Wenn sportlicher Ehrgeiz auf Herzchaos trifft
Cheer for LoveCheer for Love ist eine emotionale Sportsromance, die mit einem starken Setting, sympathischen Hauptfiguren und einem sehr angenehmen Schreibstil punktet, ihr Potenzial jedoch nicht durchgehend ausschöpft. ...
Cheer for Love ist eine emotionale Sportsromance, die mit einem starken Setting, sympathischen Hauptfiguren und einem sehr angenehmen Schreibstil punktet, ihr Potenzial jedoch nicht durchgehend ausschöpft. Die Geschichte begleitet Ella während ihres Auslandsjahres in den USA, wo sportlicher Ehrgeiz, Neuanfang und Gefühle zunehmend miteinander kollidieren.
Der Schreibstil liest sich flüssig und leicht, sodass man schnell in die Handlung eintaucht. Durch den Perspektivwechsel zwischen Ella und Hudson gelingt es, beide Figuren gut kennenzulernen und ihre Gedanken und inneren Konflikte nachzuvollziehen. Besonders Hudson gewinnt im Verlauf der Geschichte an Tiefe, während Ella als ehrgeizige, leidenschaftliche und zugleich unsichere Protagonistin überzeugt.
Der Sport – insbesondere das Cheerleading – nimmt eine zentrale Rolle ein und verleiht der Handlung Struktur und Zielorientierung. Gleichzeitig liegt der Fokus stark auf der emotionalen Beziehung zwischen den Hauptfiguren. Diese ist stellenweise sehr süß, intensiv und berührend, wirkt jedoch auch häufig wechselhaft und widersprüchlich. Das Hin und Her zwischen Nähe und Distanz, klare Gefühle versus Zurückhaltung, sorgt zwar für Spannung, fühlt sich aber teilweise unnötig dramatisch oder emotional unausgereift an und kann beim Lesen auch anstrengend wirken.
Ein weiterer Punkt, der den Lesefluss beeinflusst, sind die teils sehr deutlichen Zeitsprünge, vor allem im späteren Verlauf der Geschichte. Wichtige Momente reihen sich stellenweise schnell aneinander, wodurch emotionales Potenzial verloren geht und einige Entwicklungen weniger Raum bekommen, als sie verdient hätten. Auch Nebenfiguren und einzelne Handlungsstränge bleiben eher oberflächlich, obwohl sie interessante Ansätze bieten würden.
Insgesamt ist Cheer for Love ein unterhaltsames, gefühlvolles Buch mit einer schönen Grundidee, starken Einzelmomenten und einer guten Atmosphäre. Es richtet sich vor allem an Leser:innen, die Sportsromance, College-Setting und emotionale Beziehungen mögen und sich an einem gewissen Maß an Drama und Unruhe in der Dynamik nicht stören. Für mich persönlich blieb am Ende das Gefühl, dass hier mehr Tiefe und Ausarbeitung möglich gewesen wäre.