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Veröffentlicht am 25.05.2021

Soul Food

Soul Food
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Emonis große Leidenschaft ist es zu kochen, um dieser wenigstens etwas nachgehen zu können jobbt sie neben der Highschool in einem Bürgerladen. Doch dies ist nicht der einzige Grund, denn Emoni ist Mutter, ...

Emonis große Leidenschaft ist es zu kochen, um dieser wenigstens etwas nachgehen zu können jobbt sie neben der Highschool in einem Bürgerladen. Doch dies ist nicht der einzige Grund, denn Emoni ist Mutter, mit 17, der kleinen Emma. Mit Emma und ihrer ´Buela lebt Emoni zusammen. Denn ihre Mutter ist tot und ihr Vater zurück nach Puerto Rico gegangen. Emoni ist kurz davor die Highschool zu beenden und sollte sich völlig auf das letzte Jahr konzentrieren, doch dies ist gar nicht so einfach da so viel um sie herum passiert und das Geld mehr als nur knapp ist. Als dann an ihrer Schule ein Culinary-Arts-Kurs angeboten wird, fühlt sie sich ihrem größten Zukunftstraum dann aber doch etwas näher. Doch dann kommt ein neuer Schüler in die Klasse, der die Turbulenzen in Emonis Leben perfekt macht.
Für mich war „Soul Food“ ein Roman, den ich nach dem Aufschlagen nur noch schwer aus der Hand legen konnte. Denn die Autorin Elizabeth Acevedo beherrscht eine ganz wunderbare Art, zu schreiben und ihre Charaktere mit der nötigen Persönlichkeit auszustatten. Gerade die Hauptprotagonistin Emoni war so toll gezeichnet: sie ist klug und talentiert, aber auch mitfühlend, aufopfernd und lebensfroh. Doch auch die anderen Protagonisten im Buch waren bis ins Detail toll ausgearbeitet und beschrieben, egal ob es sich dabei um die selbstbewusste und queere beste Freundin Angelica oder der hinreißende neue Mitschüler Malachi handelte.
Was mir am Roman auch gut gefallen hat war, dass dieser ganz ohne die typischen Fokussierungen und Überdramatisierung der Beziehungen ausgekommen ist. Die Autorin hat hierbei den Fokus viel mehr auf Themen wie Herkunft, Zugehörigkeit, Erwachsen-Werden, Rassismus und Vorurteile gelegt. Doch all diese Themen hat sie wundervoll miteinander verknüpft und in einer tollen und ans Herz gehenden Liebesgeschichte verpackt. So wird Emoni und all den anderen Charakteren der Raum gegeben der ihnen gebührt und benötigt wird, um die Geschichte zu dem zu machen, was sie ist. Neben den eben bereits genannten Themen geht es im Roman jedoch auch um das Kochen und somit sind im Buch auch drei Rezepte zu finden, was ich wirklich sehr süß fand. Diese Rezepte passten auch wirklich immer sehr gut zum Abschnitt des Buches und ich freue mich schon darauf, wenn ich die Rezepte mal ausprobiere. Gut gefallen hat mir auch, dass die Kapitel sehr kurz waren und immer einen sehr sehr passenden Namen trugen. Auch Emonis Experimentierfreudigkeit beim Kochen hat mir gefallen, sowie die detailreichen Beschreibungen!
Die Autorin hat wirklich eine ganz eigene Art mit Worten umzugehen, doch gerade diese macht die Geschichte zu etwas ganz Besonderem! Ich hätte so eine Geschichte gerne gelesen als ich noch etwas jünger war, doch auch als erwachsene habe ich den Roman sehr gerne gelesen. Deshalb an dieser Stelle: eine ganz große Empfehlung und ganz viel Spaß und Genuss beim Lesen!

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Veröffentlicht am 25.05.2021

Mädchen, Frau etc.

Mädchen, Frau etc. - Booker Prize 2019
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Mädchen, Frau etc. war für mich ein sehr spannendes Buch. Es hat mich begeistert, wie verworren und verbunden die Leben, der vorkommenden Frauen, miteinander waren. Bernardine Evaristo schaffte es mit ...

Mädchen, Frau etc. war für mich ein sehr spannendes Buch. Es hat mich begeistert, wie verworren und verbunden die Leben, der vorkommenden Frauen, miteinander waren. Bernardine Evaristo schaffte es mit ihrem Roman so viele Leben detailliert und spannend darzustellen und auch noch den aktuellen Bezug wunderbar darzustellen.

Beim lesen wurde ich oft an Sally Rooney erinnert. Denn auch Evaristo verzichtet in ihrem Roman auf jegliche Groß- und Kleinschreibung, sowie die Punkt- und Kommasetzung. Auf den ersten paar Seiten, war dies komisch doch konnte ich mich schnell daran gewöhnen. Auch der Aufbau des Buches hat mir gefallen. Man lernt immer neue Frauen kennen, fast alle kennen sich über zehn Ecken und am Ende werden alle zusammengeführt. Es war so spannend, sich mit ihnen und ihrem Leben, den Entwicklungen und Hintergründen auseinander zu setzen. Für mich ist Mädchen, Frauen etc ein sehr starkes Buch und ich hoffe in Zukunft noch mehr von dieser Art lesen zu können.

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Veröffentlicht am 25.05.2021

Der große Sommer

Der große Sommer
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Es ist Sommer, die Sonne scheint, es ist warm, die Ferien stehen vor der Tür und Frieder ist entsetzt: Er soll die Ferien bei den Großeltern verbringen, sechs lange Wochen, kein Urlaub an der See. Ferien ...

Es ist Sommer, die Sonne scheint, es ist warm, die Ferien stehen vor der Tür und Frieder ist entsetzt: Er soll die Ferien bei den Großeltern verbringen, sechs lange Wochen, kein Urlaub an der See. Ferien bei Nana sind ok, Nana ist herzlich, ein Lichtblick und lieb, aber der Herr Professor, den Frieder erst seit ein paar Jahren Großvater nennen darf, der ist streng! Er ist unnahbar und durch und durch kompliziert, man weiß nie, woran man bei ihm ist. Alles nur, weil Frieder in die Nachprüfung muss - Latein und Mathe. Und dann ist da auch noch Beate, das Mädchen aus dem Schwimmbad mit dem flaschengrünen Badeanzug, die Frieder nicht mehr aus dem Kopf geht, doch zum Glück sind Johann und seine Schwester Alma da!

Schon der Roman "Alte Sorten" konnte mich im letzten Jahr unglaublich begeistern. Ich mochte den Schreibstil, die Bilder, die beim Lesen gezeichnet wurden und die Art und Weise wie das Buch von Seite zu Seite wuchs. Deshalb war für mich auch vom ersten Moment an klar, dass ich unbedingt "Der große Sommer" lesen muss! Das schöne daran ist, dass beide Geschichten mich nicht enttäuscht haben und ich, wenn möglich, ein noch größerer Fan von Ewald Arenz geworden bin. Herr Arenz schafft es mit seinem Roman den Leser bereits von der ersten Seite an mitzunehmen, ihn durch die Geschichte zu führen und erst gehen zu lassen, wenn die letzte Seite gelesen wurde. Wobei, eigentlich ist dies gelogen, denn auch nach der letzten Seite denkt man an die Geschichte und die darin vorkommenden Personen.

Im Roman lernt Frieder nicht nur seine große Liebe kennen, sondern auch wichtige Lektionen fürs Leben. Er lernt, dass das Leben vergänglich ist, er lernt, dass man der Mensch wird der durch die Familie geprägt wird und das viele Entscheidungen in der Vergangenheit auch die Zukunft nachhaltig prägen. Auch als Leser lernt man viel; man lernt, wie vielschichtig die Liebe ist. Egal ob schmerzhaft oder heiter, ob familiär, freundschaftlich oder die große Liebe, sie prägt und bildet so nicht nur eine Bereicherung, sondern auch ein starkes Band. Dieses Band wird vor allem durch die Geschichte von Frieder, Alma, Johann und Beate präsent und zeigt, wie wichtig Liebe und Freundschaft sind - das hat mir besonders gut gefallen!

Besonders war wie immer die Sprache und Wort Verknüpfung von Ewald Arenz. Er weiß wie er Sätze bilden muss, um die tollsten und schönsten Sätze zu kreieren. Um Schauplätze erschaffen zu können, von denen man glaubt bereits dagewesen zu sein. Um dann doch nicht zu wissen wo man eigentlich ist oder auch um Gerüche in der Nase zu haben, die so untypisch für den Sommer sind, dass sie doch einfach wunderbar in die Zeit passen.

Mir hat "Der große Sommer" sehr gut gefallen. Ich habe das Buch sehr gern gelesen und mir auch die Zeit gelassen, die dieses Buch einfach verdient. Ich bin glücklich Teil von Frieders Welt gewesen zu sein, den Sommer kennengelernt zu haben der alles veränderte und wieder mal ein tolles Buch gelesen zu haben! Ich freue mich schon auf den nächsten Roman und werde bis dahin gern an diesen zurückdenken.

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Veröffentlicht am 25.05.2021

Irgendwo ist immer irgendwer verliebt

Irgendwo ist immer irgendwer verliebt
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Chelsea fällt aus allen Wolken, als ihr Vater ihr eröffnet das er wieder heiraten wird. Ausgerechnet Sheri! Die Frau, die ihren Vater bei einer Auktion ersteigert hat und ihn gerade einmal zwei Wochen ...

Chelsea fällt aus allen Wolken, als ihr Vater ihr eröffnet das er wieder heiraten wird. Ausgerechnet Sheri! Die Frau, die ihren Vater bei einer Auktion ersteigert hat und ihn gerade einmal zwei Wochen kennt. Nach einem Gespräch mit ihrer Schwester Annabelle stellt Chelsea fest das sie sich selbst in den letzten sieben Jahren verloren hat. Um sich an ihr altes Ich zu erinnern beschließt sie die Orte aufzusuchen, die sie vor sieben Jahren glücklich gemacht haben, Irland, Frankreich und Italien und mit ihnen auch die Männer deren Lippen sie während ihres Aufenthaltes geküsst hat.
Der Roman „Irgendwo ist immer irgendwer verliebt“ ist eine süße Geschichte die es dem Leser ermöglicht auf etwa 400 Seiten in vier Ländern zu reisen. Chelsea ist eine taffe Karrierefrau, die es sich zur Aufgabe gemacht hat Spendengelder gegen den Krebs zu akquirieren und dabei häufig durch ihren Arbeitskollegen und Konkurrenten Jason ausgebremst wird. Während ihrer Reise begegnet man Chelsea von einer anderen Seite. Man erlebt, wie sich wandelt. Sie wird fröhlich, lacht und genießt das Leben.
Besonders gut gefallen hat mir der Teil, der in Paris spielte – Paris is always a good idea! Aber auch, wie die Schauorte im Buch beschrieben wurden und der Schreibstil der Autorin. Zu Beginn der Geschichte hatte ich noch ein paar Probleme, um in die Geschichte eintauchen zu können, doch irgendwann flog ich nur noch durch die Seiten. Für mich hatte dieses Buch alles, was eine gute Geschichte ausmacht. Es war lustig, traurig, romantisch und erlebnisreich. Es lud zum Träumen und Reisen ein und sorgte so für ein tolles Leseerlebnis! Auch wenn ich ab einem gewissen Zeitpunkt wusste wohin diese Geschichte führen würde, wurde man doch überrascht und litt mit Chelsea mit, wenn sie selbst am Boden war.
Ich habe diese Geschichte gerne gelesen und freue mich schon darauf, wenn ich das nächste Buch der Autorin lesen kann.

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Veröffentlicht am 10.04.2021

Hard Land

Hard Land
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Missouri 1985: Sam würde sich nicht unbedingt als "coolen" Jugendlichen bezeichnen. Er ist introvertiert, ängstlich, schlaksig, wenig muskulös und außerdem sehr klein. Freunde hat er keine. Früher mal, ...

Missouri 1985: Sam würde sich nicht unbedingt als "coolen" Jugendlichen bezeichnen. Er ist introvertiert, ängstlich, schlaksig, wenig muskulös und außerdem sehr klein. Freunde hat er keine. Früher mal, Stevie, aber der ist weggezogen und seitdem ist er alleine - zumindest so lange, bis er einen Job im Kino, im "Metropolis" annimmt.
Dort arbeitet er gemeinsam mit Brand, der von allen nur "Hightower" genannt wird, Cameron und Kristie. Die drei nehmen Sam nach und nach in ihre Gruppe auf. So beginnt ein Sommer voller Musik, Filmen, Partys und ersten Malen für Sam, der durch ein einschneidendes Erlebnis ein abruptes Ende findet...

Für mich war "Hard Land" eine Mischung aus Spaß, Traurigkeit, Nostalgie und Freude. Ich habe keinen großen Bezug zu den 80ern, außer das es dire Jugenjahre meiner Eltern waren und noch heute die Musik von damals gespielt wird, die ich, nebenbei gesagt sehr gerne höre. Doch meistens fühlte ich mich in einer langen Episode von "Stranger Things", nur dass die übernatürlichen Effekte gefehlt haben. Aber es war spannend, hat spaßgemacht durch Grady zu laufen und die Protagonisten näher kennenzulernen.

Generell mochte ich die Protagonisten aus "Hard Land" gerne. Sam, der eine typische Wandlung für Adoleszenz macht oder Hightower, hinter dessen ruhiger und abweisender Fassade ein großes Herz schlummert. Oder Kirstie, die versucht so erwachsen und cool zu sein, aber im Herzen doch noch ein kleines verrücktes Mädchen ist.

Wells hat es mit Worten geschafft tiefe Gefühle in einem hervorzubringen. Man fühlte sich geborgen, konnte lachen und weinen. Ich denke, jeder hat schon einmal durchgemacht, was Sam und seinen Freunden in jenem Sommer passierte und was sie erlebten, denn dies gehört zum Erwachsenwerden dazu.

Aber ich muss auch sagen, das ich am Anfang ein paar Probleme hatte. Ich kam nicht richtig in die Geschichte hinein. Sie hatte keinen Schwung und wirkte langweilig. Zum Glück änderte sich dies bald darauf, da sich hinter "Hard Land" eine wirklich schöne Geschichte verbirgt. Fast schon besser als der letzte Roman von Benedict Wells "Vom Ende der Einsamkeit".

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