Profilbild von marielu

marielu

Lesejury Profi
offline

marielu ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit marielu über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.12.2020

Erschreckender Gedanke

Sterbewohl
0

Zum Inhalt:
Eine Partei hat Deutschland zu einer Scheindemokratie verwandelt. In diesem Staat werden die „Alten“ zu einem zweiwöchigen Sterbeseminar in Luxushotels eingeladen. Hier wird Ihnen das Sterben ...

Zum Inhalt:
Eine Partei hat Deutschland zu einer Scheindemokratie verwandelt. In diesem Staat werden die „Alten“ zu einem zweiwöchigen Sterbeseminar in Luxushotels eingeladen. Hier wird Ihnen das Sterben mit einer Tablette zum Einschlummern reizvoll näher gebracht. Sinn ist es, die Allgemeinheit und den Staat zu entlasten. Die endgültige Entscheidung trifft der Teilnehmer am Ende des Seminars freiwillig. Doch wer ist im Sinne des Staates „alt“? Dies fragen sich auch die Freunde Nadja, Anna, Max und Fred, alle gerade mal über 65 Jahre alt, als sie gemeinsam zu einem dieser Sterbeseminare ins Hotel Paradies auf Fehmarn eingeladen werden. Außerdem kennen sie niemanden der von diesen Seminaren wieder zurückgekommen ist. Sie beschließen sich das Ganze mal anzuschauen, denn sie haben nicht vor jetzt schon aus dem Leben zu scheiden und schleusen sicherheitshalber noch eine Reporterin ein. So kann ja nichts passieren meinen die Vier, ob sie sich da mal nicht geirrt haben.

Meine Meinung:
Das Cover ist mir auf dem ersten Blick nicht so sonderlich aufgefallen um sich das Buch näher anzuschauen. Der Klapptext indessen macht schon neugierig. Dies ist mein erstes Buch der Autorin Olivia Monti und ich war gespannt was uns die Autorin auf knappe 182 Seiten präsentiert.
Ihr Schreibstil ist in knappe, flüssige Sätze gehalten. Erzählt wird aus der Sicht von Nadja, die mit ihrem bisherigen Leben nicht so ganz zufrieden war und nun endlich mit Erreichen des Rentenalters das Leben genießen wollte. Doch da erhält sie diese unmögliche Einladung. Die Protagonisten wurden jetzt nicht so dargestellt, dass eine tiefe Verbindung zum Leser entsteht, dennoch kann man sehr gut ihre Gedankengänge und ihre Gefühle nach empfinden. Das Thema des freiwilligen Ausscheidens aus dem Leben zum Wohl der Gesellschaft (oder des Staates), der psychische Druck der ausgeübt wird, die Überwachung vom Staat und die Herabwürdigung des Menschen sind hier gut umgesetzt und halten die Spannung., so dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte und in einem Rutsch durch gelesen habe. In so einem Staat zu leben, ist ein entsetzlicher Gedanke mit dem die Autorin spielt. Dass die vier Freunde dies sich nicht bieten lassen gibt dem Ganzen noch einen Hauch von Krimi, der zum Schluss noch mit etwas Mystik gewürzt wird.

Fazit:
Eine interessante spannende Geschichte mit einem Hauch Krimi und zum Schluss etwas Mystik, die einem zum Nachdenken anregt und mich gut unterhalten hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.11.2020

Du warst ein böses Mädchen

Die perfekte Sünde
0

Zum Buch:
DCI Ava Turner und Luc Callanach werden zu einem Fundort einer Leiche gerufen. Es handelt sich um die junge Zoey Cole, vermisst seit 1 Woche und nun schwer verletzt am Straßenrand zum Sterben ...

Zum Buch:
DCI Ava Turner und Luc Callanach werden zu einem Fundort einer Leiche gerufen. Es handelt sich um die junge Zoey Cole, vermisst seit 1 Woche und nun schwer verletzt am Straßenrand zum Sterben zurück gelassen. Die Ermittlungen führen zunächst zu Zoeys brutalen Stiefvater. Als jedoch eine weitere junge Frau entführt wird, findet man bei ihrem zurückgelassenen Baby eine Puppe genäht aus Zoeys Haut, im Mund befindet sich ein Zettel mit einem religiösen Zitat. Nun ist klar, dass es sich um einen Serientäter handeln muss. Fieberhaft suchen Ava und Luc nach einer Verbindung der Mädchen und sie wissen die Zeit drängt. Fast zeitgleich werden mehrere Obdachlose angegriffen und mit einem Messer verletzt, steht dies im Zusammenhang mit den entführten Mädchen?

Meine Meinung:.
Der Titel passt sehr gut zu der Serie um die beiden Ermittler Turner und Callanach, die alle mit „Die perfekte….“ anfangen. Dies ist bereits der 4. Teil, kann allerdings auch sehr gut ohne die Vorgänger gelesen werden. Jedoch empfehle ich die Vorgänger ebenfalls, da sie wirklich gut geschrieben sind. Hellen Fields versteht es durch ihren Schreibstil, dass die Opfer dem Leser persönlich näher kommen.
Man erlebt ihren Schmerz und findet aufgrund ihrer Lebensumstände, dass es unfair ist, dass es ausgerechnet diese Mädchen sind, denen jetzt so etwas Brutales widerfährt. Die beiden Hauptprotagonisten Ava und Luc wirken authentisch und somit auf mich sympathisch. Ihre Ermittlungen führen Sie auf verschiedene Spurenansätze und man merkt ihnen an, wie frustriert sie sind das sich keine Erfolge einstellen. Man spürt ihr banges Warten während ihrer Ermittlung auf die nächste Leiche und gleichzeitig die Hoffnung, das sich dann neue Spuren ergeben oder ein Fehler des Täters sie weiter bringt. Avas Wut ist sehr gut nachvollziehbar.
Bereits am Anfang wird man mit den letzten Minuten eines Opfers konfrontiert, so steigt die Spannung bereits von Anfang an, die zum Ende hin ihren Höhepunkt erreicht. Somit ist für spannende Lesestunden garantiert.

Fazit:
Helen Fields sorgte wieder für eine schlaflose Nacht, da ich unbedingt das Buch fertig lesen wollte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.11.2020

Du warst ein böses Mädchen

Die perfekte Sünde
0

Zum Buch:
DCI Ava Turner und Luc Callanach werden zu einem Fundort einer Leiche gerufen. Es handelt sich um die junge Zoey Cole, vermisst seit 1 Woche und nun schwer verletzt am Straßenrand zum Sterben ...

Zum Buch:
DCI Ava Turner und Luc Callanach werden zu einem Fundort einer Leiche gerufen. Es handelt sich um die junge Zoey Cole, vermisst seit 1 Woche und nun schwer verletzt am Straßenrand zum Sterben zurück gelassen. Die Ermittlungen führen zunächst zu Zoeys brutalen Stiefvater. Als jedoch eine weitere junge Frau entführt wird, findet man bei ihrem zurückgelassenen Baby eine Puppe genäht aus Zoeys Haut, im Mund befindet sich ein Zettel mit einem religiösen Zitat. Nun ist klar, dass es sich um einen Serientäter handeln muss. Fieberhaft suchen Ava und Luc nach einer Verbindung der Mädchen und sie wissen die Zeit drängt. Fast zeitgleich werden mehrere Obdachlose angegriffen und mit einem Messer verletzt, steht dies im Zusammenhang mit den entführten Mädchen?

Meine Meinung:.
Der Titel passt sehr gut zu der Serie um die beiden Ermittler Turner und Callanach, die alle mit „Die perfekte….“ anfangen. Dies ist bereits der 4. Teil, kann allerdings auch sehr gut ohne die Vorgänger gelesen werden. Jedoch empfehle ich die Vorgänger ebenfalls, da sie wirklich gut geschrieben sind. Hellen Fields versteht es durch ihren Schreibstil, dass die Opfer dem Leser persönlich näher kommen.
Man erlebt ihren Schmerz und findet aufgrund ihrer Lebensumstände, dass es unfair ist, dass es ausgerechnet diese Mädchen sind, denen jetzt so etwas Brutales widerfährt. Die beiden Hauptprotagonisten Ava und Luc wirken authentisch und somit auf mich sympathisch. Ihre Ermittlungen führen Sie auf verschiedene Spurenansätze und man merkt ihnen an, wie frustriert sie sind das sich keine Erfolge einstellen. Man spürt ihr banges Warten während ihrer Ermittlung auf die nächste Leiche und gleichzeitig die Hoffnung, das sich dann neue Spuren ergeben oder ein Fehler des Täters sie weiter bringt. Avas Wut ist sehr gut nachvollziehbar.
Bereits am Anfang wird man mit den letzten Minuten eines Opfers konfrontiert, so steigt die Spannung bereits von Anfang an, die zum Ende hin ihren Höhepunkt erreicht. Somit ist für spannende Lesestunden garantiert.

Fazit:
Helen Fields sorgte wieder für eine schlaflose Nacht, da ich unbedingt das Buch fertig lesen wollte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.11.2020

Kriminalroman mit mehreren Themen

Kaltes Gold
0

Zum Inhalt:
Die Klimaerwärmung führt zur Schneeschmelze in Lapplands Bergen. Unter einer schmelzenden Schneewechte wird eine Leiche gefunden, erschossen – vor zirka 20 Jahren. Ein alter Fall, den ihr Vorgesetzter ...

Zum Inhalt:
Die Klimaerwärmung führt zur Schneeschmelze in Lapplands Bergen. Unter einer schmelzenden Schneewechte wird eine Leiche gefunden, erschossen – vor zirka 20 Jahren. Ein alter Fall, den ihr Vorgesetzter zu gerne Olivia Rönning aufs Auge drückt. Auf dem Weg zum Fundort der Leiche, gerät Olivia und der Pilot des Helikopters in einen Sturm und stürzen ab. Nach der Erstversorgung des Piloten macht sich Olivia durch die unwirtliche, einsame Gegend auf, um Hilfe zu holen. Doch sie ist nicht allein und gerät schnell ins Visier einer Person, die unbedingt verhindern will, dass bekannt wird was damals passiert ist.
Tom Stilton, Freund von Olivias verstorbenen Vater, befindet sich im Ruhestand und weilt gerade in Thailand als er erfährt, dass Olivia vermisst wird. Sofort macht er sich auf dem Weg um Olivia zu finden.

Meine Meinung:
Ich wusste nicht, dass dies schon der 6. Band einer Reihe um Olivia Rönning und Tom Stilton ist, konnte mich aber gut in das Buch einfinden. Sicherlich fehlten mir zu den Hauptprotagonisten die bereits gemeinsamen Erlebnisse. Das Buch beginnt mit einem Prolog in dem Olivia gerade 12 Jahre alt ist und bei ihrem Vater Arne im Polizeipräsidium sitzt. Es wird von einem Vermissten gesprochen. Durch den Klapptext und dem Prolog kann sich der Leser schon denken, dass es bei dem Vermissten und der aufgefundenen Leiche 20 Jahre später um ein und dieselbe Person handelt. Doch wie kommt diese Person dorthin? Was hatte sie da zu suchen? Viele Fragen die sich Olivia zusammen mit Tom und Ex-Chefin Mette stellen. Da dies ein sogenannter Cold-Case ist, hat Olivias Vorgesetzter nichts dagegen, dass Olivia die beiden als externe Mitarbeiter einspannt. Die Ermittlungen führen sie auf viele Spuren, so könnte der Fall mit einem Umweltskandal zu tun haben, einem Eifersuchtsdrama oder mit der Herkunft des Opfers. Viel zu tun für Olivia, die auch ein Auge auf ihren Freund Lucas mit seiner dissoziativen Identitätsstörung haben muss. Dies alles setzt das Autorenduo in einem flüssigen Schreibstil gekonnt in Szene. Die Kapitel sind kurz gehalten und enden oft so, dass der Leser denkt jetzt passiert was Aufregendes und dann geht alles ganz normal weiter. Hier wünschte ich mir etwas mehr beibehaltene Spannung. Das Privatleben der Ermittler Olivia/Tom wird ausreichend, manchmal auch etwas zu umfassend behandelt. Ich finde den Plott mit all seinen Verwicklungen gut durchdacht obwohl ich wiederum bei manchen Szenen die Logik vermisste. Trotzdem fehlte mir nicht das Verlangen endlich zu erfahren was genau passiert ist und wie alles zusammenhängt.

Fazit:
Ein Kriminalroman der mich zwar nicht komplett von sich überzeugt hat, jedoch einen gewissen Reiz ausübte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.11.2020

Ist das Böse angeboren?

Die Rabentochter
0

Zum Inhalt:
Seit 15 Jahren lebt die inzwischen 26 Jahre alte Rachel Cunningham freiwillig in einer psychiatrischen Klinik. Vor 11 Jahren wurden ihre Eltern tot aufgefunden, Rachel war verschwunden und ...

Zum Inhalt:
Seit 15 Jahren lebt die inzwischen 26 Jahre alte Rachel Cunningham freiwillig in einer psychiatrischen Klinik. Vor 11 Jahren wurden ihre Eltern tot aufgefunden, Rachel war verschwunden und tauchte 14 Tage später sprach- und bewegungslos wieder auf. In ihrer Erinnerung ist Rachel schuld an dem Tod ihrer Eltern – ein tragischer Unfall. Doch stimmt das wirklich?
Als der angehende Journalist Trevor um ein Interview bittet, erwacht in Rachel der Wunsch sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Sie entlässt sich selbst aus der Klinik und kehrt in ihr Elternhaus, dem herrschaftlichen Jagdhaus im Wald, indem ihre Schwester Diane und ihre Tante Charlotte leben, zurück. Hier überkommt Sie die Erinnerung an ihre Kindheit und sie beginnt zu ahnen, dass sie sich in tödlicher Gefahr befindet.

Meine Meinung:
Das Cover vermittelt mit dem Nebel das vom Fluss aufsteigt und den Bäumen die den Blick auf eine Scheune freigeben etwas Düsteres, Geheimnisvolles. Genauso ist diese Geschichte.
Die Autorin Karen Dionne schreibt in einem flüssigen, leichtgängigen Schreibstil gepaart mit subtiler Spannung und bildhafter Darstellung. Erzählt wird in zwei Zeitebenen und zwei Erzählsträngen .Die Zeitebenen wechseln sich ab, zwischen früher mit der Erzählung von Jenny (Rachels Mutter) und der Gegenwart aus der Sicht von Rachel. Durch die Erzählung von Jennys Mutter erfährt der Leser schon frühzeitig, dass es schon seit der Geburt ihrer Erstgeborenen gewisse Schwierigkeiten gibt, die auch den Umzug in das Jagdhaus begünstigt haben. Mit Rachel macht sich der Leser auf in das Jagdhaus, in dem Rachels Eltern ums Leben gekommen sind. Durch Rachels Erinnerungen erhält der Leser einen Eindruck von Ihrer Kindheit und begreift warum Rachel sich in ihrem Elternhaus in Gefahr befindet. Durchweg ahnt der Leser schon von Anfang an, wer die Schuld am Tod von Jenny und Peter haben könnte. Doch ist es wirklich so wie es den Anschein hat? Die Autorin versteht es geschickt, so zu schreiben dass der Leser sich diese Frage stellt. Durch die unterschiedlichen Kapitel und Geschehnisse entsteht diese Spannung, die mich stets zum Weiterlesen animiert hat. Die Protagonistin Rachel wirkt am Anfang etwas naiv und gleichzeitig intelligent. Die Emotionen der Protagonisten werden authentisch dargestellt und so konnte ich mich gut in Rachel hineinversetzen, die um jeden Preis erfahren will was damals wirklich passierte. Ebenfalls verstand ich Jenny, die ihre Kinder liebt und versucht sie zu schützen. Und so gilt für beide der Satz von Elvis Presley, der am Anfang steht: „ Die Wahrheit ist wie die Sonne. Du kannst sie eine Zeit lang ausblenden, aber verschwinden wird sie nicht.“
Zum Schluss bleibt für mich die Frage: „Ist das Böse angeboren?“

Fazit:
Karen Dione liefert hier einen gut konstruierten Psychothriller ab, der mich mit seiner subtilen Spannung fesselte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere