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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.07.2020

"Game On - Mein Herz will dich" von Kristen Callihan

Game on - Mein Herz will dich
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Das Buch habe ich als kostenloses Rezensionsexemplar von der Bloggerjury zur Verfügung gestellt bekommen, was keine Auswirkungen auf die Ehrlichkeit der Rezension hat.

Das Buch ist eine Neuauflage (ich ...

Das Buch habe ich als kostenloses Rezensionsexemplar von der Bloggerjury zur Verfügung gestellt bekommen, was keine Auswirkungen auf die Ehrlichkeit der Rezension hat.

Das Buch ist eine Neuauflage (ich glaube, die ganze Reihe wurde bzw. wird neu aufgelegt) und ich mag das neue Cover lieber als das Alte. Es hat mich auch wesentlich besser angesprochen. Die Bände handeln immer von anderen “Pärchen”, was ich sehr gute finde, da man die Bücher dann auch unabhängig voneinander lesen kann.

Man wird ohne großes Vorspiel direkt in die Geschichte rein geschleudet, alles passiert unheimlich schnell. Das Tempo zieht sich auch durch die ganze Geschichte, was mich ein bisschen gestört hat. Anfänglich dreht sich alles um die oberflächige Anziehungskraft von Anna und Drew, viel Gedankengänge drehen sich ausschließlich darum, wie heiß und sexy sie sich finden. Ich habe wirklich nichts gegen Erotik in Büchern, aber in diesem Buch war mir das doch alles ein bisschen zu viel des Guten.

Mit Anna hatte ich leider einige Schwierigkeiten und ich konnte mich nur schwer in sie hineinversetzen. Sie kämpft mit sehr vielen Vorurteilen und tut sich schwer damit, diese abzulegen. Am schlimmsten empfand ich die extremen Selbstzweifel, obwohl Drew immer alles gibt um ihr das bestmögliche Gefühl zu geben, blockt Anna immer wieder ab und macht dicht. Ihr Verhalten dabei ist oft sehr kindisch und übertrieben dramatisch, was ihr aber auch bewusst ist, denn eigentlich weiß sie, dass sie sich für nichts schämen braucht, dass sie kein hässliches Entlein ist. Sie will sich und ihr Herz unbedingt schützen und steht sich damit selbst im Weg. Irgendwie hatte ich auch ständig das Gefühl sie ist dauererregt, was etwas lästig war. Ich hätte mir in bisschen weniger Drama und mehr “Tiefe” in ihrem Charakter gewünscht.

Drew hingegen mochte ich sehr gerne. Obwohl er ein beliebter Sportler ist, alles und jede bekommen könnte, bildet er sich darauf nichts ein. Er arbeitet hart für seine Karriere als Football-Spieler und sein Studium. Man merkt durchweg, dass er alles für die Dinge tun würde, die er liebt: sei es Football oder Anna. Genau wie diese hat er einige Päckchen mit sich zu tragen, geht aber wesentlich undramatischer damit um. Er ist gutherzig, liebenswürdig und weiß was er will, was ihn allein deshalb schon sehr attraktiv macht, aber am allerbesten hat mir seine Einstellung Frauen gegenüber gefallen. Da könnten sich wirklich viele Männer mal eine Scheibe von abschneiden. Seine Reaktionen und Handlungen konnte ich gut nachvollziehen.

Ich weiß nicht so genau, was ich von der Beziehung und dem Umgang der beiden miteinander halten soll. Irgendwie finde ich sie süß, vorallem gegen Ende als sich Anna mal ein bisschen mehr öffnet, aber irgendwie habe ich auch das Gefühl gehabt, dass die Beziehung oft toxisch ist.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und bildhaft, was aufgrund der vielen Sexszenen irgendwann etwas unangenehm wurde. Die beschriebenen Gedankengänge der Protagonisten (beide Sichtweisen werden dargestellt), sind verrucht und fast schon derb. Die Geschichte und Handlungen waren mit stellenweise zu schnell und es fehlte an Tiefgang. Erst gegen Ende kamen auch mal tiefere Gespräche zustande. Was mir wiederum sehr gut gefallen hat waren die Handlungen neben der Liebesgeschichte zum Beispiel die Ereignisse mit den jeweiligen besten Freunden.

Fazit: “Game On – Mein Herz will dich” konnte mich leider nur bedingt überzeugen. Mir fehlte allgemein einfach ein bisschen an Tiefgang und ich hätte mir weniger Drama gewünscht. Auch die vielen Sexszenen waren mir ein bisschen “too much”. Allein wegen Drew und den Nebenhandlungen ist das Buch allerdings trotz der vielen Kritikpunkte kein Fehlgriff.

Im nächsten Buch geht es um Gray, Drews besten Freund, und ich bin sehr gespannt, wie die Geschichte dort umgesetzt wurde und ob mich diese mehr überzeugen kann.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.07.2020

"Cursed - die Auserwählte" von Thomas Wheeler

Cursed - Die Auserwählte
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In ganz England werden Dörfer überfallen und niedergebrannt, Menschen und Fay werden von den Roten Paladinen ermordet, verbrannt und gefoltert. Als Nimues Dorf das gleiche Schicksal trifft, macht sie sich ...

In ganz England werden Dörfer überfallen und niedergebrannt, Menschen und Fay werden von den Roten Paladinen ermordet, verbrannt und gefoltert. Als Nimues Dorf das gleiche Schicksal trifft, macht sie sich mit einem sagenumwobenen uralten Schwert auf um ihr Volk zu retten und befreien, gerät dadurch aber in das Visier der mächtigsten Personen des Landes: die roten Paladine, König Uther und der Zauberer Merlin möchten sie und vor allem das Schwert aus verschiedenen Gründen unbedingt in ihre Gewalt bringen.

Nimue ist mir mit ihrer rebellischen und dickköpfigen Art direkt ans Herz gewachsen. Alles was sie möchte ist das Dorf zu verlassen, in dem sie aufgewachsen ist und wie eine Aussätzige behandelt wird. Als die Roten Paladine auch bei ihnen einfallen, bleibt ihr nichts Anderes übrig als zu fliehen, leider alles andere als geplant. Mit dem Schwert der Macht an ihrer Seite wächst sie über sich hinaus und kämpft gemeinsam mit anderen gegen den Terror der Kirche an. Sie ist mutig, selbstlos und hat das Herz am rechten Fleck. Einer ihrer Unterstützer ist der Söldner Arthur, der treu an Nimues Seite kämpft, trotz der Vorteile und Prinzipien, die mit seinem “Job” einhergehen. Auch ihn mochte ich sehr, vorallem seine Loyalität Nimue gegenüber, obwohl er sie noch nicht lange kennt.

Der Schreibstil hat mir von der ersten Seite an richtig gut gefallen: ich war direkt mitten in den Ereignissen gefangen. Es ging spannend los und wurde auf keiner einzigen Seite langweilig. Die Welt war sehr bildhaft beschrieben und obwohl es in England war, war es doch irgendwie eher ein fiktives England. Es ging in der Geschichte nicht nur um „normale“ Menschen, sondern hauptsächlich um die Unterdrückung magischer Völker, sogenannte „Fey“, wie zum Beispiel Faune, Hauer oder das Himmelvolk, zu dem Nimue gehört. Diese haben besondere Verbindungen zu den alten Göttern und den „Verborgenen“. Die Roten Paladine möchten diese Völker ausrotten, bis nur noch die Menschen übrig sind. Die Gewalttaten dieser Kirche machten mich oft so wütend und traurig, die Geschichte ist zwar fiktiv, aber trotzdem nicht frei erfunden. Grausamkeiten wie sie dort beschrieben wurden geschahen ja leider wirklich zu allen Zeiten.

Bei diesem Buch gibt es noch die Besonderheit der Illustrationen, die sich beim Lesen immer wieder finden. Ich mochte die Bilder sehr, kenne mich mit Kunst aber leider nicht so aus und kann demnach nicht viel dazu sagen.

Fazit: „Cursed – Die Auserwählte“ hat mir so so so gut gefallen und ich kann es jedem, der gerne auch mal Fantasy liest, nur ans Herz legen. Ich habe schon oft Retellings zur Artussage gelesen und viele Filme gesehen, aber diese Geschichte ist wirklich einzigartig und magisch. Am 17.07. erscheint die Serie zum Buch bei Netflix: ich freue mich darauf und bin sehr auf die Umsetzung gespannt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.07.2020

"One of us is next" von Karen Mc. McManus

ONE OF US IS NEXT
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Dieses Buch erhielt ich als kostenloses Rezensionsexemplar vom Bloggerportal, was keine Auswirkung auf meine Meinung hat.

Ich habe mich so gefreut, als ich dieses Buch endlich in den Händen gehalten habe. ...

Dieses Buch erhielt ich als kostenloses Rezensionsexemplar vom Bloggerportal, was keine Auswirkung auf meine Meinung hat.

Ich habe mich so gefreut, als ich dieses Buch endlich in den Händen gehalten habe. Den ersten Band „One of us is lying“ fand ich damals richtig toll und spannend und demnach war ich sehr gespannt darauf, wie es auf der Bayview High weitergeht.
Als Tipp vorab kann ich euch noch mitgeben: Lest den ersten Band (nochmal) bevor ihr an „One of us is next“ geht. Ich wusste zwar noch ungefähr was alles passiert ist, habe aber eben mit den Jahren doch das ein oder andere vergessen und hätte mir während dem Lesen gewünscht, ich hätte „One of us is lying“ vorher nochmal gelesen…

Die Geschichte wird diesmal aus den Sichtweisen von Maeve, Phoebe und Knox erzählt. Die Ereignisse um den Tod von Simon sind kaum ein Jahr her, als plötzlich ein mysteriöses „Wahrheit- oder Pflicht Spiel“ auftaucht. Einzelne Schüler werden anonym aufgerufen, sich für eines zu entscheiden. Wer sich weigert, wählt damit automatisch „Wahrheit“ und wird vor der ganzen Schule bloßgestellt. Als plötzlich ein weiterer Schüler der Bayview High stirbt, überschlagen sich die Ereignisse – hat es was mit dem Spiel zu tun und wer steckt dahinter?

Die Protagonisten Phoebe, Knox und Maeve waren mir alle sehr sympathisch. Phoebe hat erst vor kurzem einen schweren Verlust erlitten, ihre Familie liegt dadurch in Scherben. Der Kontakt mit ihren Geschwistern, der immer so innig war, ist kaum noch vorhanden. Maeve kämpft ebenfalls mit ihrer Vergangenheit und kann mit niemandem darüber reden, als diese sie wieder einholt. Ich konnte mich in beide gut hineinversetzen und ihre Beweggründe nachvollziehen. Mit Knox hatte ich ein paar Probleme in der Hinsicht, obwohl einige Kapitel aus seiner Sicht geschrieben waren, fiel es mir schwer, eine „Bindung“ zu ihm aufzubauen. Das liegt aber vielleicht auch einfach daran, dass es um Phoebe und Maeve turbulenter und emotionaler zugeht. Nichtsdestotrotz mochte ich Knox gerne.
Viele der Nebencharaktere (oder auch Protagonisten aus dem ersten Band) treten auch hier wieder auf. Bis auf einige Ausnahmen, wie z.B. Phoebes angeblich „beste“ Freundin, mochte ich auch hier die meisten. Sie wirkten alle sehr authentisch auf mich, vorallem wenn ich mich in deren Alter zurückversetze und mir meine damaligen „Probleme“ in Erinnerung rufe.
Der Schreibstil ist sehr leicht und flüssig; ich bin nur ab und an ein bisschen über Gespräche oder Erinnerungen aus dem ersten Band gestolpert. Wie bereits erwähnt wäre es hier wirklich sinnvoll gewesen, diesen vorher nochmal zu lesen. Aber diese Momente gingen eigentlich schnell vorbei und ich hatte auch einige „aaaah, stimmt ja, da war doch was!“ Gedanken. Die Auflösung war zwar leider ziemlich früh offensichtlich, dennoch konnte mich das Ende aber auch nochmal kurz überraschen.

Fazit: „One of us is next“ ist eine gelungene Fortsetzung von „One of us is lying“ und hat mir gut gefallen. Es war eine unterhaltsame Geschichte für zwischendurch und hat mich wieder mal daran erinnert, wie verdammt froh ich bin, die Schulzeit hinter mir gelassen zu haben. Klar, die „Probleme“ verschwinden nicht, es kommen immer wieder neue und welche mit anderen Thematiken dazu, aber trotzdem bin ich froh, dass alles hinter mir gelassen zu haben. Ich möchte an dieser Stelle auch noch anmerken, falls es hier Schüler gibt oder auch andere Personen, die sich mit Mobbing auseinandersetzen müssen: Ihr müsst das nicht alleine durchstehen. Sprecht bitte mit euren Eltern oder Vertrauenspersonen darüber, auch wenn es vielleicht im ersten Moment unmöglich und unangenehm erscheint – aber es kann helfen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.06.2020

"Wenn die Dunkelheit endet" von Constance Sayers

Wenn die Dunkelheit endet
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Juliet verliebt sich 1895 in den verheirateten Maler Auguste Marchant und verbringt einen folgenreichen Sommer mit ihm. Ihre Mutter verflucht ihn darauf hin und verdammt ihn dazu, immer wieder geboren ...

Juliet verliebt sich 1895 in den verheirateten Maler Auguste Marchant und verbringt einen folgenreichen Sommer mit ihm. Ihre Mutter verflucht ihn darauf hin und verdammt ihn dazu, immer wieder geboren zu werden und sich unglücklich zu verlieben… ungeplanterweise erleidet Juliet allerdings das gleiche Schicksal, mit dem Unterschied, dass sie sich irgendwann an ihre „alten“ Leben erinnern kann, Auguste allerdings nicht. Sofern es Juliet (oder eine ihrer „Wiedergeburten“ Nora, Sandra und Helen) nicht schafft, den Fluch bis zu ihrem 34. Geburtstag zu brechen, wird sie immer wieder in neuen Epochen wiedergeboren und durchlebt mit Auguste Marchant (in ebenfalls immer anderen Versionen) eine unglückliche Liebe, denn fest steht: finden werden sie sich immer.

Die Geschichte ist in vier verschiedene Abschnitte beziehungsweise „Personen“ unterteilt. Neben Helen Lambert, der Protagonistin aus der Gegenwart (jedenfalls sofern man 2012 heute als Gegenwart bezeichnen kann) werden auch noch die Leben und Erlebnisse ihrer Alter Egos Juliet, Nora und Sandra dargestellt. Helens Geschichte ist der rote Faden des Buches, ihre Geschichte ist die einzige, die von Anfang bis Ende durchgehend angesprochen wird. Sie versucht den Fluch zu brechen und wird dabei immer wieder von Flashbacks aus ihren alten Leben eingeholt. Diese werden dann nach und nach sehr ausführlich erzählt.
Anfänglich hat mir das Buch wirklich gut gefallen, ich war sehr fasziniert von der Handlung und vorallem von Juliet und ihren Erlebnissen. Positiv aufgefallen ist mir auf jeden Fall der saubere inhaltliche Aufbau: die Flashbacks waren zeitlich aneinander angereiht und haben zu der Gegenwart einen angenehmen Kontrast geboten. Leider wurde die Geschichte aber im Verlauf immer langatmiger und mir fehlte es oft an Spannung.
Es gab außer dem Fluch in Verbindung mit dem tragischen Schicksal keinen „Bösewicht“, der den über 500 Seiten vielleicht ein bisschen mehr Biss gegeben hätte. Anders gesagt: Ich persönlich hätte mir vielleicht einen „bösen Endgegner“ gewünscht, wenn ich das so sagen darf. Ich muss hier aber auch anmerken, dass ich aktuell einfach lieber etwas mit mehr Action lese.
Ebenfalls nicht ganz meinen Geschmack getroffen haben die Epochen um Nora und Sandra… ich habe es einfach lieber wenn es altertümlicher ist (also alles vor 1900) oder in der Gegenwart stattfindet.

Fazit: Wer eine ruhige, interessante Liebesgeschichte verfolgen möchte ist hier genau richtig. Mir persönlich war es aber zwischenzeitlich etwas ZU ruhig.
„Wenn die Dunkelheit endet“ hat somit also leider nicht ganz meinen aktuellen Geschmack getroffen, was aber auch einfach an meinen aktuellen Lesegewohnheiten liegt. Ich habe mir einfach ein bisschen mehr “Power” hinter der Idee mit dem Fluch gewünscht.

  • Cover
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Veröffentlicht am 22.06.2020

"The Passengers" von John Marrs

The Passengers
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Der Inhalt dieses Buches hat mich direkt angesprochen, die Geschichte hörte sich für mich nach einem tollen Thriller an: ich wurde nicht enttäuscht.

Für acht Personen verläuft es eines Morgens alles andere ...

Der Inhalt dieses Buches hat mich direkt angesprochen, die Geschichte hörte sich für mich nach einem tollen Thriller an: ich wurde nicht enttäuscht.

Für acht Personen verläuft es eines Morgens alles andere als geplant: Ihre selbstfahrenden Autos, die eigentlich als „nicht zu hacken und somit absolut sicher“ verkauft wurden, werden entführt. Die Entführung wird live im Internet übertragen und gefühlt jeder Mensch weltweit bekommt das Drama mit. Die Autos sollen in wenigen Stunden miteinander kollidieren, nur ein Passagier darf überleben. Wer dieser ist, entscheiden die Zuschauer in den sozialen Medien in Kombination mit einer Kommission, die sich mit Unfällen der hochentwickelten Autos beschäftigt…

Obwohl es in diesem Thriller sehr viele verschiedene Charaktere gab, wurde es kein einziges Mal unübersichtlich: man wusste immer, welche Person gerade im Fokus steht. Alle werden vielschichtig und interessant dargestellt: zunächst erhält man einige Hintergrundinformationen und nach und nach wird enthüllt, dass die Passagiere nicht zufällig ausgewählt wurden. Jeder einzelne verbirgt ein Geheimnis, welche sehr komplex und schockierend dargestellt sind.
Ausnahmslos jeder Charakter war sehr interessant und bis auf zwei Personen waren mir auch alle sympathisch. Diese zwei haben mich mit ihrer Art und Meinungen so wütend gemacht, dass ich denen gerne mal ein paar Takte gesagt hätte.
Der Schreibstil war in den kompletten fast 500 Seiten durchweg fesselnd und hochinteressant, selbst in den Momenten, als ich nicht gelesen habe, hat mich die Geschichte nicht losgelassen und ich wollte immer wissen, wie es mit den Passagieren weitergeht. Welche Geheimnisse sich offenbaren werden, wer überleben wird. Jeder der Passagiere fragt sich, wieso gerade er beziehungsweise sie ausgewählt wurde, doch im Gegenzug kann man sich auch fragen: warum nicht?
Die Handlung ist sehr komplex und spricht einige aktuelle Themen an, wie zum Beispiel die Gefahren der künstlichen Intelligenz, Datenmissbrauch und welche Macht die sozialen Medien mittlerweile gewonnen haben. Bevor den Mitmenschen, sogar den eigenen Kindern, geholfen wird, muss erstmal was darüber gepostet werden, ganz nach dem Motto: Erst posten, dann handeln. Das Buch zeigt, wie schnell man eine Meinung bilden kann, obwohl man gar nicht die ganzen Hintergründe kennt. Eigene Meinungen gehen oft sogar ganz verloren, die Menschen verlieren im Internet ihre Hemmungen und Moral wird zum Fremdwort.

Fazit: „The Passengers“ von John Marrs ist einer der besten Near-Future Thriller, die ich bisher gelesen habe. Die ganze Geschichte wirkt erschreckend und authentisch. Gedanken, die man öfter mal hat aber nicht verfolgt (Gefahren von Social Media etc.) werden offen angesprochen und was bleibt ist ein bitterer Nachgeschmack. Dieses Buch ist definitiv eine Leseempfehlung und ich kann abschließend nur jedem ans Herz legen: denkt bitte Eigenständig. Nur weil x andere Leute eine Meinung vertreten, heißt das noch lange nicht, dass sie damit automatisch Recht oder unrecht haben und ihr diese Meinung ebenfalls vertreten müsst.

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