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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.02.2026

Detektiv spielen

Finde den Mörder
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Zum Inhalt:
Ein Unsympath ist gestorben und die Polizeit trifft am Ort der Geschehens ein: Ein Wellnesshotel, in welchem die Reichen, Schönen und die dafür gehalten werden wollen verkehren. Wer ist der ...

Zum Inhalt:
Ein Unsympath ist gestorben und die Polizeit trifft am Ort der Geschehens ein: Ein Wellnesshotel, in welchem die Reichen, Schönen und die dafür gehalten werden wollen verkehren. Wer ist der Mörder und wie kann man es ihm beweisen?

Mein Eindruck:
Das Buch ist nicht chronologisch zu lesen, sondern man springt zu dem Kapitel, zu dem man entweder durch vorher gemachte Notizen, die Ermittlungen oder innere Eingebungen geleitet wird. Da diese nicht immer zum korrekten Ergebnis führen, durchlebt man die Geschichte unter Umständen mehrmals, bis man (hoffentlich) auf des Rätsels Lösung kommt oder wieder einmal degradiert von vorne anfangen muss. Ein paar Stellen sind zwar ein bisschen unfair (welcher Polizist darf nur zwei von drei Spuren nachgehen?), doch dem Spaß tut das nur geringen Abbruch. Da ebenfalls der Ehrgeiz geweckt wird, bleibt man bei der Stange, - und freut sich schon auf die nächste Möglichkeit, den Mörder zu fangen.

Mein Fazit;
Bis zum nächsten Mord!

Veröffentlicht am 16.02.2026

Das perfekte Kuddelmuddel

Böser, böser Wolf
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Zum Inhalt:
Eine Schriftstellerin wird entführt und soll Märchen mit mörderischem Ausgang schreiben, welche ihr Entführer in die Tat umsetzen will, - eine Weigerung würde zu ihrem Tod führen. Sie beugt ...

Zum Inhalt:
Eine Schriftstellerin wird entführt und soll Märchen mit mörderischem Ausgang schreiben, welche ihr Entführer in die Tat umsetzen will, - eine Weigerung würde zu ihrem Tod führen. Sie beugt sich er Gewalt, versucht aber der Polizei Hinweise einzustreuen, um den Mörder zu fassen.

Mein Eindruck:
Manchmal fragt man sich als Leser, was eigentlich im Kopf des Autors vorgegangen ist. Hier denkt man nicht nur einmal darüber nach, denn Alexandra Benedict hat ein perfektes Verwirrspiel für ihre Leser geschaffen. Suggeriert der Klappentext ein "Buch im Buch", ist "Böser, böser Wolf" viel mehr und viel komplizierter angelegt. Dabei halten sich die Teile, in denen Benedict ihre Leser verwirrt auf unnachahmliche Weise mit denen die Waage, in denen sie eine Aufklärung anbietet. Doch immer, wenn man denkt, man hat ihre Vorgehensweise entlarvt, verschwindet sie spurlos hinter der nächsten Ecke... oder dem nächsten Baum... und lacht wie eine Märchenfigur über das dumme Gesicht.

Mein Fazit:
Wirklich intelligente Unterhaltung

Veröffentlicht am 12.02.2026

Sehr gut, aber anders als gedacht

Real Americans
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Zum Inhalt:
Lily trifft Matthew, man verliebt sich, heiratet und bekommt ein Kind. Doch mit der Geburt wird alles anders und die ganze Familie muss sich irgendwann ihrer Geschichte stellen, die auch mit ...

Zum Inhalt:
Lily trifft Matthew, man verliebt sich, heiratet und bekommt ein Kind. Doch mit der Geburt wird alles anders und die ganze Familie muss sich irgendwann ihrer Geschichte stellen, die auch mit den Wissenschaftlern in ihren Reihen zu tun hat.

Mein Eindruck:
Erhält man nach dem Lesen des Klappentextes den Eindruck, dass man es mit einer der üblichen Familiengeschichten zu tun hat, wird man irgendwann eines Besseren belehrt. Der Roman befasst sich auf drei Zeitebenen mit der Sicht jeweils eines Mitglieds dreier Generationen einer Familie mit größtenteils chinesischen Wurzeln, deren erste Generation in die Vereinigten Staaten eingewandert ist. Dabei geht die Autorin Rachel Khong zwar theoretisch chronologisch vor, behandelt aber die Geschichte von Maj, der Mutter Lilys, zuletzt und - im Gegensatz zu den anderen beiden Großkapiteln - als Erinnerung an die Vergangenheit. Dadurch schließt sich letztlich der Kreis von Missverständnissen und getroffenen Entscheidungen.
Khong nimmt sich viel Zeit, die Beweggründe ihrer drei Hauptcharaktere zu erklären und damit letztendlich ihren Lesern zu helfen, alle drei zu verstehen, - egal, wie schwierig ihr Verhalten im ersten Augenblick scheint und ob man es letztendlich gutheißt oder nicht. Alle Figuren wachsen einem über die Zeit ans Herz und man wünscht ihnen viel Kraft, Liebe und Verständnis miteinander.
Über Majs, Lilys und Nicks (Lilys Sohn) persönliche Sicht hinaus bietet das Buch zusätzlich einen Blick auf die Umstände Chinas zu Zeiten Maos, die Situation von Immigranten, die der Generation Praktikum und - als Gegensatz - die Schwierigkeiten, die zu viel Geld und zu wenig Hinwendung verursachen können, alles verwoben mit der Forschung, die sich mit der DNA der Welt befasst. Wo kommen wir her, was macht uns aus?

Mein Fazit:
Ein wirklich großartiger Roman mit Haltung ohne Belehrung

Veröffentlicht am 01.02.2026

Same same but different

Minnesota
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Diese Rezi behandelt das Hörbuch

Zum Inhalt:
Ein norwegischer True-Crime Autor begibt sich in die Vereinigten Staaten, um dort für sein Buch zu recherchieren und gleichzeitig der Vergangenheit eines Verwandten ...

Diese Rezi behandelt das Hörbuch

Zum Inhalt:
Ein norwegischer True-Crime Autor begibt sich in die Vereinigten Staaten, um dort für sein Buch zu recherchieren und gleichzeitig der Vergangenheit eines Verwandten nachzuforschen, der in die Vorgänge um Serienmorde im Jahr 2016 verwickelt war. Dabei versucht er sich in die Charaktere - Mörder, Opfer, Polizisten - einzudenken und deren Gefühle und Handlungen nachzuvollziehen.

Mein Eindruck:
Zwar verlegt der norwegische Autor Jo Nesbo seine Handlung nach Minnesota, bleibt aber für seine Hauptfigur dem üblichen Stil treu: Ein vom Schicksal gebeutelter Einzelkämpfer, der trotz seines nicht ansprechenden Aussehens und ruppiger Art viel Schlag bei der Damenwelt hat und fast im Alleingang sein Ziel erreicht. Ja, man kann durchaus der Ansicht sein, dass diese Konstellation dem Wunschdenken des Autors entspricht...
Nichtsdestotrotz ist die Geschichte spannend, gut durchdacht, mit vielen Wendungen versehen und sorgt dafür, dass man - wie auch einige Charaktere im Buch - zum Nachdenken darüber gebracht wird, was richtig und was falsch ist und ob es nicht ganz viel "dazwischen" gibt. Die vielfältigen (und meist negativen und/oder verzweifelten) Stimmungen gibt dabei der Sprecher David Nathan gekonnt wieder, so dass man mit den Figuren mitleidet. Brutalität steht zwar einige Male sehr im Vordergrund, besteht jedoch nie als Selbstzweck, sondern ist begründet, - ein weiterer Pluspunkt der Geschichte.
Und noch etwas macht Spaß (und fällt insbesondere dann auf, wenn man den Beginn nach Ende des Buches noch einmal liest): Schon am Anfang streut Nesbo viele kleine Puzzleteile aus, die erst im Nachhinein Sinn ergeben und in Gänze zu verstehen sind.

Mein Fazit:
Rundum gelungene Unterhaltung mit Tiefgang

Veröffentlicht am 01.02.2026

Ein Verbrechen an der Menschheit?

The Factory – Es gibt kein Entkommen
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Zum Inhalt:
Asher wurde für die Factory angemeldet, - ein Projekt in der Wüste, welches Kindern eine gute Ausbildung bei zusätzlich exorbitanter Entlohnung dafür verspricht, dass sie an einem wissenschaftlichen ...

Zum Inhalt:
Asher wurde für die Factory angemeldet, - ein Projekt in der Wüste, welches Kindern eine gute Ausbildung bei zusätzlich exorbitanter Entlohnung dafür verspricht, dass sie an einem wissenschaftlichen Experiment teilnehmen. Doch die Ausbildung ist zweifelhaft, die Überwachung vollständig, die Experimente sind körperlich mehr als grenzwertig und ein Entkommen scheint unmöglich.

Mein Eindruck:
Wie ihr Protagonist und seine Freunde tappen die Leser lange im Dunkeln, was die Factory wirklich mit den ihr ausgelieferten Kindern anstellt. Dabei zeigt sich, dass die Motive (wenigstens in Teilen) edel sind und durchaus Gutes aus der Forschung entstehen könnte. Wie Ehrgeiz die Menschlichkeit frisst und der Wille zum Erfolg und/oder die Angst vor Repressalien jeden zweifeln lassen kann, sind zusätzliche Aspekte der Geschichte. Die Charaktere sind zum größten Teil ambivalent gezeichnet, auch die Helden haben Schwächen und die Schurken guten Seiten. so dass zwar die Sympathie eindeutig verteilt werden kann, man jedoch die "Bösen" nicht vollständig verurteilen muss. Das Ende ist der perfekte Cliffhanger, - wie es sich für eine Dilogie gehört.

Mein Fazit:
Lässt einen gespannt auf die Auflösung warten