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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.03.2024

NICHT NUR LA-LA-LA

Alice in La La Land
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Kelly Oram hat einen sehr warmen Schreibton, der bei mir ein direktes Wohlgefühl auslöst hat. Allgemein ist die Wortwahl sowie Erzählweise sehr lieblich und man verliert sich wahrlich in der Geschichte. ...

Kelly Oram hat einen sehr warmen Schreibton, der bei mir ein direktes Wohlgefühl auslöst hat. Allgemein ist die Wortwahl sowie Erzählweise sehr lieblich und man verliert sich wahrlich in der Geschichte.

Besonders die Entstehung der Beziehung gefiel mir sehr: Diese wirkte authentisch, und ich konnte die Gefühle der beiden gut nachvollziehen. Allgemein empfand ich den Roman größtenteils als emotional-mitreißend. So war ich wirklich investiert in Alices Suche nach ihrem Vater, und habe bei den dabei aufgetretenen Niederschlägen stark mitgefühlt. Die Sehnsucht nach ihrem Vater hat der gesamten Geschichte auch im Allgemeinen nochmal mehr Tiefe verliehen.

Einziger Kritikpunkt meinerseits ist, dass es am Ende ein wenig übertrieben dramatisch geworden ist, was man sich hätte sparen können. So wäre der Roman ohne dieses nämlich viel besser gewesen.

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Veröffentlicht am 15.03.2024

- Ich glaube nicht.

Keine Ahnung, ob das Liebe ist
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Julia Engelmann ist eine durchaus erfahrene Poetin. Ihre Texte sind großartig ausgearbeitet sowie stilistisch verfeinert. Typisch für sie ist, dass sie immer einen Refrain nutzt. Persönlich fand ich, dass ...

Julia Engelmann ist eine durchaus erfahrene Poetin. Ihre Texte sind großartig ausgearbeitet sowie stilistisch verfeinert. Typisch für sie ist, dass sie immer einen Refrain nutzt. Persönlich fand ich, dass dieser zumeist einen guten Rhythmus erzeugen konnte, was für eine dynamischere Leseerfahrung gesorgt hat.

Allerdings wurde teilweise damit übertrieben, und das einbauen eines Refrains in einen zweiseitigen Text wirkte eher zwanghaft hinzugefügt, als wie eine künstlerische Ergänzung/Stilistik. Zudem empfand ich die Anordnungen der Kapitel teilweise als unzusammenhängend, wofür ich mir eine bessere Struktur gewünscht hätte.

Darüberhinaus würde ich als persönliche Meinung noch hinzufügen, dass viele der Illustrationen eher misslungen waren und damit einhergehend unansprechend wirkten. Da hätte man besser die Anzahl dieser reduzieren und stattdessen auf eine gute Qualität achten sollen.

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Veröffentlicht am 10.03.2024

GESAGT.

Sie sagt. Er sagt.
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Mit seinem neuen Theaterstück thematisiert von Schirach die Komplexität eines Gerichtsverfahrens beruhend auf einer Anklage bezüglich eines sexuellen Übergriffes. Er zeigt dabei die Schwierigkeiten in ...

Mit seinem neuen Theaterstück thematisiert von Schirach die Komplexität eines Gerichtsverfahrens beruhend auf einer Anklage bezüglich eines sexuellen Übergriffes. Er zeigt dabei die Schwierigkeiten in der Beweisdarlegung auf, und gibt den Leser:innen tiefe Einblicke in einen solchen Prozess. Dabei bespricht er unter anderem auch Studien zu diesem Thema und verdeutlicht, wie alte Denkmuster den Urteilsbeschluss bis heute beeinflussen können.

Insgesamt gelingt es von Schirach in seinem Werk sehr gut dem schwierigen Thema gerecht zu werden. Er erfasst alle Facetten dessen, und bringt einem als Leser:in etwas Neues diesbezüglich bei. Der Schreibstil ist wirklich packend und man kann das Buch in einem Zuge durchlesen.

Abschließend; Ich habe das Theaterstück als sehr lehrreich, zum Nachdenken anregend und auch bewegend wahrgenommen. Dieses Werk lässt einen nicht so schnell wieder los, sondern hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

((An sich könnte ich noch deutlich mehr positive Aspekte hervorheben, aber das spare ich mir an der Stelle. Ich sag nur so viel: Kaufen Sie sich das Buch, es ist jeden Cent wert.))

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Veröffentlicht am 10.03.2024

Wo kommt der Titel her?

Du wirst an dem Tag erwachsen, an dem du deinen Eltern verzeihst
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Der Roman setzt sich aus einer Ansammlung von Briefen zusammen, welche eine Familie sich unter einander schreibt. Grundsätzlich geht es um den 40-jährigen Mann Boris, der seine Familie sieben Jahre ignoriert ...

Der Roman setzt sich aus einer Ansammlung von Briefen zusammen, welche eine Familie sich unter einander schreibt. Grundsätzlich geht es um den 40-jährigen Mann Boris, der seine Familie sieben Jahre ignoriert hat und sich nun - auf Grund therapeutischen Rats - wieder an diese wendet, um aus zusprechen, was ihn in seiner Kindheit sowie Jugend belastet hat. Dies löst dann eineFlut von Briefen aus, in denen es um Erziehungsfehler, Familiengeheimnisse und gesundheitliche Probleme geht. Übergeordnet stellt sich der Roman die Frage, ob wir prädispotiniert sind die Fehler unserer Eltern zu wieder holen und erörtert, ob Vergebung sowie ein Neuanfang so spät noch möglich sind.

Insgesamt haben mir die Idee sowie die Hauptaussagen im Roman sehr gefallen. Besonders die Mehrperspektivität ist dem Autor gelungen: Jeder Brief vermittelt andere Emotionen und zeigt einen anderen Schreibstill. Insgesamt gibt es 12 Personen, die sich in Briefform austauschen. Um den Überblick zu behalten, wer mit wem inwiefern verwandt ist, gibt es am Ende des Buches einen sehr hilfreichen Stammbaum der Familie.

Allerdings hat der Autor sich an einigen Stellen in unnötigem Drama verloren, was dann die Hauptbotschaft des Romans in den Hintergrund gerückt hat. Dies war besonders schwerwiegend, da das Buch sowieso nur 200 Seiten hat, womit ein wesentlicher Anteil des Romans mit unnützem Inhalt beschlagnahmt worden ist. Zudem zitiert der Autor an einigen Stellen Sätze andere Autoren. Dies ist nicht unbedingt schlecht, allerdings wirkte es so, als würde Salem selbst nicht in der Lage sein selber solch expressive und bedeutsame Worte zu finden.

Alles in allem hatte der Roman sehr viel Potenzial, welches sich auf Grund von künstlich geschaffenem Drama nicht voll entfalten konnte. Der Titel „Du wirst an dem Tag erwachsen, an dem du deinen Eltern verzeihst“ spielt also keine so große Rolle wie eigentlich vom Verlag propagiert wird, was ich als schade empfinde.

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Veröffentlicht am 05.03.2024

Das längste, unnütze Buch

Der längste, strahlendste Tag
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Wo fange ich an?

Zuerst einmal möchte ich mich auf den Schreibstil beziehen: Zu Beginn des Werkes schafft es Myers zunächst, die Natur durch seine Beschreibungen zum Leben zu erwecken und somit eine melancholisch-bedeutungsschwere ...

Wo fange ich an?

Zuerst einmal möchte ich mich auf den Schreibstil beziehen: Zu Beginn des Werkes schafft es Myers zunächst, die Natur durch seine Beschreibungen zum Leben zu erwecken und somit eine melancholisch-bedeutungsschwere Stimmung zu erzeugen. Dies verliert sich bedauerlicherweise aber nach den ersten 50 Seiten und weicht im Rest der Kurzgeschichten einer kühlen, knappen Erzählweise, die das Lesen eher mühsam werden lässt.

Ziel des Autors war wohl, seine Leser:innen, durch seine Geschichten einen Prozess des Nachdenkens und Reflektierens anzustoßen. Dies ist aber nur sehr vereinzelt gelungen. Vielmehr reihen sich in dem Buch austauschbare Erzählungen aneinander, ohne bei mir den gewünschten Effekt zu erzeugen. Dabei widerspricht die Reihenfolge der Geschichten jedweder Logik und scheint eher willkürlich. So kann ich in der Reihenfolge der Geschichten kein wirkliches Ordnungsprinzip erkennen.
Zudem fand ich eine Erzählung inhaltlich kritisch: Es geht darin um eine Figur, die ohne Kontext, Blackfacing betreibt, was vom Autor mit den Worten, der Charakter täte dies auch mit anderen Hautfarben, erklärt wird. Das ist aber dennoch ein schwieriger Ansatz, auf Grund der gesellschaftlich-geschichtlichen Bedeutung, die dieses mit sich bringt. In dem Punkt hätte ich mir eine stärkere Sensibilität seitens des Autors gewünscht. 

Insgesamt hat mich das Buch sehr enttäuscht, und ich rate vom Kauf ab. 

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