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Veröffentlicht am 13.02.2026

(Nicht) der allerbeste Tierarzt

SAMi - Hier kommt Doktor Do!
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Doktor Do ist der allerbeste Tierarzt. Zumindest ist er davon überzeugt. Heute erwartet ihn und seine Arzthelferin Lisbeth ein hektischer Tag. Das Wartezimmer ist voll. Und dann kommt auch noch ein Anruf ...

Doktor Do ist der allerbeste Tierarzt. Zumindest ist er davon überzeugt. Heute erwartet ihn und seine Arzthelferin Lisbeth ein hektischer Tag. Das Wartezimmer ist voll. Und dann kommt auch noch ein Anruf von Bauer Hinnerk: Die Kuh Matilde ist auf einen Baum geklettert und weigert sich, zurück nach unten zu kommen…

„Hier kommt Doktor Do!“ ist ein Bilderbuch von Katja Reider für Kinder ab drei Jahren.

Die bunten Illustrationen von Gergely Kiss haben uns gut gefallen. Sie enthalten einige liebevolle Details. Die tierischen Protagonisten sind ansprechend gezeichnet.

Der Text von Katja Reider liefert Dialoge, die für Erwachsene zum Schmunzeln sind. Die Sprache ist nicht zu kompliziert. Die Wortspielereien dürften für kleinere Kinder allerdings nicht verständlich sein.

Enttäuscht hat uns vor allem die platte Geschichte. Die Erwartung, dass sie die Angst vor Arztbesuchen nehmen könnte, hat sich nicht erfüllt. Doktor Do ist außer bei der Kuh Mathilde wenig einfühlsam. Lisbeth behandelt mit einer ekelhaften Krötensalbe. Warum ein Hypochonder in die Geschichte eingeflochten wurde, hat sich mir ebenfalls nicht erschlossen.

Besonders ärgerlich ist das wiederholte Fatshaming. Zumal es noch nicht einmal genutzt wird, um auf die Bedeutung von gesunder Ernährung hinzuweisen.

Generell bleibt die Geschichte sehr oberflächlich und klischeehaft. Sie ist aus pädagogischer Sicht fragwürdig und konnte auch hinsichtlich ihres Unterhaltungswertes nur mäßig überzeugen.

Mein Fazit:
„Hier kommt Doktor Do!“ von Katja Reider kann ich leider nicht guten Gewissens empfehlen. Es gibt bessere Bilderbücher zum Thema. Finger weg!

Veröffentlicht am 21.01.2026

Ein Leitfaden für Eltern von Teenagern

Verstehen statt verlieren
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Ein Alltag ohne Smartphone, das ist für viele Teenager nicht mehr vorstellbar. Vor allem die sozialen Medien werden von ihnen rege genutzt. Doch für Kinder und Heranwachsende hält die digitale Welt etliche ...

Ein Alltag ohne Smartphone, das ist für viele Teenager nicht mehr vorstellbar. Vor allem die sozialen Medien werden von ihnen rege genutzt. Doch für Kinder und Heranwachsende hält die digitale Welt etliche Gefahren bereit. Was sollen besorgte Eltern tun?

„Verstehen statt verlieren - Erste Hilfe für die Smartphone-Pubertät“ ist ein Sachbuch von Leonie Lutz und Mareike Brede.

Das Buch setzt sich aus elf Kapiteln zusammen, die zum Teil untergliedert sind. Die Struktur ist nachvollziehbar und sinnvoll aufgebaut. Dank der Inhaltsübersicht und der farblichen Hervorhebungen von Begriffen, Namen und Textstellen lassen sich einzelne Aspekte schnell auffinden und nachlesen.

Der Text liest sich flüssig und wie aus einem Guss. Auch technische und biologische Erläuterungen sind leicht verständlich formuliert. Die gendersensible Sprache wirkt angemessen und modern.

Das Sachbuch schildert einerseits die Herausforderungen der Pubertät und andererseits die Allgegenwärtigkeit der digitalen Welt, die für diese Entwicklungsphase besondere Risiken birgt. Wie können Eltern ihre heranwachsenden Kinder vor Gewalt und anderen ungeeigneten Inhalten schützen? Wie können sie ihre Söhne und Töchter im Digitalen begleiten und wie für einen gesunden Umgang mit den sozialen Medien befähigen? Diesen Fragen geht das Buch nach. Dabei sind wissenschaftliche Arbeiten, neueste Studien und die Kenntnisse von Experten eingeflossen.

Auf den mehr als 200 Seiten werden einzelne Apps vorgestellt. Es geht aber auch ums Gaming, ums Streaming, um Fake News, um Internetbetrug, um Cybermobbing und einiges mehr. Zwar deckt das Buch damit eine umfassende Palette an Aspekten ab. Allerdings hätte ich mir an der einen und anderen Stelle etwas mehr inhaltliche Tiefe gewünscht.

Als besonders hilfreich habe ich die Anleitungen und Erklärungen dazu empfunden, mit welchen Einstellungen das Smartphone und die App sicherer für Jugendliche werden, welche weiteren technischen Möglichkeiten bestehen und worauf Elternteile achten sollten. Dem Versprechen, konkrete Tipps und praktische, konstruktive Lösungen zu liefern, wird das Buch gerecht.

Es gibt zudem immer wieder Empfehlungen zu weiterführenden Informationen: Webseiten, Accounts, Dokumentationen und Büchern. Darüber hinaus befinden sich im Anhang Listen mit nützlichen Apps und Anlaufstellen für den Bedarfsfall.

Mein Fazit:
In ihrem Sachbuch „Verstehen statt verlieren - Erste Hilfe für die Smartphone-Pubertät“ verdeutlichen Leonie Lutz und Mareike Brede, welche Rolle das Internet und digitale Welten für Jugendliche spielen. Die Autorinnen geben Eltern nützliche Anleitungen und Hinweise an die Hand, wie sie ihre Kinder in einer schwierigen Phase begleiten können, ohne den Zugang zu ihnen zu riskieren.

Veröffentlicht am 19.01.2026

Das perfekte Opfer?

Hazel sagt Nein
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Die Kleinstadt Riverburg im US-Bundesstaat Maine: Rund 500 Schülerinnen und Schüler besuchen die Riverburg Senior High School. Hazel Greenberg Blum (18) ist neuerdings eine von ihnen. Seitdem ihr Vater ...

Die Kleinstadt Riverburg im US-Bundesstaat Maine: Rund 500 Schülerinnen und Schüler besuchen die Riverburg Senior High School. Hazel Greenberg Blum (18) ist neuerdings eine von ihnen. Seitdem ihr Vater Gus (49), ein Amerikanistikprofessor, eine neue Stelle angenommen hat und ihre Familie umgezogen ist, soll sie dort ihr letztes Jahr vor dem College absolvieren. Sie ist ehrgeizig und sehr motiviert. Doch schon am ersten Schultag nach den Sommerferien wird sie ins Büro des Direktors Richard White (41), genannt Dick, gerufen. Seine Forderung, mit der er sie unvermittelt konfrontiert, schockt sie: Er hat sie für eine sexuelle Beziehung auserkoren. Hazel antwortet mit „Nein“ und löst damit eine Kette von Ereignissen aus…

„Hazel sagt Nein“ ist der Debütroman von Jessica Berger Gross.

Der Roman umfasst vier Teile mit insgesamt 46 kurzen Kapiteln. Erzählt wird aus wechselnder Perspektive aus der Sicht von Mutter Claire (47), von Vater Gus, von Bruder Wolf (11) und vor allem von Hazel. Die Handlung umspannt etwa ein Jahr und spielt vorwiegend an der Ostküste der USA.

Die Sprache ist ungekünstelt und wenig spektakulär, aber anschaulich. Die Dialoge wirken authentisch. Stilistisch ist der Text durchaus abwechslungsreich, denn es sind Zeitungsartikel, Mails und andere Nachrichten eingefügt. Die Übersetzung von Angela Koonen ist nur an wenigen Stellen etwas holprig.

Sexuelle Belästigung und Übergriffe sind das Hauptthema des Romans. Dabei zeigt die Geschichte einerseits, dass solcher Vorfälle weite Kreise ziehen können. Andererseits ermutigt sie eben dazu, sich gegen die Täter zu wehren. Allerdings hätte das Thema gründlicher ausgearbeitet werden können.

Nach einigen Kapiteln geht der rote Faden stattdessen immer wieder verloren, denn die Geschichte ist mit weiteren Themen und Nebensträngen überfrachtet. Das macht den Roman zwar facettenreich. Zugleich nimmt es aber dem Hauptthema die Intensität und führt dazu, dass sich die Geschichte so verzettelt, dass mehrere offene Enden zurückbleiben.

Nicht nur Hazel, sondern auch die übrigen drei Mitglieder werden mit vielen Details beschrieben und sind mit psychologischer Tiefe ausgestattet. Ihre Gedanken und ihr Verhalten sind nachvollziehbar und lebensnah.

Auf den fast 400 Seiten weist die Handlung keine nennenswerten Längen auf. Die Geschichte hält überraschende Entwicklungen parat. Sie bleibt durchweg kurzweilig und ist größtenteils glaubwürdig. Nur zum Ende hin erscheint manches ein wenig überzogen.

Der deutsche Titel ist wortgetreu aus dem Englischen („Hazel Says No“) übertragen. Er passt sehr gut zum Inhalt. Das Cover, das das Haus der Familie zeigt, wirkt für meinen Geschmack zu harmonisch.

Mein Fazit:
Mit „Hazel sagt Nein“ hat Jessica Berger Gross eine kurzweilige Geschichte geschrieben, die ein wichtiges Thema aufgreift und mich zugleich gut unterhalten hat. Dennoch schöpft der Roman leider nicht sein komplettes Potenzial aus.

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Veröffentlicht am 06.01.2026

Showdown auf der Schäreninsel

Die Insel meiner Schwester
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Mirjam und Nia sind gleichaltrige Halbschwestern, die sich erst mit 14 Jahren in Stockholm zum ersten Mal begegnet sind. Einige Zeit waren sie beste Freundinnen. Nun sind beide 40 Jahre alt und haben sich ...

Mirjam und Nia sind gleichaltrige Halbschwestern, die sich erst mit 14 Jahren in Stockholm zum ersten Mal begegnet sind. Einige Zeit waren sie beste Freundinnen. Nun sind beide 40 Jahre alt und haben sich seit mehr als einem Jahr nicht mehr gesehen. Da erhält Mirjam, die noch unter einer Trennung von ihrem Ex Juan leidet, eine Einladung von Nia: Sie soll auf die Schäreninsel Tallholmen kommen. Mit einem mulmigen Gefühl nimmt sie die Einladung an…

„Die Insel meiner Schwester“ ist ein Spannungsroman von Sara B. Elfgren.

Die Geschichte wird in 21 Kapiteln erzählt, denen ein kurzer Prolog vorangestellt wird. Es gibt mehrere zeitliche Sprünge. Erzählt wird dabei in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Mirjam.

Die Sprache ist ungekünstelt und unspektakulär, aber dem Genre angemessen und nicht zu platt. Die Beschreibungen sind atmosphärisch und anschaulich.

Die beiden Schwestern stehen im Mittelpunkt des Romans. Die Protagonistinnen sind mit viel psychologischer Tiefe angelegt. Vor allem Mirjams Gedanken und Gefühle werden sehr deutlich. Zwar bleiben sie und die weiteren Charaktere ein wenig undurchsichtig, um die Spannung aufrechtzuerhalten. Dennoch erscheinen sie glaubwürdig.

Die Geschichte ist eine Mischung von Drama und Kammerspiel. Auf den rund 300 Seiten ist sie von einer Spannung durchzogen, die mal subtil, mal ausgeprägter vorhanden ist. Vor allem zum Ende hin steigert sich die Dramatik und überrascht mit plötzlichen Wendungen.

Der Roman behandelt mehrere ernste Themen wie Verlust, Tod, Hassgefühle, Verrat und verschiedene Formen von Gewalt. Die Konfrontation mit menschlichen Abgründen macht die Lektüre immer wieder beklemmend. Geheimnisse spielen eine wichtige Rolle.

Sowohl das stimmungsvolle Covermotiv als auch der deutsche Titel wirken auf mich zu harmonisch und daher etwas irreführend. Beides weicht auch etwas von der schwedischen Originalausgabe („Ö“) ab.

Mein Fazit:
Mit „Die Insel meiner Schwester“ hat mich Sara B. Elfgren größtenteils überzeugt. Ihr lesenswertes Debüt in der Erwachsenenliteratur ist eine unterhaltsame Lektüre.

Veröffentlicht am 05.01.2026

Von Freiheit und Fremdheit

Trag das Feuer weiter
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Frankreich im Jahr 2023: Mia Daoud, eine bekannte Schriftstellerin, hat nach einer Covid-Infektion mit „Brain Fog“ zu kämpfen. Sie kann sich nicht mehr richtig konzentrieren und hat keinen Zugriff auf ...

Frankreich im Jahr 2023: Mia Daoud, eine bekannte Schriftstellerin, hat nach einer Covid-Infektion mit „Brain Fog“ zu kämpfen. Sie kann sich nicht mehr richtig konzentrieren und hat keinen Zugriff auf ihre Erinnerungen. Nach dem entsprechenden Tipp eines Arztes reist sie nach Marokko. Dort ist sie aufgewachsen. Doch als junge Frau hat sie ihre frühere Heimat verlassen. Als sie nun auf der Farm ihrer Großeltern in Meknès ankommt, fühlt sie sich allerdings fremd…

„Trag das Feuer weiter“ ist der dritte Teil der „Das Land der Anderen“-Trilogie von Leïla Slimani.

Der Roman gliedert sich in zwei Teile, die von einem Pro- und einem Epilog eingerahmt und durch ein „Intermezzo“ getrennt werden. Die Handlung umspannt mehrere Jahrzehnte, beginnend 1980, und spielt in Frankreich und Marokko.

Erzählt wird aus wechselnder Perspektive aus der Sicht verschiedener Personen. Die Sprache ist eindrücklich, atmosphärisch und pointiert, dabei zugleich wunderbar unprätentiös und dennoch mit einer leicht poetischen Note.

Bei der Geschichte handelt es sich um den Abschluss einer französisch-marokkanischen Familiensaga, inspiriert von den Biografien der Großmutter und Mutter der Autorin. Der neue Roman schließt an „Das Land der Anderen“ und „Schaut, wie wir tanzen“ an. Es empfiehlt sich, die Trilogie in der korrekten Reihenfolge zu folgen. Dank eines Personenverzeichnisses mit Zusammenfassungen lässt sich der dritte Teil jedoch auch ohne Vorkenntnisse verstehen.

Diesmal begleiten wir mit Mia, Mathildes Enkeltochter, hauptsächlich die dritte Generation der Familie. Mir hat es gefallen, dass eine queere Protagonistin im Vordergrund steht. Ihre Gedanken und Gefühle konnte ich gut nachvollziehen. Sie und die übrigen Hauptfiguren wirken authentisch und werden mit psychologischer Tiefe dargestellt.

Auf der inhaltlichen Ebene dreht es sich vor allem um das Heranwachsen, die Suche nach Freiheit und der eigenen Identität. Welchen Einfluss haben unsere Erinnerungen und unsere familiären Wurzeln auf unser Sein? Welche Rolle spielt unsere Geschichte? Auch diesen Fragen geht der Roman nach.

Auf den rund 450 Seiten bietet der Roman nicht nur eine glaubwürdige Handlung, sondern liefert auch Hintergrundwissen zu den politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen in den vergangenen Jahrzehnten in Marokko. Darüber hinaus überzeugt die Geschichte immer wieder mit bewegenden Momenten.

Die deutsche Ausgabe bleibt optisch wieder nah am französischen Original. Das Foto des Covermotivs wurde übernommen. Zudem wurde der Titel fast wortgetreu übersetzt („J‘emporterai le feu“).

Mein Fazit:
Mit „Trag das Feuer weiter“ gelingt Leïla Slimani ein würdiger und überzeugender Abschluss ihrer Familientrilogie. Eine Lektüre, die Unterhaltung und Anspruch auf gekonnte Weise verbindet.