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Veröffentlicht am 06.01.2022

Spannende Idee, aber etwas schwach umgesetzt

Der Gräber
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Seit 5 Jahren holt sich "der Gräber" immer am 6.November ein Opfer und verschleppt es durch ein Loch im Kellerfußboden. Seltsamerweise kann man diesem Tunell nicht folgen, bzw rausfinden, wo die Opfer ...

Seit 5 Jahren holt sich "der Gräber" immer am 6.November ein Opfer und verschleppt es durch ein Loch im Kellerfußboden. Seltsamerweise kann man diesem Tunell nicht folgen, bzw rausfinden, wo die Opfer hin verschleppt werden.
Celelia, die Ermittlerin, sucht ständig bei Tinder nach Männerbekanntschaften und bangt dauern darum, von dem Fall abgezogen zu werden.
Annika, Lektorin beim in Zahlungsschwierigkeiten geratenen Eklund-Verlag, versucht den Verlag zu retten, indem sie versucht, den Erfolgsautor Jan Apelgren zur Fortsetzung seiner Krimireihe zu bewegen. Jan möchte aber lieber einen Horrorroman schreiben. Und verschwindet dann spurlos - zusammen mit seiner Frau Therese.
Annika will mit ihrem Mann Martin ein Haus kaufen und eine Familie gründen. Diese Haussuche zieht sich langatmig hin, Annika hat einen Horror vor Häusern mit Kellern.
Plötzlich liegt vor der Tür des Verlages ein Manuskript mit dem Titel "Ich bin der Gräber" und es enthält so viele Details, dass eigentlich nur der Gräber selbst es geschrieben haben kann. Oder Jan Apelgren, der aber für tot erklärt wurde. Annika lässt es veröffentlichen und gerät so in die Ermittlungen der Polizei.
Seltsam ist das Kratzen an Hauswänden und unerklärliche Spuren von Krallen an Kellerwänden. Als Annika und Martin endlich ein Haus gefunden haben, das sich als das Haus des verschwundenen Jan herausstellt, überschlagen sich die Ereignisse. Nicht sehr realistisch, aber spannend.
Alles in Allem: Eine gute Idee, aber schwache Ermittler, schwache Charaktere, viele unschlüssige Zufälle. Kann man lesen. Muss man aber nicht.

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Veröffentlicht am 01.03.2022

Ungewöhnlich

Tell
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Eine moderne Fassung der Geschichte des Schweizer Nationalhelden Wilhelm Tell - was für eine spannende Idee. Schon das Cover kommt modern rüber. Der Apfel scheint gerade einem Computerausdruck entnommen ...

Eine moderne Fassung der Geschichte des Schweizer Nationalhelden Wilhelm Tell - was für eine spannende Idee. Schon das Cover kommt modern rüber. Der Apfel scheint gerade einem Computerausdruck entnommen zu sein. Am Anfang sind Wilhelm Tell und sein Sohn auf Bärenjagd. Wilhelm ist ein harter, knorriger, eigenbrötlerischer Mensch, sein Sohn Walter scheint nach ihm zu kommen. Dann folgen schnelle, kurze Kapitel, jeweils aus der Sicht eines anderen Bewohners des Hofes oder des Ortes. Manchmal ist nicht gleich klar, welche Rolle der jeweilige Erzähler hat. Ich muss gestehen, dass das Buch mich nicht gepackt hat. Ich fand es trotz des rasanten Tempos der einzelnen Kapitel nicht spannend. Der Schreibstil passt hervorragend zum Thema, zu den Menschen in den Bergen und auf dem Tell-Hof, aber er gefällt mir persönlich nicht. Tut mir leid, nicht mein Ding. Da viele andere aber total begeistert sind, scheint es an mir zu liegen.

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Veröffentlicht am 10.08.2021

Nüchtern und unaufgeregt

Die Hebamme
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Das Cover zeigt ein Szene, wie Marta Kristina über den Fjord gefahren sein kann, um zu einer Geburt zu fahren. Eine beeindruckende Frau, die genau weiß, was sie will und das auch erreicht. Vor über 100 ...

Das Cover zeigt ein Szene, wie Marta Kristina über den Fjord gefahren sein kann, um zu einer Geburt zu fahren. Eine beeindruckende Frau, die genau weiß, was sie will und das auch erreicht. Vor über 100 Jahren war es sicher nicht selbstverständlich, daß eine Frau, noch dazu mit Kleinkind, eine Ausbildung macht und monatelang von zuhause weg ist. Sie hat sich schon als junges Mädchen in den Kopf gesetzt, Hebamme zu werden, um den Frauen in der schwierigen Zeit zu helfen. Leider kommt alles anders als erhofft. Ihr Mann Hans kommt schwer traumatisiert aus dem Krieg zurück, er hat Schreckliches erlebt und kann viele Jahre nicht darüber sprechen. So ist er Marta Kristina eher Belastung als Hilfe. Die elf Kinder müssen versorgt werden, auf dem kleinen Hof ist viel Arbeit. Es ist ein armselig Leben, das sie führen, das Geld ist immer knapp und Hans macht überall Schulden.
Das Buch ist gut recherchiert, immer wieder werden Fakten aus Kurchenbüchern und anderen Dokumenten eingestreut. Nüchtern und emotionslos wird das Leben von Hebammen-Stina beschrieben. Ich hätte mir mehr Emotionen und detailreichen Informationen über die Einsätze der Hebamme gewünscht. So ist es etwas trocken und ich kam keinem der Familie näher.

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