Siegt die Gerechtigkeit?
1736 - Chronik einer KopfgeldjagdMein erster Eindruck als ich das Buch „1736 – Chronik einer Kopfgeldjagd“ von David Petry in der Hand hielt, war gleich sehr positiv. Das Buchcover gefällt mir sehr gut, da es ein Ausschnitt aus dem historischen ...
Mein erster Eindruck als ich das Buch „1736 – Chronik einer Kopfgeldjagd“ von David Petry in der Hand hielt, war gleich sehr positiv. Das Buchcover gefällt mir sehr gut, da es ein Ausschnitt aus dem historischen Brief zeigt, der den Beginn der Kopfgeldjagd markiert.
Der Roman besteht aus drei Teilen und die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt. Einmal aus der Sicht der Hauptprotagonistin Agnes Roß, die Meisterdiebin, die mit all ihren Tricksereien mit ihrem Ehemann Andreas aus dem Gefängnis ausbrechen möchte und einmal aus der Perspektive der Gesetzeshüter, unter anderem von Pistorius, der die beiden Meisterdiebe überführen und hinrichten lassen will.
Mir haben die Auszüge aus der Originalakte, die optisch durch eine kursive Schrift hervorgehoben wurde, sehr gut gefallen. Diese wurden sehr geschickt in die Handlung mit eingeflochten.
Der Autor verwendet bewusst alte deutsche Wörter wie zum Beispiel „Angstmann“ (statt Henker) und ich fühlte mich dadurch gleich in dieses Zeitalter hineinversetzt. Durch das gesamte Buch zieht sich ein beständiger Spannungsbogen, der immer wieder neu gefüttert wird. So hat das Buch wenig ruhige Phasen und meine Sympathie wechselte ständig zwischen den beiden Kontrahenten. Da auch der Schreibstil flüssig zu lesen ist, habe ich das Buch innerhalb kürzester Zeit gelesen.
Ich habe einen Bewertungspunkt abgezogen (Bewertung 4 von 5 Sterne), weil ich ein Personenverzeichnis, einen Lageplan mit Beschreibung der Wege von Jäger und Gejagten vermisst habe. Auch fehlten hin und wieder die Ortsbezeichnungen, so dass ich nur erahnen konnte, wo die Szene einzuordnen war.
Fazit:
Mir hat der historische Roman nach wahrer Begebenheit sehr gut gefallen und empfehle das Buch gerne weiter