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Veröffentlicht am 15.09.2016

Gedenke mein

Gedenke mein
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Ich habe die Krimireihe rund um Kommissar Dühnfort von Anfang an gelesen. Da freut es mich besonders, dass diesmal Gina Angelucci die Hauptrolle spielt. Denn Gina hatte ja am Anfang eine wichtige Rolle ...

Ich habe die Krimireihe rund um Kommissar Dühnfort von Anfang an gelesen. Da freut es mich besonders, dass diesmal Gina Angelucci die Hauptrolle spielt. Denn Gina hatte ja am Anfang eine wichtige Rolle im Ermittlungsteam des Münchner Kommissariats, zu dem Tino Dühnfort als Leiter neu hinzugekommen war. Wegen der Liebesbeziehung der beiden ist sie in eine andere Abteilung gewechselt und hatte in den letzten Büchern leider nur noch eine kleine Rolle an der Seite von Tino.

Diesmal steht kein aktuelles Verbrechen im Mittelpunkt sondern ein sogenannter “Cold Case”, ein alter, bisher ungeklärter Fall. Die Bearbeitung solcher “Cold Cases” ist zur Zeit in Büchern und Filmen sehr in. In der Münchner Öffentlichkeit wird ein spektakulärer Erfolg in einem prominenten Fall publik, bei der Gina einen großen Anteil am Erfolg zugesprochen wird. Daraufhin wendet sich eine Mutter hoffnungsvoll an Gina, um einen 10 Jahre alten Fall wieder aufnehmen zu lassen. Damals verschwand ihr getrennt lebender Ehemann mit der kleinen Tochter Marie. Der Ehemann wurde bald tot aufgefunden und die Ermittlungen der Rosenheimer Polizei ging immer von einem Mitnahme-Selbstmord aus. Obwohl man die Tochter nie aufgefunden hat, war die Sache für die Polizei nahezu erledigt. Die Mutter geht bis heute aber von einem Entführungsfall aus, ist sicher, dass ihre Tochter noch lebt und möchte erreichen, dass weiter ermittelt wird.

Bald wird klar, wie schlampig die Rosenheimer Polizei ermittelt hat und Gina schafft es, den alten Fall nach München zu holen. Ihr Anliegen ist es vor allem, diesen Fall abzuschließen, damit der Mutter nach 10 Jahren Leiden und Hoffen endlich geholfen wird. Gina geht davon aus, dass die kleine Tochter von damals nicht mehr lebt und will die Ermittlungen dahingehend überprüfen, ob nicht doch noch die Kinderleiche gefunden werden kann.

Ich finde, da hatte Inge Löhnig eine clevere Idee gehabt, diesmal Gina in den Mittelpunkt zu stellen. Zumal jetzt abzusehen ist, dass sie aufgrund ihrer fortschreitenden Schwangerschaft nur noch Innendienst machen darf und dann erstmal einige Zeit in Mutterzeit sein wird.

Veröffentlicht am 15.09.2016

spannend, aber ...

Die Schneelöwin
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Obwohl ich die Krimireihe mit Patrik Hedström und seiner Frau Erica Falck nicht kenne, war das Buch für mich gut zu lesen. Mir gefällt es, wenn Krimis mit einem Ermittlerteam aufgebaut sind, bei dem der ...

Obwohl ich die Krimireihe mit Patrik Hedström und seiner Frau Erica Falck nicht kenne, war das Buch für mich gut zu lesen. Mir gefällt es, wenn Krimis mit einem Ermittlerteam aufgebaut sind, bei dem der Autor die einzelnen Teilnehmer gut ausgearbeitet hat inclusive den Beziehungen untereinander und den jeweiligen Privatleben.
Der Erzählstrang war durch die Sprünge und die vielen beteiligten Personen etwas anstrengend aber
den Fall fand ich bis zum Schluss spannend.

Aber ich ziehe einen Punkt ab wg. eines Ärgernisses, dem ich in diesem Buch wieder begegnet bin.
Ich kennzeichne die Begründung als Spoiler, weil man das nicht lesen sollte, wenn man das Buch noch nicht kennt.
:spoiler: Spoiler
Dem Leser werden von Anfang an zwei voneinander unabhängige Verbrechen vorgestellt, mit denen sich einmal Erica Falck befasst und zum anderen Patrik Hedström mit seinem Team. Zufälligerweise werde die beiden Fälle zeitgleich ermittelt bzw. recherchiert und führen zum Schluß zusammen.
Das mag der Autorin als cleveres Stilmittel vorgekommen sein. Aber ich kann das nicht mehr sehen: schon viel zu viele Krimis, die ich gelesen habe, sind nach diesem Muster gestrickt. Getoppt wurde dies von einem Buch in dem gleich 3 Fälle von 3 verschiedenen Abteilungen eines Teams bearbeitet wurden und zum Schluß alle zusammen zu einem Fall wurden. Das müsste den Autoren doch auch mal auffallen, dass das Andere schon oft genug genutzt haben.

Veröffentlicht am 15.09.2016

guter Schreibstil

Ostseetod
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Ostseetod von Eva Almstädt ist bereits der 11. Band in der Krimireihe um Pia Korittki, die bei der Kriminalpolizei Lübeck ganz frisch zur Kriminalhauptkommissarin befördert wurde.

Dem Leser wird das Dorf ...

Ostseetod von Eva Almstädt ist bereits der 11. Band in der Krimireihe um Pia Korittki, die bei der Kriminalpolizei Lübeck ganz frisch zur Kriminalhauptkommissarin befördert wurde.

Dem Leser wird das Dorf Grotenhagen, nur wenige Kilometer von der Ostsee entfernt, vorgestellt. Die elfjährige Lara verschwindet auf dem Nachhauseweg. Schnell wird die Polizei eingeschaltet die gleich großflächige Suchen nach dem Mädchen bzw. nach möglichen Verstecken organisiert und parallel versucht, mehr über die Beziehungsstrukturen im Dorf zu erfahren. Doch den Meinungsführern im Dorf ist das zu wenig, so dass sie selbst eine Bürgerwehr auf die Beine stellen. Gleich bei deren erstem Einsatz, finden sie im Wald anstatt des verschwundenen Mädchens die erhängte Leiche eines der Dorfbewohner. Diese Ereignisse sind schon im Klappentext benannt und mehr möchte ich über den Inhalt gar nicht erzählen. Leider wird in Rezensionen oft zu viel vom Inhalt und Verlauf nacherzählt.

Obwohl ich keines der Vorgängerbände gelesen habe, kam ich sehr gut ins Buch rein und hatte nie das Gefühl, dass mir irgendeine Information fehlen würde. Natürlich gibt es bei einer so langen Krimireihe Bezüge zu vorherigen Fällen und auch die private Situation von Pia hat sich in dieser Zeit entwickelt. Aber Frau Almstädt gelingt es, immer dann wenn darauf Bezug genommen wird, die Eckpunkte von früher kurz zu nennen und auch die privaten Entwicklungen aus der Vergangenheit aufzuklären.

Von Eva Almstädts Schreibstil bin ich sehr angetan. Von Anfang an baut sie Spannung auf und durch das gesamte Buch war ich als Leserin gefesselt. Es gelingt ihr, die Eigenheiten so eines Dorfes mit seinen Einwohnern gut abzubilden und es gibt ständig Überraschungen und Wendungen. So mancher vorhandene Verdacht läuft komplett ins Leere und mit jedem Ereignis werden neue Vermutungen geweckt. Und auch die Anflüge von Humor die in den Gesprächen unter den Ermittlern oder im privaten Bereich auftauchten, haben mich sehr amüsiert. Positiv möchte ich noch erwähnen, dass zum Ende der Geschichte alle im Verlauf aufgetauchten Rätsel aufgeklärt werden. Das habe ich schon ganz anders erlebt, wo sich der Leser am Ende fragt, was es denn eigentlich mit dem einen oder anderen Detail aus der Geschichte auf sich hatte.

Also für mich ein spannender, lesenswerter Krimi, für den ich gerne die volle Punktzahl von 5 Sternen vergeben will.