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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2019

Deutscher Thriller der Höchstklasse

Brennende Narben
2

„Brennende Narben“ von Leo Born ist der dritte Mara Billinsky Thriller, wobei ich die ersten beiden Bände noch nicht kenne. Mara ist eine Ermittlerin bei der Frankfurter Kriminalpolizei, wobei sie nicht ...

„Brennende Narben“ von Leo Born ist der dritte Mara Billinsky Thriller, wobei ich die ersten beiden Bände noch nicht kenne. Mara ist eine Ermittlerin bei der Frankfurter Kriminalpolizei, wobei sie nicht den herkömmlichen Klischees entspricht. Sie ermittelt nicht nur in dem aktuellen Fall, sondern auch immer noch in dem Mordfall an ihrer Mutter. Nur deswegen ist sie überhaupt bei der Polizei gelandet. In diesem Thriller verquicken sich beide Fälle immer wieder. Der eigentliche Fall geht um Menschenhandel und Prostitution und dem Netzwerk dahinter. Sehr spannend weiß Leo Born es mit alten Fällen zu verquicken, was es einem sehr schwer macht, das Buch überhaupt wieder wegzulegen. Gerade wie er die Ermittler beschreibt, macht es einem leicht, sich diese vorzustellen, mit allen Ecken und Kanten. Das einzige, das mir schwer fiel, sind die komplizierten Namen der Leute zu behalten und auseinander zu halten. Mit der Zeit kommt man aber schon gut damit zurecht. Alles in allem eine absolute Kaufempfehlung! Meine neuen Lieblingsthriller! Ich werde mir die ersten beiden Bände auch noch zulegen!

Veröffentlicht am 23.08.2019

Leider enttäuschend

Als wir im Regen tanzten
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Das Buch „Als wir im Regen tanzten“ von Michaela Saalfeld ist der Folgeroman von dem Buch „Was wir zu hoffen wagten“. Ich kenne den ersten Teil nicht, was aber auch nicht zwingend notwendig ist, da am ...

Das Buch „Als wir im Regen tanzten“ von Michaela Saalfeld ist der Folgeroman von dem Buch „Was wir zu hoffen wagten“. Ich kenne den ersten Teil nicht, was aber auch nicht zwingend notwendig ist, da am Anfang des zweiten Buchs viel erläutert und wiederholt wird. Es geht im Endeffekt um zwei Paare: Willi und Recha und Felice und Quintus. Ersteres Pärchen ist in der Filmbranche tätig und bekommt trotz großem Kinderwunsch seit Jahren kein Kind. Mittlerweile stecken sie in einer Ehekrise Zweiteres Pärchen übernahm die beiden Mädchen der Schwester und bekam noch zwei eigene. Plötzlich sollen sie die Kinder wieder zurückgeben. Alles spielt im Jahr 1928. Die beiden Paare sind zwar verwandt, aber die beiden Erzählstränge sind in diesem Buch bis auf eine kleine Kleinigkeit vollkommen extra angelegt, was ich sehr schade finde. Die ersten beiden Abschnitte sind sehr langatmig geschrieben, das war eher langweilig, der dritte Abschnitt war dann spannend und teilweise zu abrupt. Da eine bessere Mischung hinzubekommen, wäre viel schöner. Das Ende war dann für mich sehr tröstlich, aber an sich war ich enttäuscht von dem Buch. Von dem ersten Buch habe ich schon viel Gutes gehört, deswegen hatte ich mich sehr gefreut, das Buch im Zuge einer Leserunde lesen zu dürfen. Aber dieses Buch war nicht meins….ich kann es nicht wirklich empfehlen.

Veröffentlicht am 11.07.2019

Angenehm zu lesender Krimi

Comisario Benitez und der Mord am Strand
1

Das Buch „Comisario Benitez und der Mord am Strand“ von Inez Velasquez ist ein spannender, gut zu lesender Krimi, der im spanischen Marbella spielt. Das Cover ist ansprechend und hat mich gleich neugierig ...

Das Buch „Comisario Benitez und der Mord am Strand“ von Inez Velasquez ist ein spannender, gut zu lesender Krimi, der im spanischen Marbella spielt. Das Cover ist ansprechend und hat mich gleich neugierig gemacht.
Ich finde die Personen klar und gut vorstellbar beschrieben. Der Comisario Pablo Benitez ist ein sehr pflichtbewusster Mensch, der seine Familie sehr mag und auch gern schick angezogen ist. Seine neue Kollegin Paula ist zunächst etwas spröde, nach kurzer Zeit raufen sich die beiden allerdings gut zusammen und sind ein tolles Team. Auch die anderen, auftauchenden Personen kann man sich sehr gut vorstellen und auch die Orte sieht man wie Bilder im Kopf.
Zum Fall: Jaime, Pablos Neffe, hat endlich eine Arbeit gefunden. Jahrelang war der Mathelehrer arbeitslos. Nun arbeitet er in der neu eröffneten Bar am Strand. Die Chefin wird am Tag nach der Eröffnung tot am Strand aufgefunden. Ihr Liebhaber kurz darauf im Meer versenkt. Jaime ist verschwunden. Was hat Jaime mit der ganzen Sache zu tun? Was ist der Grund für den Mord? Kann der Comisario den Spagat zwischen Beruf und Familie meistern? Der Fall ist nicht voll undurchsichtig, aber mit durchaus einigen Wendungen, die überraschen.
Ich fand den Krimi wirklich gut zu lesen, wenn ich auch nicht restlos begeistert bin. Er ist nicht blutrünstig und trotzdem spannend. Eine Leseempfehlung von mir!

Veröffentlicht am 24.06.2019

Leider sehr wenig Emotionen

Im Schatten des Schleiers
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Das Buch „Im Schatten des Schleiers“ von Maryam Heidari Ahwazi ist ein Erfahrungsbericht einer iranischen Frau, die die Flucht nach Deutschland geschafft hat. Im großen Flüchtlingsstrom konnte sie damals ...

Das Buch „Im Schatten des Schleiers“ von Maryam Heidari Ahwazi ist ein Erfahrungsbericht einer iranischen Frau, die die Flucht nach Deutschland geschafft hat. Im großen Flüchtlingsstrom konnte sie damals fliehen.
Der erste Teil des Buches handelt von ihrer Kindheit im Iran. Als Ahwazi, ein Stamm im Iran, der nicht gut angesehen ist von den Mullahs, hatte sie es nicht leicht, ihre Eltern wurden überwacht und ihr Bruder kam ins Gefängnis. Bei der Befragung der Familie verlor ihre Tante ihr Baby durch Misshandlung. Eine schlimme Erfahrung. Auch die Überwachung, die es offen durch andere Schüler gibt, unvorstellbar.
Im zweiten Teil ist sie mit ihrer Ausbildung zur Kosmetikerin fertig und hat ein eigenes Studio im Haus ihrer Eltern. Mit dabei ist Malihe, eine Art Wahrsagerin, die viel über schwarze Magie macht. Dies ist im Iran für viele Frauen wohl eine der wenigen Möglichkeiten, selbst zu agieren. Ein sehr komischer Abschnitt, der für mich – wenn ich es nicht zum Rezensieren gehabt hätte – zum Abbruch des Buches geführt hätte.
Danach hat sie erleuchtende Momente für das Christentum. Ich finde es sehr schön, wenn das für sie so war, für mich erscheint das alles nur noch abstrus.
Im nächsten Teil kommt sie ins Gefängnis, weil sie eine Christin ist. Sie selbst verneint dies, sie wird misshandelt und nach einem halben Jahr auf Kaution freigelassen. Der Sicherheitsdienst legt ihr nahe, sie solle doch aus dem Iran fliehen. Das finde ich auch sehr komisch. Sie flieht mit ihrer ganzen Familie – außer ihrem Mann. Sie fahren mit Autos über die Grenze in die Türkei. Dort flieht der Großteil der Familie per Boot nach Griechenland. Von der restlichen Flucht erfährt man leider sehr wenig. Dies wäre für mich persönlich sehr interessant gewesen.
Der Schreibstil ist anfangs sehr anstrengend zu lesen. Es sind viele kurze Sätze und viele kurze Kapitel. Da kommt man aber rein. Ich glaube, dadurch wird es aber auch sehr emotionslos. Leider….vielleicht hat die Autorin auch zu sehr im Iran gelernt, ihre Emotionen zu unterdrücken….aber ich finde das Buch dadurch nicht besonders fesselnd und ich kann mich nur schwer hineinversetzen. Es gibt bessere Bücher, die das Leben im Iran darstellen.

Veröffentlicht am 02.06.2019

Rührender Umgang mit Trauer

Wie man bei Regen einen Berg in Flip-Flops erklimmt
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„Wie man bei Regen einen Berg in Flipflops erklimmt“ von Carol Weston ist ein Jugendbuch, das aber auch gut für Erwachsene zu lesen ist. Hauptperson ist Sofia, 14, die im Jahr zuvor ihre Mutter durch eine ...

„Wie man bei Regen einen Berg in Flipflops erklimmt“ von Carol Weston ist ein Jugendbuch, das aber auch gut für Erwachsene zu lesen ist. Hauptperson ist Sofia, 14, die im Jahr zuvor ihre Mutter durch eine Gehirnblutung verloren hat. Sie und ihr Vater kämpfen sich so durchs Leben und schleichen umeinander herum. Eines Tages ist eine Kummerkastentante für Jugendliche an der Schule, der sich Sofia auch per email öffnet. Einige Zeit später muss sie feststellen, dass ihr Vater wohl eine neue Liebe gefunden hat. Wie Sofia damit klarkommt und was alles sonst in ihrem Leben geschieht, wird im Buch beschrieben.
Ich finde das Buch sehr einfühlsam geschrieben. Neben dem Thema Trauer kommt auch die Liebe und Freundschaft nicht zu kurz. Es spielt ein Jahr im Leben von Sofia, in dem sie Stück für Stück aus ihrem Sumpf herausfinden kann. Zwar ist Sofia erst 14, aber auch ich als Erwachsene konnte für mich ganz viel mitnehmen, gerade, was die Trauer betrifft! Es geht in die Tiefe, ohne kompliziert zu sein, es ist einfühlsam, ohne zu kitschig zu sein und es spricht Themen für junge Jugendliche an, ohne anzüglich zu werden. Rundherum ein wunderbares Buch! Eine ganz klare Leseempfehlung für Jugendliche und Erwachsene!