Next Generation
Dunbridge Academy - WhereverDie „Dunbridge Academy“-Reihe ist nicht mein Liebling von Sarah Sprinz, weil mir aufgrund meines eigenen Alters die anderen NA-Reihen deutlich mehr gelegen kommen. Trotzdem ist für mich immer klar gewesen, ...
Die „Dunbridge Academy“-Reihe ist nicht mein Liebling von Sarah Sprinz, weil mir aufgrund meines eigenen Alters die anderen NA-Reihen deutlich mehr gelegen kommen. Trotzdem ist für mich immer klar gewesen, dass ich die Art des Schreibens, das entwickelte Miteinander in Internat-Atmosphäre und vor allem die Themen immer sehr geschätzt habe. Auch wenn ich nichts darauf gewettet hätte, dass wir eine neue Generation begleiten werden, so war es doch auch für mich eine schöne Nachricht und so bin ich bei „Wherever“ am Start gewesen.
Was ich bei der ersten Generation oft etwas seltsam fand, dass war die Tatsache, dass die Charaktere nicht immer so jung wirkten, wie ich mich selbst in dem Alter empfunden habe. Die Themen haben vieles Schweres angesprochen, was auch mehr erwachsene Züge nötig gemacht hat und auch wenn ich das einerseits zu schätzen wusste, musste ich umgekehrt auch daran denken, dass mit YA die Zielgruppe eine andere ist. Bei „Wherever“ war eins meiner ersten Gedanken, dass Sprinz jünger in ihrem Schreibstil wirkt. Gerade die Gespräche der Jungsgruppe waren oft sehr albern (fast schon wieder zu albern für mich, für das Alter aber genau richtig) und es sind Themen angesprochen worden, auf die ich aus Spoilergründen nicht eingehen werde, die aber perfekt für das Alter passten. Ich hatte tatsächlich mehr den Eindruck, dass Scarlett, George und ihre Freunde genauso alt sind, wie sie sein sollen.
Dennoch hat Sprinz nicht ihre Art verloren, den Charakteren sehr viel Tiefe zu geben, wobei ich es bei Scarlett als deutlich ausgeprägter empfunden habe. Auch wenn sie als Figur wirklich lange anstrengend wirkt, weil sie sich so viel verbietet und so viel abwehrt, so ist sie als Charakter in sich sehr konsequent und überzeugend geschrieben. Ihre Geschichte ist herzzerreißend und viele Verhaltensweise fügen sich dann wie Puzzleteile zusammen, weswegen es umso beachtlicher ist, wie sie sich nach und nach öffnen kann. Nicht nur George für eine Liebesgeschichte, sondern auch Cleo und Elsa für eine Freundschaft, die sich auch tatsächlich in Erlebnissen ausdrückt. George bringt eine ganz andere Art von Ballast mit, weswegen auch er deutlich geheimnisvoller gestaltet werden musste. Aber es ist dennoch immer genug durchgeblitzt, um ihn zu mögen. Ich mochte es dennoch aber sehr, dass zuerst mit viel Foppen gearbeitet wurde, denn gerade die Lateinsprüche waren eine herrliche Idee. Es war auch ein Element, durch das ich schneller involviert war.
Später arbeitet die Geschichte dann auch mit Mysterium und Action, was für die Reihe in dem Ausmaß auch ungewöhnlich und neu ist, was mich dann aber gefreut hat, weil es die Relevanz unterstreicht, warum sich die neuen Bücher lohnen. Es ist zwar auch eher etwas gewesen, was wieder erwachsener wirkte, aber es hat dennoch gut funktioniert. Ansonsten ist das Tolle natürlich, dass die Generation so sehr an die alte gebunden ist. Henry als Lehrer ist sehr cool, aber auch die Verwandtschaftsverhältnisse untereinander sind ein nettes Gimmick. So Veranstaltungen auf dem Gelände sind dann auch die ideale Gelegenheit, viele alte Gesichter wieder zu begrüßen. Das haben wir uns wohl alle auch erwartet und Sprinz enttäuscht da keinesfalls.
Fazit: Auch wenn ich für Sarah Sprinz für mich nie zuerst die „Dunbridge“-Reihe nennen würde, so habe ich mich aber auch ehrlich auf die nächste Generation gefreut und Scarlett (Pops) und George bieten einen tollen Einstieg. Es wirkte charakterlich und thematisch auch stellenweise echt jünger und dennoch war für mich eine durchgängige Unterhaltung drin. Es war neben viel Romantik auch sehr spannend und ich bin froh, dass gewisse Momente nicht erzwungen wurden. Ich freue mich auf die weiteren Bände.