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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.01.2021

Ein großartiges neues Autorenduo

Die siebte Zeugin
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An einem Sonntagmorgen in Berlin fährt der Verwaltungsbeamte Nikolas Nölting mit seinem Fahrrad zum Bäcker. Doch statt Brötchen zu holen, schlägt er einen Polizisten nieder, entwendet ihm die Schusswaffe ...

An einem Sonntagmorgen in Berlin fährt der Verwaltungsbeamte Nikolas Nölting mit seinem Fahrrad zum Bäcker. Doch statt Brötchen zu holen, schlägt er einen Polizisten nieder, entwendet ihm die Schusswaffe und betritt die Bäckerei. Dort erschießt er scheinbarwahllos einen Mann, der an einem Tisch stitzt, Kaffee trinkt und Zeitung liest und verletzt dazu zwei weitere Personen durch leichte Schussverletzungen. Danach legt Nölting die Waffe nieder und lässt sich anschließend widerstandslos festnehmen. Zu der Tat jedoch schweigt er und verweigert jede Aussage. Was also ist passiert?

Mit “Die 7. Zeugin” bringt das Autorenduo Schwiecker/Tsokos am 01. Februar 2021 gemeinsam mit dem Knaur-Verlag einen Justizkrimi heraus. Dabei handelt es sich um den Auftaktroman für die neune Eberhardt/Jarmer Reihe. Besonders interessant am Autorenduo ist dabei, dass Florian Schwieckert viele Jahre in Berlin als Strafverteidiger gearbeitet hat und Michael Tsokos als Professor für Rechtsmedizin der Charité Berlin seine Erlebnisse und Erfahrungen in die Geschichte mit einfließen lässt - ein einmaliges Leseerlebnis.

Das Cover ist sehr schlicht, aber durch klare Farben (weiß, rot, schwarz) geprägt. Geübten Krimi und Thriller Fans fällt zudem gleich der Name Tsokos auf und verspricht hochspannung und atemlose Momente. Das Coverbild, ein Gerichtssaal von innen und der Titel (die 7. Zeugin) untermauern einen ersten positiven und spannenden Eindruck.
Durch den bildhafte und flüssige Schreibstil der Autoren ist der Einstieg ins Buch wirklich leicht und sorgt für Lust auf mehr, sodass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte.
Von Anfang bis Ende fand ich es einfach nur super spannend! Nikolas Nölting macht es seinem Strafverteidiger Rocco Eberhardt mit seinem Schweigen nicht leicht und sorgt beim Leser für viele Fragezeichen. Ganz langsam entblättert der Anwalt mit Hilfe von Jarmer und seinem Kumpel Tobi, Kapitel für Kapitel eine menschliche Tragödie, die einem Angst und Bange werden lässt!

Diese Reihe muss man sich merken und im Auge behalten! lAs die eigentliche Geschichte bereits abgeschlossen war, wurde eine, als Leser, schon ein leichter Schubs in die Richtung des zweiten Bands gegeben und dieser klingt mehr als nur spannend und nervenaufreibend.

Dem Autorenduo Schwiecker/Tsokos ist ein exzellenter Justizkrim aus den Federn geflossen, dem ich nur eine uneingeschränkte Leseempfehlung aussprechen kann! Von mir gibt es deshalb wohlverdiente 5 Sterne!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.01.2021

Ein nettes Buch für einen kalten Leseabend!

Kissing Chloe Brown
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Chloe ist krank. Nach einer verschleppten Erkältung leidet sie unter chronischen Schmerzen. Doch mit Anfang dreißig und einem Nahtoderlebnis entschließt sie sich ihr Leben umzukrempeln und sich nicht länger ...

Chloe ist krank. Nach einer verschleppten Erkältung leidet sie unter chronischen Schmerzen. Doch mit Anfang dreißig und einem Nahtoderlebnis entschließt sie sich ihr Leben umzukrempeln und sich nicht länger von ihrer Krankheit unterbuttern zu lassen.
Also sucht sie sich eine Wohnung und zieht aus dem Elternhaus aus. Im neuen Haus lernt sie den Hausmeister Redford kennen. Vom ersten Moment an können die beiden sich nicht ausstehen oder gibt es doch eine Anziehung...?

Mir hat das Buch gut gefallen. Ich mochte Chloes Art, ihre Aktionen mit Klecks und auch wie sie mit den Schmerzen durch ihre Krankheit umgeht. Aber auch ihre flippigen Schwestern Eve und Dani waren mir vom ersten Moment an sympathisch. Redford hat eine wirklich tolle Ausstrahlung und scheint ein toller Maler zu sein. Ein paar Kritikpunkte habe ich aber leider doch.
Der Einstieg ins Buch war etwas steinig und fiel mir schwer, da er sich etwas gezogen hat. Genauso hatte ich das Gefühl, dass das Buch an einer Stelle einen Sprung gemacht hat wodurch die Geschichte sich sehr verändert und klischeehaft geworden ist.
Talia Hibberts´ Debüt ist dennoch nett zu lesen und beschert einem ein paar nette Lesestunden! Ich freue mich schon sehr die nächsten Bücher der Autorin zu lesen und mehr über die anderen Schwestern zu erfahren und auch hoffentlich Chloe ein paar mal über den Weg zu laufen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.01.2021

Ungezähmt

Ungezähmt
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Ich musste wirklich sehr sehr lange über "Ungezähmt" nachdenken, weshalb ich mir auch sehr viel Zeit für diese Rezension genommen habe. Nachdem ich das Buch final zugeklappt hatte war ich wirklich positiv ...

Ich musste wirklich sehr sehr lange über "Ungezähmt" nachdenken, weshalb ich mir auch sehr viel Zeit für diese Rezension genommen habe. Nachdem ich das Buch final zugeklappt hatte war ich wirklich positiv gestimmt. Klar, es gab ein paar Dinge die mich gestört habe bzw. bin ich an der einen oder anderen Stelle auch mit anderen Erwartungen an das Buch heran getreten, doch alles in allem war ich positiv gestimmt.
Zwar ist das Buch an der einen oder anderen Stelle auch über das Ziel hinausgeschossen, doch waren andere Ausführungen dafür umso spannender und inspirierender. Gerade Glennon Doyles´ Trennung und Outing fand ich unglaublich kraftgebend und Mut zusprechend, auch wenn ich selbst nicht betroffen bin.

Zu erst einmal: absolut lebensverändert und unheimlich bewegend finde ich es nicht. Man kann dieses Buch lesen, sollte jedoch wissen, wie die beschriebenen Dinge einzuordnen sind und daraus seine Lehren ziehen. Für mich ist die Autorin interessant. Ich finde es spannend über ihr Erlebnisse zu lesen und sie kennenzulernen. Um so offen über ihr alte Alkoholsucht zu sprechen, ihre Trennung mit dem Ehemann, die Liebe zu einer Frau zu finden und auch Gott - um so zu sprechen, dafür gehört einiges dazu. Dennoch finde ich, dass sie sehr festgefahren wirkt.

Ihre Erziehung, ihre Bindung zu Gott, ihr Umgang mit anderen und ihre Arbeit. All diese Punkte lassen den Eindruck entstehen, dass nur ihre Art des Umgangs der Richtige sei und alle anderen etwas falsch machen würden, dies finde ich sehr schade. Ich finde es toll, dass Glennon Doyle zu sich gefunden hat, eins mit sich selbst ist und im Leben angekommen scheint, jedoch finde ich sie in ihren Ansichten etwas radikal. Vielleicht ist das auch die amerikanische Sicht der Ding und ich als Deutsche und Europäerin kann dies somit nicht nachvollziehen, doch für mich war dieses Buch ein Reinfall.
Auch die zum Teil sehr Gott lastigen Kapitel und Passagen wirkten auf mich etwas too much, mögen jemand andren jedoch gut gefallen.

Ich war davon überrascht, dass dieses Buch als eine Art Ansammlung langer und kurzer Essays geschrieben wurde und nicht als lange durchgehende Geschichte bzw. mehr als eine Biografie.
Dennoch, diese Art war interessant und so hat man als Leser auch viel erfahren.

Was also bleibt? Es bleibt ein Buch mit einem hübschen Cover und einem Inhalt, über den man streiten kann. Für mich ist dieses Buch, nach langer Überlegung, nichts ganzes und auch nichts halbes, weshalb es an dieser Stelle drei gutgemeinte Sterne von mir gibt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.12.2020

Die Unschärfe der Welt

Die Unschärfe der Welt
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Langezeit habe ich mich gefragt, wo "Die Unschärfe der Welt" eigentlich ansetzt, mittlerweile habe ich es herausgefunden. Das Buch beginnt in Rumänien, genauer in der Region Banat am Ende der sechziger ...

Langezeit habe ich mich gefragt, wo "Die Unschärfe der Welt" eigentlich ansetzt, mittlerweile habe ich es herausgefunden. Das Buch beginnt in Rumänien, genauer in der Region Banat am Ende der sechziger Jahre. Den Beginn bildet die Geschichte mit Florentine und Hannes die gerade nach Marosch gezogen sind. Florentine ist hochschwanger und eine Zeitlang ist es ungewiss, ob sie ihr Kind behalten wird. Die meiste Zeit spielt sich die Geschichte auf dem Pfarrhof ab, Hannes ist Pfarrer und wird durch die Erzählungen, die besondere Landschaft, aber auch die politische Lage der Region geprägt. In jedem Kapitel wandert die Geschichte weiter. Von Person zu Person und auch bis nach Deutschland. Schon nach dem zweiten Kapitel wird klar, diese Geschichte und die in ihr vorkommenden Personen hängen zusammen, jeder spielt im Leben des anderen eine große und wichtige Rolle und ohne den anderen würde diese Geschichte nicht funktionieren. So wird, über vier Generationen hinweg, ein Faden gesponnen der wunderschön ist. Er fängt die Probleme, politischen Spannungen und Momente voller Freude ein und schafft es so einen Roman mit tiefer Persönlichkeit zu schaffen.
Iris Wolff überzeugt dabei vor allem durch ihre sehr bildhafte und poetische Sprache, zieht jeden Lesenden in den Bann der Geschichte und lässt den Leser auch danach nicht wieder los.

Wer sich fallen lassen möchte, der sollte sich fallen lassen. Es geht um Familie, um Zugehörigkeit und Fremd sein, um Flucht und Zusammenhalt, Trauer und Hoffnung. Das Buch ist kurz, doch ändert das nichts daran, dass es intensiv und berührend ist und für mich zu den Highlights in 2020 dazu gehört.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.12.2020

Der erste Tote - der lieber tot geblieben wäre

Der erste Tote
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Carlos und Andrew sind Freunde, Journalisten und am wichtigsten sie sind ein Paar. Carlos schießt die Fotos, Andrew schreibt. Eines Tages, nachdem sie aus Poza Rica zurück nach Mexico City wollen, finden ...

Carlos und Andrew sind Freunde, Journalisten und am wichtigsten sie sind ein Paar. Carlos schießt die Fotos, Andrew schreibt. Eines Tages, nachdem sie aus Poza Rica zurück nach Mexico City wollen, finden sie am Straßenrand die Leiche eines toten Aktivisten. Von diesem Moment an wird sich für beide alles ändern. Sie finden sich in den schwarzen und gefährlichen Abgründen der Öl- und Fracking-Industrie wieder und müssen Tod und Furcht in kauf nehmen. Als Carlos dann ermordet wird, beginnt Andrew sich in die Machenschaften der Industrie hineinzubegeben und Carlos zu rächen.

Was als Hochspannend beschrieben wird, enttäuscht bereits nach etwa 20 Seiten. Die Story kommt nicht in fahrt, es gibt unlogische Sprünge und auch die Spannung fehlt.
Dieser angebliche Thriller wollte viel, konnte jedoch nur wenig. Es passiert nichts überraschendes, es gibt Beziehungen die jeglicher Grundlage entbehren und auch für den Sinn der Geschichte nicht beitragen. Der Spannungsbogen ist schwach und sorgte dafür, dass ich dieses Buch einfach nur noch hinter mich bringen wollte. Auch das Ende passt nicht wirklich. Es endet kurz und abrupt, sorgt für noch mehr Verwirrung und war für mich unlogisch. Ich weiß, dass diese Geschichte noch weitergehen soll, doch werde ich dies nicht mehr weiterverfolgen.
Ich finde es sehr schade, da die Geschichte doch vielversprechend klang.

  • Cover
  • Spannung
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere