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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.02.2023

Die etwas andere Ärztin

Die Hafenärztin. Ein Leben für das Recht auf Liebe (Hafenärztin 3)
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Ich mag die Romane, die das Leben der Hafenärztin Anne behandeln sehr. Teil 3 schließt perfekt an die beiden Vorgänger an. Die Titel und Untertitel gefallen mir zwar nicht ganz so gut, der Inhalt dafür ...

Ich mag die Romane, die das Leben der Hafenärztin Anne behandeln sehr. Teil 3 schließt perfekt an die beiden Vorgänger an. Die Titel und Untertitel gefallen mir zwar nicht ganz so gut, der Inhalt dafür aber umso mehr! Der historische Hintergrund ist sehr gut beschrieben und alle vorkommenden Charaktere sind realistisch dargestellt. Neben Anne ist mir vor allem Helene Curtius sehr ans Herz gewachsen. Ihre Selbstständigkeit, ihr Mut und ihre Entwicklung über die bisherigen drei Romane hinweg imponieren mir sehr.
Die Handlung des Romans ist, wie gewohnt, spannend und erzählt ein interessantes Kapitel Hamburger Stadtgeschichte. Mir war zum Beispiel überhaupt nicht bewusst, dass es dort vor dem Dritten Reich ein Chinesenviertel gab. Solche Erkenntnisgewinne sind die Kirsche auf der Sahne historische Romane. Ich hoffe, es gibt noch weitere Fortsetzungen dieser tollen Reihe! Wer historische (Kriminal-)Romane mit starken weiblichen Hauptfiguren mag, wird die Hafenärztin lieben!

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Veröffentlicht am 22.01.2023

Cold Case vor interessanter Kulisse

Totes Moor (Janosch Janssen ermittelt 1)
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Der Titel deutet es bereits an: in "Totes Moor" wird eine Leiche im Moor gefunden – im Roten Moor in der Nähe von Fulda in Hessen um genau zu sein. Das Moor ist die Kulisse für einen Kriminalfall, dessen ...

Der Titel deutet es bereits an: in "Totes Moor" wird eine Leiche im Moor gefunden – im Roten Moor in der Nähe von Fulda in Hessen um genau zu sein. Das Moor ist die Kulisse für einen Kriminalfall, dessen Abgründe sich nach und nach entfalten. Lars Engels nutzt seinen Roman auch, um ein paar Hintergrundinformationen zum Moor einzubauen, was mir persönlich sehr gut gefiel. Was ich auch richtig gelungen an diesem Krimi finde: Engels verwebt die beiden Zeitebenen sehr gut miteinander. So wird 2009 (als Matilda verschwand) als Rückblenden geschickt eingesetzt, während die Gegenwart, also 2018 (Matildas Leiche taucht im Moor auf), nach und nach die Geheimnisse um ihr Verschwinden und ihren Tod enthüllt. Durch diese, ich nenne sie jetzt mal "Brotkrumen", fiel es mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Spannend war die Handlung obendrein. Die Figuren und der Ort Grimmbach sind außerdem glaubhaft, nicht überzeichnet und die Sprache des Kriminalromans durchweg schnörkellos und somit für das Genre und den Spannungsbogen sehr passend. Wer Krimis mit mehreren Zeitebenen mag, wird mit "Totes Moor" nicht enttäuscht.

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Veröffentlicht am 08.01.2023

Starkes Buch

Wieso? Weshalb? Warum? Mutig, stark und selbstbewusst
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"Mutig, stark und selbstbewusst" aus der Reihe "Wieso? Weshalb? Warum?" von Ravensburger ist ein schönes Mutmacherbuch für Kinder ab vier Jahren. Es ist nicht nur schön illustriert, sondern vermittelt ...

"Mutig, stark und selbstbewusst" aus der Reihe "Wieso? Weshalb? Warum?" von Ravensburger ist ein schönes Mutmacherbuch für Kinder ab vier Jahren. Es ist nicht nur schön illustriert, sondern vermittelt auch durch seinen Inhalt Werte und macht den kleinen Leseratten dadurch Mut, sich ruhig öfter etwas zu trauen. Meiner vierjährigen Nichte gefallen an diesen Büchern besonders die aufklappbaren Buchteile, die es nie langweilig werden lassen, die Bücher zu lesen bzw. anzuschauen und vorlesen zu lassen. Ich habe das Buch für sie ausgewählt, weil sie ein eher schüchternes Kind ist, dass eine Portion Mut durchaus gebrauchen kann. Durch das Buch lernt sie beispielsweise, dass es in Ordnung ist, wenn man Fehler macht und dass alle Menschen mal etwas nicht richtig machen.
Was mir persönlich an dem Buch noch gefällt, ist, dass möglichst alle gesellschaftlichen Gruppen dargestellt werden. Einem Kind wird das vermutlich eher nicht bewusst, aber als Erwachsene finde ich dies einen weiteren Pluspunkt. Ein rundum gelungenes Erklärbuch für Kinder ab vier Jahren.

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Veröffentlicht am 06.01.2023

Wie die Vergangenheit das Leben bestimmt

Die Bücher, der Junge und die Nacht
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"Die Bücher, der Junge und die Nacht" ist nur nicht wegen seines Coverfotos ein gelungener Roman, der mehrere Zeitebenen sinnvoll miteinander verknüpft.
Kai Meyer schafft es mühelos, die im Roman vorkommenden ...

"Die Bücher, der Junge und die Nacht" ist nur nicht wegen seines Coverfotos ein gelungener Roman, der mehrere Zeitebenen sinnvoll miteinander verknüpft.
Kai Meyer schafft es mühelos, die im Roman vorkommenden Zeitebenen (v.a. Drittes Reich, Zweiter Weltkrieg und 1970er Jahre) detailreich darzustellen, sodass die Lesenden stets das Gefühl haben, mittendrin zu sein. Mir gefiel besonders gut, dass ausnahmsweise die Gegenwart keine Rolle spielt, was in vielen Romanen, die ich in letzter Zeit gelesen habe, oft der Fall war (also zum Beispiel Gegenwart und Drittes Reich).
Der Roman ist so geschrieben, dass er sich flüssig lesen ließ und auch die Sprünge zwischen den Zeitebenen waren problemlos und ohne Verwirrung zu bewältigen. Auch die Figuren sind glaubhaft dargestellt, inklusive ihre Ängste, Sorgen und Nöte.
Die Handlung des Romans gefiel mir durchweg sehr gut. Sie war plausibel und schlüssig. Einzig ganz am Ende des Buches hätte ich mir eine etwas rationalere Auflösung gewünscht. Aber das liegt vielleicht auch an meinem rationalen Verstand. Ansonsten kann ich das Buch allen wärmstens empfehlen, die zeitgeschichtliche Romane mit mehreren Zeitebenen mögen.

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Veröffentlicht am 18.12.2022

Unterhaltsamer Krimi mit spannendem Zeithintergrund

Fräulein Anna, Gerichtsmedizin (Die Gerichtsärztin 1)
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"Fräulein Anna, Gerichtsmedizin. Die Prinzregentenmorde" ist der gelungene Auftakt zu einer neuen Reihe rund um Anna Zech, die in der Münchner Gerichtsmedizin ihre Arbeit aufnimmt und dem Adligen Friedrich ...

"Fräulein Anna, Gerichtsmedizin. Die Prinzregentenmorde" ist der gelungene Auftakt zu einer neuen Reihe rund um Anna Zech, die in der Münchner Gerichtsmedizin ihre Arbeit aufnimmt und dem Adligen Friedrich "Fritz" von Weynand, der hobbymäßig ein Skandalblatt alle heilige Zeit publiziert. Auf den ersten Blick ein seltsames Gespann, das sich aber im Laufe des Buches zusammenrauft und sich, wie ich finde, wunderbar ergänzt. Gerade, weil beide aus unterschiedlichen Milieus stammen und ihre jeweils eigene Sicht auf die Dinge der Zeit zwei Jahre vor dem Ersten Weltkrieg haben. Mir gefällt, wie Petra Aicher die beiden Figuren zeichnet und wie stark sie Anna Zech im Laufe der Geschichte werden lässt. Nicht nur ihre Stärke bei Autopsien, sondern auch im Alltag haben mir imponiert. Vor allem ihre Reflektionen über die damalige Zeit und deren gesellschaftlichen Normen (Stichwort Heirat) gefielen mir beim Lesen sehr gut.
Der Kriminalfall ist eigentlich recht unterhaltsam und spannend, aber geht zwischendurch ein wenig durch zu viele, für meinen Geschmack, Nebensächlichkeiten unter. Hier hätte die Autorin sparsamer dosieren können, finde ich. Das Ende des Krimis wiederum hat mich überrascht und ich freue mich auf den nächsten Band im kommenden Sommer! Ich kann den Roman allen Fans historischer Kriminalromane empfehlen, die starke Frauenfiguren mögen und gerne ein wenig Zeitgeist beim Lesen einatmen möchten.

ACHTUNG SPOILER - Anfang
Weiterhin finde ich es toll, dass die Autorin die Beziehung der beiden Hauptfiguren auf einem Niveau belässt, welches mal ganz anders ist als ich es sonst aus vielen (Kriminal-)Romanen kenne.
ACHTUNG SPOILER - Ende

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