Viel gewollt, wenig gekommt.
We Who Will Die"Empire of Blood" - We who will die ist der Auftakt einer neuen Trilogie von Stacia Stark. Für mich war dies das erste Buch der Autorin, sodass ich keinerlei Erwartungen hatte. Die Bewerbung mit "Vampire ...
"Empire of Blood" - We who will die ist der Auftakt einer neuen Trilogie von Stacia Stark. Für mich war dies das erste Buch der Autorin, sodass ich keinerlei Erwartungen hatte. Die Bewerbung mit "Vampire Diaries meets Gladiator" empfand ich als super spannend, da ich römische Mythologie und die Serie "Vampire Diaries" tatsächlich sehr mag! Leider hat es mich aber überhaupt nicht abholen können. Plumper, zusammenhangsloser Schreibstil und ein fadenscheiniger Plot überwiegen hier.
Anzahl der Seiten: 624
Verlag: dtv Verlag
Preis: 26€
ISBN: 9783423285469
Klappentext
Das Leben im gefährlichen Dorn Distrikt ist für Arvelle und ihre jüngeren Brüder ein ständiger Überlebenskampf – und der fremde Vampir vor ihrer Haustür weiß genau, womit er sie erpressen kann. Als letzte Rettung für ihren schwer kranken Bruder, geht Arvelle einen magischen Schuldschwur mit einem schier unmöglichen Ziel ein: Sie soll den Imperator töten, einen uralten Vampir, den der Gott Umbros selbst erschaffen hat. Dafür muss sie zunächst die Auslese überleben – einen Arenawettkampf, in dem nur die Schnellsten, Stärksten und Tödlichsten bestehen, um für die imperiale Elitewache ausgewählt zu werden.
Meine Meinung
Grundsätzlich muss ich sagen, ist das Buch ein echter Hingucker. Die antik wirkenden Elemente auf dem Cover, das kräftige Lila, das mich an die Römer erinnert und dem schönen Buchschnitt ziehen den Blick auf sich. Die Haptik ist hervorhebenswert, da es raue Abschnitte aufweist, die sich wirklich spannend anfühlen. Von Außen ist es also eine 10/10.
Inhaltlich will ich nicht zu viel verraten. Arvelle lebt mir ihren Brüdern in einem ziemlichen Armenviertel. Sie kann sich die Medizin für ihren Bruder langsam nicht mehr leisten und muss schauen, wo sie diese her bekommt. Als dann ein Vampir kommt und sie erpresst, findet sie sich in der Arena wieder und kämpft um ihr Leben und einen Platz in der Garde des Imperators, um ihn zu töten. Natürlich ist dies nicht ganz so einfach und Arvelle überfallen die Schatten ihrer Vergangenheit schneller als sie selbst gedacht hätte.
Mir hat die Grundidee wirklich gut gefallen. Die Arenakämpfe haben mich sehr an die Tribute erinnert, nur jetzt in einem römischen Setting. Das hat mich angesprochen, weswegen ich das Buch gern lesen wollte. Schnell musste ich aber feststellen, dass das Buch einiges zu bieten hat, aber völlig unausgegoren ist.
Das Magiesystem, es gibt Sigillen, die verschiedene Farben und damit Stärken haben, wird nur rudimentär beschrieben. Ich konnte mri bis zum Ende nicht vorstellen, wie eine Sigielle aussieht oder wie genau damit die Kraft determiniert ist. Die Autorin führt dies überhaupt nicht aus. Man erfährt bruchstückhaft immer ein bisschen mehr, aber für mich nicht genug, um es ansatzweise logisch zu erklären.
Allgemein fällt auf, dass die Autorin wenig auf Beschreibungen und Erklärungen gibt. Arvelle wird überhaupt nur ganz ganz ganz wenig beschrieben. Ich musste mir ein Bild bei der Autorin ansehen, damit ich einigermaßen wusste, wie sie aussieht. Die Charaktere bleiben alle super gesichtslos und flach. Problematisch für mich ist dann, dass die Autorin super viele Charaktere "einführt" aka einfach Namen in die Runde wirft, als müsste man sie kennen und genauso schnell wieder umbringt. Ich habe mit kaum einer Figur mitgefiebert oder sie wirklich ins Herz geschlossen, was scahde ist, da das Potential da war.
Der Schreibstil lässt sich gut lesen, ist aber nicht besonders flüssig. Die Handlungen springen sehr schnell hin und her. Die Zusammenhänge werden nicht wirklich deutlich, alles geschieht zu plötzlich aus der Luft gegriffen. Hier hätten Handlungsstränge mehr verknüpft werden müssen und ausführlicher beschrieben werden sollen. Die ganze Handlung ist einerseits sehr vorhersehbar (Love Intrest) und plump (Spice Szenen), anderseits dann auf einmal sehr "überraschend", weil plötzlich auftauchend und vorher nicht angebahnt.
Auffällig ist auch, dass die Autorin gefühlt jedes magische Gimmick in ihr Werk einbauen wollte. Dadurch wirkt es einfach überladen und unrund. Ich hätte mir gewünscht, dass mehr Zeit und Liebe in den Hauptcharakter Arvelle gesteckt wird, sodass wir eine starke Protagonistin bekommen, die für sich einsteht und einfach bisschen badass ist. Stattdessen haben wir eine Protagonistin, die super naiv und dumm agiert, in jede dumme/gefährliche Situation einfach reinrennt und sich nur von den männlichen Charakteren "retten" lässt. Das empfinde ich als nicht besonders passend.
Fazit
Für mich ist das Buch eine Enttäuschung gewesen. Ich habe mir eine starke Protagonistin gewünscht, die sich auch in schwierigen Situation nicht unterbekommen lässt. Tatsächlich habe ich eine naive Protagonistin kennengelernt, die in der Vergangenheit hängt und sich an alte Strukturen klammert. Spannenden Impulse (Rorrick/Arvelle) wurden überhaupt nicht gut genutzt, verstrichen in diesem Chaos. Es ist brutal und für mich tatsächlich auch einigen Stellen zu viel des Guten. Die Idee hatte viel Potential, das leider nicht genutzt wurde. Schade!