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Veröffentlicht am 17.06.2022

Maries Verschwinden

Kaltherz
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Als die fünfjährige Marie verschwindet, wollen ihre Eltern nicht an die Öffentlichkeit. Die Polizei soll interne Ermittlungen durchführen, aber ein Medienspektakel ist in diesem Zusammenhang unerwünscht. ...

Als die fünfjährige Marie verschwindet, wollen ihre Eltern nicht an die Öffentlichkeit. Die Polizei soll interne Ermittlungen durchführen, aber ein Medienspektakel ist in diesem Zusammenhang unerwünscht. Die Kommissarin Kim Lansky bekommt den Fall zugeteilt, es ist ihre letzte Chance, sich zu beweisen, nachdem sie bisher aus jeder Abteilung rausgeflogen ist. Die Suche gestaltet sich zäh, die Spur scheint kalt, da fällt Kim auf, dass in letzter Zeit ungewöhnlich viele Kinder in München verschwunden sind. Anfangs führt jede Spur scheinbar in eine Sackgasse, als Kim plötzlich eine ungeheuerliche Entdeckung macht.

Anfangs habe ich im Kopf so viele Fragezeichen, dass ich einen Handel damit betreiben könnte. Jeder schildert seine Sicht, aber nichts passt zusammen. Die kleine Marie erzählt dies, ihre Mutter erlebt das, Maries Vater ist thematisch ganz woanders und die Kommissarin ist lange auf dem gleichen Stand wie ich und wälzt die Fragezeichen im Kopf von links nach rechts und von rechts nach links. Nun ja. Erst ganz langsam setzt sich die Geschichte zusammen und ich bekomme einen Überblick. Helfen tut mir dies nicht, denn durch die vielen falschen Fährten, die Henri Faber legt, kommen auf jede beantwortete Frage gefühlt zwei neue auf und ich drehe mich im Kreis. Herrlich! Je weiter im Buch ich komme, desto klarer wird, was passiert ist, dennoch tappe ich weiterhin im Dunkeln, was die Lösung angeht, und alle meine Verdächtigungen lösen sich in Luft auf. Das ist schon ziemlich fies und echt genial gemacht.

Eine rasante und spannende Story, interessante Wendungen und eine Auflösung, die keine Fragen offen lässt, alle Fragezeichen sind weg; genauso geht Thriller! Von mir gibt es fünf Sterne mit Sternchen und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 15.06.2022

Frieden

#Antikriegslyrik
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Es handelt sich bei diesem Buch um einen kleinen, aber feinen Lyrikband, erschienen beim Trabanten Verlag. In diesem Büchlein sind Gedichte gegen den Krieg versammelt. Diese verhindern zwar keine Gewalt ...

Es handelt sich bei diesem Buch um einen kleinen, aber feinen Lyrikband, erschienen beim Trabanten Verlag. In diesem Büchlein sind Gedichte gegen den Krieg versammelt. Diese verhindern zwar keine Gewalt und führen auch nicht dazu, dass dieser sinnlose Krieg beendet wird, aber sie versuchen, in Worte zu fassen, was unfassbar ist.

„Grauer Himmel
Blätterlose Bäume voller Blut
Am einsamen Busch keimt der Frühling
Frieden gesucht“
Patricia Horn (Seite 64)

Nicht alle Gedichte haben mir gefallen, aber das müssen sie auch nicht. Es sind Gedankenfetzen, Worte gegen den Krieg und Sätze für den Frieden. Nicht mehr und nicht weniger. Lesenswert.

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Veröffentlicht am 14.06.2022

Wie wird deine Zukunft aussehen?

In fünf Jahren
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Dannie hat einen ganz genauen Plan, wie ihr Leben auszusehen hat, ihrem Freund Daniel geht es genauso. Nach einem wichtigen Bewerbungsgespräch (stand auf dem Plan!) macht Daniel ihr planmäßig einen Heiratsantrag ...

Dannie hat einen ganz genauen Plan, wie ihr Leben auszusehen hat, ihrem Freund Daniel geht es genauso. Nach einem wichtigen Bewerbungsgespräch (stand auf dem Plan!) macht Daniel ihr planmäßig einen Heiratsantrag und Dannie ist im siebten Himmel. Warum sie aber in der gleichen Nacht davon träumt, in fünf Jahren mit einem anderen Mann im Bett und mit diesem auch verheiratet zu sein, kann sie sich nicht erklären. Viereinhalb Jahre später, Dannie und Daniel sind immer noch verlobt und haben nicht geheiratet, stellt ihre beste Freundin ihr den neuen Mann an ihrer Seite vor. Es ist der Mann aus Dannies Traum.

Dieses Buch hätte ich fast verpasst, denn Liebesromane stehen nicht auf meiner Agenda und aufgefallen wäre mir das Cover von selbst auch nicht. Durch einen glücklichen Zufall ist es aber bei mir gelandet, was mich wirklich freut, da mir sonst diese wunderbare Story entgangen wäre. Dies ist eine Liebesgeschichte, aber nicht die Liebesgeschichte, die du erwartest; so steht es auf dem Cover und so war es tatsächlich. Erwartet habe ich eine seichte Liebesstory mit einer Prise Zeitreisen, gewürzt mit Herz und Schmalz. Bekommen habe ich ein in die Tiefe gehendes Buch über Freundschaft und Liebe, über Trauer und Wut, ein Buch darüber, wie es ist, wenn das Leben nicht nach Plan verläuft.

„Und ich denke, dass es das vielleicht ist, was die Liebe ausmacht. Nicht die Abwesenheit von Raum, sondern seine Bewusstwerdung - etwas, was zwischen den Teilen lebt, das es möglich macht, nicht eins zu sein, sondern anders, ein jeder für sich und doch zusammen.“ (Seite 220)

Ich habe geschmunzelt und geweint, ich habe mich geärgert und war auch mal fassungslos. Meine Emotionen spielten Fieberkurve und hüpften auf und ab. Die Wendung, die die Geschichte nahm, habe ich nicht erwartet, es war so unfair, so unfassbar schlimm. Und trotzdem. Über allem schwebte Hoffnung, ein Funken nur, aber sie war da. Genauso wie Liebe.

Manchmal sollte man über seinen Tellerrand gucken, dann passiert etwas Wunderbares, wie hier. Ich bleibe begeistert zurück und verheult, oh ja, aber glücklich, dass ich dieses Buch lesen durfte. Volle Punktzahl gibt es von mir und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 13.06.2022

Alte Freundschaft und neuer Fall

Milde Gaben
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Elisabetta Foscarini bittet Brunetti um Hilfe, ihre Tochter werde bedroht, es geht wahrscheinlich um ihren Schwiegersohn. Sie bittet um Diskretion und beruft sich auf ihre Freundschaft; als Brunetti ein ...

Elisabetta Foscarini bittet Brunetti um Hilfe, ihre Tochter werde bedroht, es geht wahrscheinlich um ihren Schwiegersohn. Sie bittet um Diskretion und beruft sich auf ihre Freundschaft; als Brunetti ein Kind war, wohnte Elisabetta mit ihrer Familie eine Etage über der Familie des Commissarios. Wider besseren Wissens verspricht Brunetti, sich umzuhören und verdeckte Ermittlungen anzustellen. Schnell führen alle Fäden zu einer gemeinnützigen Stiftung, die Elisabettas Mann gegründet hat. Kurz bevor Brunetti die Nachforschungen beendet, wird die Praxis von Elisabettas Tochter verwüstet. Commissario Brunetti fragt sich, wo er da hineingeraten ist.

Dies ist der einunddreißigste Teil der Reihe um Brunetti und diese Buchserie hat für mich immer noch nichts von ihrer Faszination eingebüßt. Ich selbst lese die Bücher der Autorin seit Jahren sehr unregelmäßig und bin so erst beim vierzehnten Fall angekommen. Trotz der großen Lücke hatte ich überhaupt keine Probleme beim lesen und zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, mir würden bestimmte Informationen fehlen. Man kann jedes der Bücher wunderbar unabhängig von den anderen lesen!

Gewohnt ruhig fängt das Buch an, wer reißerische Fälle mag oder es gerne krachen lässt, ist hier falsch. In schöner Sprache, fast poetisch führt die Autorin durch die Nachforschungen, Brunettis ruhige und besonnene Art ist hierbei unglaublich wohltuend. Seine Gedanken, seine Schlussfolgerungen und seine oft fast schon kindliche Neugier begeistern mich immer wieder aufs Neue. Der Fall ist interessant, die Auflösung schlüssig und auch wenn ich mir ein anderes Ende gewünscht hätte, so bleibe ich dennoch zufrieden zurück. Es war so schön, mal wieder gedanklich in Venedig zu sein und dem Commissario über die Schulter blicken zu dürfen. Volle Punktzahl ging es dafür von mir und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 08.06.2022

Kurz vor der Geisterstunde

23 Uhr 12 – Menschen in einer Nacht
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Auf dem Cover des Buches steht, es wäre ein Roman in zwölf Geschichten. Dies ist aber nicht ganz richtig, denn es sind eher zwölf Kurzgeschichten, die mal mehr, mal weniger skurril sind. Gemeinsam ist ...

Auf dem Cover des Buches steht, es wäre ein Roman in zwölf Geschichten. Dies ist aber nicht ganz richtig, denn es sind eher zwölf Kurzgeschichten, die mal mehr, mal weniger skurril sind. Gemeinsam ist allen, dass die jeweiligen Beteiligten letztendlich auf einer Raststätte gelandet sind und nun ein Resümee ziehen. Da ist zum Beispiel das Pferd, das in einem Anhänger steht und keine Ahnung hat, was ihm bevorsteht und warum. Es erzählt mir seine Geschichte. Da ist eine Frau, die nach über zehn Jahren Ehe ausgebrochen ist, allerdings auf eine Art und Weise, die nicht gerade üblich ist. Die Wege dieser Personen und des Pferdes haben sich noch nie gekreuzt und werden dies auch in Zukunft wahrscheinlich nicht tun. Es sind Momentaufnahmen bestimmter Handlungen oder Rückblicke gelebter Leben. Dies ist interessant und stellenweise sehr kurios, ganz ernst nehmen sollte man das Buch tatsächlich nicht. Ich liebe Kurzgeschichten und wurde wunderbar unterhalten. Meine Phantasie schlug Purzelbäume und amüsierte sich prächtig. Von mir gibt es fünf Sterne und eine Leseempfehlung. Wer skurrile Literatur mag, kommt hier voll auf seine Kosten.

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