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Veröffentlicht am 13.12.2020

Nach langer Zeit wieder in die Spiegelwelt!

Reckless 4
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Dieser neue Band, auf den wir alle lange gewartet haben, beginnt genau dort, wo die Geschichte zuvor geendet hat. Zur Sicherheit habe ich aber noch einmal vorher eine Zusammenfassung gelesen, da die vorherigen ...

Dieser neue Band, auf den wir alle lange gewartet haben, beginnt genau dort, wo die Geschichte zuvor geendet hat. Zur Sicherheit habe ich aber noch einmal vorher eine Zusammenfassung gelesen, da die vorherigen Bänder etwas sehr lange her waren. Sowohl auf Wikipedia als auch auf der Verlagsseite findet man eine Was-bisher-geschah.

Bisher hatte jeder Band einen Märchenschwerpunkt - in ersten waren es die deutschen Märchen, im zweiten dann französische und englische und zuletzt russische. Nun zieht es unsere Buchfiguren jedoch in den Fernen Osten und das Setting und die Märchen beziehen sich nun darauf. Ich bin zwar nicht auf ganz sicheren Terrain wie beispielsweise den deutschen Märchen, doch viele Sagen waren mir vertraut. Besonders Fuchs kann so sehr gut inszeniert werden, da ihre zweite Gestalt hervorgehoben werden kann. Sie ist schon immer meine Lieblingsfigur und daher war es mir sehr willkommen, dass sie so in ein noch besseres Licht gerückt wird.

Generell geht es in diesem Band sehr viel um Beziehungen - sowohl Jacob und Fuchs, als auch um Wills Beziehung zu Clara und Sechszehn. Bisher waren sie eher nebensächlich behandelt worden, denn das Abenteuer und die Sagen standen im Vordergrund. Doch nun wendet sich aufgrund einer Prophezeiung, die ich nicht näher beschreiben möchte, das Blatt und die Beziehungen werden mehr mit eingebunden. Es war zunächst gewöhnungsbedürftig, denn für meinen Geschmack ging der Kern der Reihe - das Abenteuer, die Jagd nach Schätzen und Märchen - etwas unter. Diesbezüglich fällt dieser Band also etwas aus der Reihe.

Dennoch ist die Geschichte wie gewohnt dynamisch - viele Handlungsorte und Erzählperspektiven werden geboten, alte Bekannte tauchen auf, neue Figuren werden eingeführt, die Jacob und Fuchs auf ihren Reisen in das neue Land kennenlernen. Es werden auch Fragen bezüglich Will und Jacobs Vergangenheit aufgeworfen und die Handlung nimmt einen sehr unerwarteten Lauf, denn die Autorin hat einige Überraschungen für uns parat.

Dabei erzählt sie diese Geschichte in einem gewohnt malerischen Erzählstil, der einfach nicht zu übertreffen ist. Trotzdem muss ich aber auch sagen, dass dieser Band schneller zu lesen war als die bisherigen. Ich hatte das Gefühl, dass die vorherigen etwas anspruchsvoller bezüglich der Erzählung und Handlung waren als dieser hier. Dafür hingegen kann man ihn in einem durchlesen und verschlingen, denn dadurch wird die Geschichte nicht weniger spannend.



Zwar unterscheidet sich dieser Band etwas von den bisherigen, denn der Fokus liegt viel mehr auf Beziehungen der Figuren - zurecht, wie sich beim Lesen herausstellen wird! Nichtsdestotrotz schenkt uns Cornelia Funke mit diesem Band wieder sehr schöne Stunden in der Spiegelwelt und überrascht mit neuen Figuren, wirbelt die Vergangenheit auf und führt neue spannende Handlungsstränge ein.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.11.2020

Rezension

Das Vermächtnis der besonderen Kinder
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Der vergangene Band gab mit einigen offenen Fäden eine gute Vorlage für diesen Band, denn es scheint etwas Großes im Anmarsch zu sein. Jakobs Großvater hat anscheinend mit einem gewissen H zusammengearbeitet, ...

Der vergangene Band gab mit einigen offenen Fäden eine gute Vorlage für diesen Band, denn es scheint etwas Großes im Anmarsch zu sein. Jakobs Großvater hat anscheinend mit einem gewissen H zusammengearbeitet, doch kaum hat er ihn gefunden, verstirbt er. Sein letzter Auftrag: Die Besondere Noor, von welcher in einer Prophezeiung die Rede ist, zu V bringen, einer Hollowjägerin und Lehrling von Abe. V und Noor scheinen der Schlüssel zu dem neuen Rätsel zu sein, doch welche Rolle sie dabei spielen werden, ist unklar.

Obwohl ich mir nach dem letzten band ein Notizzettel gemacht habe mit den wichtigsten bisherigen Ereignissen, habe ich ihn gar nicht gebraucht. Zwar beginnt dieser Band sehr unvermittelt, setzt aber genau am Geschehen an und somit direkt im Geschehen, dennoch gelingt es dem Autor wieder sehr gut, die Rekapitulation der Ereignisse in seine Erzählung mit einzubauen. Dabei nimmt die neue Figur Noor eine neue zentrale Rolle ein. Nicht nur wird sie stark in das Geschehen mit eingebunden, sondern dank ihrer Fähigkeit als Besondere Licht zu erschaffen, scheint sie Teil der Prophezeiung zu sein. Ebenso bringt sie eine rätselhafte Vergangenheit mit sich, die es aufzudecken gilt, denn sie scheint doch mehr in die bisherige Handlung eingewebt zu sein, als man sich vorstellen kann. Als Figur war sie mir direkt sympathisch und ich bin froh, dass der engere Kreis der Besonderen, um die die Reihe sich dreht, nach vier Bänden erweitert wird. Ich habe zwar jeden einzelnen der "Stammbesetzung" lieben gelernt und ich könnte mir nicht vorstellen, einen von ihnen zu verlieren, doch Noor bringt dennoch frischen Wind in die Truppe.

In gewohnter Manier erzählt Ransom Riggs die Geschichte um Jakob und seine Freunde weiter. Mittlerweile ist der Mittelpunkt ihres Lebens der Devil´s Acre geworden, der bereits im letzten Band eine wichtige Rolle gespielt hat. Langsam nimmt diese Zeitschleife eine andere Form an und es ist schön mit anzusehen, wie alle zusammen den Slum in ein Zuhause und somit zu einem Zufluchtsort für Besondere umbauen. Generell wechselt der Handlungsort stetig, sodass nie Langeweile aufkommt.

Der Schreibstil ist gewohnt besonders von dem Autor. Er ist sehr markant und hat Wiedererkennungswert. Selten finde ich Bücher, die es schaffen, die Atmosphäre so gut einzufangen und trotz einer gewissen gruseligen Note Charm und Leichtigkeit zu bewahren. Die Figuren haben alle ihre Eigenheiten, die sie liebenswert und lebensecht machen.

In diesem Band wurden viele neue Handlungsstränge angefangen und zum Ende hin merkt man, wie sie langsam alle zusammenkommen. Dennoch konnte ich noch nicht so recht das große Ganze ausmachen, auf das es im letzten Band wohl auslaufen wird. Daher hat sich dieser Band im Vergleich zum Vorgänger etwas blasser angefühlt. Ich vermute allerdings, dass es nur die Ruhe vor dem Sturm ist, der sich in diesem Band langsam anbahnt. Es musste eine gewisse Basis erschaffen werden, um im finalen Band dann schließlich den großen Showdown liefern zu können.

Ransom Riggs schreibt in seinem gewohnten Manier und erfüllt erneut meine Erwartungen. Es kommen in diesem Band einige Neuerungen hinzu, neue Figuren und neue Handlungsstränge werden eingeführt. Dennoch fühlte sich dieser Band etwas blasser im Vergleich zum Vorgänger an, was wohl daran lag, dass einiges an Vorarbeit für das große Finale geleistet werden musste.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.08.2020

Rezension

Celestial City - Akademie der Engel
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Es gabe eine Zeit, da war ich ganz vernarrt in Geschichten über Engel und habe jedes Buch dazu gelesen, das mir über den Weg gelaufen ist. Als ich von Celestial City gehört habe, was im Englischen sich ...

Es gabe eine Zeit, da war ich ganz vernarrt in Geschichten über Engel und habe jedes Buch dazu gelesen, das mir über den Weg gelaufen ist. Als ich von Celestial City gehört habe, was im Englischen sich mittlerweile auch einen Namen gemacht hat, wusste ich, dass ich dieses Buch unbedingt lesen musste.

Die Geschichte spielt in Amerika, jedoch hat sich die Welt nach dem Sturz einiger Engel verändert. Manche Menschen haben dabei ausversehen Stücke von Engels- oder Dämonenmächte erhalten, welche sich aber erst mit dem 18. Lebensjahr offenbaren.

Ebenso ist Los Angelos in zwar Teile aufgeteilt - der utopischen Celestial City und der dystopischen Demon City, in der unsere Protagonistin Bri aufwächst. Brielle ist dadurch sehr tough geworden und hat sich einen guten Humor zugelegt. Als ihr jedoch bei ihrer Erwachungszeremonie schwarze Flügel wachsen, was es bisher noch nie gegeben hat, verändert sich ihr Leben schlagartig.

Ein Großteil der Story findet dadurch in der Akademie statt, in der Bri lernen soll, mit ihren Kräften umzugehen. Diese Idee fand ich sehr interessant, da durch die Grundidee eine Vorlage mit viel Potential bereit steht. Das Konzept von Internaten oder High Schools ist im Fantasygenre kein neues, doch fand ich es gut als Einführung in das Thema. Das Buch lies sich dadurch locker flüssig lesen und ich konnte es gar nicht mehr aus der Hand legen, doch im Nachhinein betrachtet fand ich, dass man noch mehr hätte herausholen können. Irgendwann hat das klasssiche Teeny-Drama etwas Überhand genommen und das Ausschöpfen des Potentials in den Schatten gestellt.

Dies habe ich auch bei der Beziehung von Bri und Lincoln bemerkt. Es war zwar interessant zu verfolgen, jedoch auch nichts Neues, da es eine typische "Von Abneidung zur ersten Liebe"-Art ist. An manchen Stellen ist Lincolns Vergangenheit als Erklärung dafür angeklungen, doch ich hoffe, dass man in den folgenden Bänden dies noch etwas ausbauen und weiter ausführen wird.

Nichtsdestotrotz wurde schon einiges an Worldbuilding eingeführt - verschiedene Arten von Dämonen, besondere Arten an Waffen und Magie, unterschiedliche Auswirkungen der Engelskräfte und ein Krieg, der über allem schwebt, von dem man bisher aber noch nicht viel mitbekommen hat. Im ersten Jahr in der Akademie hat Bri schon etwas darüber gelernt, aber es wurde vieles halt nur angerissen, sodass ich auf noch mehr Tiefe in den Folgebänden hoffe - denn dieses Buch hat mein Interesse unheimlich geweckt und ich werde die Reihe weiterverfolgen.

Eine magische Akademie, Gut gegen Böse und eine klassische Lovestory - Alles bekannte Sachen in dem Genre, doch ich fühle, dass noch viel mehr folgen wird und ich kann es kaum erwarten, dass der Buchwelt noch mehr Tiefe hinzugefügt wird und man noch mehr den Kampf von Engeln und Dämonen eintauchen und man Bris Platz in dem Ganzen kennenlernen kann.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.07.2020

Abschiednehmen

Im Schatten des Drachen
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Wie auch schon der zweite Band setzt dieser direkt dort an, wo der Vorgänger aufgehört hat. Schon zu Beginn ist klar, dass sich die Situation zuspitzt und alles auf den Showdown hinausläuft. Der Gegenspieler ...

Wie auch schon der zweite Band setzt dieser direkt dort an, wo der Vorgänger aufgehört hat. Schon zu Beginn ist klar, dass sich die Situation zuspitzt und alles auf den Showdown hinausläuft. Der Gegenspieler Genno ist nun im Besitz der Schriftrollen und kurz davor, den Drachen zu beschwören und mit dem Wunsch die Welt ins Caos zu stürzen. Es liegt nun an Yumeko, Tatsumi und ihren Freunden genau dies - das scheinbar Unmögliche - zu verhindern.

Der Einstieg in die Geschichte gelang mir nur teilweise gut. Ich hatte zwar noch vieles im Kopf, besonders die Figuren sind mir gut erhalten geblieben, doch einige wichtige Punkte bezüglich der Story sind mir entglitten, sodass ich erst wieder im Verlauf der Geschichte daran erinnert werden musste.

Ebenso werden auch viele offen gehaltene Fragen geklärt, darunter auch Yumekos wahre Herkunft, die schließlich den Kreis der Geschichte harmonisch vervollständigt. Im nun letzten Buch bemerkt man ihre Veränderung nun endgültig. Im ersten Band hat mich sehr gestört, dass sie so naiv und unwissend dargestellt worden ist, dass es schon fast unglaubwürdig ist. Nun hingegen denkt und handelt sie völlig anders und es ist schön, ihre Entwicklung so gut nachvollziehen zu können.

Wie auch in den vergangenen Bänden ist die Gruppe immer in Bewegung und dadurch treffen sie auch regelmäßig auf Gefahren, sodass der Weg zum Ziel nicht eintönig wird. Dieses mal geht es zum Mondclan. Obwohl der Weg zum Ende eigentlich gradlinig erscheint, werden trotzdem Pläne verworfen und die Geschichte nimmt oft einen anderen Verlauf.
Besonders das Ende hätte ich mir so nicht vorgestellt. Ich sehe es mit einem lachenden und einem weinenden Auge - es geschah viel trauriges und dennoch gab es größtenteils ein emotionales Happy End, wenn auch ein unerwartetes. Ich kann immer noch nicht glauben, dass diese Reihe nun ein Ende gefunden hat und es keine weiteren Bände mehr geben wird.

Insgesamt gesehen ist es ein würdiger und gelungener Abschluss für diese besondere Reihe. Es gab viele starke Momente und Wendungen, die ich niemals erahnt hätte. Die Figuren sind mir emotional sehr nahe gekommen, sodass mir dieser Abschied nun wirklich schwer fällt. Trotzdem muss ich auch zugeben, dass ich zu Beginn etwas Schwierigkeiten hatte, mich wieder in die Geschichte hineinzufinden, sodass ich leider einen Stern abziehen muss.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.07.2020

Rezension

Ein Kleid aus Seide und Sternen (Ein Kleid aus Seide und Sternen 1)
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Wenn mich nicht schon das Cover überzeugt hätte, hätte ich spätestens bei dem Klappentext zu diesem Buch gegriffen und es nie bereut.

Maia besitzt als Tochter eines Nähers ein talentiertes Händchen für ...

Wenn mich nicht schon das Cover überzeugt hätte, hätte ich spätestens bei dem Klappentext zu diesem Buch gegriffen und es nie bereut.

Maia besitzt als Tochter eines Nähers ein talentiertes Händchen für Nadel und Faden. Als zwei ihrer Brüder im Krieg sterben, ihr dritter schwer verwundet und ihr Vater krank wird, liegt es an ihr für ihre Familie zu sorgen. In ihrer kleinen Heimatstadt fällt es ihr schwer, sodass der kaiserliche Näherwettbewerb gerade richtig kommt. Sie muss sich jedoch ähnlich wie Mulan als Junge ausgeben, da das Schneidern Männern in diesem Reich überlassen ist.

In vielerlei Hinsicht ähnelt sie Mulan, nicht nur in dem Fakt, dass sie sich als Junge ausgibt. Ihre Waffe der Wahl ist die Schneiderschere und nicht das Schwert, dennoch zeigt sie wahre Särke als Buchfigur. Dabei ist sie weiterhin ehrlich und bleibt sich selbst treu - sie hat zwar eine scheinbar magische Schere von ihrer Großmutter, weigert sich aber wehement sie im Wettberweb einzusetzten, weil sie es nicht übers Herz bringt zu betrügen. Still lässt sie die Schikanen und Tücken ihrer Gegner über sich ergehen. Als Protagonistin und Ich-Erzählerin ist sie mir direkt ans Herz gewachsen. Sie und der malerische und flüssige Schreibstil der Autorin trugen dazu bei, dass ich das Buch gar nicht mehr aus den Händen legen konnte.

Spätestens mit Edan, dem Hofmagier kommt die Magie in die Geschichte. Maia glaubt zunächst nicht wirklich an Magie, muss aber bald feststellen, dass sie hinter jeder Ecke lauert. Sie muss sich nicht nur vor ihren Konkurrenten in Acht nehmen, sondern auch vor Edan, der ihr Geheimnis zu durchschauen scheint.

Die Buchwelt hat mich besonders fazsiniert an diesem Buch. Es ranken sich Legenden um Magie, Orte und Objekte und tauchen immer wieder in der Geschichte auf. Maia muss sich ab einen bestimmten Zeitpunkt auf eine abenteuerliche Reise quer durchs Kaierreich machen, um drei göttliche Kleider aus einer Legende zu nähen. Doch es gibt reichlich magische Mächte, die ihr ihre Aufgabe noch um einiges erschweren...

Das Buch endet nur halbwegs abgeschlossen - Das Ende wird an einigen Punkten offen gehalten und bietet perfekte Anknüpfpunkte für den zweiten Teil der Dilogie, den ich jetzt schon sehnlich herbeisehen.

Mehr als nur einen einfache Schneiderin - Maia zeigt wahre Stärke als Protagonistin und weckt sofort Sympathie, denn sie behauptet sich gekonnt in der von Männern dominierten Szene des Schneiderns. Mit „Ein Kleid aus Seide und Sternen“ begibt man sich auf ein magisch spannendes Abenteuer, welches im alten China spielt und neben Magie und Liebe noch jede Menge Überraschungen parat hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere