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Veröffentlicht am 23.11.2025

Atmosphärischer Roman

Der Duft. Er führt dich ins Paradies. Oder in die Hölle
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„Der Duft“ ist ein Roman, der sich langsam, aber fesselnd entfaltet – genauso wie ein exklusiver Parfumakkord, der erst mit der Zeit seine volle Wirkung zeigt. Paul Richardot gelingt es, eine Atmosphäre ...


„Der Duft“ ist ein Roman, der sich langsam, aber fesselnd entfaltet – genauso wie ein exklusiver Parfumakkord, der erst mit der Zeit seine volle Wirkung zeigt. Paul Richardot gelingt es, eine Atmosphäre zu erschaffen, die gleichzeitig melancholisch und geheimnisvoll ist.

Schon auf den ersten Seiten spürt man die besondere Sprache des Autors: ruhig, bildhaft und detailverliebt. Viele Szenen wirken fast filmisch, als würde man durch eine weiche, leicht verschwommene Linse blicken. Besonders beeindruckend ist, wie der Duft – sowohl als Motiv als auch als Gefühl – immer wieder leitend durch die Handlung zieht. Es entsteht ein überzeugendes Zusammenspiel zwischen Sinneseindrücken und Emotionen.

Die Figuren sind fein ausgearbeitet. Man versteht ihre Beweggründe, ihre Ängste, ihre Sehnsüchte – und gerade diese Nähe macht die Geschichte so intensiv. Auch Nebenfiguren wirken lebendig, als wären sie reale Menschen mit eigenen Geschichten.

Die Handlung baut sich eher leise und atmosphärisch auf, doch genau das macht ihren Reiz aus. Statt großer Dramen setzt Richardot auf subtile Spannung: kleine Enthüllungen, stille Konflikte, unterschwellige Spannung zwischen den Charakteren. Der Roman lebt von Momenten, die man nicht sofort greifen kann, die aber lange nachhallen.


Da die Handlung sich sich sehr gemächlich entwickelt, hat man allerdings stellenweise auch das Gefühl, dass wenig passiert- wer nach überraschenden Wendungen oder starkem Plot-Drive sucht, wird mit diesem Buch wahrscheinlich eher nicht warm werden.

Dadurch das der Fokus stark auf Stimmungen, Beschreibungen und inneren Monologen liegt, treten äußere Konflikte manchmal in den Hintergrund.


Zusammengefasst ist „Der Duft" ein poetischer, emotionaler und außergewöhnlich atmosphärischer Roman, der vor allem Leser*innen gefallen wird, die gerne tief in Stimmungen und zwischenmenschliche Nuancen eintauchen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 18.10.2025

Packender Auftakt einer Werwolf- Romantasy Dilogie

Bitten
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„Bitten“ ist ein düster-romantischer Einstieg in eine neue Werwolf-Welt, der mich schnell gefesselt hat.
Vanessa wird nach einem Werwolfangriff, bei dem ihre beste Freundin ums Leben kommt und sie als ...

„Bitten“ ist ein düster-romantischer Einstieg in eine neue Werwolf-Welt, der mich schnell gefesselt hat.
Vanessa wird nach einem Werwolfangriff, bei dem ihre beste Freundin ums Leben kommt und sie als Gebissene hervorgeht, in eine brutale Gesellschaft gestoßen, in der Macht, Magie und Verrat den Ton angeben – und das alles, während sie sich mit ihrer neuen Identität als Werwolf arrangieren muss.

Das Worldbuilding überzeugt: Der Hof der Wolfkönigin, die Werwolf‑Academy, die neuen Regeln und Kräfte, mit denen Vanessa umgehen muss — all das wirkt stimmig und ist atmosphärisch dicht. Die düstere Stimmung und die Tiefe der neuen Welt kommt sehr gut rüber.

Es gelingt der Autorin, Spannung aufzubauen — insbesondere gegen Ende nimmt das Tempo deutlich zu und viele überraschende Wendungen werden eingebaut, was einen in den Bann reißt. im Mittelteil hatte ich allerdings das Gefühl, das es sich etwas zieht und das Tempo deutlich langsamer ist. Das Liebesdreieck wirkt an manchen Stellen etwas vorhersehbar, wo man diese schnelle Anziehung von Vanessa zu beiden nicht so wirklich verstehen kann- generell ist Vanessa als Figur nicht immer leicht zu greifen – sie agiert oft impulsiv und getrieben von Rache.

Wer düstere Romantasy mit Intrigen, bissigen Charakteren und einem Hauch tödlicher Magie liebt, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen. Ich bin gespannt auf Teil 2!

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  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 06.09.2025

Eindringlicher Roman der noch nach dem Lesen nachhallt

Madwoman
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„Madwoman" ist ein eindringlicher Roman, der in seiner Intensität lange nachhallt. Mit scharfer Sprache und kompromisslosem Blick erzählt
Chelsea Bieker von weiblicher Wut, Unterdrückung und der Suche ...



„Madwoman" ist ein eindringlicher Roman, der in seiner Intensität lange nachhallt. Mit scharfer Sprache und kompromisslosem Blick erzählt
Chelsea Bieker von weiblicher Wut, Unterdrückung und der Suche nach Selbstbestimmung.

Die Protagonistin bewegt sich durch eine Welt voller patriarchaler Strukturen, Gewalt und spiritueller Verblendungen – ein Setting, das an Die Figuren sind kantig, fehlerhaft, manchmal schwer zu ertragen – und genau dadurch glaubwürdig.

Besonders beeindruckend ist Biekers Stil: poetisch, roh und voller Kontraste. Sie schafft es, Gewalt und Verletzlichkeit nebeneinanderstehen zu lassen, ohne ins Sentimentale zu kippen. "Madwoman" liest sich wie ein Schrei – wild, ungezähmt, aber zugleich präzise komponiert.

Es ist kein leichter Roman. Die Themen sind hart, teilweise verstörend, und die Atmosphäre kann bedrückend wirken. Doch gerade darin liegt die Stärke des Buches: Es zwingt dazu, sich mit weiblicher Erfahrung und der Macht von Sprache auseinanderzusetzen.

Zusammengefasst ist „Madwoman" ein kompromissloses, literarisch starkes Werk was mit wirklich unter die Haut gegangen ist – nichts für Zwischendurch, sondern ein Buch, das fordert und bewegt, deshalb teilweise sehr schwer zu lesen ist. Wer Geschichten über weibliche Selbstermächtigung, Zorn und Überleben sucht, sollte sich Chelsea Biekers Werk nicht entgehen lassen.


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