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Veröffentlicht am 24.05.2025

Erfordert Vorwissen aus vorhergehender Reihe

Purple Clouds - Honeymoon
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Einmal mehr in der aktuellen Buchwelt geht es in dieser „neuen“ Reihe um Figuren aus einer bereits erschienenen. Dadurch hat man das Gefühl, man müsste die Figuren schon kennen, tut es aber nicht. Man ...

Einmal mehr in der aktuellen Buchwelt geht es in dieser „neuen“ Reihe um Figuren aus einer bereits erschienenen. Dadurch hat man das Gefühl, man müsste die Figuren schon kennen, tut es aber nicht. Man erfährt viel über ihr Inneres, aber paradoxerweise nichts über ihre Oberfläche. Was ist das für ein Hotel, in dem Emory arbeitet? Warum ist Ellis Debbies beste Freundin, obwohl sie kaum in Erscheinung tritt? Warum wird nicht thematisiert, wie unmöglich sich Riley benimmt? Vor allem die Nebenfiguren bleiben dadurch blass. (Und ja, ich habe die besagte andere Reihe erst kürzlich gelesen und gemocht!)
Der Schreibstil hat mich leider nicht abgeholt, einige Vergleiche und Bilder sind inhaltlich nicht schlüssig oder gar falsch (Stichwort „Dirigentin“).
Das Buch enthält unnötig viele Anglizismen (Was zur Hölle bedeutet „messy“ in Bezug auf eine Beziehung?!).

Was mich fast am meisten gestört hat: Das Buch liest sich wie der Knigge des 21. Jahrhunderts.
Stelle dich nicht nur mit deinem Namen, sondern auch mit deinen Pronomen vor, um zu suggerieren, dass du akzeptierst, wenn dein Gegenüber nicht die Pronomen verwendet, die du automatisch für es wählen würdest.
Trink deinen Kaffee nur mit Hafermilch, irgendwann schmeckt es auch dir besser als mit Kuhmilch.
Bring immer vegane Cupcakes mit (und am besten auch glutenfrei).
Schau bitte nicht "Blind Side" weil es da um White Savior geht und man nicht unterstützen sollte, dass es in Filmen „dauernd“ darum geht, wie weiße Menschen nicht-weiße Menschen retten.
Erwähne möglichst häufig, dass Jungs selbstverständlich Nagellack tragen können. (Find ich sogar cool, wird nur uncool, wenn ständig darauf herumgeritten wird.)
Wenn du ein Mann bist und du erklärst einer Freundin etwas, entschuldige dich anschließend für eventuelles Mansplaining.
Stichwort Halloweenkostüm: Verkleide dich nicht als Hip Hopper, denn das ist genauso abwertend, wie wenn du dich als Angehörige einer bestimmten Ethnie verkleidest. (Frage: Hab’s nicht vor, aber wäre es denn okay, wenn ich mich als ein bestimmter Hip Hopper verkleide?)
Lange Rede, kurzer Sinn: All das ist wichtig und richtig. Aber beim Lesen ständig das Gefühl haben, belehrt zu werden, dass selbst die alltäglichsten Dinge nicht „richtig“ sind, fühlt sich extrem abwertend an. Der Film „Blind Side“ gefällt dir? Puh, moralisch fragwürdig. Hafercappucino schmeckt für dich wie Müsli im Kaffee? Stell dich nicht so an. Du nennst nicht jedem deine Pronomen? Da steckt aber jemand im letzten Jahrhundert fest.
Wäre die Zahl der Botschaften und Belehrungen in diesem Buch um die Hälfte reduziert und weniger militant vorgetragen worden, würden sie zum Nachdenken anregen. Weniger ist mehr hätte hier gelten sollen. Aber so bin ich einfach nur erschöpft.
Ironischerweise stehen die Hauptfiguren, besonders Debbie, im krassen Widerspruch zum moralischen Perfektionismus, den sie ständig predigen.
Sie liest die Nachrichten einer Kollegin, als die gerade auf dem Klo ist. Nur weil der Name ihres Mannes auf dem Display aufgetaucht ist?
Sie ist sauer, weil er hinter ihrem Rücken mit seiner Ex-Freundin schreibt. Ganz abgesehen davon, dass sie den Chat gelesen und mit ein bisschen gesunden Menschenverstand auch richtig hätte interpretieren können, ist das grundsätzlich nicht schlimm. Mir schien es so, als wäre hier irgendein künstliches Konfliktpotential gesucht worden.
Und zu guter Letzt, ein kurzes Feedback zur Namensgebung: Den Spitznamen "Deb" finde ich im Deutschen eher ungünstig gewählt...
Danke an netgalley.de für das Rezensionsexemplar!

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Veröffentlicht am 02.05.2025

Verliert sich im letzten Drittel

Game of Hearts – No Rules (St. Gloria College 1)
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How to: Meet and Greet mit Romeo und Julia in Hogwarts but make it Gossip Girl und Bridgerton.
Es war einmal ein Pre-College in der Schweiz für die Elite der Elite der Elite, das war aufgeteilt in zwei ...

How to: Meet and Greet mit Romeo und Julia in Hogwarts but make it Gossip Girl und Bridgerton.
Es war einmal ein Pre-College in der Schweiz für die Elite der Elite der Elite, das war aufgeteilt in zwei verfeindete Häuser. Die traten jedes Jahr in einem nicht näher definierten Wettkampf gegeneinander an und dem Siegerhaus winkte neben Ruhm und Ehre auch die garantierte Zusage zur Wunsch-Elite-Uni.
Irgendwo in diesem zeit- und raumlosen Eliteinternat (Schweiz? Wo Berge? Welche Sprache? Okay, ich stelle keine Fragen!), das ungefähr jeden Vibe der Buchwelt einzufangen versucht (Hogwarts, Gossip Girl, Bridgerton, Romeo&Julia, Stolz&Vorurteil und was sonst das Herz begehrt), trifft die Präsidentin des Hauses Alpha auf den Präsidenten des Hauses Omega. Sie ist ärmer als die anderen (aber irgendwie doch nicht), er verkörpert den reichen, privilegierten Bad Boy (aber irgendwie doch nicht), beide hassen einander, aber – ihr erratet es – irgendwie doch nicht.
Was über weite Strecken zu lesen echt Spaß macht (wenn man Bock auf elitäre Enemies mit Louboutins und Rosenbouquets in völlig weltfremdem, aber doch bestechend einzigartigem Setting hat), wird leider im letzten Drittel etwas langatmig. Noch dazu verstrickt sich der Plot in ein höchst verwirrendes Intrigenspiel, bei dem zu viele Personen beteiligt sind, und dessen Auflösung den Elitären Nicht-Hoxus-Pokus ad absurdum führt, statt ihn zu Demaskieren.
Fazit: Bis zum Finale hat das Buch auf schräge Art Spaß gemacht, danach scheiterte es leider an sich selbst.
Bin bei 3,5 Sternen, und gespannt auf Band 2!
Danke an @netgalley.de und den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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Veröffentlicht am 29.04.2025

Enttäuschender Hype

Mile High
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Es war einmal ein kleiner Klischeezug, der war vollgepackt mit einem "sündhaft sexy" und "sagenhaft anziehenden" Sportler, seinem Pseudo-Bad-Boy-Image und natürlich seinem Felsen, Pardon, seinem Gemächt. ...

Es war einmal ein kleiner Klischeezug, der war vollgepackt mit einem "sündhaft sexy" und "sagenhaft anziehenden" Sportler, seinem Pseudo-Bad-Boy-Image und natürlich seinem Felsen, Pardon, seinem Gemächt. Eines Tages wurde dieser Klischeezug in ein Flugzeug gesetzt. Da traf er auf die kurvenreiche Flugbegleiterin Stevie, die Hunde liebt und sich auf gar keinen Fall auf einen Klischeezug, äh Pardon, einen Sportler einlassen darf (aus beruflichen Gründen) und möchte (aus privaten Gründen), und es dann doch tut, denn der Sportler ist wirklich sehr perfekt und tätowiert und außerdem macht er sie im Bett völlig fertig. Ihre Worte. Mehrmals. Es gibt nämlich keine andere Formulierungsmöglichkeit, um die körperlichen Fähigkeiten des Klischeezugs auszudrücken, darum wird einfach immer dieselbe verwendet. Wie praktisch.
Jedenfalls rast der Klischeezug dann an allerhand klischeehaften Plottwists vorbei, die jeder voraussagen konnte, der schon mal eine Sport-Romance gelesen hat, in der jemand ehrenamtlich im Tierheim arbeitet. Den obligatorischen, presserummelbedingten Third-Act-Breakup hab ich überblättert, bis dahin, wo das Tierheim gerettet wird.
Die Protagonisten:
Also da kann jemand hinter seinem Bad-Boy-Image noch so einen weichen Kern haben. Wenn ich in einer dunklen, verlassenen Gasse stehe und sage „Nein“ oder „Niemals“, und er drückt mich doch an die Wand der Backsteinmauer, dann hol ich das Pfefferspray raus. Übrigens auch, wenn ein Mann konsequent meine Lieblingsjogginghose kritisiert. Oder wenn er mich bedrängt, obwohl ich ihm gesagt habe, dass ich meinen Job verlieren kann, wenn ich mit ihm zusammen gesehen werde.
Und finally: Er bezeichnet sein Gemächt selbst als FELSEN. Girl, lauf.
Und das Girl? Sie hat Kurven. Alternativ hat sie auch einen kurvenreichen Körper. Ganz ehrlich, ich habe keine Ahnung von ihrer Persönlichkeit, denn selbst, wenn es mal für zwei Sätze darum ging, kommen beide ständig auf kurvige Äußerlichkeiten zurück. Ja, sie auch. Es gibt wirklich nur ein Körperteil, das Stevie häufiger beschreibt als seinen Felsen, und das ist ihr eigener Hintern (kurvig!). Zu ihrer Verteidigung: Er beschreibt seine eigene Ausstattung auch mit großer Hingabe.

Das Genre: Sport-Romance.
Die Anzahl an Seiten, auf denen es tatsächlich um Sport geht (welcher war's eigentlich?), ist maximal einstellig. Ansonsten gehts um: Sein Image, seine Freunde, sein Gemächt und um ein Flugzeug voller strippender Sportler (welcher Sportart noch gleich? Egal, sie haben gute Körper). Ach, und um ihre Kurven.
Die Botschaft:
Stevie leidet sehr unter dummen Sprüchen bezüglich ihres Äußeren. Dieses wird übrigens als „kurvenreich“ beschrieben, falls ich das noch nicht erwähnt hatte. Auch ihr Ex-Freund hat sie immer ziemlich mies behandelt. Als sie ihm begegnet, wird sie natürlich von Zanders gerettet. Und jetzt endlich sind „die Rollen getauscht“, der Ex schüchtert sie nicht mehr ein, "dank des sündhaft sexy Manns", der hinter ihr steht.
Und zu guter Letzt: Es wäre echt schön, wenn die Grammatik-, Syntax-, Logik- und Rechtschreibfehler in den folgenden Auflagen behoben werden würden... Wobei... Ich habe Auflage 7 hier liegen!

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Veröffentlicht am 19.04.2025

Wo Band 3 über Tess und Max?

Love, uncovered
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Der zweite Band der Dilogie hat mir an sich gut gefallen. Es gab viele lustige Szenen, auch Szenen mit Botschaft.
Man konnte auch den Schreibstil gut und flüssig lesen, großartigen Wiedererkennungswert ...

Der zweite Band der Dilogie hat mir an sich gut gefallen. Es gab viele lustige Szenen, auch Szenen mit Botschaft.
Man konnte auch den Schreibstil gut und flüssig lesen, großartigen Wiedererkennungswert hat er allerdings nicht, was total Okay ist.
Einige Szenen und Dialoge fand ich sehr langatmig, manche haben auch die Handlung nicht wirklich voran gebracht und waren daher überflüssig. Das war dann schade, weil es sich von der Story her eigentlich um eine süße Feel-Good-Romanze für Zwischendurch handelt, die man total gern im Urlaub oder auf einer langen Zugfahrt lesen würde, aber dafür hat das Buch dann einfach 100 Seiten zu viel für meinen Geschmack. Ich bin kein Katzenmensch, und hab z.B. die Gespräche über Katzen teilweise überblättert.
Kim bezeichnet Conrad als "Wohlfühlmenschen". Ich fand ihn eher langweilig und eigentlich zu gut, um wahr zu sein. Darum habe ich auch seine Motivation, sich eine Datinghilfe zu engagieren (und dann auch noch ausgerechnet Kim, die keinerlei Referenzen hat) nicht wirklich nachvollziehen können.
Kim fand ich als Charakter deutlich farbiger, wenn auch hier die Rückblenden nicht nötig gewesen wären, um sich in sie Hineinversetzen zu können.
In der zweiten Hälfte des Buches fand ich die Storyline von zwei Nebencharakteren spannender als den Hauptplot, ich wollte eigentlich vor allem wissen, wie es bei denen weitergeht, während Kim und Conrad so in ihren Problemchen rumgedümpelt sind. Ist mir auch noch nie passiert, dass ich den Hauptfiguren am liebsten zugerufen hätte, "Macht mal Platz für die anderen":)
Schade, dass diese Storyline dann so unter den Tisch fiel.

Fazit: Eine Romanze ohne viel Drama, aber mit Humor, die mit 100 Seiten weniger Umfang mehr Lesevergnügen bereitet hätte. Und wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann bitte ein Buch über Tess, Lotte und Max (gern dann auch mit weniger Tieren).

Danke an @netgalley.de für das Rezensionsexemplar!!

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Veröffentlicht am 28.03.2025

Wow!

Beneath Broken Skies
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Wow. What a ride. Darauf war ich NICHT vorbereitet. Hab den Klappentext gelesen und spontan gedacht, klar, das will ich lesen. Klang nach einem vielversprechenden Setting, verbunden mit zwei genretypischen ...

Wow. What a ride. Darauf war ich NICHT vorbereitet. Hab den Klappentext gelesen und spontan gedacht, klar, das will ich lesen. Klang nach einem vielversprechenden Setting, verbunden mit zwei genretypischen Hauptfiguren in einem genretypischen Konflikt, also genau das, auf was ich mal wieder richtig Lust hatte. Und ich hatte aus dem Augenwinkel mitbekommen, es gibt einen zweiten Band, klar, das angekündigte Setting bietet natürlich Platz für die Lovestory von zwei Nebenfiguren.
Bis ich kapiert habe, dass es sich um eine Dilogie mit durchgehender Story handelt, war ich dem Buch schon komplett verfallen. Eigentlich mag ich das überhaupt nicht, Geschichten, die auf den letzten fünf Seiten noch einen Cliffhanger einbauen, um auf zwei Bücher ausgedehnt zu werden. Das hier ist viel BESSER! Die letzten 100 Seiten habe ich am Stück durchgesuchtet, weil ich doch einfach nur wollte, dass alles gut ausgeht und gleichzeitig ahnte, es wird (erstmal) nicht gut ausgehen, und dann gibt’s den Cliffhanger, und als ich mich mit dem gerade arrangiert habe, stellte sich raus, das war gar nicht der richtige Cliffhanger, es wird noch krasser, und ich liebe alles daran.
Ich freue mich riesig auf Band 2, kann es kaum erwarten und habe gleichzeitig wirklich Angst davor.
Wer mal wieder mitfühlen und mitleiden möchte, ganz große Leseempfehlung.
Danke an @netgalley und den Verlag für das Rezensionsexemplar.

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