglichen Lebens angesprochen. So wird bei der Frage von Tod und Sterben eine Patientenverfügung angeführt.
Außerdem verschweigt die Autorin nicht, dass auch Christen Menschen mit Fehlern und Schwächen sind.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.

Veröffentlicht am 13.05.2019

Ein Neuanfang

Die Kirschen der Madame Richard
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„...Wenn man großes Glück hat, dann kommt irgendwann der Moment, an dem man den Mut hat, endlich das zu tun, was man schon immer tun wollte, etwas Verrücktes, etwas, das das ganze Leben verändern wird...“

Die ...

„...Wenn man großes Glück hat, dann kommt irgendwann der Moment, an dem man den Mut hat, endlich das zu tun, was man schon immer tun wollte, etwas Verrücktes, etwas, das das ganze Leben verändern wird...“

Die fast 50jährige Miriam verbringt ihren Urlaub in den französischen Pyrenäen. Dabei fällt ihr in dem kleinen Ort Montbolo ein Bauernhaus mit einem großen Garten und einer herrlich blühenden Kirschplantage auf. Kurz entschlossen kauft sie das schon länger leer stehende Haus mit Garten.
Die Autorin hat einen lockerleichten Sommerroman geschrieben. Das Wesentliche ist nicht die Handlung, denn all zu viel passiert nicht, sondern eher die genaue Darstellung des Lebens in dem kleinen Dorf. Dazu gehört auch eine detaillierte Naturbeschreibung.

„...Die Vegetation faszinierte sie auch heute wieder. Am Wegrand standen ausladende Maronenbäume und knorrige Korkeichen, dazwischen sogar einzelne Dattelpalmen, und ab und zu leuchtete eine gelbe Mimose an dem schmalen Streifen direkt an der Straße. Dahinter verdichtete sich das Gelände in undurchdringlichem dornenbewehrten Dickicht...“

Der Schriftstil lässt sich gut lesen. Das Zitat zeigt, dass die Autorin das Spiel mit Worten und die Verwendung treffender Metapher beherrscht und gekonnt einsetzt.
Da das kleine Haus lange leer stand, kommt auf Miriam eine Menge Arbeit zu. Allerdings kennt sie sich sowohl mit gärtnerischen Arbeiten als auch mit den Tätigkeiten im Haus aus. Trotzdem begreift sie, dass sie vor allem für die Plantage Hilfe braucht. Doch woher nehmen bei 186 Einwohnern?
Gekonnt fließt Tratsch und Klatsch des Ortes in die Geschichte ein. Dabei kennt man zwei Themen. Wird die Fremde durchhalten? Und wenn nicht, wie lange?
Das Haus liegt etwas außerhalb. Vor ihrem unmittelbaren Nachbarn hat man sie gewarnt. Er gilt als Frauenheld, der nichts anbrennen lässt.
Auf dem Boden des Hauses findet Miriam das Gartentagebuch ihres Vorgängers. Ausschnitte daraus werden ab und an kursiv eingeblendet. Es besticht aber besonders durch seine naturgetreuen Schwarz-Weiß-Skizzen.

„...Ich sehe mich abends, nach getaner Arbeit, durch diesen Garten gehen und an seinem Reichtum freuen. An den Früchten, die schwer an den Bäumen hängen, an den Beeren und den Dingen, die in der Erde darauf warten, ausgegraben zu werden...“

Eingeflochten in das Geschehen werden einige wenige politische Themen. So strahlen die Ereignisse in Katalonien auf die Gegend aus und es gibt einen kurzen historischen Einblick.
Vielfältige Vorschläge für die Verwendung von Kirschen geben der Geschichte ein besonders Flair. Leider wurde nur ein Rezept abgedruckt.
Die Geschichte hat mir gut gefallen.

Veröffentlicht am 12.05.2019

Ein Mann des Glaubens

Friedrich Hänssler - Ein Leben für das Evangelium
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„...Aber die Führung Gottes heißt auch immer: Ich komme in vorbereitete Verhältnisse. Für diese einzigartige Qualität der Führung Gottes bin ich unendlich dankbar. Die darin erfahrene und ausgeübte Liebe ...

„...Aber die Führung Gottes heißt auch immer: Ich komme in vorbereitete Verhältnisse. Für diese einzigartige Qualität der Führung Gottes bin ich unendlich dankbar. Die darin erfahrene und ausgeübte Liebe aus Gott ist der unzerstörbare Reichtum meines Lebens...“

Im ersten Kapitel des Buches erklärt die Autorin, wie es zur Zusammenarbeit mit Friedrich Hänssler kam. Gleichzeitig gibt er darin eine kurze Zusammenfassung seines Lebens. Dabei fällt auch das obige Zitat.
Danach beginnt die eigentliche Biografie. Zuerst wird das Leben seiner Eltern kurz umrissen. Sein Vater musste schon mit 16 Jahren die Verantwortung für die Familie übernehmen und die Korbmacherei fortführen. Seine besondere Liebe aber galt der Musik. Da niemand sein erstes Lied „Auf Adlersflügel getragen“ verlegen wollte, gründete er einen Musikverlag.
1927 wurde Samuel Friedrich Hänssler geboren. Ausführlich wird seine Kindheit erzählt. Manch Anekdote oder Kinderstreich fließt dabei mit ein. Doch die Jahre des Nationalsozialismus sind hart. Als evangelische Christen werden die Eltern vom Regime drangsaliert, der Musikverlag muss geschlossen werden. Christliches Liedgut passt nicht in die Zeit.
Mit 15 Jahren wird Friedrich zusammen mit seiner Schulklasse als Flakhelfer verpflichtet. Sehr anschaulich erzählt er, wie oft er in der folgenden Zeit die Bewahrung Gottes gespürt hat. Das Gebet ist sein täglicher Begleiter.
Mit dem Kriegsende kommen neue Probleme auf ihn zu. Er wechselt als Student der Theologie nach Tübingen. Dort engagiert er sich unter anderen im Jugendkreis und absolviert eine Praktikum in der Anstalt Bethel. Dabei muss er sich mit den Erfahrungen seines kindlichen Glaubens und der davon häufig abweichenden Lehrmeinung auseinandersetzen. Über seine Zeit in Bethel schreibt er:

„...Manche der Kranken kannten die Bibel besser als die Studenten der Theologie. Hin und wieder gelang es ihnen auch, die jungen Gelehrten mit ihren Fragen in wirkliche Verlegenheit zu bringen...“

Gesundheitliche Probleme führen zum Abbruch des Studiums. Trotz dass eine Untersuchung Entwarnung gibt, bleiben Beeinträchtigungen. Friedrich tritt als Volontär in den Verlag des Vaters ein und bringt sich in der Jugendarbeit und in Bibelfreizeiten ein. Er ahnt nicht, wie schwer krank er ist. Die Heilung ist ein Wunder, das selbst die Ärzte erstaunt.
Ein großer Teil des Buches widmet sich den weiteren Aufbau der Verlages und der Zusammenarbeit mit bekannten Persönlichkeiten. Ab und an gibt es Einblicke in das Familienleben.
Auch politische Themen werden gestreift, so die Zusammenarbeit mit staatlichen Organen der DDR, die Teilnahme an einem Gebetsfrühstück in den USA und die Einstellung zu Israel.
Nach vielen gesegneten Jahren aber kommt zu seinem 75. Geburtstag eine neue Phase. Der Verlag gerät in Insolvenz. Exakt analysiert Friedrich Hänssler die Ursachen. Gleichzeitig lernt er jetzt loszulassen. Menschlich ist er tief getroffen, doch seinen Glauben können auch die Vorwürfe von denjenigen nicht erschüttern, die es angeblich besser gewusst haben.
Sehr bewegend sind die Worte beim Tode der Mutter und des Vaters. Hier spricht eine tiefe Liebe zu den Eltern aus den Zeilen.
Ähnlich berührt haben mich all die Zeilen, die dem Autor zu seinem 80. Geburtstag dargebracht wurden. Sie zeugen von Wertschätzung und Achtung.
In den letzten Kapiteln legt der Autor seinen Standpunkt zu den Begriffen Einfalt und Einfachheit im Lichte des Glaubens dar.
Vielfältige Bibelzitate sowie Liedtexte und Gedichte sind in die Biografie eingebunden.
Einige Fotos zeigen Familie und Freunde oder das Treffen mit bekannten Persönlichkeiten aus Kirche und Politik.
Das Buch zeigt ein Lebensbild, welches von unverrückbaren Glauben und hoher Verantwortung geprägt war. Vor wenigen Tagen ist Friedrich Hänssler im Alter von 92 Jahren verstorben. Deshalb möchte ich meine Rezension mit einer Frage, die er selbst gestellt hat, beschließen:

„...Was ist noch wichtig in unserem Leben, zwei Minuten nachdem wir in die Ewigkeit eingegangen sind?...“

Veröffentlicht am 11.05.2019

Zwei Schestern - zwei Schicksale

Manche Engel sterben früh
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„...Gedanken haben Flügel, und wenn du etwas wirklich aus vollem Herzen willst, dann passiert es auch...“

Wir schreiben das Jahr 1964. Die 21jährige Ruth hält das Tagebuch ihrer kleinen Schwester in den ...

„...Gedanken haben Flügel, und wenn du etwas wirklich aus vollem Herzen willst, dann passiert es auch...“

Wir schreiben das Jahr 1964. Die 21jährige Ruth hält das Tagebuch ihrer kleinen Schwester in den Händen. Ist sie schuld an deren Tod?

Dann erlaubt mir die Autorin einen Blick in die Vergangenheit. Ruth ist 7 Jahre und wartet sehnsüchtig auf den Tag, an dem ihr der Stiefvater versprochen hat, mit ihr baden zu gehen. Sie weiß noch nicht, dass genau an diesem Tag ihr Leben zerbrechen wird, denn der Besuch des Bades fällt aus, weil ihre kleine Schwester Christin geboren wird. Ab sofort dreht sich das ganze Leben um diesen kleinen Engel. Der Vater arbeitet Tag und Nacht, damit sich die Lebensverhältnisse verbessern. Die Mutter interessiert sich nicht mehr für Ruth. Sie vergisst sowohl ihren Geburtstag als auch den Schulanfang.

Die Autorin hat ein bewegendes Buch geschrieben, das emotional nicht leicht zu verarbeiten ist. Die Geschichte sollte man mit Bedacht lesen.

Das Buch besteht aus drei Teilen. Im ersten Teil wir Ruths Leben bis zum Tod der Schwester erzählt. Der zweite Teil dient der Veröffentlichung von Christins Tagebuch. Im letzten Teil sucht Ruth die wirklich Verantwortliche für Christins Tod auf.

Der Schriftstil des Buches variiert in den einzelnen Teilen. Im ersten Abschnitt ist er eher sachlich. Deutlich wird, wie Kälte und Lieblosigkeit in Ruths Leben einziehen. Das hinterlässt sowohl psychische, als auch körperliche Spuren. Besonders hart ist es, dass Christin all ihre Wünsche erfüllt werden. Außerdem nutzt diese die Situation aus und stellt sich gegen Ruth. Hätte Ruth nicht die Mutter ihrer Freundin Silke, die für sie da ist und sie in schlimmen Situationen auffängt, wäre sie innerlich zerbrochen. Doch nach weiteren Schicksalsschlägen findet Ruth die Kraft, sich von der Familie zu lösen und sich ein eigenes Leben aufzubauen. Auf der Fahrt nach Berlin zu ihrer Tante Odette, die sie liebevoll empfängt und ihr beim Neuanfang hilft, trifft sie im Zug einen älteren Herrn. Von ihm stammt obiges Zitat.

Das Tagebuch ist sehr gefühlvoll geschrieben. Plötzlich bekommt auch Christin die Kälte der Mutter zu spüren. Der Absturz von der Prinzessin zum Niemand ist grausam und heftig. Doch es ist erst der Anfang vom Ende. Christin flieht mit 13 Jahren aus dem Elternhaus und landet schnell ganz unten.

Der letzte Teil ist geprägt von Ruths Wut und Rache. Erst aus Christins Tagebuch weiß sie, was zu Hause nach ihrem Auszug vorgefallen ist. Sehr gut herausgearbeitet sind die Gespräche zwischen Ruth und ihrer Mutter. Während hier Härte dominiert, sind die Dialoge von Ruth mit dem Stiefvater durch Verständnis und Einsicht geprägt.

Das Buch ist aufwühlend und über weite Teile realistisch. Es zeigt, was Kälte, Eigennutz, Lieblosigkeit und Egoismus in der Seele eines Kindes anrichten können.

Veröffentlicht am 11.05.2019

Geschichte in Bildern

Der erste Kaiser
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„...aber der Krieg hat seinen eigenen Willen. Gebietet man ihm an einer Stelle Einhalt, bricht er sich anderswo Bahn...“

Ying Zheng wird im Jahre 246 vor Christi im Alter von 13 Jahren der neue König ...

„...aber der Krieg hat seinen eigenen Willen. Gebietet man ihm an einer Stelle Einhalt, bricht er sich anderswo Bahn...“

Ying Zheng wird im Jahre 246 vor Christi im Alter von 13 Jahren der neue König von Qin. Zuvor hat er eine freudlose Kindheit als Geisel in Zhao verbracht.
Das Buch enthält zwei Episoden aus den ersten Regierungsjahren von Ying Zheng.
Im Jahre 233 v. Chr. hört der König von Han Fei. Der gilt als Philosoph, der das Staatswesen revolutionieren möchte. Der König schickt ein Heer um Han Fei in sein Reich zu holen. Dort trifft der zwar auf einen lernwilligen König, aber auch auf Neid und Missgunst. Ranghohe Beamte sehen ihre Position und ihr angenehmes Leben in Gefahr.
Im zweiten Teil träumt der König von einer Einigung des Landes. Seine Minister raten ihm zu einem Krieg mit Zhao, dem größten der verbliebenen fünf Reiche. Hier aber trifft sein Heer auf den General Li Mu. Gleichzeitig kommen bittere Kindheitserinnerungen hoch.
Jede der beiden Geschichten wird in drei Kapiteln erzählt. Das Ganze geschieht in Form eines Comics. Kurze Texte und aussagekräftige Bilder geben das Geschehen wieder. Gut gefallen hat mir, dass die handelnden Personen immer auf die gleiche Weise dargestellt werden. Das betrifft vor allem die Kleidung und die Haartracht. Die Bilder haben also einen hohen Wiedererkennungswert. Viele Feinheiten wurden in die Illustrationen eingearbeitet. Erstaunlich, wie mit wenigen Pinselstrichen selbst Sarkasmus und Ironie bildlich verpackt werden können. Die Größe der Bilder variiert dabei ebenfalls.
Bis auf wenige Ausnahmen steht die Schrift auf hellem Hintergrund und ist damit gut lesbar.
Das besondere an dem Buch ist, dass es die Geschichten zweimal enthält, auf der eine Seite in Deutsch, im anderen Teil in Chinesisch.
Eine Zeitleiste und eine Karte ergänzen die Ausführungen.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es ist einmal eine andere Art, Geschichte erlebbar zu machen.
Meine Rezension möchte ich mit einem Zitat eines Zeitgenossen des Königs beenden, das auch im Buch das Ende bildet:

„...Der König von Qin hatte eine hohe Nase, schmale Augen, eine mächtige Brust und die Stimme eines Wolfes. Er kennt keine Güte und hat das Herz eines Tigers. In Bedrängnis gibt er sich demütig, im Triumpf droht er einen mit Haut und Haar zu verschlingen. Ich bin nur ein einfacher Mann, aber wenn er mich empfängt, behandelt er mich, als stünde ich über ihm...“