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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.05.2025

Beeindruckend

Unter Grund
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Der Debütroman von Annegret Liepold hat mich durch sein ansprechendes Cover sofort neugierig gemacht. Die dahinterstehende Thematik ist äußerst aktuell, und ich habe bereits viele positive Meinungen dazu ...

Der Debütroman von Annegret Liepold hat mich durch sein ansprechendes Cover sofort neugierig gemacht. Die dahinterstehende Thematik ist äußerst aktuell, und ich habe bereits viele positive Meinungen dazu gelesen. Die Autorin schafft es, den Vibe der frühen 2000er Jahre sehr authentisch einzufangen.

Der Roman wird aus zwei zeitlichen Erzählsträngen erzählt, was ich persönlich manchmal etwas schwierig fand, da ich manchmal nicht genau einschätzen konnte, um welche Zeit es gerade geht. Dennoch wird die Geschichte sehr beeindruckend erzählt, und es ist erschreckend, wie schnell ein (junger) Mensch durch Zufallsbekanntschaften in rechte Kreise abrutschen kann.

Der Roman regt zum Nachdenken an und zeigt auf eindrucksvolle Weise die Gefahren und die Dynamik solcher Entwicklungen.

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Veröffentlicht am 16.05.2025

Nostalgisch

Seven Years From Now
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"Seven Years from Now" entführt die Leser:innen auf eine ebenso romantische wie magische Reise durch die Zeit – wortwörtlich. Als Clementine die exzentrische Wohnung ihrer verstorbenen Tante Analea erbt, ...

"Seven Years from Now" entführt die Leser:innen auf eine ebenso romantische wie magische Reise durch die Zeit – wortwörtlich. Als Clementine die exzentrische Wohnung ihrer verstorbenen Tante Analea erbt, ahnt sie bereits, dass hier besondere Regeln gelten. Was sie jedoch nicht erwartet: eine verzauberte Küche, die ihre Bewohnerin willkürlich sieben Jahre in die Vergangenheit katapultiert. Und noch weniger erwartet sie, dort einem Mann zu begegnen, dessen Blick mehr verspricht als eine harmlose Begegnung – wäre da nicht diese eine Regel: Verliebe dich niemals in dieser Wohnung.

Die Autorin erschafft mit leichter Hand ein Setting voller Charme, Nostalgie und einer Prise Chaos. Die Wohnung ist fast eine Figur für sich: lebendig, launisch und geheimnisvoll. Besonders gelungen ist die Mischung aus warmherziger Romantik und dem bittersüßen Gewicht vergangener Entscheidungen. Clementine ist eine sympathische Heldin – etwas verloren, aber mit einem scharfen Verstand und einem offenen Herzen, das zu viel fühlt, selbst wenn es nicht sollte.

Der Mann mit der Schwäche für Zitronenkuchen bringt nicht nur Clementines Alltag, sondern auch ihr Weltbild ins Wanken. Ihre Begegnungen – geprägt von Zeitsprüngen, Missverständnissen und zarten Momenten – lassen einen mitfiebern, schmunzeln und hoffen. Gleichzeitig schwebt stets die zentrale Frage über allem: Was bedeutet Liebe, wenn Zeit nicht linear verläuft?

Wer Geschichten mag, die Herz, Magie und eine kluge Prise Melancholie vereinen, wird hier glücklich. Mein Fall war es aber leider nicht, die Geschichte konnte mich persönlich nicht abholen.

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Veröffentlicht am 13.05.2025

Poetisch

Perlen
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Perlen ist ein leiser, poetischer Roman, der mit zarter Sprache die Spuren einer verlorenen Kindheit und einer lebenslangen Sehnsucht nach Antworten zeichnet. Im Zentrum steht Marianne, die mit nur acht ...

Perlen ist ein leiser, poetischer Roman, der mit zarter Sprache die Spuren einer verlorenen Kindheit und einer lebenslangen Sehnsucht nach Antworten zeichnet. Im Zentrum steht Marianne, die mit nur acht Jahren ihre Mutter verliert – nicht durch den Tod, sondern durch deren rätselhaftes Verschwinden. Zurück bleibt ein Mädchen voller Fragen, Erinnerungen und Lücken, die sie ihr ganzes Leben begleiten.
Sian Hughes gelingt es, eine feinfühlige Atmosphäre zu schaffen, die durch die eindringlichen Landschaftsbeschreibungen getragen wird. Die Natur wird fast zu einer eigenen Figur, die die Stimmung des Romans unterstreicht: ruhig, melancholisch und manchmal unergründlich.
Die Erzählweise ist langsam und bedächtig – etwas, das dem Ton und Thema des Romans gut entspricht. Diese Langsamkeit lädt zum Innehalten ein und lässt Raum für Reflexion, kann aber auch dazu führen, dass man sich manchmal ein wenig in der Weite verliert. Tatsächlich fehlt es der Handlung stellenweise an einem klaren roten Faden. Einige Episoden wirken losgelöst, fast zufällig eingestreut, was die Orientierung erschweren kann. Dennoch trägt die poetische Sprache viel dazu bei, das Interesse aufrechtzuerhalten.
Der Roman überzeugt weniger durch dramatische Wendungen als durch seine leisen Töne, durch das, was unausgesprochen bleibt – genau wie die große Frage, die Marianne ihr Leben lang begleitet: Warum ist ihre Mutter gegangen? Erst viele Jahre später, als Marianne selbst Mutter wird, beginnt sie, sich ihrer Vergangenheit zu stellen, und entdeckt ein verborgenes Geheimnis.
Perlen ist ein Buch über Trauer, Erinnerung und den schwierigen Weg zur Versöhnung mit sich selbst. Es verlangt Geduld, belohnt Leserinnen und Leser aber mit tiefgründigen Bildern und einem emotionalen Nachklang, der lange bleibt. Die erste Hälfte des Buches mochte ich sehr, jedoch klang es in der zweiten Hälfte für mich ab.

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Veröffentlicht am 12.05.2025

Nicht meins

Dem Mond geht es gut
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Paulina Czienskowskis neuer Roman „Dem Mond geht es gut“ ist eine poetisch dichte Erkundung weiblicher Erinnerungen und generationsübergreifender Sprachlosigkeit. Im Zentrum steht eine junge Mutter, deren ...

Paulina Czienskowskis neuer Roman „Dem Mond geht es gut“ ist eine poetisch dichte Erkundung weiblicher Erinnerungen und generationsübergreifender Sprachlosigkeit. Im Zentrum steht eine junge Mutter, deren Blick sich mit der Geburt ihres Kindes auf schmerzhafte wie berührende Weise verändert. Zwischen Liebe, Verlustangst und einer verstörenden Stille tastet sie sich durch das Erinnerungsgeflecht dreier Generationen – ihrer selbst, der Mutter und der Großmutter. In feinen, oft assoziativen Bewegungen wirft Czienskowski Fragen nach Herkunft, Identität und den nicht erzählten Geschichten auf.

In ihrer fragmentarischen Erzählweise verlässt Czienskowski bewusst klassische Romanstrukturen. Die Texte wirken tagebuchartig, fast wie lose Gedanken, die sich weniger zu einer Handlung als zu einem emotionalen Raum verdichten. Für Leserinnen, die einen zusammenhängenden Erzählfaden oder eine klar umrissene Geschichte erwarten, kann das enttäuschend sein.

So auch in meinem Fall: Ich hatte mit einem klassischen Roman gerechnet, einer fortlaufenden Geschichte mit Entwicklung und Spannungsbogen. Stattdessen fühlte sich das Lesen für mich an wie das Blättern in zusammenhanglosen Tagebuchseiten – poetisch, ja, aber oft auch schwer greifbar und ohne erkennbare Dramaturgie. Die stilistische Form steht hier klar im Vordergrund, doch wer inhaltliche Klarheit sucht, könnte sich verloren fühlen.

„Dem Mond geht es gut“ ist weniger Roman als literarisches Echo – zart, tastend, rätselhaft. Für manche Leser
innen mag das genau den Reiz ausmachen. Für mich blieb es jedoch eher eine verpasste Verbindung.

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Veröffentlicht am 09.05.2025

Perfekt für Anfänger in diesem Genre

That's Not My Name
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„That’s Not My Name“ ist gerade für Anfänger in diesem Genre ein packender Thriller, der tiefgründige Fragen über Vertrauen, Identität und Wahrheit aufwirft. Die Geschichte beginnt mit Mary, die nach einem ...

„That’s Not My Name“ ist gerade für Anfänger in diesem Genre ein packender Thriller, der tiefgründige Fragen über Vertrauen, Identität und Wahrheit aufwirft. Die Geschichte beginnt mit Mary, die nach einem Autounfall ohne Erinnerungen am Straßenrand aufwacht. Sie steht vor der Herausforderung, ihre eigene Identität zu erkennen, während ein Mann, der sich als ihr Vater ausgibt, sie mit Dokumenten und Familienfotos zu überzeugen versucht. Doch die Zweifel nagen: Wem kann sie noch vertrauen, wenn sie sich selbst nicht mehr kennt?
Parallel dazu verfolgt man Drew, der verzweifelt nach seiner verschwundenen Freundin Lola sucht. Die Stadt ist überzeugt, dass er sie ermordet hat, doch Drew gibt die Hoffnung nicht auf. Seine Suche nach der Wahrheit ist ebenso spannend wie emotional aufgeladen.
Das Buch schafft es, die Leser in eine Welt voller Unsicherheiten und Verdachtsmomente zu ziehen. Die Autorin spielt gekonnt mit den Fragen: Wem kannst du noch glauben, wenn dein eigenes Gedächtnis dich im Stich lässt? Und was, wenn die Wahrheit ganz anders aussieht, als es scheint?
Insgesamt ist „That’s Not My Name“ ein fesselnder Thriller, der durch seine vielschichtige Handlung besticht. Es ist eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt und den Leser bis zur letzten Seite in Atem hält, denn diese Auflösung hätte ich so nicht kommen sehen.

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