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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.07.2020

Verschenktes Potenzial

Gemmas Gedanken
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Near Future Thriller? Da kann man doch eigentlich nichts falsch machen. Schließlich war Becoming Elektra von Christian Handel ein Highlight für mich. Also habe ich mir erneut einen New Feauture Thriller ...

Near Future Thriller? Da kann man doch eigentlich nichts falsch machen. Schließlich war Becoming Elektra von Christian Handel ein Highlight für mich. Also habe ich mir erneut einen New Feauture Thriller geschnappt. Dieses Mal Gemmas Gedanken von Lin Rina. Der Klappentext klang geil. Eine Grundidee mit der viel Potenzial? Doch erstmal worum gehts: Gemma hat ihre Ausbildung abgeschlossen und zieht gegenüber von ihrer besten Freundin Vika ein. Gemma hat am darauffolgenden Tag einen Tag für ihre Gedankenauslese. (Stellt euch das ganze wie ein EEG vor, nur das diese Maschine den kompletten Körperzustand erkennen kann sowie jede Mentale Erkrankung, sogar bei kleinsten Anzeichen. Nur bei ihrer Mutter scheint dies nicht zu funktionieren. Sie leidet unter Anfällen und verletzt sich am Anfang des Buches sogar selbst, leider fehlt hierzu eine Triggerwarnung. In ihrer neuen Wohung findet Gemma ein Notizbuch, verfasst in ihrer Handschrift. Nur kann sie sich an keins der Geschehnisse erinnern. Was hat es mit dem ganzen auf sich. Das war so eine geile Grundidee wie kann man das bitte so ruinieren. Die Geschichte hat ein Plothole, und nicht gerade ein kleines. Zudem hätte ich 300 Seiten von diesem Buch am Liebsten weggekürzt. Sry zwischendurch habe ich mich sehr an ein Buch ala Laura Kneidl erinnert gefühlt. Banale Szenen und New Adult Klischees im Übermaß. Die Charaktere hätte man allesamt mit einer Bratpfanne bearbeiten können. Das sollen alles Erwachsenen sein? Sry die haben sich benommen wie eine Gruppe pubertärer Jugendlicher auf dem Schulhof. 😑 Besonders Oliver ging mir auf die nerven mit seinen ständigen sexistischen Sprüchen. Dann haben wir natürlich den mysteriösen Love Interest über den man kaum was erfährt zunächst. Der Schreibstil war einfach und ist noch ausbaufähig. Mein größtes Problem war der Plotaufbau. Spannung ist so gut wie keine vorhanden. Die Handlung wird innerhalb drei Seiten aufgelöst und sry, dann ohne Details ohne große Action. Ähm hallo und wofür waren dann die 500 Seiten vorher? Warum hat man bei einem THRILLER derart an der Spannung gespart. Not my Cup of Tea

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.07.2019

Einzigartig

Auf Erden sind wir kurz grandios
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Ich bin immer noch sprachlos und die Worte hallen noch immer noch in mir und doch habe ich keine Ahnung wie ich dieses Buch jetzt am Besten präsentiere. Heute erscheint „Auf Erden sind wir kurz Grandios“ ...

Ich bin immer noch sprachlos und die Worte hallen noch immer noch in mir und doch habe ich keine Ahnung wie ich dieses Buch jetzt am Besten präsentiere. Heute erscheint „Auf Erden sind wir kurz Grandios“ und ich muss sagen, ich habe viel erwartet und wurde in Fetzen zerissen. Ocean Vuong hat mir mit diesem Briefroman, alles abverlangt. Die Handlung ist nicht sonderlich gigantisch, das braucht sie auch nicht. Dieser Mann kann schreiben wie kein anderer. Diese Sprache ist eine wahre Kunst und wirklich einzigartig. Man könnte eine Millionen Worte über dieses Meisterwerk schreiben und doch würde man selbst dann nicht begreifen, was das für ein Schatz ist. Diese poetische Familiengeschichte wird man nie vergessen. Nie wird man die Worte vergessen, die Vuong über die Seiten verteilt. Nie wird man die Emotionen vergessen. Plot hat man hier wirklich wenig, aber dafür sehr viel Gefühl und eine enorme emotionale Bandbreite, die man als Leser durchmacht und wie gesagt das Buch wird einem alles abverlangen und genau deshalb liebe ich es. Hier werden soviele Themen aufgegriffen Homosexualität, Mental Health, Missbrauch und vor allem ein Außenseiter sein. Aber vorsichtig es ist nicht für jeden geeigent, man muss eine kunstvolle Sprache mögen und sollte Mental kerngesund sein. Ein wirkliches beeindruckendes Debüt.

Veröffentlicht am 20.07.2019

Schuster bleib bei deinen Leisten

Faye - Herz aus Licht und Lava
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Puuh, die bekannte Liebesromanautorin Katharina Herzog versucht sich an einem Romantasyjugendbuch. Ich habe noch nie was von der Frau gelesen war aber fasziniert von dem Setting Island. Ich musste es ...


Puuh, die bekannte Liebesromanautorin Katharina Herzog versucht sich an einem Romantasyjugendbuch. Ich habe noch nie was von der Frau gelesen war aber fasziniert von dem Setting Island. Ich musste es einfach lesen. Hätte ich es doch besser gelassen, denn wie heißt es so schön Schuster bleib bei deinen Leisten.
Die Protagonistin und die Charaktere sind zum Großteil einfach lächerlich. Faye gehört zu den sogenannten Green Devils. Die Green Devils sind Aktivisiten, die ihre Umgebung bepflanzen und auch öffentliche Stellen. Ihr Anführer Liam ist mysteriös, denn er hat nur die Natur im Kopf nichts anderes und Faye ist hoffnungslos in ihn verknallt.
Gutaussehend, lebt nicht in einem Haus . Liam hat dann die Idee Hanf vor dem Polizeipräsidium zu pflanzen. Dort kommt es zu einer Szene, die dermaßen lächerlich ist, bei der ich mich wirklich frage warum sie nicht rausgekürzt hat. Wollte man wieder zeigen das Kids SM ekelhaft finden? Kurz darauf erhält sie Besuch von der Polizei, die sie beschuldigt Drogen anzubauen. Ihre Mutter ist daraufhin so wütend und will sie nicht alleine lassen, sie muss mit ihr nach Island. Dort soll sie sich dann auf die anstehenden Klausuren konnzentrieren. Die achso aufmüpfige Faye lernt dann die Natur von Island lieben und der erste Junge den sie kennenlernt ist dann wieder ein mysteriöser Bad Boy und er ignoriert sie ja und dann kommt raus, sie ist auserwählt … oh wie oft habe ich diesen Ablauf schon geschehen. Sie will einen Baum retten, ihr Typ sagt ihr, das er sie nur in die Kiste kriegen will und deswegen nur hilft. Zwei Seiten entschuldigt er sich wieder und meint sie sei zu gut für ihn. Danach darf er mit ihr eng umschlungen in ihrem Bett schlafen. Ähm hallo bin ich in After Passion gelandet? Die Handlung plätschert nur so vor sich hin und das Ende bringt dann ein klein Wenig Action wobei das dann auch mit allerlei Klischees gespickt ist. Wirklich dieses Buch trieft vor Klischees. Dank des leichten Schreibstils kann man die Geschichte lesen, ich rate aber davon ab. Das Setting ist schön beschrieben, man träumt sich regelrecht nach Island, aber dank dieses Plots kann ich das Buch nicht empfehlen. Unsympathische Charaktere, massenhaft Klischees und ein langweiliger Plot sorgten dafür, das dieses Buch mich massiv enttäuschte.

Veröffentlicht am 02.07.2019

Enttäuschend

Das Labyrinth des Fauns
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Für mich eine Enttäuschung - Ich kenne den Film noch nicht :c Ich liebe normalerweise die Bücher von Cornelia Funke, dieses hier ist lieblos und fühlt sich nicht wie Funke an. Ich bin enttäuscht, ich habe ...

Für mich eine Enttäuschung - Ich kenne den Film noch nicht :c Ich liebe normalerweise die Bücher von Cornelia Funke, dieses hier ist lieblos und fühlt sich nicht wie Funke an. Ich bin enttäuscht, ich habe einen fantastischen Großartigen Roman erwarter und was soll ich sagen, die Handlung lässt sich in wenigen Sätzen zusammenfassen. Die fantastischen Elemente in diesem Buch sind gering. Es geht um Ofelia, die eigentlich in einer anderen Welt eine Prinzessin und durch ein Versehen gerät sie in die menschliche Welt und muss versuchen zurückzukehren. In der menschlichen Welt heiratet ihre Mutter einen kalten Mann namens Vidal , dem es nur darum geht, das sie ein Kind gebären kann. Er hat die deutschen Faschisten auf seiner Seite und das ist der Großteil der Handlung. Ofelia und ihr ungeborener Bruder und ein Kampf ums Überleben. Manche Freunde Vidals zählen doch zu den Guten. Zwischendrinne sind kurze Märchen aus Ofelias eigentlicher Welt eingewebt. Wird sie die Rückkehr schaffen? Zusammengerechnet bekommt dieser wichtige Handlungsstrang nicht einmal ein Drittel der dürftigen 300 Seiten.
Schade, ich hatte gedacht Cornelia Funke verzaubert mich, stattdessen hat sie mich gelangweilt. Auch ihr Stil war diesesmal anders, aber es ist ja leider eine Übersetzung gewesen, da Cornelia Funke nicht mehr auf deutsch schreibt. Es fehlt die Liebe, es fehlen die Bilder in meinem Kopf. Es fehlt an Spannung die nicht nur versucht wird durch kurze Kapitel zu erzeugen.
Ich kann hier nur sehr sehr knappe 3 Sterne vergeben, mit der Tendenz zu 2,5 :c

Veröffentlicht am 17.06.2019

Grandios

Die Sparsholt-Affäre
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Heute möchte ich euch eins meiner bisherigen queeren Jahreshighlight vorstellen.
Als Daniel Sparsholt zum ersten Mal in den 40ern einen angesehen Literaturclub in Oxford besucht, bekommt der junge Ruderer ...

Heute möchte ich euch eins meiner bisherigen queeren Jahreshighlight vorstellen.
Als Daniel Sparsholt zum ersten Mal in den 40ern einen angesehen Literaturclub in Oxford besucht, bekommt der junge Ruderer Avancen gemacht, die er ablehnte. Homosexualität zeigte man in der elitären Gesellschaft nicht offen, wenn lebte man sie im Geheimen aus. Wenn man es im Geheimen tat, wurde es in den höheren Gesellschaftsschichten akzeptiert. So auch Sparsholt und doch geht seine Geschichte über einen längeren Zeitraum. Hollinghurst zeichnet ein brillantes Bild, das sich bis in unsere Zeit erstreckt, welches kunstvoll in einzelnen Episoden erzählt wird. Mit seinem Stil konnte er mich packen und mich gefangen nehmen. Die Geschichte reicht bis in unsere heutige Zeit, in der es um einen schwulen Portraitmaler geht. Was dieser mit Daniel zu tun hat, lest ihr am Besten selbst. Ein großes Thema ist die gesellschaftliche Hierachie und das wird allein an der Ausgangssituation deutlich. Eindrucksvoller geht es in meinen Augen wohl kaum nicht mehr. Ich habe mich in diesen Stil und die Sprache des Autors verliebt. Dieses Buch war mehr als eine einfache Lektüre. Es war ein gewaltiger Generationenroman, den ich nie mehr wieder vergessen werde. Hollinghurst nimmt sich dem Thema Akzeptanz an und wie sich das Bild von Homosexuellen immer mehr verändert. Mit diesem Kunstwerk hat sich der Autor in mein Herz geschrieben und ich will einfach mehr. Kein queerer Roman, den ich je gelesen habe, reicht an „Die Sparsholtaffäre heran, Wer diesen Roman liest, sollte mit einem Anspruchsvollem Roman auskommen können, denn dieser Roman ist wie ein gewaltiges Panorama. In den Zeilen stecken zahlreiche kleine Details . Es geht um nicht mehr, als das Recht zu sein, wer man ist. In meinen Augen der perfekte Roman zur Pride Season. Jetzt brauch ich unbedingt mehr von Alan Hollinghurst. Denkt immer daran, Homosexualität wird heute akzeptiert und doch ist der Kampf noch nicht beendet.