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Veröffentlicht am 17.11.2025

Der Jubiläumsband - chaotisch und witzig

Gregs Tagebuch 20 - Bock auf Party?
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Dies ist nun bereits der 20. Band aus der beliebten Comicroman-Reihe. Jeff Kinney setzt auch hier auf altbewährte Erfolgsgaranten. Wie auch in allen anderen Bänden der Reihe, geht es auch hier um das tägliche ...

Dies ist nun bereits der 20. Band aus der beliebten Comicroman-Reihe. Jeff Kinney setzt auch hier auf altbewährte Erfolgsgaranten. Wie auch in allen anderen Bänden der Reihe, geht es auch hier um das tägliche Chaos und die vielen Missgeschicke, die Greg Heffley erlebt. Diese sorgen natürlich für viele Lacher.

Ich denke "Gregs Tagebuch" ist unter anderem so beliebt, weil sich Kinder gut in Gregs Lebenswelt hineinversetzen können. Diese Mischung aus Selbstüberschätzung und peinlicher Realität ist einfach so gut nachvollziehbar.

Die Geschichte wird wie gewohnt aus Gregs Sicht als Tagebucheintrag erzählt, ergänzt durch kleine lustige, oft selbstironische Comicbilder, die seine Erlebnisse noch anschaulicher und witziger machen.

Was mir persönlich besonders gut gefällt ist, dass sich Greg charakterlich weiterentwickelt. Er ist und bleibt zwar ein wenig tollpatschig und erlebt zahlreiche Missgeschicke und peinliche Momente. Aber auffallend ist, dass er nun über seine eigenen Unsicherheiten und Ängste nachdenkt. Mit einer Portion Humor werden typische Teenagerprobleme, Freundschaft und Selbstakzeptanz in den Blick genommen.

Insgesamt ist es ein gelungener Band für alle Fans dieser Reihe. Es gibt keine großen Überraschungen, aber das ist auch nicht nötig. Greg wird auch mit diesen Band wieder viele Kinder zum Lachen bringen.

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Frausein und Körperlichkeit

Wie die Gorillas
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Der Coming-of-Age-Roman enthält kurzweilige Episoden dreier Freundinnen, die gemeinsam erwachsen werden. Zentrale Themen sind die Solidarität und Freundschaft der Freundinnen und die gesellschaftlichen ...

Der Coming-of-Age-Roman enthält kurzweilige Episoden dreier Freundinnen, die gemeinsam erwachsen werden. Zentrale Themen sind die Solidarität und Freundschaft der Freundinnen und die gesellschaftlichen Erwartungen, denen sie als junge Frauen ausgesetzt sind, die zu einer großen Belastung werden.

In 32 Episoden erzählt Esther Becker von unterschiedlichen körperlichen Erfahrungen. Die drei Mädchen wollen herausfinden, wer sie sind, wie sie aussehen wollen bzw. sollen und wie sie sich als Mädchen verhalten zu haben. Die Scham und der Leistungsdruck, die auf den jungen Mädchen lastet, wird fragementarisch angedeuet und lässt mir als Leserin Raum zum Nachdenken.

Esther Becker gelingt mit "Wie die Gorillas" ein authentischer gesellschaftskritischer Roman, der sich mit Selbstoptimierung, Körperlichkeit und dem Druck, perfekt sein zu wollen, auseinandersetzt. Der wiederkehrende Satz "Was machst du, wenn deine Kinder Frauen werden?" bringt die Frage nach Verantwortung und Generationenwechsel auf den Punkt, legt die Mechanismen unserer Gesellschaft offen und übt damit eine subtile Kritik an Körpernormen und Rollenbildern.

Der schmale Gegenwartsroman (154 Seiten) lässt nicht viel Raum für eine vielschichtige Figurenausarbeitung und tiefe Dialoge. Dies ist meiner Meinung nach auch nicht nötig, da die thematische Tiefe im vielschichtigen Bild von "Frauwerden" liegt und eine ganze Generation junger Frauen sichtbar macht.

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Veröffentlicht am 15.11.2025

Ein actionreiches Abenteuer

Robin the Hood – Wie klaut man eine Stadt?
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Wow! War das ein temporeiches Abenteuer! Mein Sohn ist begeistert und war ab der ersten Seite voll und ganz dabei. Bis zur letzten Seite ist das Buch actiongeladen und enthält viele überraschende Wendungen, ...

Wow! War das ein temporeiches Abenteuer! Mein Sohn ist begeistert und war ab der ersten Seite voll und ganz dabei. Bis zur letzten Seite ist das Buch actiongeladen und enthält viele überraschende Wendungen, mit denen man als Leser vorher nicht gerechnet hat. Das macht das Buch spannend. Mein Sohn konnte kaum das Buch aus der Hand legen.

Der Protagonist des Buches Robin Kappe stammt aus einer Diebesfamilie. Schon seine Oma hat Banken überfallen und sitzt nun für 30 Jahre im Gefängnis. Das mag sich jetzt erst einmal merkwürdig anhören, aber Rüdiger Bertram schreibt so witzig und überspitzt, dass man dies als Leser sofort akzeptiert und Robin und seine Oma einfach gern haben muss. Man fiebert richtig mit Robin mit. Außerdem klaut er nicht für sich, sondern gibt es den Armen. Er hat insgeheim also ein gutes Herz.

Robin erhält eines Tages einen besonderen Auftrag, den er mit der Superagentin Mary ausführen soll: Sie sollen eine ganze Stadt klauen! Viele Abenteuer müssen beide bestehen.

Rüdiger Bertram hat ein Gespür für Situationskomik. Und so vermischt sich dies mit der actionreichen Handlung.

Gut finde ich die Figurenzeichnung. Trotz ihrer "Superkräfte" werden Robin und Mary menschlich mit Schwächen dargestellt und das macht sie sympathisch. Die Dialoge zwischen beiden sind meist frech und witzig.

Eingefügt sind immer wieder kleine Comics, die das Gelesene unterstreichen und oftmals superlustig sind. Besonders für Lesemuffel und unegübte Leser ist dies zusätzlich eine Auflockerung.

Das Buch ist für Kinder geeignet, die Abenteuergeschichten und spannende Geschichten lieben. Es gibt definitiv keine langweiligen Passagen, weil unentwegt etwas Neues und meist Actionreiches passiert. Ideal also für Kinder ab 10 Jahren, die rasante Action, Geheimagentengeschichten und außergewöhnliche Missionen lieben.

Wir fiebern dem zweiten Band dieser neuen Actionbuchreihe entgegen.

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Veröffentlicht am 15.11.2025

Liebevoll gestaltetes Weihnachtsbilderbuch

Stille Nacht, heilige Nacht
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„Die Musik strahlte aus, wie ein Licht, das die dunklen Stunden etwas heller machte." (S.5)





Diese wunderschöne Bilderbuch ist ein Muss für die Weihnachtszeit! Auf jeder Seite spürt man den Zauber ...

„Die Musik strahlte aus, wie ein Licht, das die dunklen Stunden etwas heller machte." (S.5)





Diese wunderschöne Bilderbuch ist ein Muss für die Weihnachtszeit! Auf jeder Seite spürt man den Zauber von Weihnachten. Es ist ein besonderes Bilderbuch, das Groß und Klein, die Botschaft von Weihnachten in Erinnerung ruft.





Susanne Brandt erzählt kindgerecht die Entstehungsgeschichte des weltberühmten Weihnachtsliedes "Stille Nacht, heilige Nacht." Durch die leicht verständliche Erzählweise, ist das Bilderbuch auch schon für jüngere Kinder (ab 4 Jahren) geeignet. Die große Schrift eignet sich gut zum Vorlesen oder aber zum Selberlesen für Grundschüler.





"Denn die Menschen hatten Sehnsucht nach Worten und Tönen, an denen sie sich wärmen konnten in diesem kalten Winter." (S. 12)





Der Lehrer Franz Xaver Gruber komponierte die Melodie und der Hilfspfarrer Joseph Mohr lieferte den Text Anfang des 19. Jahrhunderts. Sie wollten den Menschen Trost und Hoffnung mit diesem Lied schenken. Die weltweite Verbreitung zeigt, dass ihnen dies nachweislich gelungen ist. Denn noch heute verbindet dieses hoffnungsvolle Weihnachtslied Menschen über Grenzen hinweg.


Hervorheben möchte ich die warmen und liebevollen Illustrationen. Die großformatigen und ausdrucksstarken Bilder strahlen, durch die gewählten Farben und den besonderen Zeichenstil, Ruhe und Wärme aus. Die Bilder sind detailreich, sodass Kinder viel zu entdecken haben. Eine wohlige winterliche und weihnachtliche Stimmung ist auf jeder Seite zu spüren.


Mit dem Lesen des Bilderbuches wurde mir wieder bewusst, was Musik vermag. Denn das Buch zeigt, wie wichtig Musik gerade in Krisenzeiten ist. Musik schafft es Trost und Hoffnung zu schenken und Menschen miteinander zu verbinden.

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Veröffentlicht am 08.11.2025

Eine Hommage an mutige Frauen während des 2. Weltkriegs

Wir dachten, das Leben kommt noch
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"In Frankreich war alles so aufregend gewesen, und ich fühlte mich wichtig und gebraucht, aber nach dem Krieg wollte niemand mehr etwas über uns wissen, und erzählen durften wir auch nichts. ...

"In Frankreich war alles so aufregend gewesen, und ich fühlte mich wichtig und gebraucht, aber nach dem Krieg wollte niemand mehr etwas über uns wissen, und erzählen durften wir auch nichts. Dabei dachten wir, das Leben kommt noch. Wir Agentinnen sind unsichtbar geworden, und das, obwohl sie doch dauernd betont haben, wie bedeutend wir gewesen seien, aber die toten Männer waren wichtiger." (S. 262f.)

In dem historischen Roman "Wir dachten, das Leben kommt noch" von Elisabeth Sandmann geht es um die mutigen Frauen, die selbstlos und unerschrocken in Frankreich ab 1942 im Untergrund spionierten, funkten, sabotierten und damit ihr Leben riskierten.

Der Roman spannt einen Bogen von 1998 zurück in die Zeit des Nationalsozialismus.
Gwen Farleigh ist Redakteurin in London bei der BBC und soll ein Buch verlegen, über Frauen, die während des 2. Weltkriegs für die "Special Operations Exectutive" (SOE) in Frankreich tätig waren.
Auf der zweiten Zeitebene wird von Pat Conway berichtet, die als junge Frau für die von Winston Churchill gegründete spezielle Einsatzgruppe im Einsatz war. Pat wurde nach Paris rekrutiert und nahm eine neue Identität als Emma Fleury an.

Die Autorin hat die Frauenfiguren stark und realistisch ausgearbeitet. Es ist beeindruckend, was diese mutigen Frauen geleistet haben. Sie haben ihr Leben riskiert oder sogar verloren, um den Widerstand gegen die Nazis zu unterstützen. Vor allem wird deutlich, dass die Frauen in der gleichen Intensität wie die Männer ausgebildet wurden.

Spannend ist es mitzuerleben, wie aus dem trotzigen und schüchternen Mädchen Pat eine gefasste, mutige und aufmerksame Agentin wurde. Besonders gelungen finde ich, dass Pat menschlich dargestellt wird mit Schwächen. Dies ist meiner Meinung wichtig, da deutlich wird, dass diese Heldinnen alltägliche Menschen waren, die Zweifel, Nöte und Probleme hatten. Dies regt zum Nachdenken an. Wie weit würde ich selbst gehen?

Elisabeth Sandmann gelingt es, die Vergangenheit mit der Gegenwart zu verknüpfen.

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich: Es sind einfach zu viele Figuren, die in dem Roman auftauchen, die trotz Personenverzeichnis am Ende des Romans, etwas verwirrend sind.

Der Roman ist tiefgründig und vor allem lehrreich.

Ich sehe den Roman als große Hommage an die Frauen, die im 2. Weltkrieg einen selbstlosen und kriegsentscheidenden Dienst erwiesen haben. Diese Frauen dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Sie sind inspirierend und tragen dazu bei, die Wahrnehmung der Fähigkeiten der Frauen in der Geschichte und Gesellschaft zu beeinflussen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele Männer als Kriegshelden gefeiert, die vielen unerschrockenen Frauen gerieten dabei in Vergessenheit. Elisabeth Sandmann zeigt daher mit dem Roman ein bisher wenig beleuchtetes Kapitel der Kriegsgeschichte.

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