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Veröffentlicht am 13.05.2021

Romantische Schale, ernster Kern

Everything We Had
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⇝ Vorsicht: eventuelle Spoiler. 🔱

𝐈𝐧𝐡𝐚𝐥𝐭 𝐮𝐧𝐝 𝐒𝐭𝐨𝐫𝐲𝐥𝐢𝐧𝐞
Träume - jeder Mensch hat sie und obwohl sie sich in den verschiedensten Weisen zeigen, möchten wir alle, dass sich unsere sehnlichsten Wünsche erfüllen. ...

⇝ Vorsicht: eventuelle Spoiler. 🔱

𝐈𝐧𝐡𝐚𝐥𝐭 𝐮𝐧𝐝 𝐒𝐭𝐨𝐫𝐲𝐥𝐢𝐧𝐞
Träume - jeder Mensch hat sie und obwohl sie sich in den verschiedensten Weisen zeigen, möchten wir alle, dass sich unsere sehnlichsten Wünsche erfüllen. Auch die zurückgezogene, von seelischen Narben geprägte Protagonistin Kate hat einen Wunsch: sie möchte ein eigenes kleines Café eröffnen, in dem sie ihre Leidenschaft zum Backen ausleben kann. Als sie schließlich die Möglichkeit hat, ihren Traum zu erfüllen, scheint alles perfekt - wäre da nicht nur Aidan, der genau in dieser Immobilie einen Buchladen eröffnen möchte. Um ihre Träume zu erfüllen, müssen die beiden zusammenarbeiten und gemeinsam einen Laden aufziehen…und dabei sprühen nicht nur viele Funken, sondern auch einige Törtchen fliegen durch die Luft, während sowohl Kate als auch Aidan in ihrem Inneren noch mit Schmerzen, Verlusten und Ängsten zu kämpfen haben.
Oh, Leute. Ich bin unglaublich neugierig auf das Buch gewesen. Nicht nur das Cover ist unglaublich schön gestaltet, sondern auch das Innenleben des Romans, die Geschichte von Kate und Aidan, ist romantisch und absolut liebenswert, aber gleichzeitig auch von einer ernsten Thematik geprägt. Zuerst möchte ich jedoch die Idee hinter dem Buch ansprechen - ich bin in dieses Setting verliebt! Es ist schon im Klappentext angedeutet worden: die Handlung findet überwiegend in dem neu eröffneten Buchcafé von Kate und Aidan statt. Es ist auch für mich ein absolutes Träumchen; während des Lesens habe ich mir ständig vorgestellt und gewünscht, ich könnte in genau diesem liebevoll gestalteten Café sitzen, ein Stückchen Kuchen essen und nebenher ein Buch bei Aidan abholen. Allein das idyllische Setting versprüht für mich das Flair eines Wohlfühlorts und -buchs, auch wenn der Kern des Romans von einer tief greifenden, schmerzhaften Thematik geprägt ist. Denn in Kates Leben ist nicht alles so toll, wie es auf andere im ersten Augenblick scheinen mag…Sie ist gebrochen; erschüttert von einem Erlebnis in der Vergangenheit. Ich möchte hierbei eine Triggerwarnung aussprechen, auch wenn ich damit ein wenig die Thematik des Texts spoilere - falls ihr das überspringen wollt, dann lest erst nach dem Warning-Signal weiter. ⚠️ In dem Buch werden Themen wie Panikattacken, sexueller Missbrauch sowie Belästigung und Vergewaltigung aufgegriffen und teilweise detaillierter beschrieben. ⚠️ Es ist wirklich eine sehr emotionale Thematik, die einen berührt und zusetzt. Man leidet mit den Protagonisten mit, lacht mit ihnen bei ihren Schlagabtauschen und lässt zusammen mit ihnen Schmetterlinge im Bauch entstehen. Während eine zarte Verbindung zwischen den Protagonisten entsteht, lernen wir die beiden immer besser und tiefgründiger kennen; erleben verschiedene Seiten an ihnen und erfahren mehr über ihre Hintergründe und Gedanken. Somit empfinde ich das Buch als eine sehr runde Geschichte, die nicht nur meine romantische Ader zu 100% bedient hat, sondern mich auch mit einer tollen message zum Nachdenken zurückgelassen hat. Falls ihr herausfinden wollt, welche message das ist, dann kann ich euch dieses Buch nur sehr empfehlen - ich finde, dass ihr Kate und Aidan unbedingt kennenlernen solltet! ♥️

𝐒𝐩𝐫𝐚𝐜𝐡𝐬𝐭𝐢𝐥
Das Buch ist meiner Meinung nach unglaublich angenehm zu lesen, wobei schon der Prolog einen unglaublich spannenden Einblick in den tieferen Kern des Romans ermöglicht. Der Schreibstil der Autorin ist sehr authentisch, detailliert und gefühlvoll, sodass Emotionen und Gedanken sehr greifbar transportiert werden. Man fühlt sich nicht nur als eine außenstehende Person, sondern kann sich gut in die Lage der Protagonisten hineinversetzen, fühlt und weint mit ihnen mit. Ich empfinde die Ausdrucksweise der Autorin als eine gute Mischung von humorvollen, schlagfertigen und romantischen, aber auch emotionalen Elementen, die einen starken Kontrast zwischen der süßen, romantischen Liebesgeschichte und den eigentlich ernsten, bitteren und schmerzvollen Kern des Werkes aufzeigen. Besonders die Konversationen zwischen Kate und Aidan haben mir hierbei besonders gut gefallen, da diese sehr abwechslungsreich sind und zudem für mich auch sehr authentisch erscheinen. Man bemerkt den Tiefgang in ihren Gesprächen; es gibt nahezu keine Oberflächlichkeiten oder Banalitäten, was ich sehr mag.

𝐂𝐡𝐚𝐫𝐚𝐤𝐭𝐞𝐫𝐞
Schon wieder zwei Charaktere, die ich in mein Herz geschlossen habe. Kate und Aidan sind beide unglaublich besonders und auf ihre eigene Weise so sympathisch, dass man sie eigentlich nur mögen kann, finde ich. Kate ist eine starke Frau, die einerseits in ihrem tiefsten Inneren nie aufgegeben hat zu kämpfen, aber dennoch eine verletzte Seele hat, die erst wieder heilen muss. Ich mag ihren Charakter unglaublich gerne, denn sie ist eigentlich ein sehr vielfältiger Mensch: sei egal, ob Schlagfertigkeit, Empathie oder Treue, sie ist für mich ein wirklich komplexer Charakter mit einem großen Herz. Ihre Vergangenheit ist bitter ernst und bereitet einem Herzbluten, weswegen ich umso froher bin, dass wir eine innere Entwicklung bei ihr beobachten können. Aidan spielt hierbei natürlich auch eine wichtige Rolle; der anfänglich kleinere Griesgram mit einem eigentlich weichem Kern. Ich finde es toll, wie er sich uns, den Lesern, im Verlauf immer weiter öffnet und wir einige Dinge von ihm erfahren, die auch ihn in ein anderes Licht rücken. Ich persönlich habe ihn zu Beginn anders bewertet, aber je tiefer wir in seine Gedanken und sein Leben eingedrungen sind, desto sympathischer ist er für mich geworden - noch dazu kann er unglaublich charmant sein. Wer mag aber auch nicht einen belesenen Buchhändler, der noch dazu verdammt gut aussieht, für seine Träume kämpft und seine Leidenschaft auslebt? Abgesehen von seiner absolut tollen Persönlichkeit (bookboyfriend alarm!) durchlebt auch er eine Entwicklung, auch wenn diese neben der von Kate etwas weniger stark ausgeprägt, aber dennoch gut zu erkennen ist. Neben diesen tollen Protagonisten sind auch die Nebencharaktere liebevoll gestaltet, wobei ich besonders Kates beste Freundin Zoe unglaublich gerne mag - sie ist eine verdammt tolle Stütze und ich bin wirklich froh, dass Kate so jemanden an ihrer Seite hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.04.2021

Ein potentielles Jahreshighlight für mich

Die Senfblütensaga - Zeit für Träume
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⇝ Vorsicht: eventuelle Spoiler. 🔱

𝐈𝐧𝐡𝐚𝐥𝐭 𝐮𝐧𝐝 𝐒𝐭𝐨𝐫𝐲𝐥𝐢𝐧𝐞

Wir schreiben den Anfang des 20. Jahrhunderts; genauer gesagt das Jahr 1908. Die Emanzipation der Frau steht noch in den Kinderschuhen - genau dies ...

⇝ Vorsicht: eventuelle Spoiler. 🔱

𝐈𝐧𝐡𝐚𝐥𝐭 𝐮𝐧𝐝 𝐒𝐭𝐨𝐫𝐲𝐥𝐢𝐧𝐞

Wir schreiben den Anfang des 20. Jahrhunderts; genauer gesagt das Jahr 1908. Die Emanzipation der Frau steht noch in den Kinderschuhen - genau dies bemerkt auch die Protagonistin Emma. Die Gesellschaft belächelt und rügt sie für ihren Scharfsinn, ihre Neugier und ihren Traum: das Studieren an der Universität. Ihre Eltern hingegen möchten sie am liebsten schon am nächsten Tag mit Carl, dem Sohn eines Fuhrunternehmers, vermählen. Auch er hat einen Traum: das Gründen seiner eigener Fabrik, in der er sich auf die Produktion und Kreation von Senf fokussieren möchte. Was ist, wenn Emma und Carl sich tatsächlich trotz des Arrangements durch ihre Eltern gut verstehen und sie Carl mithilfe ihrer Kreativität und ihres Bisses bei seinem Traum aktiv unterstützen möchte? Schaffen es die beiden, ihre Träume zu verwirklichen und ihren Widersachern zu trotzen? Und welche Rolle spielt dabei der charmante und verführerische Freund Carls, der Franzose Antoine?

Was ein grandioser Auftakt der Senfblütensaga-Trilogie! Wie die Einführung und auch der Titel des Werkes anklingen lassen, spielt der Senf eine wichtige und durchgängig auftretende Rolle im Verlauf der Geschichte. Für mich persönlich eine interessante und außergewöhnliche Idee, auch wenn ich zu Beginn etwas Zweifel gehabt habe, ob ein historischer Roman mich nicht doch zwischendurch zu sehr langweilen würde. Ich kann euch versichern: Das ist - jedenfalls bei mir - absolut nicht der Fall gewesen. Ich bin ehrlich überrascht, dass mir die Geschichte von Emma und Carl SO unglaublich gut gefallen hat - damit hätte ich tatsächlich nicht gerechnet und ich würde behaupten, dass das Buch für mich persönlich ein Jahreshighlight werden könnte. Das Buch schneidet meiner Meinung nach nicht nur wichtige Themen wie Emanzipation, Feminismus und Selbstverwirklichung an, sondern integriert diese so charmant und gekonnt, dass ich das Gefühl hatte, dass ich auf jeder Seite mit interessanten Inhalten konfrontiert werde [auch wenn ich schon einige Rezensionen gelesen habe, bei denen die Länge kritisiert worden ist - ich persönlich habe die Geschichte absolut nicht als zäh empfunden]. Sei egal, ob es sich um Carls Leidenschaft zum Senf sowie seiner Vielfältigkeit, Emmas Kampfwillen oder um die Familienkonflikte der Protagonisten dreht: die lesende Person erhält einen unglaublich interessanten, komplexen und gut recherchierten Einblick in die damalige Zeit, aber auch in das persönliche Leben von Carl und Emma - und ihre Lebenswege verlaufen definitiv nicht immer positiv. Sie erleben Höhepunkte, aber auch tiefe Niederlagen, Rückschläge und treffen gleichzeitig auf Konfliktsituationen, die das Buch abrunden für mich abrunden und mitfiebern lassen. Besonders zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse und die lesende Person wird mit vielen Fragen, Emotionen und Verwirrungen zurückgelassen - perfekt, um auf den zweiten Band neugierig zu machen. Ich kann für das Buch eine klare Leseempfehlung aussprechen! Selbst wenn historische Romane nicht unbedingt euer Milieu sind: ich finde, es lohnt sich definitiv, die Geschichte zu lesen. Sogar so sehr, dass ich einmal um ein Uhr nachts im Bett saß, vor mir eine Scheibe Brot mit Senf bestrichen, weil ich so begeistert über Carls Leidenschaft und Glückseligkeit zum Senf gewesen bin und genau diesen Enthusiasmus selbst nachvollziehen und fühlen wollte. Hach ja, die Senf-Thematik...Eine unglaublich originelle Idee, welche anhand einer romantischen Geschichte umrahmt und von starken, eigenwilligen und unglaublich sympathischen Protagonisten begleitet wird. Die Geschichte hat mich unglaublich fasziniert und das ist etwas, womit ich ehrlich gesagt absolut nicht gerechnet hätte. Falls ihr euch nun fragt, ob Emma und Carl es letztlich schaffen, ihre Träume zu verwirklichen und sich nicht von ihrem Umfeld beeinflussen zu lassen, dann müsst ihr unbedingt eure Neugier stillen - es lohnt sich, finde ich.

𝐒𝐩𝐫𝐚𝐜𝐡𝐬𝐭𝐢𝐥

Ein großes Lob geht hierbei an den Sprachstil der Autorin, der meiner Meinung nach wirklich eine großartige Leistung ist. Erfrischend, angenehm und künstlerisch detailliert werden Handlungen und Szenenbeschreibungen herübergebracht. Besonders gelungen finde ich hierbei, wie die Emotionen der Charaktere hervorgehoben und akzentuiert werden: man wird ergriffen von der Leidenschaft Carls, von dem Trotz Emmas oder den Sorgen Antoines. Ich habe nicht nur ihre Geschichten begleitet, sondern auch mitgefiebert und gehofft, dass alles reibungslos verläuft - kleiner Spoiler: das tut es natürlich nicht. Gerade diese Beschreibungen sind das, was einen Roman ausmachen und die Autorin schafft es, diese Gefühle greifbar zu machen und eine unglaublich spannende und interessante Atmosphäre zu erschaffen. Auch die Gespräche zwischen den Charakteren wirken sehr authentisch, realistisch und gut an die historischen Gegebenheiten angepasst. Die Ausdrucksweise wirkt sehr gewählt, höflich sowie intellektuell und spiegelt somit auch die damaligen Umgangsweisen gut wider. Auch wenn zwar einige Begrifflichkeiten eines moderneren Ursprungs sind, konnte ich mich dennoch in die damalige Zeit hineinversetzen. Das Lesetempo ist hierbei ebenfalls gut gewählt und auch wenn es mehrere Zeitsprünge gibt, hatte ich nicht das Gefühl, dass ich damit überfordert werde. Es wirkt einfach unglaublich stimmig, weswegen sich das Buch meiner Meinung nach auch sehr flüssig liest und durch seinen lebendigen Stil hervorsticht.

𝐂𝐡𝐚𝐫𝐚𝐤𝐭𝐞𝐫𝐞

Ich liebe starke Protagonisten. Und besonders liebe ich auch Emma und Carl - zwei unglaublich starke Charaktere, die zwar zu Beginn verschiedene Träume haben, aber sich dennoch finden und gemeinsam ihre Wünsche erfüllen möchten. Besonders Emma habe ich hierbei für ihren Wagemut, ihre Intelligenz und ihren neugierigen sowie kämpferischen Charakter lieb gewonnen. Ich bewundere sie dafür, dass sie nicht aufgibt und ihren eigenen Kopf durchsetzen möchte - nahezu ein Todesurteil für die damalige Gesellschaft, welche im Bereich der Emanzipation nicht weit fortgeschritten ist. Carl hingegen ist ein unglaublich verständnisvoller, urteilsfreier und sympathischer Mensch, der manchmal etwas Antrieb benötigt, aber dennoch das Herz am rechten Fleck hat. Auch ihn mag ich sehr, wobei er mir zum Ende hin öfters mal sehr leid getan hat. Besonders bei diesen beiden Charakteren finde ich auch allgemein ihre gesamte Persönlichkeitskonstruktion unglaublich gelungen: sie haben Ecken und Kanten, sind vielfältig gestaltet und zeichnen sich durch tiefgründige und komplexe Strukturen aus. Es ist schön, ihre individuellen Entwicklungen zu beobachten und ihre Gedankengänge zu verfolgen. Zu sehen, wie sie sich gegen Konflikte versuchen zu behaupten, ihre eigenen Wege gehen wollen und zu selbstständigen und starken Erwachsenen heranwachsen. Zu Antoine hingegen möchte ich gar nicht viel sagen - ehrlich gesagt kann ich ihn auch gar nicht so sehr einschätzen. Ich kann euch schon einmal verraten, dass auch er eine wichtige Rolle für das Werk innehat. Jedoch möchte ich, dass ihr euch selbst ein Bild von ihm macht, denn mein Bild von ihm schwankt sehr zwischen Sympathie, Mitleid und Misstrauen. Ich freue mich sehr, ihn und auch Carl und Emma im zweiten Band noch intensiver kennenzulernen und sie auf ihrem weiteren Weg begleiten zu dürfen - ich bin sehr gespannt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.04.2021

Berauschende Gefühle und ein originelles Setting

Speed Me Up
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⇝ Vorsicht: eventuelle Spoiler.

𝐈𝐧𝐡𝐚𝐥𝐭 𝐮𝐧𝐝 𝐒𝐭𝐨𝐫𝐲𝐥𝐢𝐧𝐞
Wenn der Wind einem um die Ohren fliegt, das Adrenalin durch den gesamten Körper rast und man gedämpft die Jubelschreie von den Tribünen hört - das ...

⇝ Vorsicht: eventuelle Spoiler.

𝐈𝐧𝐡𝐚𝐥𝐭 𝐮𝐧𝐝 𝐒𝐭𝐨𝐫𝐲𝐥𝐢𝐧𝐞
Wenn der Wind einem um die Ohren fliegt, das Adrenalin durch den gesamten Körper rast und man gedämpft die Jubelschreie von den Tribünen hört - das ist der Moment, den Brooke liebt. Supercross ist ihr Leben; etwas, das sie glücklich macht und tagtäglich beflügelt. Als sie dann während eines Rennens nach einer langen Zeit auf ihren ehemaligen besten Freund Matt trifft, beginnt nicht nur ihr Herz bei dem Gedanke an das nächste Rennen zu klopfen, sondern auch der Gedanke an ihn bringt Gefühle in ihr hervor. Was passiert, wenn sie sich aber nicht bereit dafür fühlt und sich erneut von ihm entfernt? Er aber der Einzige ist, der ihr bei negativen Schlagzeilen über sie helfen kann? Die Geschichte von Brooke und Matt ist besonders, vor allem wenn man die Thematik des Buches betrachtet: Supercross. Ein Sport, zu dem ich weder Berührungspunkte habe, noch irgendwelche Kenntnisse darüber besitze. Dementsprechend musste ich mich erst einmal in die Story einfinden und versuchen zu verstehen, warum diese Sportart so besonders für Brooke ist. Diese originelle Idee, die in der Geschichte eine konstante und wichtige Rolle einnimmt, ist für mich ein absolutes Highlight des Werkes. Man lernt ein Umfeld kennen, das einem nicht nur selbst recht unbekannt ist, sondern in dessen Männerdomäne sich eine junge und starke Frau gegen viele andere Mitstreiter behaupten muss. Besonders dies hat mich wirklich sehr gecatcht! Doch nicht nur der Supercross an sich steht im Vordergrund, sondern auch die Beziehung zwischen Matt und Brooke. Denn diese verläuft nicht immer geradlinig, sondern ist von Hoch- und Tiefpunkten, viel Drama und einer guten Portion Humor und Romantik geprägt. Der Spannungsbogen wird meiner Meinung nach recht gut aufgebaut, auch wenn ich hierbei leider kritisieren muss, dass durch den recht informationsreichen Klappentext schon viel vorgegriffen wird. Dadurch ging leider die Spannung etwas verloren, weil man wusste, was noch passieren wird - der WOW-Effekt ist nicht so ganz bei mir angekommen. Ich hätte mir gewünscht, dass der Klappentext hierbei nicht allzu viel verraten würde, sondern eher etwas allgemeiner gehalten wäre. Dennoch kann ich sagen, dass mir das Buch gut gefallen hat! Die Geschichte ist, besonders in Bezug auf Supercross, sehr originell und durch viele sympathische Charaktere bestückt. Besonders hervorzuheben ist Brookes Durchsetzungsfähigkeit in einer Männerdomäne, in der sie mit vielen Vorurteilen und belächelnden Kommentaren zu kämpfen hat. Die Thematik des Buches hat mir dahingehend gut gefallen, weswegen ich euch das Buch wirklich empfehlen kann. Die Geschichte von Brooke und Matt ist wirklich lesenswert und ich bin sehr gespannt, ob ihr gegen Ende hin Brookes Leidenschaft für den Supercross nachvollziehen könnt.

𝐒𝐩𝐫𝐚𝐜𝐡𝐬𝐭𝐢𝐥
Das Buch ist das erste, das ich von der Autorin gelesen habe. Ich empfinde den Schreibstil als sehr angenehm und locker flockig. Man kommt an sich leicht in die Geschichte hinein, wobei mich besonders der Prolog gecatcht hat. Die Autorin schafft es, dass man durch ihre Ausdrucksweise die Leidenschaft und das Feuer, das Brooke ausmacht, wirklich hautnah fühlt. Man fiebert mit Brooke bei ihren Rennen mit, versucht ihre Perspektive zu verstehen und fühlt sich berauscht, wenn das Ergebnis eines Rennens feststeht. Ich weiß nicht, ob es an mir persönlich und an einer kleiner Leseflaute lag, aber teilweise kamen mir gewisse Szenen während des Lesens etwas zäh vor, weswegen ich die Geschichte nicht in einem Rutsch gelesen habe. Das ist wirklich aber absolut subjektiv und hat nicht einmal unbedingt etwas mit dem Schreibstil an sich zu tun, sondern mit den Charakteren - genauer gesagt mit Brooke. Dies fasse ich gleich im nächsten Punkt auf, weswegen ich nochmals betonen möchte, dass ich den Schreibstil der Autorin sehr mag und es besonders toll finde, dass sie Brookes Leidenschaft für den Sport so eindrucksvoll und emotional herüberbringt.

𝐂𝐡𝐚𝐫𝐚𝐤𝐭𝐞𝐫𝐞
Wie ich schon oben betont habe, ist das Buch von sympathischen Charakteren geprägt. Matt und Brooke stehen hierbei als Hauptfiguren im Vordergrund, wobei ich eine etwas unterschiedliche Meinung zu ihnen habe. Fangen wir mit Brooke an: Allgemein ist sie mir eigentlich recht sympathisch und ich kann mich in gewissen Punkten gut mit ihr identifizieren. Ich mag ihre Leidenschaft, ihr Feuer und auch irgendwo ihre Impulsivität. Meiner Meinung nach machen sie diese Eigenschaften zu einer starken, jungen Frau, die sich gut zu wehren weiß und sich erfolgreich gegen ihre anderen Mitstreiter durchsetzen kann. Dennoch kann ich ihre Handlungen teilweise nicht nachvollziehen; ich finde ihre Reaktionen öfters mal etwas übertrieben und kann nicht verstehen, warum sie so handelt und denkt. An gewissen Punkten wirkt sie etwas too much auf mich, was meine Sympathie für sie in diesen Momenten etwas gedämpft hat. Dennoch bewundere ich ihren mutigen Charakter und ihre Durchsetzungsfähigkeit - besonders in Hinblick auf ihre Vergangenheit kann ich ihren etwas harschen Charakter irgendwo auch nachvollziehen. Matt hingegen ist mir seit Beginn durchweg sympathisch und ich mag ihn und seinen Charakter sehr. Ich habe sehr mit ihm mitgefühlt und finde seine Reaktionen im Vergleich nachvollziehbar und authentisch. Er ist irgendwie ein kleiner Wohlfühl-Charakter und ich bin wirklich stolz auf das, was er erreicht. Des Weiteren finde ich es toll, dass sowohl Matt als auch Brooke recht rund und komplex dargestellt werden, auch wenn Matt neben ihr etwas blass erscheint. Man erkennt jedoch bei beiden Charakteren einen Tiefgang, der besonders bei Brookes background story gut integriert wird. Auch die Nebencharaktere wirken hierbei nicht fehl am Platz und besitzen sinnvolle und interessante Rollen für den Verlauf der Geschichte. Besonders auf Eric bin ich sehr neugierig geworden - ein Glück, dass er im zweiten Teil der Reihe den Protagonisten spielen wird. Ich bin gespannt auf den nächsten Band der Reihe und freue mich darauf, Matt und Brooke eventuell wiederzusehen und gleichzeitig auch Eric näher kennenzulernen.

Danke an vorablesen für das Bereitstellen des Buches!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.04.2021

Empfehlenswert, aber kein besonderes Highlight für mich

The Story of a Love Song
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⇝ Vorsicht: eventuelle Spoiler.

𝐈𝐧𝐡𝐚𝐥𝐭 𝐮𝐧𝐝 𝐒𝐭𝐨𝐫𝐲𝐥𝐢𝐧𝐞
Jeder Mensch besitzt etwas, das ihn ängstigt und nachts wachhält; etwas, das seinen absoluten Albtraum darstellt. Für manche ist es die Schwärze der ...

⇝ Vorsicht: eventuelle Spoiler.

𝐈𝐧𝐡𝐚𝐥𝐭 𝐮𝐧𝐝 𝐒𝐭𝐨𝐫𝐲𝐥𝐢𝐧𝐞
Jeder Mensch besitzt etwas, das ihn ängstigt und nachts wachhält; etwas, das seinen absoluten Albtraum darstellt. Für manche ist es die Schwärze der Nacht, andere hingegen fürchten das tiefe Gewässer, das Alleinsein oder vielleicht auch etwas ganz anderes, tief in unserem Inneren Verborgenes. Doch das, was jeder Mensch gemeinsam hat, ist, dass wir mit dieser Angst nicht konfrontiert werden möchten. So geht es auch der Protagonistin Luca, welche seit einem schweren und traumatischen Schicksalsschlag panische Angst vor Menschenmengen besitzt. Jahre nach diesem schrecklichen Tag erreicht sie jedoch ein Brief von Griffin - ihrem ehemaligen Brieffreund, den sie noch nie persönlich kennenlernen durfte. Dabei gehört Griffin nun mittlerweile zu einer der bekanntesten Bands der Welt...und wird demnach regelmäßig mit großen Menschenmengen und kreischenden Fans konfrontiert. Wie reagiert Luca auf solch eine Nachricht; kann ihre Freundschaft und Beziehung zueinander solch einem Leben standhalten?
Hach ja, Leute. Ihr wisst ja, dass ich NA-Romane mit einer Band-Thematik absolut liebe! Von daher habe ich mich sehr auf das Lesen dieses Buches gefreut und habe einige Ansprüche an das Buch gehabt. Ich kann jetzt schon einmal vorweg nehmen, dass mir das Buch an sich gut gefallen hat und dass das Buch zu empfehlen ist - leider ist es für mich persönlich aber kein absolutes Highlight. Auch wenn ich die Geschichte mag, ist sie meiner Meinung nach leider nicht allzu besonders; meine Erwartungen wurden nicht so ganz erfüllt. Allgemein kann man definitiv festhalten, dass die Geschichte logisch konzipiert und von unglaublich sympathischen, starken und lustigen Charakteren geprägt ist. Meiner Meinung nach (auch wenn ich natürlich keine Expertin bin!) wird Lucas Angststörung nachvollziehbar, realistisch und authentisch dargestellt. Mein absolutes Highlight des Buches ist definitiv der Epilog; der konnte mich wirklich absolut überzeugen! Ich bin absolut gecatcht davon - einen so tollen und gleichzeitig auch irgendwie traurigen Epilog habe ich schon lange nicht mehr gelesen, weswegen ich im dem Buch Endeffekt auch 4,5 statt nur 4 Sternchen gebe. Allein dieser Epilog hat mich unglaublich berührt, sodass ich ein paar Tränchen verdrücken musste. Dennoch muss man leider sagen, dass dieses Buch ein, zwei Schwachstellen und Kritikpunkte mit sich bringt.

In dem Sinne - Achtung, SPOILER! Es ist mir schon recht früh aufgefallen, dass für mich persönlich das Tempo nicht realitätsnah und authentisch ist. Betrachtet man die Beziehung der beiden, so ging für mich einiges viel zu schnell - die Sprünge von einer Ebene auf die Ebene waren viel zu rasant an gewissen Punkten. Natürlich kann man einwenden, dass sie sich schon jahrelang kennen - dennoch muss man bedenken, dass sie sich vorher weder persönlich kannten, noch in den vergangenen Jahren Kontakt gehabt haben. Sowohl Griffin als auch Luca haben sich verändert und haben verschiedene Wege eingeschlagen...Wäre es da nicht sinnvoll, wenn sie sich erst wieder etwas intensiver kennenlernen und aufeinander einstellen? Wenn ich ehrlich bin, finde ich das etwas zu unrealistisch, da hätte ich mir definitiv ein langsameres Tempo gewünscht. Ein weiterer Gedankengang von mir ist, dass mir die Tiefe an manchen Stellen gefehlt hat. Das ist definitiv nicht auf Lucas Problematik bezogen, denn diese ist sehr komplex und ausgereift dargestellt. Gerade bei Griffin hingegen hätte ich mir mehr detaillierte Szenen, mehr Hintergründe und mehr Tiefgang gewünscht. Man erhält zwar einen Einblick in seine Gedankenwelt und Belastungen, aber dennoch merkt man, dass der Fokus definitiv auf Lucas Angstzuständen lastet. Das ist natürlich vollkommen okay - schließlich ist sie die Protagonistin des Werkes und sollte demnach im Vordergrund stehen. Ich hätte es nur schöner gefunden, wenn wir noch mehr über Griffins backgroundstory erfahren hätten, zum Beispiel wie er mit dem Druck durch seine Bekanntheit umgeht. Die Band-Thematik allgemein wird sehr wenig im Werk aufgegriffen, was mich im Nachhinein etwas enttäuscht hat - das ist leider ein etwas vergeudetes Potenzial. SPOILER ZUENDE.

Nichtsdestoweniger bietet die Geschichte von Luca und Griffin für mich eine gelungene Mischung aus Spannung, Erotik (und ja, sie halten sich da echt nicht zurück. :D), romantischen und humorvollen Elementen sowie einer ernsthaften Thematik, die im Buch super verarbeitet und dargestellt wird. Das Buch konnte definitiv viele Emotionen in mir wecken, indem ich mitgefiebert, mitgefühlt und viel gelacht habe. Infolgedessen kann ich das Buch wirklich empfehlen, auch wenn es kein Highlight für mich ist.

𝐒𝐩𝐫𝐚𝐜𝐡𝐬𝐭𝐢𝐥
Die Ausdrucksweise des Autorenduos ist sehr angenehm und flüssig zu lesen. Sie schaffen es, eine gute Mischung von verschiedenen Stilen zu verwenden und das Buch anhand von vielen lustigen und romantischen Momenten abzurunden. Das Briefmedium ist wohl eine der wichtigsten Inhalte des Buches, das sich wie ein roter Faden durch die Geschichte zieht. Ich finde es toll, dass der Briefverkehr zwischen Luca und Griffin im gesamten Buch eine wichtige Rolle spielt und immer wieder auftaucht. Es symbolisiert und vermittelt einem das Gefühl, dass das Briefeschreiben für beide eine intime Methode ist, um ihr Vertrauen füreinander aufzuzeigen und offen zueinander zu sein. Für Luca ist dies nach ihrem traumatischen Ereignis vielleicht sogar noch wichtiger, um ihre Erlebnisse verarbeiten zu können und zu wissen, dass am anderen Ende des Briefes jemand sitzt, der ihr zuhört und der sich um sie sorgt. Auch der sprachlich angewandte Stil der Briefe ist gut gelungen und zeichnet sich durch eine jugendliche Frische, einer sexuellen Offenheit und liebevollen Details aus. Ich hatte zuvor noch etwas Angst, dass die Briefe teilweise etwas abgehackt klingen, aber dies hat sich zum Glück größtenteils nicht bestätigt. An manchen Stellen finde ich ihre Wortlaute zwar etwas zu künstlich und schmalzig, aber im Großen und ganzen finde ich ihren Austausch sehr interessant. Luca und Griffin sind in ihren Briefen knallhart ehrlich, wodurch es aber absolut Spaß macht, das Buch und ihre Briefe zu lesen. Die Autoren schaffen es sehr leicht, den Leser zum Lachen und Mitfiebern zu bringen.

𝐂𝐡𝐚𝐫𝐚𝐤𝐭𝐞𝐫𝐞
Wo soll ich da nur anfangen...Wirklich ALLE Charaktere in dem Buch sind mir sympathisch; egal ob Haupt- oder Nebencharaktere! Man muss jedoch sagen, dass es allgemein gar nicht so viele Charaktere gibt: im Vordergrund steht die Konstellation aus Griffin, Luca und ihrem Therapeuten, mit dem sie mehr eine freundschaftliche Beziehung aufgebaut hat. Letztere Person ist ebenfalls mein Lieblingscharakter, weil er wirklich einfach nur ein sympathischer, verrückter Vogel ist. Man merkt ihm an, dass er Luca bei ihren Angstzuständen helfen und supporten will, aber sie gleichzeitig auch triezt und dazu bringen will, neue Dinge auszuprobieren. Er scheut sich nicht, mit ihr die verrücktesten Sachen zu machen und entwickelt sich schließlich auch für Griffin zu einem tollen Freund und eventuell auch Vaterfigur. Aber auch Luca und Griffin sind beide sehr sympathisch und schön konzipiert. Besonders mit Luca habe ich extrem Mitleid, da sie von dem schrecklichen Ereignis jahrelang verfolgt und dadurch in ihrem Leben eingeschränkt wird. Dennoch sieht man, dass sie eine absolute Kämpferin ist und sich nicht so leicht unterkriegen lässt. Griffin ist ihr dabei eine absolute Stütze. Er ist ein sehr verständnisvoller, treuer und bodenständiger Mensch, der sich um sie sorgt und auf sie aufpasst. Noch dazu weiß er durch seinen Humor und seinen Charme, wie er sie aufmuntern kann. Zusammen sind Luca und Griffin ein richtig tolles Duo, das perfekt harmonisiert und dafür sorgt, dass man vielleicht doch an Seelenverwandtschaft glauben mag. Wenn ihr wissen wollt, welche Hürden sie überwinden müssen und ob sie es schaffen, das alles durchzustehen, müsst ihr das Buch lesen. Die Geschichte ist es wert, gelesen zu werden!

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 18.03.2021

Wirklich sehr spannend!

Lockvogel
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⇝ Vorsicht: eventuelle Spoiler.

𝐈𝐧𝐡𝐚𝐥𝐭 𝐮𝐧𝐝 𝐒𝐭𝐨𝐫𝐲𝐥𝐢𝐧𝐞
Eine Schauspielstudentin, die von ihrem Exfreund bestohlen worden ist und daher dringend Geld benötigt sowie ein Detektiv, der von der Ehefrau eines ...

⇝ Vorsicht: eventuelle Spoiler.

𝐈𝐧𝐡𝐚𝐥𝐭 𝐮𝐧𝐝 𝐒𝐭𝐨𝐫𝐲𝐥𝐢𝐧𝐞
Eine Schauspielstudentin, die von ihrem Exfreund bestohlen worden ist und daher dringend Geld benötigt sowie ein Detektiv, der von der Ehefrau eines bekannten Regisseurs engagiert wird - klingt doch wie bunt zusammengewürfeltes, aber aufregendes und sympathisches Ermittlerduo, oder? Zusammen sind sie auf der Suche nach der Wahrheit und werden dabei nicht nur mit einem Mord auf einer High-Society Party konfrontiert, sondern auch mit einem vermeintlichen Fall von Hashtag metoo. Schaffen Lockvogel Toni und Detektiv Brehm es, die Schuldigen zu überführen oder geraten auch sie an ihre Grenzen? Tatsächlich ist Lockvogel mein erster Kriminalroman seit einer sehr langen Zeit - zwar habe ich in meiner frühen Jugend ein paar Krimis gelesen, aber irgendwann den Bezug zu diesem Genre verloren. Dementsprechend musste ich mich erst einmal in diesen Bereich einfinden und -denken. Obwohl Krimis nicht unbedingt zu meinen Lieblingsgenre gehören, finde ich das Buch echt richtig gut! Der Spannungsbogen ist schön ausgereift und wird durchgehend im Buch aufrechterhalten. Als Leser wird man sehr herausgefordert und zum Nachdenken und Rätseln animiert, indem man immer wieder kleinere Details aufsammelt und diese in ein großes Puzzle zusammensetzen muss. Es wird sehr mit einem gespielt, indem man verworrene Indizien zugespielt bekommt - ich habe im Verlauf des Buches mehrmals meinen Verdacht geändert und neu bewertet. Indem immer wieder neue Perspektiven ermöglicht und neue Handlungswege eingeschlagen werden, erhalten wir ein gut konstruiertes und sehr logisches Muster, durch welches wir uns hindurchschlängeln müssen. Ein einziger Kritikpunkt wäre, dass im Klappentext groß das Thema Hashtag metoo angepriesen wird und auch wenn diese Debatte eine durchaus wichtige Rolle einnimmt, hätte ich mich an ein, zwei speziellen Punkten in der Geschichte über eine intensivere Auseinandersetzung gefreut. Dennoch wird es grundsätzlich gut in die Geschichte integriert. Weiterhin gibt es einige Überraschungseffekte und Momente, die einen den Atem rauben. Zusammen mit anderen, auf die Protagonisten eingehenden Hintergrundgeschichten und kleineren Nebenhandlungen ergibt sich eine runde, schön ausgereifte Geschichte. Die Autorin bietet ein Reservoir an Humor, Lokalkolorit und Spannung, das einen fesselt, verwirrt und neugierig macht. Falls ihr somit ein Fan von Krimis seid oder hin und wieder gerne einen Kriminalroman lest, dann kann ich euch das Buch wirklich empfehlen.

𝐒𝐩𝐫𝐚𝐜𝐡𝐬𝐭𝐢𝐥
Der Einstieg in das Buch ist sehr gut gewählt und erzeugt schon zu Beginn an ein hohes Maß an Spannung. Die spannungsreiche Atmosphäre wird unterstützt durch den Sprachstil der Autorin, der sehr angenehm und flüssig zu lesen ist. Die Ausdrucksweise bietet ein gutes Maß zwischen Detailgenauigkeit sowie verworrenen Informationen - etwas, das ich ganz wichtig bei Krimis finde. Schließlich soll man nicht sofort auf die Lösung kommen, sondern sich langsam herantasten, über verschiedene Lösungswege nachdenken und diese evaluieren. Dies ist sehr gut gelungen, finde ich. Ebenfalls ist der Perspektivenwechsel interessant, weil man auch private Hintergründe über Charaktere wie Brehm oder Toni erfährt. Meiner Meinung nach ist dies gut umgesetzt, wobei der Wechsel an den richtigen Stellen verwendet wird.

𝐂𝐡𝐚𝐫𝐚𝐤𝐭𝐞𝐫𝐞
Man erkennt, dass sowohl die Hauptcharaktere Toni und Brehm, als auch Nebencharaktere wie die Familie Steiner oder Tonis sowie Brehms Freundes- und Familienkreis gut ausgearbeitet sind. Sie alle erhalten einen wichtigen Platz innerhalb des Krimis, auch wenn ihre Funktion für die Geschichte teilweise erst zum Schluss hin öffentlich dargelegt wird. Was ich schön finde, ist, dass die Charaktere Toni und Brehm sich sowohl weiterentwickeln, als auch tiefgründiger konstruiert ist. Man merkt, dass neben der Aufklärung auch die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen den beiden eine große Rolle spielt. Es werden Themen behandelt, die vielleicht nicht mit dem Fall selbst zusammenhängen, aber dennoch wichtig sind, um der Geschichte einen runden Charakter zu verschaffen. Beide besitzen ihre Problematiken und Geheimnisse - so ist Toni beispielsweise pleite, weil sie von ihrem geflohenen Exfreund Felix bestohlen wird. Um dies aufzuklären, wendet sie sich an Brehm, wodurch ihr erster Kontakt zustande kommt. Anfangs hätte ich nicht gedacht, dass ihre Zusammenarbeit so gut klappt; schließlich kennen die beiden sich absolut nicht. Jedoch ist es sehr lustig zu sehen, wie die beiden gemeinsam ermitteln - auch wenn Toni sich teilweise wie ein kleiner Tollpatsch anstellt und es in manchen Situationen sehr brenzlig für sie wird. Das macht sie jedoch außerordentlich sympathisch und ihre eigentliche Unprofessionalität sorgt für Authentizität. Auch Brehm ist ein sympathischer Mensch, bei dem besonders spannend ist, was mit seinem ehemaligen Kollegen passiert ist. Man erkennt, dass sich die anfängliche Bekanntschaft zwischen Toni und Brehm im Verlauf des Buches zu einer Freundschaft entwickelt. Sie sind ein tolles Team, das sich durch teils skurrile und waghalsige, aber auch intelligente und vorausdenkende Manöver auszeichnet.


Ich möchte mich bei vorablesen für das Rezensionsexemplar bedanken!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere