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Veröffentlicht am 19.10.2025

Ein von Metaphern dominierter Roman

Wilder Honig
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„Wilder Honig“ von Caryl Lewis ist ein unaufgeregter, ruhiger Roman in poetischer Sprache mit vielen Naturbeschreibungen.

Zentrale Themen des Romans sind Trauerbewältigung, Vergebung und Neuanfang.

Hannah ...

„Wilder Honig“ von Caryl Lewis ist ein unaufgeregter, ruhiger Roman in poetischer Sprache mit vielen Naturbeschreibungen.

Zentrale Themen des Romans sind Trauerbewältigung, Vergebung und Neuanfang.

Hannah (70 Jahre alt) verliert nach 50 Ehejahren ihren Mann John aufgrund einer schweren Krankheit. Nach Johns Tod erfährt sie von seinem schwerwiegendem Geheimnis.

In 11 Briefen, die John hinterlassen hat, versucht er seine Gedanken in Worte zu fassen, die ihn zu Lebzeiten sprachlos zurück ließen.
John war zeitlebens leidenschaftlicher Imker und zieht in den Briefen Parallelen zwischen seiner Ehe mit Hannah und dem Leben seiner Bienen. Das Leben der Bienen steht hier als Metapher zur Liebe und Ehe mit Hannah.

Hannah findet nach Johns Tod Trost und Zuflucht in ihrem Obstgarten. Die Umgestaltung und das Arbeiten im Garten tragen dazu bei, dass sie sich ihrer Trauer und Einsamkeit stellt und sie langsam verarbeitet.

Die Briefe sind meiner Meinung nach nicht richtig in die Handlung eingebunden. Sie stehen fragmentarisch neben der Handlung, die kaum Fahrt aufnimmt. Es gibt keine Handlungstiefe. Die Figuren sind alle distanziert, man bekommt keine Nähe zu ihnen, da Caryl Lewis hier mit Emotionen sehr sparsam umgeht. Die Figuren bleiben schemenhaft.
Themen werden manchmal nur kurz angerissen, Gedankengänge nicht zu Ende gedacht. Es gibt Handlungsstränge, die eingeschoben werden, die mit der eigentlichen Handlung nichts zu tun haben.

Die intensiven und schönen Naturbeschreibungen stehen im Vordergrund. Für meinen Geschmack waren es zu viele, da ich persönlich lieber mehr über die Gedanken und Gefühle der Protagonisten erfahren hätte. Inhaltlich gibt es keine großen Emotionen. Es gibt auch keine dramatische Handlung.

Wer Metaphern und anschauliche Naturbeschreibungen liebt, kommt aber hier auf seine Kosten!

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Veröffentlicht am 10.10.2025

Ein Junge begibt sich auf eine Zeitreise ins Alte Rom

Fred im alten Rom
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„Die Arena, musst du wissen, ist das Abbild unserer Welt. Sie ist gefährlich. Sie umschließt uns wie die Spinne das Insekt. Und es gibt nur einen Weg zu entkommen: Du musst stärker sein als alle, die dich ...

„Die Arena, musst du wissen, ist das Abbild unserer Welt. Sie ist gefährlich. Sie umschließt uns wie die Spinne das Insekt. Und es gibt nur einen Weg zu entkommen: Du musst stärker sein als alle, die dich angreifen!“


Wow! Mein Sohn (9 Jahre) und ich sind begeistert von dem Abenteuerroman, in dem sich ein Junge namens Fred mit seinem Opa Alfred auf eine Zeitreise ins Alte Rom begibt. Fred wird nicht nur Gehilfe des Medicus, sondern darf auch bei den bevorstehenden Festspielen helfen. Fred erlebt also hautnah die spannende Zeitepoche des antiken Roms.

„Fred im Alten Rom“ von Birge Tetzner ist eine Kombination aus einer fantastischen Abenteuergeschichte und einem Sachbuch. Das Buch bietet ein fundiertes Wissen über das antike Rom mit einer Zeittafel, einem ausführlichen Glossar, fundierten und informativen Sachtexten, Landkarten und Ausflugtipps zu Orten, in dem ich heute noch römische Spuren entdecken kann ( Archälogischer Park Cambodunum, Forum Romanum, Herculaneum…).

Das Buch ist so aufgebaut, dass ich Sachtexte auch auslassen kann und einfach nur die abenteuerliche Geschichte lesen kann und umgekehrt.

Die zahlreichen Illustrationen von Karl Uhlenbrock sind besonders hervorzuheben. Seine Illustrationen sind so liebevoll gestaltet, realistisch und hochwertig, dass sie das Zeitreise-Abenteuer noch lebendiger erscheinen lassen.

Meiner Meinung nach ist das Buch auch für Erwachsene geeignet, die sich für die Geschichte des Alten Rom interessieren. Ein Lesegenuss für die gesamte Familie.

Ein ästhetisch ansprechendes und hochwertiges Buch! Empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 07.10.2025

Eine Mutter-Tochter-Geschichte mit einem großen Familiengeheimnis

Tanzende Spiegel
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Annette Byford ist mit „Tanzende Spiegel“ ein wundervoller Mutter-Tochter-Roman gelungen, der ein großes Familiengeheimnis birgt.

Es gibt zwei Erzählebenen. Zum einen blickt eine Psychotherapeutin auf ...

Annette Byford ist mit „Tanzende Spiegel“ ein wundervoller Mutter-Tochter-Roman gelungen, der ein großes Familiengeheimnis birgt.

Es gibt zwei Erzählebenen. Zum einen blickt eine Psychotherapeutin auf das Leben ihrer Mutter als junge Frau Anfang der 50er Jahre zurück. Zum anderen erzählt die Psychotherapeutin von sich und ihren Gefühlen zu einer jungen Cellistin.

Die Erzählstränge über die Mutter fand ich sehr interessant. Byford zeigt auf, wie es den Frauen im Nachkriegsdeutschland erging. Die vielen Entbehrungen der Kriegsjahre wollten sie hinter sich lassen. Sie wollten wieder ins Kino gehen, sich in einem Café mit Freunden treffen und das Leben einfach in vollen Zügen genießen. Auch erzählt Byford sehr anschaulich, dass es für Frauen aber längst nicht so einfach war. Von ihnen wurde erwartet, dass ihr größter Wunsch es war, Ehefrau und Mutter zu werden. Die Protagonistin steckt in einem Zwiespalt. Sie will mehr und kann sich nicht mit dem typischen Frauenbild identifizieren. Sie ist eine taffe Frau.
Dennoch wird deutlich, dass zu dieser Generation das Schweigen und Nicht-Aussprechen mancher unangenehmer Dinge leider dazu gehören.

Byford ist ein wundervoller Mutter-Tochter-Roman gelungen. Im Laufe der Geschichte wird immer deutlicher, dass sich Vieles in beider Leben spiegeln.

Byford schreibt unaufgeregt und mit viel Wärme für ihre Mutter. Der Roman ist autofiktional.

Absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 06.10.2025

Schaurige Gruselgeschichten mit Lachgarantie

Rupert präsentiert: Echt unheimliche Gruselgeschichten (Band 3)
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Jeff Kinney schafft es mit seinen Büchern einfach immer wieder Kinder fürs Lesen zu begeistern. „Gregs Tagebücher“ bringen selbst Lesemuffel zum Lesen.

Mit seinem 3. Band aus der Reihe „Rupert präsentiert“ ...

Jeff Kinney schafft es mit seinen Büchern einfach immer wieder Kinder fürs Lesen zu begeistern. „Gregs Tagebücher“ bringen selbst Lesemuffel zum Lesen.

Mit seinem 3. Band aus der Reihe „Rupert präsentiert“ werden die 14 Gruselgeschichten von Rupert Jefferson, dem besten Freund von Greg („Gregs Tagebuch“), erzählt.

Schon allein die Gestaltung des Covers ist ein echter Hingucker: Das Cover leuchtet im Dunkeln und der in orange und schwarz gehaltene Farbschnitt mit Gruselfiguren springen sofort ins Auge. Eine Gruselmaske zum Herausnehmen befindet sich als kleines Goodie im Buch. Perfekt für die kommende Halloween-Zeit.

In typischer Jeff Kinney- Manier sind die Geschichten kurzweilig und mit einer gehörigen Portion Humor geschrieben. Die kleinen Comics sind lustig und unterstreichen damit das Geschriebene, was vor allem für ungeübte Leser ein großer Vorteil ist.

Zombies, Vampire, Geister und andere gruselige Gestalten warten in den Geschichten auf den Leser. Manche Geschichten sind etwas makaber (z.B. „Das Nickerchen“). Da sollte man schauen, ob manche Geschichten wirklich geeignet sind für das besagte Kind.

Mein Sohn (9 Jahre alt) ist jedenfalls restlos begeistert von den Gruselgeschichten und hat sich an vielen Stellen kaputt gelacht.

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Veröffentlicht am 05.10.2025

Ein emotionaler Jugendroman

Eine Insel im Meer
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„Eine Insel im Meer“ von Annika Thor erschien bereits 1996 das erste Mal und wurde nun mit wunderschönen Illustrationen von Sabine Wilharm neu herausgebracht.

Der Roman spielt 1939 / 1940. Die jüdischen ...

„Eine Insel im Meer“ von Annika Thor erschien bereits 1996 das erste Mal und wurde nun mit wunderschönen Illustrationen von Sabine Wilharm neu herausgebracht.

Der Roman spielt 1939 / 1940. Die jüdischen Schwestern Steffi und Nelli werden von ihren Eltern auf eine kleine Schäreninsel nach Schweden geschickt, da ihr Leben in Wien nicht mehr sicher ist. Ihre Eltern dürfen leider nicht mit, da Schweden zur Zeit des Nationalsozialismus nur flüchtende Kinder aufgenommen hat. Die Familie hofft, dass sie bald eine Einreisegenehmigung nach Amerika erhalten, um dort ein neues Leben anzufangen.

Während es der jüngeren Schwester gelingt, schnell auf der Insel Fuß zu fassen und Freunde zu finden, fällt es der 12-jährigen Steffi umso schwerer. Sie wird von ihren Mitschülerinnen geärgert, keiner möchte etwas mit ihr zu tun haben. Ihre Pflegemutter ist sehr streng, keiner scheint Steffi zu verstehen.

Die Geschichte der beiden Schwestern ist tief bewegend, da man sich gut vorstellen kann, dass sie wirklich so hätte passieren können.
Annika Thor erzählt altersgerecht, wie sich die Lage immer mehr zugespitzt hat. Der Krieg breitet sich immer mehr aus, nun fürchten auch die Menschen in Skandinavien um ihr Leben. Eine Einreisegenehmigung in ein anderes Land wird immer unwahrscheinlicher.

Auch wenn die Geschichte zur Zeit des Nationalsozialismus spielt, greift der Roman auch Thematiken auf, denen Jugendliche heute oft ausgesetzt sind: Mobbing, Ausgrenzung, das Nicht verstanden werden.


Ein emotionaler Roman, der zu Herzen geht. Klare Leseempfehlung!

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