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Veröffentlicht am 10.03.2026

Unterhaltsam und witzig - bleibt jedoch hinter den Erwartungen

Fuckgirl
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Fuckgirl treibt sich in Großstadt herum und lebt dort ein mehr oder weniger erfülltes Leben. Sie ist verheiratet mit Mann und führt mit ihm eine einseitig offene Ehe. So erlebt sie zu Hause das gesellschaftlich ...

Fuckgirl treibt sich in Großstadt herum und lebt dort ein mehr oder weniger erfülltes Leben. Sie ist verheiratet mit Mann und führt mit ihm eine einseitig offene Ehe. So erlebt sie zu Hause das gesellschaftlich anerkannte Sicherheitsnetz, während sie außerhalb nach erfüllendem Sex und Bestätigung sucht.
Sie trifft sich mit dem bekannten Journalist und beginnt mit ihm eine Affäre, in der sie ziemlich schnell seine Wünsche bedient, ohne davon selbst vollends zu profitieren. Doch was ist mit ihr und ihren Bedürfnissen? Kann sie sich selbst treu bleiben?

Anfänglich habe ich mich gefragt, wieso sich die Autorin für diese Art Namensgebung entschieden hat. Zuerst wirkten die Figuren für mich dadurch nicht greifbar. Doch dann empfand ich sie immer mehr als eine Art Schablone, die jede*r Lesende mit eigenem Erlebten ausfüllen kann.
Ich bin beim Lesen nur so durch die Seiten geflogen. Der Schreibstil ist unterhaltsam, schnell und witzig. Und doch fällt es mir immer noch schwer, das Buch einzuordnen. Durch die Nähe der Erzählerin wirkt es stark autofiktional. Die kurzen Abschnitte über Fuckgirls Familie fand ich sehr spannend und sie haben der Figur zusätzliche Tiefe verliehen. Davon hätte ich mir aber tatsächlich noch etwas mehr gewünscht.
Alles in allem habe ich Fuckgirl gerne gelesen, es bleibt jedoch hinter meinen Erwartungen zurück.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Generationenroman über Ausgrenzung und die Stärke von Frauen

Parasiti
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Von einem Tag auf den anderen spricht Rinas Oma nicht mehr. Sie wirkt plötzlich hart und reagiert nur noch auf wenige Impulse. Die Veränderung ihres Gemüts scheint durch das Eintreffen eines Briefes ausgelöst ...

Von einem Tag auf den anderen spricht Rinas Oma nicht mehr. Sie wirkt plötzlich hart und reagiert nur noch auf wenige Impulse. Die Veränderung ihres Gemüts scheint durch das Eintreffen eines Briefes ausgelöst worden zu sein. Valli, Rinas Tante, vernichtet diesen jedoch umgehend und ignoriert den unübersehbaren Schmerz der Großmutter. Zumindest versucht sie es. Rina kann das Verhalten ihrer Tante nicht begreifen. Sie beginnt nach Einzelheiten aus der Vergangenheit und der Familiengeschichte zu fragen. Nach und nach entsteht für sie ein immer klareres Bild vom Leben in Novosibirsk in den 1960er-Jahren und Rina erkennt, dass in ihrer Familie die Leben und Schicksale der Frauen unwiderruflich miteinander verwoben sind…

Ich habe „PARASITI“ von Alisha Gamisch so gerne gelesen und das, obwohl einige Passagen schwer auszuhalten sind. Der Druck, dem die einzelnen Frauen in Rinas Familie ausgesetzt sind, ist enorm. Sie erleben Ausgrenzung, Armut und Vertreibung, um nur ein paar Punkte zu nennen. Dennoch gelingt es Alisha Gamisch, die Frauen nicht in der Opferrolle erscheinen zu lassen. Sie gibt ihnen ihre eigene Stimme (zurück) und ermächtigt sie damit, ihre eigene Geschichte zu erzählen.

„PARASITI“ ist eine Ode an die Resilienz der Frauen. Eine absolute Herzensempfehlung.

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Veröffentlicht am 28.01.2026

Kurze Geschichte, große Themen

This Winter
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This Winter ist eine schöne, kurze Story aus dem Heartstopper-Universum und begleitet für einen Tag Tori, Charlie, Nick und Oliver. Die Geschichte spielt sich am Weihnachtsabend ab und wir sehen Charlies ...

This Winter ist eine schöne, kurze Story aus dem Heartstopper-Universum und begleitet für einen Tag Tori, Charlie, Nick und Oliver. Die Geschichte spielt sich am Weihnachtsabend ab und wir sehen Charlies Familie, Nicks gegenübergestellt. Dabei wird jedes Kapitel aus der Sicht einer anderen Figur geschildert. Im Fokus steht neben den weihnachtlichen Festivitäten Charlies Erkrankung und auch, wie diese Tori und den Rest der Familie betrifft. Für eine so knappe Geschichte (die Hörzeit lag bei einer Stunde, das physische Buch hat 112 Seiten) ist es wirklich bemerkenswert welche Tiefe und Ernsthaftigkeit durch Charlies Anorexie erzeugt wird. Mein Lieblingscharakter ist hier ganz klar Tori. Sie beeindruckt mit ihrer klaren, trockenen Art und ihrer bedingungslosen Liebe zu Charlie.

Für Fans der Heartstopper-Reihe eine absolute Lese- bzw. Hörempfehlung. Für mich sehr rund und kurzweilig. Einzig, das Kapitel aus Olivers Sicht hätte ich nicht unbedingt gebraucht.

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Veröffentlicht am 28.01.2026

Guter Hexenroman - bleibt jedoch hinter den großen Erwartungen zurück

A Dark and Secret Magic
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Hecate Goodwin ist eine Heckenhexe und lebt mit Ihrem Kater Merlin in einem gemütlichen Cottage am Waldrand. Dort sammelt sie Kräuter und andere Zutaten für Tinkturen und Heiltränke, welche sie zusammen ...

Hecate Goodwin ist eine Heckenhexe und lebt mit Ihrem Kater Merlin in einem gemütlichen Cottage am Waldrand. Dort sammelt sie Kräuter und andere Zutaten für Tinkturen und Heiltränke, welche sie zusammen mit anderen Hexen in einer Apotheke unter die Leute bringt. Ihr Leben ist ruhig aber dadurch auch etwas eintönig. Dies ändert sich jedoch, als sie von ihrer Schwester den Auftrag bekommt, das alljährliche Treffen ihres Hexenzirkels im alten Haus ihrer Familie vorzubereiten. Als wäre das nicht genug Aufregung, steht auch noch der Schattenmagier Matthew Cypher vor ihrer Tür und erbittet Unterschlupf. Als Heckenhexe ist sie dazu verpflichtet, jeder Person die in Not ist und um Obdacht bittet, diese auch zu gewähren. Als Hecate und Matthew das große Haus für den Hexenzirkel vorbereiten, finden sie ein bisher unbekanntes altes Buch von Hecates verstorbener Mutter. Es scheint, bis auf einem mit Blut geschriebenen Bannspruch, leer zu sein. In diesem wird der Dunkle König erwähnt, was Hecate sehr beunruhigt.
Kann Hecate in der kurzen Zeit bis zum Zirkeltreffen das Haus vorbereiten und das Geheimnis des Buches aufdecken?
"A Dark And Secret Magic" von Wallis Kinney spielt in einer magischen Gegenwart und ist eine passende Lektüre für den Herbst und die Zeit rund um Halloween.
Als eine Hommage an sämtliche Hexen- und Halloweenfilme und anderen popkulturellen Referenzen benötigt die Leserschaft keine große Einführung und die Geschichte nimmt direkt ihren Lauf. Hecate ist eine sympathische Hexe und das Setting ist mehr als cozy. Matthew ist eine guter Gegenpart und das Weltenerkunden macht mit den beiden Spaß. Bis knapp zur Hälfte funktioniert das für mich auch richtig gut. Allerdings nimmt es dann für mich von der Spannung und der Intensität immer mehr ab. Wir haben eine überstürzte Lovestory und Hecate sieht sich mehr als ein Mal in der Bredouille, sich zwischen ihrem neuen BF und ihren Schwestern und dem Hexenzirkel zu entscheiden. Das empfand ich für die kurze Erzählspanne von einer Woche leider etwas unpassend.
Nichtsdestotrotz ist „A Dark and Secret Magic“ eine gute Hexenlektüre für zwischendurch oder einen gemütlichen Herbsttag auf der Couch.

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Veröffentlicht am 28.01.2026

Ein Ausflug in ein idyllisches Bücherdorf

Mathilde und Marie
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Marie schlägt sich mit zwei Jobs in Paris durch und möchte der lauten Stadt entfliehen. Auf ihrer Reise trifft sie die 77-jährige Jónína, die sich auf dem Rückweg nach Hause befindet.
Kurzerhand schlägt ...

Marie schlägt sich mit zwei Jobs in Paris durch und möchte der lauten Stadt entfliehen. Auf ihrer Reise trifft sie die 77-jährige Jónína, die sich auf dem Rückweg nach Hause befindet.
Kurzerhand schlägt Jónína Marie vor, sie mit ins Dorf Redu mitzunehmen.
Jónína hat das Gefühl, dass Redu genau das ist, was Marie gebrauchen könnte. Und ebenso könnte Redu genau jemanden wie Marie gebrauchen...
Mathilde lebt nach einem großen Verlust zurückgezogen und einsam in Redu. Als sie eines Tages die junge Marie im Wald beim Spaziergang trifft, ist die vermeintliche Einsiedlerin alles andere als erfreut. Mathilde erkennt jedoch bald, dass sie mehrere Gemeinsamkeiten mit Marie zu teilen scheint, als ihr lieb ist.
Ich war tatsächlich ein bisschen traurig, als ich Redu auf dieser literarischen Reise wieder verlassen musste. In dem Bücherdorf in den belgischen Ardennen ticken die Uhren einfach anders. Es war genau das Buch, das ich in den ersten Tagen des neuen Jahres gebraucht habe und mich von der Hektik des Alltags ablenken konnte. Als Leserin mit einer großen Liebe für Bücher ist es schier unmöglich, sich nicht in dieses Dorf mit all seinen Bewohnerinnen und Besonderheiten zu verlieben.
An dieser Stelle muss ich aber leider einen Kritikpunkt anmerken. Mir fiel es anfangs schwer in den Schreibstil reinzukommen, da die Dialoge teilweise etwas unorganisch wirkten. Nach und nach konnte ich mich aber auf den Schreibstil einlassen und ich habe das Buch immer wieder mit Freude zu Hand genommen.

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