Die Geschichte von Miah und Ellie geht weiter
Seit du gegangen bist[SPOILER, TW für das Buch:Trauer, Verlust eines geliebten Menschen, Rassismus]
An einem verregneten Tag an der Ostsee ist mir in einer kleinen Buchhandlung durch Zufall "Eine Weile bleibt die Zeit für ...
[SPOILER, TW für das Buch:Trauer, Verlust eines geliebten Menschen, Rassismus]
An einem verregneten Tag an der Ostsee ist mir in einer kleinen Buchhandlung durch Zufall "Eine Weile bleibt die Zeit für uns stehen" in die Hände gefallen. Ich habe dieses Buch innerhalb weniger Stunden gelesen und war sofort gebannt von Miah und Ellies Geschichte.
Nun habe ich vom Bloggerportal den zweiten Teil zugeschickt bekommen und was soll ich sagen?! Jacqueline Woodson hat es wieder geschafft. Sie hat mich zum Staunen und Weinen gebracht.
In "Seit du gegangen bist" kämpft Ellie mit dem Verlust ihrer großen Liebe Miah und ihrer Trauer. Sie sucht Trost in Gesprächen mit Miahs Mutter Nelia und Carlton, Miahs bestem Freund. Norman, Miahs Vater vermisst seinen Sohn auch sehr und denkt oft an vergangene Ausflüge mit ihm. Das gemeinsame Vermissen des geliebten Kindes bringt ihn wieder ein Stück näher zu seiner Ex-Frau Nelia. Wie fühlt es sich an, einen geliebten Menschen zu verlieren? Was macht diese Erfahrung mit den "Hinterbliebenen"?
Jacqueline Woodson schafft es immer wieder die richtigen Worte dafür zu finden, was oft unaussprechlich erscheint. In dem Jugendroman stellt sie den Weg von Trauer zur Heilung einfühlsam und klar dar. So beschreibt bspw. Ellie ihre Trauer so: [...]"ich habe das Gefühl, als wäre die Welt stehen geblieben. Und als wäre ich abgesprungen ... und dann fing sie wieder an, sich zu drehen, aber zu schnell für mich und ich konnte nicht mehr aufspringen. Ich fühle mich, als versuchte ich immer noch ... im Leben wieder Fuß zu fassen." ("Seit du gegangen bist", S. 104) Anhand dieser klaren und empathischen Sprache gelingt es diesem Buch, auf seinen knappen 142 Seiten, die Leser*innen auf eine ganz besondere Art abzuholen. Es zeigt, dass jede Person anders mit ihrer Trauer umgeht und dass diese auch einfach "sein darf". Obwohl die Autorin hier ein Jugendbuch mit einem eigentlich sehr schweren Thema geschrieben hat, steckt darin so viel Hoffnung und Lebensmut.
Ich spreche eine große Leseempfehlung für diese eindrückliche Dilogie aus.