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Veröffentlicht am 01.01.2026

Ein einfühlsamer Mutter-Tochter-Roman

Niemands Töchter
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Mit "Niemands Töchter" ist Judith Hoersch ein einfühlsamer und tiefgründiger Mutter-Tochter-Roman gelungen. Es geht um Familienwunden, Zugehörigkeit, Identität, um das Schweigen über die Vergangenheit ...

Mit "Niemands Töchter" ist Judith Hoersch ein einfühlsamer und tiefgründiger Mutter-Tochter-Roman gelungen. Es geht um Familienwunden, Zugehörigkeit, Identität, um das Schweigen über die Vergangenheit und letzten Endes um die Neubewertung von Familie und Herkunft und um die Versöhnung mit der eigenen Geschichte.

Im Mittelpunkt stehen die vier Frauen Marie, Gabriele, Alma und Isabell, deren Verbindungen zueinander erst nach und nach aufgedeckt werden. Dieses fragmentarische Enthüllen der vier Frauenleben macht das Buch spannend und man kommt als Leser immer mehr dahinter, was in der Vergangenheit passiert ist. So erkennt man als Leser immer mehr Zusammenhänge, die den Figuren selbst zunächst verborgen bleiben, da wichtige Infos über Herkunft und Beziehungen nicht sofort preisgegeben werden. Im Laufe des Romans wird deutlich, wie die Lebenswege miteinander verbunden sind.

Die Figuren sind authentisch. Man erhält Einblicke in die verschiedenen Lebenswelten, Gedanken und Gefühle. Es werden Erinnerungen, Andeutungen und innere Monologe der vier ganz unterschiedlichen Frauen erzählt. Dabei liegt der Fokus auf der inneren Entwicklung der Figuren. Besonders Almas Entwicklung finde ich berührend. Ihre innere Zerrissenheit ist so nachvollziehbar und die Versöhnung mit ihrer Vergangenheit tröstlich.

Der Aufbau mit den wechselnden Zeitebenen hat mir sehr gefallen, weil sich die Lebensgeschichten der vier Frauen so Stück für Stück erschließt. Mit dieser Erzählweise gelingt es der Autorin, dass man unbedingt weiterlesen möchte, weil immer mehr Geheimnisse und Geschehnisse ans Licht kommen, die alles wie ein Puzzle zusammenfügen.

Lesenswert!

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Veröffentlicht am 09.12.2025

Ein warmherziges Adventskalenderbuch

Der Wunschzetteldieb
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„Der Wunschzetteldieb“ von Amelie Benn ist ein warmherziges Adventsbuch. Es ist eine gelungene Mischung aus weihnachtlicher Magie und abenteuerlicher Detektivgeschichte.
Das Buch ist in 24 Kapitel eingeteilt, ...

„Der Wunschzetteldieb“ von Amelie Benn ist ein warmherziges Adventsbuch. Es ist eine gelungene Mischung aus weihnachtlicher Magie und abenteuerlicher Detektivgeschichte.
Das Buch ist in 24 Kapitel eingeteilt, sodass es sich gut als Adventskalenderbuch eignet. Die Kapitel haben genau die richtige Länge für Grundschüler und Leseanfänger. Auch die hervorgehobenen Worte und Teilsätze erleichtern das Lesen ungemein. Die eingefügten Bilder auf jeder Seite unterstreichen die Handlung visuell. Sie erzeugen eine heimelige, wohlige und weihnachtliche Stimmung.

Gut finde ich, dass Themen wie „Mut“, „Zusammenhalt“ und „sich gegenseitig helfen“ hier in dem Buch ihren Platz finden.

Zwei kleine Kritikpunkte habe ich dennoch: Die beiden Geschwister wirken etwas zu „perfekt“ und auch die Handlung ist vorhersehbar, sodass vor allem geübte Leser oder Vielleser sich eher langweilen würden. Auch der Satzbau und die Formulierungen sind einfach gehalten. Deshalb denke ich, dass das Buch vor allem für ungeübte Leser und eher für Vorschulkinder / 1./2. Klasse geeignet ist.

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Veröffentlicht am 05.12.2025

Die Kraft des Erzählens

Elf ist eine gerade Zahl
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Puh, eine Rezension zu dem Buch "Elf ist eine gerade Zahl" von Martin Beyer fällt mir nicht leicht. Dies liegt definitiv an der Schwere des Themas.

Paula, ist ein 14-jähriges Mädchen, das schwer erkrankt ...

Puh, eine Rezension zu dem Buch "Elf ist eine gerade Zahl" von Martin Beyer fällt mir nicht leicht. Dies liegt definitiv an der Schwere des Themas.

Paula, ist ein 14-jähriges Mädchen, das schwer erkrankt ist. Der Autor erzählt von dem Krankenhausaufenthalt, den Schmerzen, denen Paula ausgesetzt ist, vom Hoffen und Bangen. In dieser schweren Zeit wird Paula von ihrer Mutter Katja unterstützt und begleitet. Vor allem erfährt man als Leser, wie es in Katja aussieht. Die Hilflosigkeit und die seelische Belastung, die mit der tückischen Krankheit einhergehen, schildert Beyer authentisch und menschlich. Das Innenleben Paulas kommt, meiner Meinung nach, etwas zu kurz.

In aller Unbegreiflichkeit dieses Schicksals fängt Katja an, eine Geschichte zu erzählen, um ihrer Tochter Trost und Hoffnung zu spenden und wieder einen Zugang zu ihr zu finden, da sich beide durch die Krankheit und die einhergehende Pubertät immer mehr voneinander entfernt haben.
Diese fantastische Parallgeschichte nimmt die zweite Erzählebene ein. Es sind dann quasi zwei Geschichten in einem Buch.

Der Roman verbindet somit die harte Realität mit einer fantastischen Parallelgeschichte, die Trost und Hoffnung spendet.

Alle Gefühle und Gedanken sind so menschlich beschrieben und nachvollziehbar. Martin Beyer zeigt in dem Roman, wie stark, aber auch zerbrechlich die Beziehung zwischen Eltern und Kindern sein kann. Zugleich wird man mit den Fragen konfrontiert, wie viel Last man als Elternteil tragen kann und wie viel ein Kind ertragen muss. Wie kann man so etwas Unbegreifliches überhaupt aushalten? Wie würde man nach einem so schweren Verlust weiterleben?


Der Roman ist keine leichte Kost. Er ist vor allem für Leserinnen und Leser geeignet, die emotionale und authentische Geschichten mögen. Auf gar keinen Fall ist das Buch für jemanden geeignet, der bedrückende Themen wie "Krankheit" oder "Verlust" nur schwer ertragen oder verkraften kann.

Auch die märchenhafte Parallelgeschichte ist bestimmt nicht für jedermann. Da ich überhaupt nicht gern Fantasy o.ä. lese, empfand ich die Parallelgeschichte als zu langatmig. Dennoch ist die Idee gut umgesetzt und zeigt, was für eine Kraft im Erzählen steckt.

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Veröffentlicht am 23.11.2025

Die Kraft der Freundschaft und des Neubeginns

Lass uns noch bleiben
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"Lass uns noch bleiben" von Saskia Luka ist ein ruhiger, unaufgeregter Roman über die Kraft der Freundschaft und des Neubeginns. Mich hat das Buch leider nicht überzeugt. Die Handlung war nicht ...


"Lass uns noch bleiben" von Saskia Luka ist ein ruhiger, unaufgeregter Roman über die Kraft der Freundschaft und des Neubeginns. Mich hat das Buch leider nicht überzeugt. Die Handlung war nicht sonderlich spektakulär und wird bei mir nicht lange nachhallen.

Der Anfang des Romans beginnt so vielversprechend. Anna hat einen wundervollen Pflanzenladen und lebt ein isoliertes Leben in Berlin. Der einzige tägliche Kontakt besteht zu Henning. Henning besitzt ein Bücher-Antiquariat in Annas Nachbarschaft. Beide Figuren wirken authentisch und ich kann ihre Verlorenheit in der Welt nachvollziehen. Auch die Atmosphäre in dem Pflanzenladen und dem Antiquariat ist wundervoll beschrieben.

Die Handlung nimmt dann aber kaum Fahrt auf. Der Leser erfährt, dass Anna ihrer Freundin Vinka hinterhertrauert. Eines Tages taucht der lebensbejahende Bar-Besitzer Alex auf und langsam kommt Anna immer mehr aus ihrem Schneckenhaus heraus und macht sich auf die Suche nach Vinka. Anna findet langsam wieder zurück ins Leben.

Die Geschichte hat mich gelangweilt. Ich kann auch die Melancholie, die Anna durch den Verlust Vinkas umgibt, nicht ganz nachvollziehen. Anna kannte Vinka nicht lang. Sie weiß nicht einmal ihren Nachnamen. Generell wussten sie nicht viel voneinander. Die Trauer um Vinka finde ich hier einfach unrealistisch.

Trotz der Kürze des Romans (190 Seiten) waren mir manche Abschnitte zu langatmig. Das Ende war vorhersehbar und mir persönlich zu kitschig.

Saskia Luka setzt vor allem auf Stimmungen. Hier gelingt ihr eine einfühlsame Erzählweise und überzeugt durch eine bildhafte Sprache. Folgenden metaphorischen Vergleich finde ich besonders gelungen:

"Der zahme Vogel singt von Freiheit, der wilde Vogel fliegt." (S.97)


Oder auch diese Stelle im Buch fand ich wunderschön:


"Wusstest du, dass es Pflanzen gibt, die nur an einem ganz bestimmten Ort wachsen, unter ganz speziellen Bedingungen? (...) In einem bestimmten Gebirge zum Beispiel. Egal wie weit der Wind die Samen trägt, sie wachsen ausschließlich dort. Manchmal denke ich, ich bin so eine Pflanze. Ich versuche zu wachsen, aber am falschen Ort." (S. 138)

Die bildhafte, präzise und poetische Sprache finde ich wirklich gelungen. Hier schafft Saskia Luka es, Stimmungen und Momente für einen kurzen Moment lebendig wirken zu lassen.

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Veröffentlicht am 18.11.2025

Ein Jahreshighlight

Der Schlaf der Anderen
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"Der Schlaf der Anderen" von Tamar Noort gehört zu einen meiner gelesenen Bücher-Highlights in diesem Jahr.

Es ist ein berührender Roman zweier Frauen, die langsam eine Freundschaft aufbauen. Sina und ...


"Der Schlaf der Anderen" von Tamar Noort gehört zu einen meiner gelesenen Bücher-Highlights in diesem Jahr.

Es ist ein berührender Roman zweier Frauen, die langsam eine Freundschaft aufbauen. Sina und Janis lernen sich im Schlaflabor kennen. Sina leidet unter Schlaflosigkeit und Janis arbeitet im Schlaflabor.

Janis lebt ein total zurückgezogenes Leben, während Sina als junge Mutter und Lehrerin immer mehr an ihre Grenzen kommt. Es entsteht eine Verbindung zwischen ihnen. Beide Leben fangen an, sich langsam zu ändern. Es zeigt, wie zwei Menschen, die beide an einem Wendepunkt angekommen sind und allein nicht weiterkommen, sich gegenseitig ein Stück weiterbringen können.
Besonders gefallen hat mir, wie Noort herausgearbeitet hat, dass die Begegenung und der Austausch mit anderen viel bewirken und verändern kann, um wieder zu sich selbst zu finden.

Überzeugt haben mich vor allem die herausgearbeiteten Frauenfiguren. Sina und Janis kommen authentisch rüber, ihre menschlichen Probleme sind nachvollziehbar.

Noorts Roman ist kein "lauter" Roman. Die Geschichte lebt von den Zwischentönen und von Reflektionen. Das meiste passiert zwischen den Zeilen und weniger in der Handlung.

Der Roman ist vor allem für Leserinnen und Leser geeignet, die Geschichten über zwischenmenschliche Beziehungen, Lebensumbrüche, Veränderung und menschliches Miteinander mögen.

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