Profilbild von minaslibraries

minaslibraries

Lesejury Profi
offline

minaslibraries ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit minaslibraries über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.09.2025

Das Ende war wieder genial!!

Iron Flame – Flammengeküsst
0

✨ REZENSION zu „Iron Flame“ von Rebecca Yarros übersetzt von Michaela Kolodziejcok und Michelle Gyo

🐉 Inhalt (spoilerfrei):
Band 2 der Empyrean-Reihe setzt knüpft an die Ereignisse aus Fourth Wing an. ...

✨ REZENSION zu „Iron Flame“ von Rebecca Yarros übersetzt von Michaela Kolodziejcok und Michelle Gyo

🐉 Inhalt (spoilerfrei):
Band 2 der Empyrean-Reihe setzt knüpft an die Ereignisse aus Fourth Wing an. Violet hat die ersten Prüfungen überlebt, doch nun steht ein noch größerer Krieg bevor, der nicht nur gegen äußere Feinde, sondern auch innerhalb der Mauern des Colleges tobt.

✍️ Erzählweise & -struktur:
Yarros bleibt ihrem actionreichen und emotional aufgeladenen Stil treu, doch im zweiten Band gerät das Gleichgewicht zwischen Spannung und Struktur m.E. ein wenig aus dem Takt. Die Handlung ist extrem vollgepackt und wirkt dadurch überladen und chaotisch. Die Szenenwechsel erfolgen abrupt, man wird als Leserin regelrecht zwischen Ereignissen hin- und hergeworfen, ohne dass ein klarer roter Faden erkennbar ist. Besonders die Mitte zieht sich deutlich, während Anfang und Ende stark sind.

🙋🏼‍♀️ Charaktere:
Violets Entwicklung und ihr Ringen mit der eigenen Macht hat mir sehr gefallen, weil es nicht klischeehaft „perfekt“ war, doch ihre Beziehung zu Xaden und die wiederholten Konflikte um Vertrauen, Liebesbeweise und Kommunikationsprobleme wirken irgendwie unreif, unnötig dramatisch und zu gezwungen. Die Nebencharaktere sind aber weiterhin sympathisch und vielschichtig. Auch die Drachen bleiben ein faszinierendes Element: moralisch ambivalent, komplex, nicht einfach gut oder böse – das hat mir richtig gut gefallen.

💡 Kurz und Knapp:
Das Buch verliert sich ein wenig in seiner eigenen Komplexität, wirkt strukturell unübersichtlich und überladen und hätte meiner Meinung nach von mehr Tiefe profitiert. Gewalt- und Erotikszenen nehmen zu, für mich immer noch fraglich, ob da eine klare Altersempfehlung sinnvoll wäre 😅 das Finale war mein absolutes Highlight 🔥 wie im ersten Band; ein klarer Pageturner mit extremen Cliffhanger! Es hat mich so gepackt, dass ich bis tief in die Nacht weitergelesen habe (das hatte zur Folge, dass ich am nächsten Morgen verpennt habe und vom Speditionsdienst wach geklingelt wurde, der meine Matratze abholen wollte – auf der ich immer noch lag) 🙈

3,5|5 ⭐️

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.09.2025

Eine Wucht

In ihrem Haus
0

✨ REZENSION zu „In ihrem Haus“ von Yael van der Wouden, übersetzt von Stefanie Ochel, erschienen im @gutkind_verlag

📖 Inhalt (spoilerfrei): Niederlande, 1961: Nach dem Tod ihrer Mutter lebt Isabel allein ...

✨ REZENSION zu „In ihrem Haus“ von Yael van der Wouden, übersetzt von Stefanie Ochel, erschienen im @gutkind_verlag

📖 Inhalt (spoilerfrei): Niederlande, 1961: Nach dem Tod ihrer Mutter lebt Isabel allein im alten Familienhaus, abgeschottet von der Welt und in festen Routinen. Als Eva, die Freundin ihres Bruders, bei ihr einzieht, wird Isabel gezwungen, sich mit ihrer verdrängten Vergangenheit, ihren Vorurteilen, ihrer Begierde und der Geschichte des Hauses auseinanderzusetzen.

🖊️ Erzählweise und -struktur: Van der Woudens Schreibstil ist elegant und präzise, aber auch absolut bewegend und intim. Durch die introspektive Erzählweise wird jüdische Nachkriegserfahrung und queere Identität sehr sensibel dargestellt.

👁️‍🗨️ Symbolik: Sowohl Jahreszeiten und Temperaturen ziehen sich wie ein emotionaler Subtext durch den Roman. In der Nähe Evas erlebt Isabel erstmals wieder innere Wärme, fast so, als würde sie langsam auftauen. Doch als Eva mit dem Einbruch des Herbstes (der sich anfühlt wie ein Winter) auszieht, bricht auch Isabels emotionale Welt zusammen. Ihr frei geschnittener Nacken, an dem sie ständig friert, scheint symbolisch für ihre Unfähigkeit, sich selbst zu schützen und weiterhin zu verdrängen; ihre Vergangenheit, ihre Begierde, ihr Gefühl von Schuld. Eine brillante Verbindung von Körper, Emotion und Umgebung. Auch das titelgebende Haus ist nicht nur Kulisse, sondern eine Metapher für Herkunft, Besitz, Schuld und Hoffnung.

👥 Charaktere: Die Figuren sind komplex und mehrschichtig angelegt, doch für mich nicht ganz rund. Isabel ist eine zutiefst einsame und verletzliche Figur, deren Hassgefühle gegenüber Eva mir zu wenig nachvollziehbar in Liebesgefühle wandeln. Eva wirkt geheimnisvoll und die meiste Zeit emotional relativ kontrolliert, weshalb ihre Wut am Ende des Romans für mich im Vergleich zum Rest der Erzählung ein bisschen überzogen wirkte, doch macht sie das als Figur auch widersprüchlich menschlich.

💡Kurz und Knapp: Der thematische Reichtum war beeindruckend. Judentum, Krieg, Hunger, soziale Ungleichheit, Konzentrationslager, familiäre Traumata, Schuld, Rache, alles sensibel verwoben. Trotz einiger Vorhersehbarkeiten eine emotionale Wucht!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.09.2025

No, definitely not

Single Mom Supper Club
0

✨ REZENSION zu „Single Mom Supper Club“ von Jacinta Nandi erschienen im Rowohlt Verlag | als Hörbuch produziert vom Argon Verlag und gelesen von Britta Steffenhagen

📖 Inhalt (spoilerfrei): Die drei alleinerziehenden ...

✨ REZENSION zu „Single Mom Supper Club“ von Jacinta Nandi erschienen im Rowohlt Verlag | als Hörbuch produziert vom Argon Verlag und gelesen von Britta Steffenhagen

📖 Inhalt (spoilerfrei): Die drei alleinerziehenden Engländerinnen Keyla, Tamara und Lina treffen sich gemeinsam mit der (schrecklichen) deutschen Antje einmal im Monat zum Supper Club, um zu kochen und über ihr Leben zu sprechen. Als sich eine Gruppe extrovertierter Momfluencerinnen dazugesellt, die sich offen zu Drogen, Chaos und Exzessen bekennt, gerät die Dynamik völlig aus dem Gleichgewicht. Es geht um Sex, Ex-Partner, kulturelle Identität, Feminismus, Freundschaft und den Druck, eine “gute Mutter und Feministin“ zu sein.

🖋️ Erzählweise & -struktur: Es gibt keine klare Handlung, sondern nur nur einzelne Episoden, Monologe und Dialogfetzen. Die Sprache ist provokant, flapsig, oft wiederholend. Der Ton ist roh, wütend, oft sarkastisch, aber selten wirklich reflektiert.

👥 Charaktere: Die Frauen wirken überzeichnet, laut und oft unsympathisch. Statt komplexer Persönlichkeiten begegnet man Klischees, Polemik und viel gegenseitigem Groll. Es fällt schwer, Nähe zu ihnen aufzubauen.

💡 Kurz und Knapp: Trotz relevanter Themen bleibt das Buch für mich leider eher enttäuschend. Für mich hat es wenig Substanz und dafür zu viel Lärm. Die toxische Atmosphäre, das wiederkehrende Deutschland-Bashing und der leichtfertige Umgang mit Drogen lassen kaum Raum für Empathie oder echte Erkenntnis. Die Sprecherin Britta Steffenhagen hat's für mich zum Glück nochmal rausgerissen, sie hat dem Ganzen doch ein bisschen Leben und Humor einhauchen können.

1|5 Sterne ⭐️

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.09.2025

Ganz nett, aber Jugendbuch!

Not Quite Dead Yet
0

✨ REZENSION zu „Not Quite Dead Yet“ von Holly Jackson, übersetzt von Rainer Schumacher, erschienen im @bastei_luebbe Verlag

📖 Inhalt (spoilerfrei): Jet, 27, lebt in Woodstock, Vermont, bei ihrer anspruchsvollen ...

✨ REZENSION zu „Not Quite Dead Yet“ von Holly Jackson, übersetzt von Rainer Schumacher, erschienen im @bastei_luebbe Verlag

📖 Inhalt (spoilerfrei): Jet, 27, lebt in Woodstock, Vermont, bei ihrer anspruchsvollen Mutter und ihrem nierenkranken Vater, der eine erfolgreiche Baufirma aufgebaut hat. Nach einer Halloween-Party wird sie brutal angegriffen und erleidet ein Hirnaneurysma. Die Diagnose lautet, sie habe nur noch sieben Tage zu leben. Gemeinsam mit ihrem loyalen Kindheitsfreund Billy will sie in dieser kurzen Zeit herausfinden, wer hinter dem Angriff steckt. Zwischen Familienintrigen, alten Konflikten und immer neuen Verdachtsmomenten entspinnt sich ein rasanter, oft schwarzhumoriger Wettlauf gegen die Zeit.

🖋️ Erzählstil: der Roman liest sich flüssig und temporeich (auch dank der gelungenen Übersetzung)fast immer aus der Perspektive von Jet. Der Humor ist trocken, teils sarkastisch, wirkt jedoch – entgegen der Erwartung an Jacksons „ersten Erwachsenenroman“ – oft jugendlich. Wiederholungen und überzogene, fast trotzige Witze bremsen den Lesefluss stellenweise. Dennoch bleibt die Spannung, trotz ein bis zwei vorhersehbarer Wendungen, konstant hoch.

👥 Figuren: Jet wirkt für ihre 27 Jahre überraschend jugendlich und impulsiv, was je nach Lesegeschmack charmant oder anstrengend sein kann. Billy, ihr treuer Begleiter, bringt mehr Reife und Authentizität mit. Nebenfiguren wie Bruder Luke, Schwägerin Sophia und diverse Dorfbewohner bleiben oft klischeehaft und eher flach gezeichnet.

💡 Fazit: wer jedoch Lust auf eine rasante, leicht zugängliche Geschichte mit einem Hauch Morbidität und einem gewissen Soap-Opera-Charme hat, dürfte hier gut unterhalten werden: familiäre Intrigen, ein großes Erbe, ein Giftanschlag, möglicherweise ein alter Mord, der offiziell als Unfall gilt, Vaterschaften, die sich plötzlich als falsch herausstellen, und Seitensprünge inklusive. Dazu kommen etliche Szenen, die eher unrealistisch sind. Dennoch unterhaltsamer, schnell zu lesender Mystery-Thriller!

3,5|5 ⭐️

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.09.2025

Wichtig und wunderbar

Evil Eye
0

✨ REZENSION zu „Evil Eye“ von Etaf Rum, erschienen im @pola_stories Verlag & übersetzt von Heike Reissig

📖 Inhalt (spoilerfrei): #evileye erzählt von Yara, einer amerikanisch-palästinensischen Frau mit ...

✨ REZENSION zu „Evil Eye“ von Etaf Rum, erschienen im @pola_stories Verlag & übersetzt von Heike Reissig

📖 Inhalt (spoilerfrei): #evileye erzählt von Yara, einer amerikanisch-palästinensischen Frau mit Studium, Job, Ehemann und zwei Töchtern. Zwischen kulturellem Erbe, familiären Erwartungen und dem Wunsch nach Selbstbestimmung kämpft sie mit Wut, Schuld und Selbstzweifeln. Ein Vorfall bei der Arbeit zwingt sie in Therapie und zu einer schmerzhaften Auseinandersetzung mit alten Traumata, familiären Verletzungen und gesellschaftlichen Rollenbildern.

✍️ Erzählweise und Stil: erzählt aus Yaras Innensicht entsteht eine intime und emotionale Atmosphäre. Diese wird ergänzt durch Briefe an ihre verstorbene Mutter, welche sich vom Anfang (erstmal irritierend) bis zum Ende (nachvollziehbar, sinnvoll) hindurchziehen. Manchmal wirken Yaras Gedankenschleifen etwas repetitiv und bremsen den Lesefluss ein wenig ab, allerdings geben sie Yaras Traumaerleben dadurch sehr authentisch wieder.

👥 Figuren: Yara ist eine glaubwürdige, runde Figur mit nachvollziehbarer Entwicklung. Ihre Wutausbrüche sind verständlich und emotional mitreißend. Schwächer sind die Nebenfiguren wie Silas oder die Therapeut:innen. Ihre Reaktionen wirken distanziert, formelhaft und beinahe künstlich, wie generierte Standardantworten einer KI, denen jede emotionale Glaubwürdigkeit fehlt. Yaras Ehemann ist manipulativ, abwertend und kontrollierend. Sein Verhalten bleibt unbenannt als Missbrauch, obwohl es klar toxisch ist. Eine deutlichere Trennung zwischen kulturellen Rollenmustern und Missbrauch hätte hier geschärft.

🧿 Symbole und Motive: der „böse Blick“, der als Symbol für Kontrolle, Angst und Scham steht, steht für Yaras Kindheit, in der sie all diese Gefühle sich selbst gegenüber verinnerlichen musste.

💡Fazit: ein intensiver Roman über kulturelle Prägung, unterdrückte Wut, internalisierten Rassismus und den Kampf um Selbstbestimmung. Starke Hauptfigur, wertvolle kulturelle Einblicke, eindrucksvolle Darstellung psychischer Gewalt; manchmal musste ich das Buch vor lauter Wut weglegen, spricht aber nur für die tolle Arbeit.

4|5 ⭐️

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere