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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.05.2020

Enttäuschend

Blutgott
1

BLUTGOTT ist eine große Enttäuschung für mich gewesen. Ich hatte eine engagierte, schlaue Polizistinnen-Story erwartet, aber diese Ermittlerin ist hier nur die Stichwortgeberin für ihren Mann, den wahren ...

BLUTGOTT ist eine große Enttäuschung für mich gewesen. Ich hatte eine engagierte, schlaue Polizistinnen-Story erwartet, aber diese Ermittlerin ist hier nur die Stichwortgeberin für ihren Mann, den wahren Profiler (McDeath, haha) und andere Spezialisten aus LKA, BKA und ZIT.


In dem Buch geschehen sehr grausame Morde, die durch Killerkommandos 13-jähriger Jungen verübt werden, die im Internet durch den sogenannten BLUTGOTT dazu manipuliert und motiviert werden.


Dabei sollen wohl die drastischen Schilderungen der Tatorte den ansonsten langweiligen Ermittlungsverlauf ein wenig spannender machen, was aber nicht gelingt. Es bleibt ein Ekelgefühl, dass sich in den langwierigen Bürogesprächen allmählich verliert. In diesen Erörterungen wird ein Who is Who der Serienkiller, Mordsekten und Entführer aufgefahren, von Haarmann über die Manson Family bis zu Fritzl. Doch durch das Herunterbeten realistischer Fälle wird die laufende Ermittlung auch nicht interessanter.


Ich habe mich durch diese 400 Seiten gekämpft, um wenigstens die Spur eines tiefergehenden Konflikts zu finden. Diese Kids haben keine Freunde, Schule, Eltern oder Probleme, die über Internetporno hinausgehen? Jeder von ihnen muss doch ein eigenes Motiv haben, teilzunehmen. Fehlanzeige. Der Blutgott? Keine Ahnung. Auch Clara Vidalis selbst und ihren Ehemann lernt man nicht näher kennen. Die gemeinsame Tochter ploppt irgendwann anfangs mal kurz für 10 Zeilen auf, danach verschwindet sie in ewiger Fremdbetreuung.


Warm geworden bin ich weder mit dem Ermittlerteam noch mit der routinierten Schreibweise (dafür und für die ausführliche Recherche gibt’s den Stern) des Autors, der sich für teilweise geschmacklose Seitenhiebe auf Bahn, Post und Politik im Allgemeinen nicht zu schade war. Es herrscht ein herablassender, beinahe unsympathischer Ton und erst ganz am Ende kommt bei einem abrupt beendeten Show-Down ein klein wenig Spannung auf.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.05.2020

Sehr emotional und berührend

Marianengraben
0

Lange hat mich ein Buch nicht mehr so emotional berührt wie Marianengraben. Es behandelt das Thema Trauer auf eine sehr einzigartige und wundervolle Art und Weise. Die Beziehung zwischen Helmut und Paula ...

Lange hat mich ein Buch nicht mehr so emotional berührt wie Marianengraben. Es behandelt das Thema Trauer auf eine sehr einzigartige und wundervolle Art und Weise. Die Beziehung zwischen Helmut und Paula ist etwas ganz besonderes. Wie sie doch so unterschiedlich sind, aber sich dennoch gegenseitig Halt geben und ähnliches erlebt haben, war total faszinierend. Dass zwei so verschiedene Menschen das gleiche fühlen können fand ich sehr interessant. Diese Grundidee liefer enormes Potenzial für eine spannende Handlung, tolle Charakterentwicklung und tiefgreifende Gespräche. All das bekommen wir von der Autorin auch und ich fand es sehr schade, dass diese Geschichte nur knapp 250 Seiten lang war. Marianengraben ist ein tolles Buch für junge Erwachsene, die sich mit dem Thema Trauer mehr auseinander setzen wollen. Es berührt einen tief im Herzen. Die Handlung ist natürlich sehr vorhersehbar, aber dadurch wird das Buch nicht schlechter.

5/5 Sterne

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.05.2020

Keine Erleuchtung

Periode ist politisch
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Ein Buch über die Periode – mit mich als neue „Hobbyfeministin“ ein durchaus interessantes Thema. An Büchern dieser Art habe ich ja momentan viel Interesse. Und ich erwarte ehrlich gesagt auch viel von ...

Ein Buch über die Periode – mit mich als neue „Hobbyfeministin“ ein durchaus interessantes Thema. An Büchern dieser Art habe ich ja momentan viel Interesse. Und ich erwarte ehrlich gesagt auch viel von solchen Büchern. Wenn schon nicht neue Blickwinkel die mich zum Nachdenken animieren, dann wenigstens ein paar interessante Fakten. Leider konnte Frank Frei hier beides nicht abliefern. Man merkt doch recht schnell, dass dieses Buch nur eine aufgemotzte Abschlussarbeit ist, nur eben mit einem deutlich schlechteren Quellenverzeichnis. Die Autorin neigt zu vielen Wiederholungen und auf 250 Seiten liest man wenig neues. Viele Sätze und Thesen werden mehrfach wiederholt und dadurch entstehen viele langweilige Passagen. Noch dazu stößt man auf viele Fakten, die sich beim genaueren nachgoogeln aus Interesse als falsch oder ungenau herausstellen. Die Autorin sagt auch von sich aus, dass sie kein Interesse an der Biologie habe – und das merkt man dann in vielen Passagen auch.

Die Absicht hinter diesem Buch ist fantastisch und es ist längst überfällig, viele der hier genannten Dinge anzusprechen. Als eine Frau, die sich aber durchaus gerne mit dem Thema Periode auseinandersetzt (sie gehört halt seit 13 Jahren zu mir), konnte ich nicht viel neues erfahren. Ich teile viele Ansichten der Autorin, konnte hin und wieder beim Lesen zustimmend nicken. Aber das revolutionäre, das mich aus den Socken haut und auch mich noch zum Staunen bringen kann, das kam hier leider nicht vor. Ein interessantes Buch für junge Mädels, verklemmte Frauen und den ein oder anderen Mann, der sich an dieses Thema heranwagen möchte. Ihnen wird dieses Buch möglicherweise die Augen öffnen. Für mich war es leider nichts.

2,5/5 Sterne

(Und finde nur ich es merkwürdig, dass ein solches Buch gerade bei Heyne Hardcore gelandet ist?)

Vielen Dank an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.05.2020

Nicht so gut wie Teil 1

Wayward
0

Blake Crouch hat einen unglaublichen Schreibstil. Wenn man seine Bücher der Wayward-Pines-Reihe liest, fliegt man nur so durch die Seiten. Die Geschichte in der amerikanischen Kleinstadt Hayward wird in ...

Blake Crouch hat einen unglaublichen Schreibstil. Wenn man seine Bücher der Wayward-Pines-Reihe liest, fliegt man nur so durch die Seiten. Die Geschichte in der amerikanischen Kleinstadt Hayward wird in diesem Buch weitererzählt, nachdem Band 1 mit einem Knall endete. Nach dieser bombastischen Auflösung fiel mir der Einstieg in die Geschichte zwar wieder leicht, aber das gleiche Spanungsgefühl wie beim vorherigen Band wollte sich dann doch nicht ganz einstellen.
Mit dem Leichenfund in der Stadt kommt dann schließlich wieder Schwung in die Handlung. Wir begleiten Ethan und seine Frau dabei, wie sie versuchen zu rebellieren und jede Tat der beiden könnte ihre letzte sein. Das an sich war dann schon super spannend und fesselnd und man konnte dann doch schließlich das Buch nicht mehr zur Seite legen. Was mir an Spannung auf den ersten Seiten fehlte, bekam ich am Ende doppelt zurück.

Außerdem lernen wir als Leser die anderen Personen aus Wayward Eines endlich genauer kennen. Besonders die Vergangenheit von Pilcher war sehr interessant und einleuchtend. Hier zeigt sich, dass Crouch sich bei seiner Charakterentwicklung sehr viel Zeit genommen haben muss, denn diese ist gut durchdacht. Außerdem lernen wir Tobias kennen, der wohl für Band drei eine große Rolle spielen wird.

Auch wenn ich anfangs etwas skeptisch war und sorge hatte, dass dieser zweite Band ein Flop für mich wird, konnte Wayward mich dann doch überzeugen. Ich bin gespannt auch Band 3!

4/5 Sterne

Vielen Dank an der Goldmann Verlag und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar

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Veröffentlicht am 04.05.2020

Unfassbar stark und schockierend

Das wirkliche Leben
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„Das wirkliche Leben“ hat mich von Seite eins an gefesselt und nicht mehr losgelassen. Adeline Dieudonné hat hier ein meisterhaftes Werk geschaffen, das einzigartiger nicht sein könnte. Man fiebert mit ...

„Das wirkliche Leben“ hat mich von Seite eins an gefesselt und nicht mehr losgelassen. Adeline Dieudonné hat hier ein meisterhaftes Werk geschaffen, das einzigartiger nicht sein könnte. Man fiebert mit der Protagonistin, baut auf nur wenigen Seiten eine enge Bindung mit ihr auf und ihre Geschichte lässt den Leser nicht los. Besonders die Entwicklungen der einzelnen Charaktere ist der Autorin gut gelungen, man kann jede Veränderung nachvollziehen und gleichzeitig ergibt jede Veränderung Sinn und fördert den Verlauf der Geschichte. Wie die Protagonistin sich behauptet und immer stärker wird, war bewundernswert. „Das wirkliche Leben“ ist ein realitätsnahes Buch, aber genau deshalb auch so schockierend. Manche Schlüsselereignisse wirken abstrus, aber ihre Wirkung ist unglaublich real. Auch die Darstellung von Gewalt gegen Frauen war extrem schockierend und deshalb wird dieses Buch nicht für jeden etwas sein. Dieses Buch beschönigt nichts, sondern zeigt uns die harte Realität und die ist besonders grausam. Ich habe das Buch an einem Tag verschlungen und war traurig, dass es so schnell vorbei war. Nach dem Beenden habe ich mir noch einige Gedanken über die einzelnen Szenen und Personen in diesem Roman gemacht und dadurch wurde mir noch einiges mehr klar. Adeline Dieudonné schreibt bildstark und spielt mit Metaphern, kein Wort bei ihr ist unbedacht und jede Szene, jede Person hat eine unterschwellige Bedeutung, die es zu erkunden gilt. In diesem Buch steckt so viel mehr, als man auf den ersten Blick erkennt, und das gefällt mir besonders gut. Einzig und allein das Ende war etwas ernüchternd - es war gut, aber icvh hatte mir doch etwas anderes erhofft.

4,5/5 Sterne

Vielen Dank an Lovelybooks und den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

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