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Veröffentlicht am 23.05.2025

Der Dichter und die Putzfrau

»Wenn Ende gut, dann alles«
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Der ziemlich erfolglose Schriftsteller Tommi ist eines Abends mit seiner ukrainischen Putzfrau Svetlana unterwegs, als ihnen ein kleines Mädchen auffällt, das mutterseelenallein neben der Straße läuft. ...

Der ziemlich erfolglose Schriftsteller Tommi ist eines Abends mit seiner ukrainischen Putzfrau Svetlana unterwegs, als ihnen ein kleines Mädchen auffällt, das mutterseelenallein neben der Straße läuft. Zusammen machen sich beide auf die Suche nach der Mutter des Kindes, ohne zu ahnen, welches Abenteuer sie erwartet, das allerhand Gefahren mit sich bringt.

»Nein, jetzt gab es kein Zurück mehr. Weswegen ich dem Plan meiner Putzfrau nun nicht mehr so ablehnend gegenüberstand. Sie hatte den richtigen Riecher gehabt, wegen ihr waren wir weiter als die echten Ermittler.« (Seite 160)

Das vorliegende Buch zu lesen hat mir überwiegend Spaß gemacht, obwohl ich zu Beginn etwas skeptisch war, ob ein lustiger Krimi mir gefallen würde. Meine Befürchtung, dass sich die Witze irgendwann abnutzen würden, hat sich nicht bewahrheitet, im Gegenteil hatte ich beim Lesen oft ein Lächeln im Gesicht. Dabei hatte die Geschichte durchaus auch ernste Momente mit dem Ukrainekrieg, der Flüchtlingspolitik sowie anderen Themen, die Volker Klüpfel aufgenommen hat. Insgesamt ein solider Kriminalroman und der Beginn einer neuen Reihe, der Lust auf Folgebände macht. Gute Unterhaltung!

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Veröffentlicht am 22.05.2025

Eine begrenzte Zeit

Vorsehung
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Auf einem Flug nach Sydney passiert etwas Ungewöhnliches; eine alte Frau geht durch die Gänge, bleibt vor jedem der Passagiere stehen und prophezeit ihnen, wann und wie sie sterben werden. Nach der Landung ...

Auf einem Flug nach Sydney passiert etwas Ungewöhnliches; eine alte Frau geht durch die Gänge, bleibt vor jedem der Passagiere stehen und prophezeit ihnen, wann und wie sie sterben werden. Nach der Landung gehen alle ihrer Wege, die Ankündigung aber vergisst niemand. So richtig glaubt keiner an die Voraussagen der Death Lady, bis ein Unglück geschieht und die erste Prophezeiung sich erfüllt.

»Ich lief durch dieses Flugzeug, krächzte meine Prophezeiungen heraus, flatterte mit den Flügeln, und meine Handlungen hatten Folgen, die Folgen hatten, die Folgen hatten. Ich war eine Agentin des Chaos.« (Seite 164)

Der ein oder anderen lesenden Person dürfte die Autorin bekannt sein durch ihre Bücher »Tausend kleine Lügen« und »Neun Fremde« oder die großartigen Verfilmungen hierzu. Das vorliegende Buch fällt ein wenig aus dem Rahmen, allerdings nur auf den ersten Blick. Entgegen der Beschreibung im Klappentext darf man hier weder einen Thriller, noch eine Dystopie oder einen Fantasyroman erwarten, auch Esoterik und Mystik finden keinen Platz in der Geschichte, sieht man einmal von der Tatsache ab, dass die Mutter der Todesdame, wie sie genannt wird, die berühmt-berüchtigte Madame Mae war, die es natürlich im wahren Leben nicht gibt. Oder vielleicht doch? Wer weiß, wer weiß ;)

»Die Konsequenzen meiner Voraussagen waren nicht zwangsläufig negativ. Nachdem meine Identität bekannt geworden war, erhielt ich sowohl »Hassbriefe« als auch herzliche Danksagungen. Was ich von den Danksagungen halten soll, weiß ich offen gesagt nicht.« (Seite 141)

Ich bin sofort im Buch eingetaucht, von der ersten Seite an war ich fasziniert und gefesselt von der Geschichte und dem großartigen Schreibstil. Dabei ging es erst langsam los, die Personen wurden einzeln vorgestellt, und nach anfänglichen Versuchen meinerseits, mir die Namen nebst Voraussagen zu merken, gab ich auf, und glücklicherweise war dies auch nicht wirklich wichtig, denn im Laufe der Erzählung erklärte sich das meiste von selbst. Die Todesdame, die zwischen den Kapiteln als einzige Ich-Erzählerin fungierte, ergänzte die Geschichte, indem sie ihr Leben schilderte und wie es dazu kam, dass sie im Flugzeug saß. Fast fand ich ihre Ausführungen interessanter als den restlichen Teil, aber eben nur fast. Der Weg bis zum Finale war spannend und aufregend, die Auflösung so logisch wie überraschend, aber auch sehr befriedigend für mich. Der feine Humor, durchsetzt mit kleinen bösen Spitzen, ein Markenzeichen der Autorin, machte das Buch rund und fast war ich enttäuscht, als es zu Ende war. Lesenswert!

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Veröffentlicht am 19.05.2025

Nachrichten aus dem Jenseits

Die Glückslieferanten
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Die Himmelsboten überbringen den Menschen Pakete, versandt von Personen, die zum Zeitpunkt der Lieferung bereits verstorben sind. Diese Sendungen enthalten Botschaften an die Hinterbliebenen, die ihnen ...

Die Himmelsboten überbringen den Menschen Pakete, versandt von Personen, die zum Zeitpunkt der Lieferung bereits verstorben sind. Diese Sendungen enthalten Botschaften an die Hinterbliebenen, die ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern sollen, sowie Hinweise, die ihnen verhelfen zum Weg ins Glück.

Letztes Jahr konnte mich der Roman der Autorin mit dem Titel »Die Erinnerungsfotografen« restlos begeistern, umso größer also meine Freude auf das vorliegende Buch mit dem wunderbaren Titel »Die Glückslieferanten“, das eine ebenso schöne Leseerfahrung versprach. Zuerst zu den positiven Punkten: Das Cover und der Farbschnitt sind wunderschön sowie unlimitiert, was ich großartig finde. Zusätzlich passt das Buch perfekt zum Vorgänger, zusammen ergeben diese ein perfektes Paar. Aber - und natürlich folgt nun das Aber - der Inhalt schaffte es leider nicht, mich auch nur annähernd so zu begeistern, wie es das vorherige Werk geschafft hat. Ich empfand die Geschichten seicht und flach, also ohne nennenswerte Tiefe; eher nah an den Sprüchen in Glückskeksen, was die Aussagen betraf. Die Charaktere blieben blass, dazu verwechselte ich permanent die Personen, weil die Namen, Nachnamen sowie die in Japan üblichen Zusätze mich ständig verwirrten. Bedauerlicherweise passte es diesmal nicht zwischen Buch und mir, was sich mit dem nächsten Werk der Autorin hoffentlich wieder ändert. Wer eine leichte Unterhaltung sucht, die mit Weisheiten garniert ist, der wird hier sicherlich fündig. Ich wünsche eine schöne Lesezeit.

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Veröffentlicht am 18.05.2025

Phänomenal!

Ein ungezähmtes Tier
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Sophie und Arpad Braun sind ein Traumpaar, wohnen in einem architektonischen Traum und genießen das Leben zusammen mit ihren beiden Kindern. Unbemerkt werden sie von ihrem Nachbarn ausspioniert, der wie ...

Sophie und Arpad Braun sind ein Traumpaar, wohnen in einem architektonischen Traum und genießen das Leben zusammen mit ihren beiden Kindern. Unbemerkt werden sie von ihrem Nachbarn ausspioniert, der wie besessen von Sophie ist, allerdings stellt dieser nicht die einzige Bedrohung dar, denn ein unbekannter Mann kommt kurz vor Sophies vierzigstem Geburtstag nach Genf, der eine Gefahr darstellt für das sorglose Leben, das die Eheleute Braun dort führen.

Die Geschichte wurde ungewöhnlich erzählt. Von vornherein hat der Autor grob verraten, was passieren wird, Einzelheiten aber für sich behalten. Den Großteil der Erzählung machten die Ereignisse davor aus, die helfen sollten, nachzuvollziehen, wie es dazu kam. Zusätzliche Passagen in der Vergangenheit trugen dazu bei, die beteiligten Personen besser kennenzulernen. Was sich chaotisch und kompliziert anhört, war einfach und simpel, denn diese Erzählweise trug insgesamt dazu bei, dass sich letztendlich alles an seinen Platz fügte. Trotzdem machte Joël Dicker sich einen großen Spaß daraus, mich an der sprichwörtlichen Nase herumzuführen, indem er Sachen zurückhielt, Dinge ausließ und Ereignisse erst im Nachhinein verriet, die für das Gesamtbild unerlässlich gewesen wären. Dieses Katz- und Maus-Spiel zwischen Autor und Lesern, aber auch das zwischen den Figuren im Buch, war ein unvergleichliches und fesselndes Erlebnis für mich, das ich so selten erlebt habe. Eigentlich kann ich mich überhaupt nicht erinnern, dass ich etwas vergleichbares schon mal gelesen hätte.

Eine faszinierende und komplexe Story, überraschende und geniale Wendungen, dazu Figuren, die schillernd und geheimnisvoll erscheinen und erst auf den dritten Blick anders sind, dies alles macht das Buch zu einem Highlight, das seinesgleichen sucht. Dafür gibt’s nicht nur die volle Punktzahl, sondern ein Extrasternchen dazu. Das war phänomenal!

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Veröffentlicht am 15.05.2025

Mörderisch gut!

Outback – Niemand hört dich schreien
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Ein Pärchen aus Deutschland verschwindet im australischen Outback, Detective Sergeant Lucas Walker, der aus familiären Gründen in der Gegend ist, wird von seinem Chef beauftragt, die Vermissten zu suchen. ...

Ein Pärchen aus Deutschland verschwindet im australischen Outback, Detective Sergeant Lucas Walker, der aus familiären Gründen in der Gegend ist, wird von seinem Chef beauftragt, die Vermissten zu suchen. Rita Guerra, die Schwester der jungen Frau, reist ebenfalls an und mischt sich in die Ermittlungen ein. Zusammen mit Walker stößt sie auf die Spur weiterer vermisster Mädchen, was darauf schließen lässt, dass im Outback ein Serientäter sein Unwesen treibt.

Das Buch fing sehr gemächlich an, die Autorin baute nur langsam eine Spannung auf, es brauchte viele Seiten, bis es tatsächlich losging und noch ein bisschen länger, bis es so richtig knallt. Zum einen hing dies damit zusammen, dass es sich beim vorliegenden Thriller um den ersten Teil der Reihe mit DS Lukas Walker handelt, sodass der Charakter ausführlicher vorzustellen war. Zum anderen aber war die Geschichte keine, die schnell erzählt werden kann; die unwirtliche Gegend, die Dürre und die unglaubliche Hitze beanspruchten ihren Platz, dazu noch die vielen Schauplätze, die erkundet werden mussten, falsche Fährten inbegriffen, dies alles brauchte seine Zeit. Mir hat das nichts ausgemacht, denn Patricia Wolf hat ein Talent dafür, großartige Bilder vor meinen Augen entstehen zu lassen, die mich förmlich schwitzen ließen unter der Sonne Australiens, mich fühlen ließen, wie es sein muss, diesem Klima ausgesetzt zu sein.

Insgesamt ein toller Start der Buchreihe, der mich wunderbar unterhalten und mit der Auflösung punkten konnte. Für mich als riesiger Fan von Geschichten aus dem Outback genau das richtige Buch, sodass ich hoffe, dass es weitere Übersetzungen geben wird, zumal im Original demnächst bereits der vierte Band erscheint. Lesenswert!

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