Platzhalter für Profilbild

mabuerele

Lesejury Star
offline

mabuerele ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit mabuerele über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.06.2026

Eine besondere Pilgerreise

Stehenlassen und weitergehen
0

„...Was hältst du von einer Pilgerwanderung auf dem Franziskusweg?…“

Diese Frage stellte Richard an Peter. Kurze Zeit später gesellte sich Fred zu ihnen. Die drei Männer unterscheiden sich nicht nur in ...

„...Was hältst du von einer Pilgerwanderung auf dem Franziskusweg?…“

Diese Frage stellte Richard an Peter. Kurze Zeit später gesellte sich Fred zu ihnen. Die drei Männer unterscheiden sich nicht nur in ihrem Beruf, sondern auch in ihrer religiösen Zugehörigkeit. Richard ist katholisch, Peter evangelisch und Fred gehört einer Freikirche an.

„...Wir drei Glaubensbrüder wissen von unserer Verschiedenheit und mögen uns trotzdem…“

Nach der gemeinsamen Wanderung entstand dieses Buch. Es ist mehr als eine Beschreibung des Pilgerweges. Das liegt schon darin begründet, dass jeder den Ablauf einiger Tage aus seiner Sicht schildert. Der Schriftstil ist gut lesbar. Er ist sachlich und kommt bei wesentlichen Fragen schnell auf den Punkt.
Für mich als Leser ergibt sich das Bild einer Wanderung, die durch gemeinsame Unternehmungen geprägt ist, aber jeden auch Freiraum für eine stille Stunde lässt. Es gibt Zeiten des Redens und Zeiten des Schweigens. Nebenbei genießen sie die Vielfalt der Natur.

„...Später kommen wir an eine Wiese, auf der Millionen von weißen Blumen stehen. Ich muss schmunzeln, wie wir alle drei gleichzeitig stehen bleiben und wortlos die Smartphones aus der Hosentasche ziehen…“

Ich erfahre eine Menge über das Leben des Franz von Assisi und lerne die Stationen seines Lebensweges kennen. Die Wanderung beginnt in Gubbio und endet in Spoleto. Unterkünfte und der Transport des Gepäcks wurden vorab gebucht.
Das Besondere an dem Buch aber ist, dass in gewissen Abständen religiöse Themen dargelegt werden. Dazu äußert sich jeder der drei. Es werden die Gemeinsamkeiten hervorgehoben, aber auch Unterschiede deutlich. Dabei geht es um das Vaterunser, den Heiligen Geist oder Maria, die Mutter Jesu.
Am Ende gibt jeder ein kurzes Statement darüber ab, was ihm die Tage gebracht haben.
Einige Farbfotos veranschaulichen die Reise.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es lässt Raum zum Nachdenken über die diskutierten Themen und zeigt, wie Glauben verbinden kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.06.2026

Spannend

Die Großstadtdetektive - Wer schnappt den Dieb?
0

„...Die Hand der Lehrerin legt sich auf seine Schulter und schiebt Jona sanft und doch bestimmt in das Klassenzimmer. Jona muss zwischen zwei Bankreihen hindurch nach hinten gehen. Dabei glotzen ihn ganz ...

„...Die Hand der Lehrerin legt sich auf seine Schulter und schiebt Jona sanft und doch bestimmt in das Klassenzimmer. Jona muss zwischen zwei Bankreihen hindurch nach hinten gehen. Dabei glotzen ihn ganz viele Augenpaare an wie neugierige Fische…“

Es ist nicht einfach, wenn man neu in eine Klasse kommt und dann noch einen Banknachbarn erhält, der eigentlich den Platz für seinen Freund freihalten wollte. Das erlebt Jona gerade.
Die Autorin hat einen spannenden Kinderkrimi geschrieben. Der Schriftstil ist kindgerecht und leicht verständlich.
Deniz lässt Jona seinen Frust spüren. Dann aber verschwindet Lauras Handy. Deniz und Jona werden beschuldigt. Plötzlich ist Zusammenarbeit angesagt.
Das Buch erzählt sehr schön, wie sich die Freundschaft zwischen den Jungen entwickelt. Der Dritte im Bund ist Max, Deniz´ Freund. Natürlich geht nicht alles glatt. Immer mal wieder gibt es Reibereien. Aber die gemeinsame Aufgabe schweißt sie zusammen.
Die Jungen finden nicht nur das Handy, sie klären auch gleich noch zwei weitere Diebstähle auf.
Das buch hat mir sehr gut gefallen. Es ist spannend und abwechslungsreich .

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.06.2026

Bewegende Gechichte

Gretas Männer
0

„...Und nun erkläre mir mal bitte, wieso du die Geburtstagsanzeige überhaupt in die Zeitung hast setzen lassen? Es war ja wohl klar, dass sie sie lesen würde und dann mit so einer lächerlichen Aktion antworten ...

„...Und nun erkläre mir mal bitte, wieso du die Geburtstagsanzeige überhaupt in die Zeitung hast setzen lassen? Es war ja wohl klar, dass sie sie lesen würde und dann mit so einer lächerlichen Aktion antworten würde!…“

Marie ist sauer auf ihre Tochter Lilo. Auf die Anzeige hin war ein Brief von ihrer Großmutter an die Urenkelin Greta gekommen. Doch das Band zwischen Marie und ihrer Mutter ist schon lange zerrissen. Auf Lolas Fragen nach dem Warum aber gab es nie Antworten.
Die Autorin hat eine bewegende Lebensgeschichte geschrieben. Die Handlung wird in zwei Zeitsträngen erzählt. Der eine spielt in der Gegenwart, der andere beinhaltet unter anderem Gretas Erinnerungen, die sie aufgeschrieben hat. Der Schriftstil ist fein ausgearbeitet.

„...In der Familie wurde über die Großmutter nur gesprochen, wenn man entweder auf Streit aus war oder angetrunken…“

Lilo besucht ihre Großmutter, die mittlerweile 87 Jahre alt ist. Sie trifft auf eine geistig rege alte Dame, die sich liebevoll um ihren dementen Mann kümmert.
Nach und nach liest sie ihrer Enkelin ihre Lebensgeschichte vor. Ein Gedanke bewegt sie besonders.

„…Aber was kann die Erinnerung schon ins rechte Licht rücken? Ist die Erinnerung nicht das subjektivste Gut? Auf die Erinnerung ist kein Verlass…“

Vor mir entsteht das Bild einer Frau, die ihre Chancen im Leben genutzt hat. Sie hat aber auch gesehen, wo ihre Hilfe nötig war. Über Gretas Leben möchte ich mich hier nicht äußern. Das muss man als Leser auf sich wirken lassen.
Da Marie sich nach wie vor weigert, über den Bruch mit der Mutter zu sprechen, nimmt sich Lolas Vater die Zeit, Lola zu berichten, was er von Marie weiß. Hier zeigt sich, wie sehr persönliche Erinnerungen gefärbt sind. Zuvor aber hat er mit seiner Frau Klartext gesprochen.
Als Marie dann doch zum Pflegeheim geht, trifft sei auf einen alten Mann. Der vermittelt ihr seine Sicht auf das Leben.

„...Dinge tun? Mit sechsundachtzig? Die Dinge, die ich noch tun kann, habe ich schon tausendmal gemacht. Dinge sind interessant, wenn man sie zum ersten Mal tut…“

Marie steht auf und geht, ohne Greta getroffen zu haben.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.06.2026

Schöne Alltagsgeschichten mit biblischen Bezug

Der dreibeinige Esel
0

„...Simon antwortete nicht. Er öffnete nur die Hand. Darin liegt der Esel, den Heinrich geschnitzt hat. Aber – der Esel hatte nur noch drei Beine…“

Das Zitat gehört zur Titelgeschichte. Eigentlich sollte ...

„...Simon antwortete nicht. Er öffnete nur die Hand. Darin liegt der Esel, den Heinrich geschnitzt hat. Aber – der Esel hatte nur noch drei Beine…“

Das Zitat gehört zur Titelgeschichte. Eigentlich sollte Simon die Finger vom Schnitzmesser des Opas lassen. Er wollte ja nur probieren und dann war das Bein des Esels weg. Der dreibeinige Esel wird trotzdem an die Krippe gestellt. Heinrich erklärt seinem Enkel an diesem Beispiel, dass wir auch mit unseren Unvollkommenheiten zum Heiland kommen können.
Auch die anderen zehn Kurzgeschichten sind aus dem täglichen Leben genommen. Ihr Schriftstil ist leicht verständlich. Er lässt sich flott lesen. Dafür sorgt ebenfalls die angenehme Schriftgröße.
In der ersten Geschichte wird Gerlinde von einer Gewinnmitteilung überrascht. Doch als sie das Kleingedruckte liest, wird ihr klar, was wirklich dahinter steckt. Im Gespräch mit dem Enkel wird das vertieft.

„...Menschen lügen mich an – aber Gott niemals! In der Bibel steht, dass er mir sogar das ewige Leben schenkt…“

Diese beiden Beispiele mögen zum Inhalt genügen. Jede Erzählung hat einen Bezug zu biblischen Inhalten. Dabei wirkt der nie aufgesetzt, sondern ergibt sich im Laufe der Handlung. Das Buch wird zwar für Senioren empfohlen, kann aber auch jüngeren Menschen eine Menge sagen.
Die Geschichten haben mir sehr gut gefallen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.06.2026

Sehr spannend

Heller Sand und dunkler Tod
0

„...Eine Hand presste sich auf seinen Mund. Er spürte ihre Kälte durch den dünnen Gummihandschuh und schrie auf. Der Druck verstärkte sich…“

Wenige Minuten später ist Lars tot. Der Arzt geht von einem ...

„...Eine Hand presste sich auf seinen Mund. Er spürte ihre Kälte durch den dünnen Gummihandschuh und schrie auf. Der Druck verstärkte sich…“

Wenige Minuten später ist Lars tot. Der Arzt geht von einem Herzstillstand infolge der Lähmung aus.
Die Autorin hat einen fesselnden Krimi geschrieben. Der Schriftstil sorgt für den hohen Spannungsbogen. Dabei wird gekonnt mit der Psyche der Protagonisten gespielt.
Nach dem Mord geht die Handlung neun Monate zurück. Kriminalkommissar Dominik Dormeyer hatte auf Norderney nach 35 Jahren seine Jugendliebe Kim wiedergefunden. Die aber ist mit Lars verheiratet. Der Hotelbesitzer ist nach einem Unfall querschnittsgelähmt.
Als sich Irene, Lars` Pflegerin, an die Polizei wendet, weil ihr ein Detail am Krankenlager von Lars aufgefallen war, wird dessen Tod neu untersucht. Plötzlich steht der Mordverdacht im Raum und Kim gehört zu den Verdächtigen. Der Fall landet bei Frieso Mömmen, einem Schulfreund von Dominik. Der ist für seine Gründlichkeit bekannt. Ihn interessiert nicht nur Lars` Tod, sondern er untersucht auch den damaligen Unfall., denn es wurde nie geklärt, wie er passiert ist. Lars konnte sich an die letzten Minuten davor nicht erinnern.
Die Autorin legt eine Menge an Spuren. Es scheint, als sei Kim untergetaucht. Dominik kennt allerdings die dunkle Seite von Kim. Auch vor 35 Jahren hat sie plötzlich jeden Kontakt zu ihm abgebrochen. Sollte sich das wiederholen?
Vor mir als Leser entsteht eine komplexes Netzwerk aus Beziehungen. Es ist schwierig zu unterscheiden, was Wahrheit und was Lüge ist. Das erhöht die Spannung weiter.
Dann wird nach einer Sturmnacht auf Norderney eine Leiche gefunden. Plötzlich erscheint vieles in einem völlig anderem Licht.
Der Krimi hat mir sehr gut gefallen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere