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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.05.2019

Leider nicht ganz überzeugend

Up All Night
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Die Story ist wirklich vielversprechend. Taylor verliert am selben Tag ihren Job, ihr Auto wird geklaut und sie erwischt ihren Freund mit einer anderen im Bett. Wie kann eine Person so viel an einem Tag ...

Die Story ist wirklich vielversprechend. Taylor verliert am selben Tag ihren Job, ihr Auto wird geklaut und sie erwischt ihren Freund mit einer anderen im Bett. Wie kann eine Person so viel an einem Tag ertragen? Ich kann nachvollziehen, wie es Taylor in diesem Moment gehen muss. Es muss wirklich schrecklich sein. Und diese Gefühle hat April Dawson auch wirklich sehr gut dargestellt. Ich bin sehr gut in die Geschichte reingekommen und konnte mich direkt mit Taylor identifizieren. Doch dann trifft sie auf Dan, ihren besten Freund aus der Kindheit, mit dem sie schon einige Jahre nicht mehr gesprochen hat. Er bietet ihr an, sie bei sich in der WG aufzunehmen. Nach ihren vergangenen Tagen möchte sie aber nicht mit einem Kerl zusammenwohnen, bei dem sie nicht weiß, was Sache ist. Als Dan ihr dann sagt, dass er schwul ist und sie sich in dieser Richtung keine Gedanken machen musst, willigt sie ein und sieht zumindest einen kleinen Hoffnungsschimmer am Horizont.

Was ich ziemlich schade finde: die Geschichte war von Anfang an sehr vorhersehbar. Klar, das ist in diesem Genre oftmals der Fall. Aber es gab zwischendurch für mich auch keine wirklichen Überraschungen oder Wendungen, die mich aus dem Konzept gebracht haben.

Trotzdem ist es schön zu sehen, wie Dan, der nur vorgibt, schwul zu sein, alles für Taylor auf sich nimmt. Er will sie beschützen vor allem, was die Welt ihr entgegen bringt. Und das hat Dawson wirklich toll beschrieben. Man merkt, wie sehr er sie liebt und dass er alles für sie tun würde. Das wird in jeder Zeile des Buches deutlich.

Was mir darüber hinaus gut gefallen hat, war der Perspektivenwechsel. Fast jedes Kapitel wurde abwechseln aus Dans oder Taylors Sicht beschrieben. Ich mag es, wenn man die Gefühle und Gedanken von beiden Protagonisten nachvollziehen kann. Das macht die Geschichte sehr lebendig und man kann ihr dadurch sehr gut folgen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
  • Gefühl
Veröffentlicht am 19.02.2019

Unglaublich gut umgesetzt!

Someone New
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Ich muss gestehen, dass ich vorher noch kein Buch von Laura Kneidl gelesen habe. Aber das wird ganz bestimmt nicht so bleiben. Denn durch ihren tollen Schreibstil werde ich bald auch zu ihren anderen Büchern ...

Ich muss gestehen, dass ich vorher noch kein Buch von Laura Kneidl gelesen habe. Aber das wird ganz bestimmt nicht so bleiben. Denn durch ihren tollen Schreibstil werde ich bald auch zu ihren anderen Büchern greifen. Sie hat es geschafft, mich mit nur wenigen Worten in diese Geschichte rund um Micah und ihr Leben zu ziehen und mich erst wieder losgelassen, als ich die letzte Seite gelesen habe. Das ging mir schon lange nicht mehr so.

Aber von Anfang an: Der Hype rund um das Buch hat ja schon Ende 2018 begonnen und ich konnte mein Glück nicht fassen, als ich bei lesejury.de zu den glücklichen Auserwählten gehört habe, die es in der Schnell-Leserunde lesen durften.

Micah war mir vom ersten Augenblick an sympathisch. Das könnte unter anderem auch daran liegen, dass es relativ am Anfang an Anspielung zu „Supernatural“ gab und naja, da war es um mich eigentlich schon geschehen. Micah ist in einer reichen Familie aufgewachsen und musste sich in ihrer Kindheit keine Gedanken über Geld etc. machen. Sie hatte es einfach. Und sie war überzeugt, dass ihre heile Welt so bleiben wird. Doch als ihr Bruder seiner Familie gestand, dass er homosexuell ist, dreht sich das Blatt. Er wird von seinen Eltern verstoßen und fortan nicht mehr erwähnt. Und auch Micah hört nichts mehr von ihm. Man merkt relativ schnell, wie sehr sie an ihrem Bruder hängt und wie sehr sein Verschwinden ihre eigene Welt durcheinander bringt. Doch trotzdem hält sie an ihren Eltern fest und hofft, dass sie ihre Meinung nochmal ändern, wenn ein wenig Zeit vergangen ist.

Als sie mit ihrem Jura-Studium beginnt, welches sie nur ihren Eltern zuliebe belegt, zieht sie in ihre erste eigene Wohnung und versucht dadurch, ihr eigenes Leben zu leben und sich in gewisser Weise von ihren Eltern abzukapseln. Mal abgesehen davon, dass die Wohnung von ihren Eltern gekauft wurde. In den ersten Wochen ihres Umzugs wird sehr schnell klar, dass sie eigentlich keine Ahnung davon hat, wie man lebt, kocht, wäscht oder Zimmer einrichtet. Was ich allerdings toll daran finde: sie ist sich nicht zu fein, genau das zuzugeben und um Hilfe zu bitten. Sie weiß, dass sie in einer Art goldenen Käfig aufgewachsen ist, aber jetzt beginnt ein neues Kapitel in ihrem Leben.

Das liegt unter anderem auch an Julian, ihrem neuen Nachbarn. Sie ist ihm vorher schon mal auf einer Feier ihrer Eltern begegnet, als er dort gekellnert hat und wegen Micah rausgeschmissen worden ist. Relativ schnell entwickelt sich eine schöne Freundschaft zwischen den Beiden. Doch wir Leser merken, dass sich hierbei nach und nach mehr als nur eine Freundschaft entwickelt. Das Gute: Kneidl hat den Fokus erstmal nur auf die Freundschaft gelegt und dann nur nach und nach Gefühle eingebaut. Ich finde es toll, dass die Beiden nicht direkt gedanklich übereinander herfallen, wie es bei einigen anderen New Adult Büchern der Fall ist. Hier entwickelt sich sehr langsam etwas ganz Besonderes.

Da ich euch ungern mit der Auflösung des Buches spoilern möchte, sei nur so viel gesagt: die Geschichte entwickelt sich in eine andere Richtung als anfänglich gedacht. Aber die Botschaft und das Thema sind so unglaublich wichtig und ich habe großen Respekt vor Kneidl, dass sie es so schön in die Geschichte eingebaut hat. Denn wir erfahren auf den letzten Seiten, welches Geheimnis Julian schon so lang mit sich trägt und viele Situationen machen durch diese Auflösung erst einen richtigen Sinn.

Das Buch ist mit so viel Liebe zum Detail gespickt und ich habe es genossen, die Geschichte von Micah und Julian zu begleiten. Aber auch die Nebencharaktere sind gut ausgewählt. Besonders Julians Mitbewohner Cassie und Auri habe ich direkt ins Herz geschlossen. Daher freue ich mich, dass der zweite Band der Reihe (Someone Else) ihre Geschichte thematisieren wird.

Fazit:
Wie schon beschrieben, handelt es sich hierbei um ein sehr wichtiges Buch mit einer starken Message. Und ich bin so froh, dass ich es lesen durfte. Ich kann es wirklich nur jedem ans Herz legen. Laura Kneidl hat es geschafft, eine einfühlsame und herzliche Geschichte zu schaffen, die trotz vieler Probleme und vor allem viel Unverständnis einfach nur unglaublich ist.

  • Cover
  • Handlung
  • Charaktere
  • Gefühl
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 28.12.2018

Leider nicht ganz überzeugend

Mein Weihnachtswunsch bist du
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Ich habe mich bei diesem Buch auf einen schönen, romantischen und winterlichen Liebesroman gefreut. Sowas muss ja auch mal sein Aber leider war davon nicht sehr viel zu spüren.
Die Geschichte plätschert ...

Ich habe mich bei diesem Buch auf einen schönen, romantischen und winterlichen Liebesroman gefreut. Sowas muss ja auch mal sein Aber leider war davon nicht sehr viel zu spüren.
Die Geschichte plätschert so dahin, ohne dass sie richtig in Fahrt kommt.

Der Anfang war noch sehr vielversprechend. Wir lernen die Charaktere kennen und ich habe direkt Sadie, die Tochter von Leah, ins Herz geschlossen. Sie ist unglaublich erwachsen für ihr Alter. Aber hat trotzdem diese süße Kindlichkeit, die man in ihrem Alter noch hat. Und auch Leah wirkt sehr sympathisch. Sie ist alleinerziehende Mutter und hat es dadurch nicht sehr leicht. Ihre Nan war in den Momenten, in denen sie einfach nicht weiter wusste, immer an ihrer Seite und so war der Moment, als sie gestorben ist, ganz besonders schlimm für sie. Der einzige Halt hat ihr die Vorstellung gegeben, dass sie Evergreen Hill, das Anwesen ihrer Nan, erben wird. Darüber haben sie früher immer wieder gesprochen und darüber nachgedacht, was Leah mit diesem Anwesen machen wird.
Doch dann kommt der Schock: Sie ist nicht alleinige Erbin von Evergreen Hill. Sie soll es sich mit David teilen, den sie noch aus ihrer Kindheit kennt, aber seit vielen Jahren nicht mehr gesehen hat. Sie versteht die Welt nicht. Und wundert sich vor allem deshalb, weil Nan nie von David erzählt hat. Warum sollten sich die beiden nun ihr Erbe teilen?

Als Leah sich nach der Verkündung mit David trifft, wird ihr allerdings klar, dass auch er viele Erinnerungen an Evergreen Hill hat. Denn auch er ist dort aufgewachsen. Seine Oma hat Leahs Nan das Anwesen verkauft und David konnte daraufhin seine Ferien nicht mehr dort verbringen. Aber er verbindet viele schöne Erinnerungen an Evergreen Hill und macht Leah relativ schnell deutlich, dass er ihr seinen Anteil nicht überlassen, sondern sie auszahlen möchte. Das zieht Leah den Boden unter den Füßen weg. Sie war davon ausgegangen, dass David schnell einlenken und ihr den Vortritt lassen wird.

Es beginnt ein Gedankenchaos, da Leah auf der einen Seite Evergreen Hill nicht verlassen möchte. Auf der anderen Seite kann sie das Geld von David sehr gut gebrauchen, um Sadie mehr in ihrem Leben bieten zu können.

Die Geschichte an sich hat wirklich sehr viel Potential, weshalb ich mich so gefreut habe, dass ich das Buch lesen durfte. Aber leider sind für mich einige Situationen und vor allem Leahs Verhalten nicht nachvollziehbar. Leah verhält sich sehr widersprüchlich. Von Anfang an ist klar, dass sie alles für dieses Anwesen tun würde und vor allem auch dafür, ihrer Nan wieder nah zu sein. Sie schwärmt von ihren Plänen, die sie gemeinsam mit Nan geschmiedet hat und die sie in die Tat umsetzen möchte. Und dann erscheint David und sie ist plötzlich sehr kleinlaut und akzeptiert letztlich, dass David sie auszahlt. Sie ist einfach sehr naiv und es wirkt, als ob David diese Eigenschaft an ihr ausnutzt.

Geld spielt in diesem Roman eine große Rolle. Und das hat mich beim Lesen sehr gestört. Ich kann gut nachvollziehen, dass Leah ihrer Tochter mehr bieten möchte. Gar keine Frage. Aber auch abgesehen von dem Angebot, dass David Leah auszahlen möchte, geht es durchweg darum, was David alles mit seinem Geld macht und wie er Leah und ihre Familie damit letztlich um den Finger wickelt. Das finde ich sehr schade. Für mich haben diese Situationen die weihnachtliche Stimmung zerstört. 

Und auch die Geschichte von David und Leah ist mir zu platt umgesetzt. Ich als Leser konnte nicht richtig spüren, wie sich etwas zwischen den beiden entwickelt hat. Sie wissen sehr wenig übereinander, haben vor allem am Anfang nur über ihre Vergangenheit auf Evergreen Hill gesprochen. Natürlich schweißt sowas auch zusammen. Gar keine Frage. Aber mir hat darüber hinaus einfach etwas gefehlt, was die entstehende Liebe der Beiden ausmacht.

Toll finde ich allerdings Leahs beiden Freundinnen Roz und Louise. Beide begleiten sie nun schon seit vielen Jahren und gemeinsam mit ihren Kindern verbringen sie viele Stunden zusammen. Vor allem Roz nimmt kein Blatt vor den Mund und macht Leah von Anfang an klar, dass sie David nicht einfach widerstandslos Evergreen Hill übergeben soll. Sie zeigt ihr, wie viele Erinnerungen an Nan daran hängen und dass sie für ihre Träume kämpfen soll. Das ist eine unglaublich schöne Eigenschaft und wahrscheinlich genau das Richtige für Leah, die einfach nicht deutlich macht, was sie will, sondern eher klein beigibt. 

Was mir leider total gefehlt hat ist die Weihnachtsstimmung. Die ist bei mir gar nicht aufgekommen. Es wird zwar zwischendurch immer wieder Bezug auf das Fest genommen, aber die Stimmung kommt einfach nicht auf. Das finde ich wirklich schade. Bei diesem Buch habe ich es schon erwartet. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass im letzten Drittel einfach alles etwas überzogen dargestellt wird und mir das letztlich zu viel war. Mir hat aber die Besinnlichkeit gefehlt.

Fazit:
Alles in allem ist es eine schöne Geschichte, die aber eindeutig noch Luft nach oben hat. Der Fokus der Geschichte hätte ein bisschen anders gesetzt werden müssen, damit auch wirklich eine Weihnachtsstimmung für den Leser entsteht. Ich bin von diesem Buch leider etwas enttäuscht.

  • Cover
  • Stimmung
  • Geschichte
  • Gefühl
  • Figuren