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Veröffentlicht am 08.02.2026

vielschichtiger und düsterer Thriller

Die Farm der Mädchen
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Auch wenn es nicht explizit beworben wird, ist Hans Rosenfeldts aktueller Thriller mit dem Titel ‚Die Farm der Mädchen‘ der zweite Band einer Reihe aus der Stadt Haparanda nahe der finnischen Grenze.
Ein ...

Auch wenn es nicht explizit beworben wird, ist Hans Rosenfeldts aktueller Thriller mit dem Titel ‚Die Farm der Mädchen‘ der zweite Band einer Reihe aus der Stadt Haparanda nahe der finnischen Grenze.
Ein Jahr ist vergangen, seit die Polizistin Hannah Wester in den dramatischen Ereignissen des ersten Bandes ihren Mann verloren hat. Ihre Hoffnung auf einen ruhigen Wiedereinstig in den Dienst wird schnell zunichte gemacht; an ihrem ersten Arbeitstag wird die Leiche eines Neugeborenen auf dem alten Cholera-Friedhof gefunden, von der Mutter fehlt jede Spur.
In einem weiteren Handlungsstrang erhält die Profikillerin Katja nach ihrem Misserfolg in der Vorgängergeschichte eine neue Chance und einen neuen Auftrag: sie wird erneut nach Haparanda geschickt, diesmal um zwei junge, hochschwangere Frauen zu finden, die von der Farm geflohen sind.
Zur gleichen Zeit spricht ein aufstrebender schwedischer Politiker im Fernsehen über die unfreiwillige Kinderlosigkeit von ihm und seiner Frau, verrät aber live, dass sie bald Eltern werden. Dardana ist eine der gesuchten Frauen auf der Flucht, und als sie den Politiker in dem Interview wiederkennt, wittert sie eine Chance auf einen Ausweg aus ihrer Lage.
Die Ereignisse in Haparanda verbinden das russische organisierte Verbrechen mit einer düsteren Geschichte über Menschenhandel und die Leihmutterschaftsindustrie, während das Setting in Haparanda für eine düstere Atmosphäre sorgt mit seiner abgeschiedenen Lage sowie wirtschaftlichen und sozialen Problemen.
Die Geschichte ist temporeich erzählt mit vielen Perspektivwechseln, sie springt zwischen dem Team der Ermittler, der Perspektive der Täter und den traumatisierten Opfern, was für Abwechslung und einen hohen Spannungsbogen sorgt. Man spürt in der Erzählweise, dass der Autor auch Drehbücher verfasst, die Szenenwechsel erinnern an Filmschnitte.
Für Hannah Wester ist dieser Fall aufgrund ihrer persönlichen Geschichte eine besondere Herausforderung und Motivation, sie ist eine starke Hauptfigur, die sowohl ihre Stärke beweisen als auch ihre Schwächen ausleben darf.
Mir gefällt die Mischung des Thrillers, der eine spannende Geschichte erzählt, aber auch gesellschaftspolitische Themen hinterfragt und seine Figuren moralische Zwiespalte austragen lässt.

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Veröffentlicht am 03.01.2026

ein großartiger und sehr bewegender Roman

Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
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Das Hörbuch zu dem Roman „Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104“ hat mich so sehr berührt wie kaum ein anderer. Die Geschichte erscheint umso beklemmender in dem Wissen, dass die Figuren zwar fiktiv ...

Das Hörbuch zu dem Roman „Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104“ hat mich so sehr berührt wie kaum ein anderer. Die Geschichte erscheint umso beklemmender in dem Wissen, dass die Figuren zwar fiktiv sind, der Roman aber auf tatsächlichen Schicksalen, Zeitzeugen-Berichten und realen Ereignissen basiert.
Susanne Abel greift hier die Geschichte von Kindern auf, die nach dem 2.Weltkrieg im Heim gelandet sind, nachdem sie ihre Familien verloren haben. Im Roman wird ein kleinere Junge allein in einem Kindertransport in Deutschland aufgefunden. Er ist zu jung und zu verstört, um sich an seinen Namen oder seine Herkunft zu erinnern, die Schrift auf seiner Begleitkarte ist kaum leserlich, er bekommt den Namen Hartmut zugeteilt. Im Heim lernt er die etwas ältere Margret kennen, die sich um ihn kümmert und die einzige ist, bei der Hardy zu sprechen beginnt. In Margrets Gegenwart zeigt er, dass er nicht so debil ist, wie es die Nonnen im Heim annehmen.
Im Verlauf der Geschichte werden Hardy und Margret getrennt, beide müssen einiges an Unrecht ertragen, bis sie wieder aufeinandertreffen. Erneut ist es Margret, die sich Hardys annimmt, er wird zu ihrer Familie und ihrem Ankerpunkt im Leben.
In einem weiteren Handlungsstrang in der Gegenwart sind die beiden Urgroßeltern von Emily, die bei den beiden aufwächst, da ihre Mutter mit der Erziehung überfordert ist. Die Traumata, die Hardy und Margret erlitten und nie aufgearbeitet haben, wirken bis in die Gegenwart nach, beeinflussen auch Jahre später die Beziehungen zu Menschen in ihrem Umfeld. Generationen später bekommt auch Emily die Folgen zu spüren, sie ist es jedoch, die als Jugendliche nach Antworten sucht und das Schweigen ihrer Familie durchbricht.
Dieser Roman ist spannend erzählt, gleichzeitig schnörkellos und in hohem Maße emotional. Bei Hören der Audiofassung, gelesen von Vera Telz, musste ich immer wieder Pausen einlegen, um die unfassbar erscheinenden Ereignisse und Entwicklungen verarbeiten zu können. Ich bin nicht leicht am Wasser gebaut, hier konnte ich so manches Mal die Tränen nicht zurück halten. Für mich ist dies ein herausragender Roman mit einem Stück wichtiger historischer Aufklärung.

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Veröffentlicht am 15.12.2025

spannende und atmosphärische Fortsetzung

Rostiges Grab
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Auch der dritte Band des schwedischen Krimiautors Anders de la Motte um Ermittlerin Leonore Asker und die ‚Abteilung für verlorene Seelen‘ der Malmöer Polizei spielt wieder im Umfeld Urban Exploration ...

Auch der dritte Band des schwedischen Krimiautors Anders de la Motte um Ermittlerin Leonore Asker und die ‚Abteilung für verlorene Seelen‘ der Malmöer Polizei spielt wieder im Umfeld Urban Exploration Szene.
Ein Ehepaar, das für ihren Youtube-Kanal verlassene Orte untersucht und filmt, bekommt anonym den Schlüssel für eine verlassene Torffabrik zugesteckt, in der 10 Jahre zuvor unter mysteriösen Umständen eine junge Frau ermordet wurde. Die Tat wurde als Graumädchenmord bekannt, weil der Mord Ähnlichkeiten mit dem Fund einer 2000 Jahre alten Moorleiche aufweist. Als vor Ort plötzlich eine verwirrt wirkende Frau auftaucht und den Youtubern den abgetrennten Finger der vor 10 Jahren ermordeten Frau gibt, der bislang verschwunden war, gerät der Fall wieder in den Fokus.
Leo Asker hat gerade das Angebot einer Beförderung erhalten, mit der sie die Abteilung der verlassenen Seelen verlassen könnte, soll sich dafür allerdings in den nächsten Wochen unauffällig verhalten. Als der Graumädchen-Fall auf ihrem Tisch landet, kann sie sich jedoch nicht zurück halten und kontaktiert ihren alten Freund Martin Hill für seine Mithilfe.
Auch dieser Band ist wieder spannend, die düstere Atmosphäre des ‚Rostskogen“ und die mythenumwobene Geschichte rund um das Graumädchen tragen in hohem Maße dazu bei. Die Geschichte ist abwechslungsreich erzählt, Rückblenden in die Vergangenheit bringen nach und nach die Lösung näher. Leo Asker beweist wieder einmal ihre Hartnäckigkeit und schafft es, auch die ihr unterstellte Abteilung zu motivieren und aus der Reserve zu locken.
Es gibt einige brutale Szenen, bei denen Leo beweisen kann, was sie bei ihrem Vater Prepper-Per gelernt hat. Auch wenn einige der Beteiligten ein sehr skrupelloses Verhalten zeigen, habe ich Leos Vorgehen an einigen Stellen als unnötig grausam empfunden und finde es verwunderlich, dass sie damit durchzukommen scheint.
Mir hat auch dieser Band mit außergewöhnlichem Szenario und ebensolchen Charakteren wieder gut gefallen. Schön, dass der Cliffhanger am Ende eine Fortsetzung verspricht.

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Veröffentlicht am 30.11.2025

abwechslungsreicher Thriller

Der Kuckucksjunge
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In Søren Sveistrups neuem Thriller „Der Kuckucksjunge“ gibt es ein Wiedersehen mit den Ermittlern Naia Thulin und Mark Hess aus dem internationalen Bestseller „Der Kastanienmann“. Eher zufällig führt ein ...

In Søren Sveistrups neuem Thriller „Der Kuckucksjunge“ gibt es ein Wiedersehen mit den Ermittlern Naia Thulin und Mark Hess aus dem internationalen Bestseller „Der Kastanienmann“. Eher zufällig führt ein aktueller Fall zu ihrer erneuten Zusammenarbeit, nachdem seit einigen Monaten ihr Kontakt abgebrochen ist.
Naia arbeitet inzwischen für das dänische NC3, die Abteilung für Cyberkriminalität in Kopenhagen. Sie wird hinzugerufen, als die geschiedene Mutter Silje Thomsen an einem kalten Februartag spurlos verschwindet. Hab Dich, lautete die letzte Nachricht auf ihrem Handy. Naia Thulin wird hellhörig, als sie herausfindet, dass auch in dem seit 2 Jahren nicht aufgeklärten Mord an einer 19-jährigen Schülerin kurz vor ihrem Verschwinden eine identische Nachricht auf ihrem Handy eingegangen ist. Hängen die beiden Fälle zusammen? Als kurz darauf Silje Thomsens Leiche auftaucht und es einen weiteren Vermisstenfall gibt mit einer identischen letzen Nachricht auf dem Handy, wird Naia Thulin in die aktive Ermittlungsgruppe beordert.
Die Spannung in dem Thriller ist überwiegend hoch, trotz der immerhin fast 700 Seiten gibt es kaum Längen. Das Tempo ist hoch, es tauchen einige weitere ähnliche Stalking-Fälle auf, und während die Ermittler versuchen Gemeinsamkeiten zu finden, spielt der Täter sein grausames Spiel weiter. Es gibt mehrere Handlungsstränge, der Leser folgt verschiedenen Charakteren im Wechsel, was ebenso wie einige unerwartete Entwicklungen für Abwechslung sorgt. Etwas schwer getan habe ich mich mit den Hauptfiguren, es ist mir nicht gelungen, Sympathien zu entwickeln und wirklich mitzufiebern. Mark Hess ist sehr verschlossen und von seinen inneren Dämonen belastet, Naia Thulin habe ich als zu arrogant und selbstgefällig empfunden. Es gibt mehrere Momente, in denen sie es vehement ablehnt, sich hilfreiche Hinweise auch nur anzuhören, weil sie meint es besser zu wissen. Die Geschichte und die Ermittlungen werden dadurch unnötig in die Länge gezogen.
Der Showdown ist in seinen Schilderungen für meinen Geschmack etwas zu brutal, insgesamt ist der Thriller durchaus eine Empfehlung wert.

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Veröffentlicht am 07.11.2025

ein spannender 4.Band

Lügennebel
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Lügennebel, der 4. Band um die Ermittler Hanna Ahlander und Daniel Lindskog, spielt erneut vor der winterlich kalten Kulisse des schwedischen Bergdorfes Åre. Eine Gruppe Studenten aus Uppsala nutzt ein ...

Lügennebel, der 4. Band um die Ermittler Hanna Ahlander und Daniel Lindskog, spielt erneut vor der winterlich kalten Kulisse des schwedischen Bergdorfes Åre. Eine Gruppe Studenten aus Uppsala nutzt ein paar frei Tage für eine Woche Skiferien in dem Ort. Die Eltern von Wille besitzen am Rand der Skiregion ein großes Ferienhaus, dass sie der Gruppe aus zwei Mädchen und vier Jungen zur Verfügung stellen. Schon auf der Zugfahrt nach Åre erhitzt ein hoher Alkoholkonsum die Gemüter, bei abendlichen Spielchen im Ferienhaus werden die Spannungen innerhalb des Machtgefüges der Gruppe deutlicher. Die ausgelassene Stimmung droht zu kippen, zudem fühlt sich einer der Nachbarn von dem hemmungslosen Verhalten der jungen Männer und Frauen belästigt.
Als am nächsten Morgen die Leiche einer jungen Frau im Garten des Hauses liegt, ist die Gruppe erschüttert. Ist sie im eiskalten Schnee erfroren, oder war es etwa Mord? Die Studenten beginnen sich gegenseitig misstrauen und zu verdächtigen. Hanna Ahlander und Daniel Lindskog bekommen bei ihren Ermittlungen und Befragungen schnell den Eindruck, dass sie etwas verheimlichen, und der Polizei Lügen auftischen.
Der Spannungsbogen des Krimis ist hoch, nicht zuletzt, weil sich die Ermittlungen nur über wenige Tage erstrecken. Mir hat besonders gut gefallen, wie die Autorin mit viel Gespür die feinen Spannungen innerhalb der Gruppe der Studenten sowie ihre wechselnden Stimmungen und Konflikte einfängt. Die Gruppe an Verdächtigen ist überschaubar, als Leser entwickelt man schnell Vermutungen, wer hinter der Tat stecken könnte, wird von Wendungen in der Geschichte und unerwarteten Zwischenfällen jedoch mehrfach überrascht.
Abgerundet wird der Krimi durch die private Seite der Hauptermittler, die sich im Verlauf der Bände weiter entwickelt hat. Hanna und Daniel haben sich schnell zu einem eingespielten Team entwickelt, die Höhen und Tiefen ihrer Privatleben, die neben den fordernden Ermittlungen immer mal für Stress sorgen, lassen die Charaktere authentischer wirken und stehen nicht allzu sehr im Vordergrund. Ich werde der Reihe gerne weiter treu bleiben.

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