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Veröffentlicht am 30.11.2020

Alice im Wunderland -mal komplett umgekrempelt

Night of Crowns, Band 1: Spiel um dein Schicksal
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OHNE SPOILER:

Ich muss ehrlich sagen, dass ich mit nicht allzu hohen Erwartungen in die Geschichte eingestiegen bin. Die ersten Seiten wirkten wie eine Jugendgeschichte, die locker-flockig geschrieben ...

OHNE SPOILER:

Ich muss ehrlich sagen, dass ich mit nicht allzu hohen Erwartungen in die Geschichte eingestiegen bin. Die ersten Seiten wirkten wie eine Jugendgeschichte, die locker-flockig geschrieben wurde und das hat mir ganz gut gefallen, aber ich wusste noch nicht, was mich als Leserin erwartet.
Wir lernen Alice kennen, welche ein seltsames Erlebnis hat und daraufhin unter Halluzinationen leidet, wodurch sie Dinge sieht wie kein anderer. Als sie schließlich auf dem Internat landet, beginnt der spannende Teil. Ihre Mitschüler verhalten sich merkwürdig und geben nicht alles Preis und als sie schließlich eine versteinerte Mitschülerin im Wald findet, erfährt sie alles über den Fluch, welcher auf den beiden Internaten lastet.
Anfangs rätselt man und fragt sich, was dieser Fluch wohl für Auswirkungen hat und als es dann erläutert wird, kann man kaum noch aufhören zu lesen. Es ist unfassbar spannend, wie die Schüler in diesem Fluch gefangen sind und Seite für Seite kommen neue Fragen auf. Der Plottwist hat mir sehr gut gefallen, denn dadurch hat sich die Wendung noch mal verstärkt. Anfangs dachte ich, dass es ja vorhersehbar war und zwei Seiten später bin ich völlig gefangen in einem neuen Plottwist, was mir unfassbar gut gefallen hat.
Der einzige Kritikpunkt, den ich habe, ist die Liebesgeschichte, welche meiner Meinung nach zu schnell vonstatten ging und es ein wenig zu klischeehaft war. Doch dadurch, dass der Fantasy-Plot definitiv im Vordergrund steht und eigentlich das Spannende ist, macht es die Lovestory definitiv wett.
Der Schreibstil von Stella Tack hat mir gut gefallen, es war leicht und schön zu lesen, an manchen Stellen hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht, andererseits passt es zu der Geschichte und es muss schließlich nicht alles poetisch-verschnörkelt geschrieben sein.
Der Cliffhanger am Ende lässt den Leser nur noch aufgeregter auf den zweiten Teil werden!

SPOILERWARNUNG:

So, jetzt mal ein bisschen mehr zur Geschichte, ohne euch jedoch das Ende oder zu viel zu verraten!
Der Fluch, welcher auf beiden Internaten lastet, lässt die Schüler wortwörtlich zu Schachfiguren werden. Wir haben ein großes Spielfeld (die beiden Internate und der Wald dazwischen) und während Chesterfield die weißen Figuren spielt, ist St. Burrington auf der schwarzen Seite. Jede Person ist eine Figur und hat verschiedene Fähigkeiten, von denen mir die eine oder andere - zum Beispiel des Gestaltenwandlers - ein bisschen zu weit hergeholt war, da wir uns von jetzt auf gleich in einer noch fantasylastigeren Geschichte befinden als zuvor. Was definitiv kein Nachteil ist, nur sehr plötzlich kam.
Alle 24 Stunden ist ein Internat am Spielzug und das Ziel ist, die Gegner bluten zu lassen, sodass sie versteinert werden. Jedoch endet das Spiel erst, wenn einer der Könige stirbt.
Mir hat der Aufbau unglaublich gut gefallen und auch die Schnelligkeit, in der es erläutert wurde, war perfekt.
Vincent war mir ein wenig suspekt, da er seine Liebe gegenüber Alice so schnell ausspricht, doch im Endeffekt klärt sich einiges.
Das Spiel ist nicht nur verflucht, sondern auch unter den Schülern voller Intrigen. Das war meiner Meinung nach ein guter Punkt und hat die Story zu einer Wendung gebracht, die einerseits zu erwarten war, aber andererseits auch ganz neue Spannungsbögen aufgebaut hat!
Der sprechende Kater Curse, den Alice schon am Anfang der Geschichte trifft, bringt von Seite zu Seite immer mehr Humor in die Geschichte und alles in allem erinnert es mich stark an Alice im Wunderland.
Das Ende war gut und der Cliffhanger sitzt tief, denn die zweite Hälfte des Buches flog nur noch mehr dahin als die erste und ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.11.2020

Eine magisch-märchenhafte Geschichte - perfekt für kalte Tage

Die Gabe des Winters
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Gleich vorab: So viel mehr als es im Klappentext zu sein scheint!
Wir lernen Nuria kennen, welche sich von der ersten Seite an mit ihrem mutigen und zielstrebigen Charakter nicht viel sagen lässt. Sie ...

Gleich vorab: So viel mehr als es im Klappentext zu sein scheint!
Wir lernen Nuria kennen, welche sich von der ersten Seite an mit ihrem mutigen und zielstrebigen Charakter nicht viel sagen lässt. Sie lebt in einem Dorf, in dem ihr Vater der Dorfvogt ist und ihr Bruder Justor hat einen sehr eigenwilligen Charakter, wodurch er seiner Schwester einiges verbieten will.
Die Sorge der Menschen wird klar, sie leiden Hunger und Nuria reitet oft aus, um auf die Jagd zu gehen. Als sie sich wieder einmal ohne Erlaubnis in den Wald begibt, trifft sie auf den Lord, welcher von allen gefürchtet ist. Nach dieser Begegnung beginnt der Teil des Buches, in dem die Handlung ihren Lauf nimmt und es wird von Kapitel zu Kapitel spannender.
So angsteinflößend, wie er auch scheint, so fasziniert ist Nuria von ihm auf eine Art, die von der Autorin sehr gut in die Wege geleitet wird. Es ist nicht Liebe auf den ersten Blick, sondern vielmehr Hass, den die Protagonistin auf den Herrscher verspürt, der die Menschheit im Stich gelassen hat, nachdem seine Gemahlin erkrankt ist.
Das ist ein Punkt, der mir in der Geschichte besonders gut gefällt. Der Part der Liebesgeschichte ist zwar ein wichtiger Teil, jedoch trägt Nuria keine rosarote Brille wie es in vielen anderen Geschichten der Fall ist.
Ihr unabhängiges und selbstsicheres Verhalten macht sie zu einer sehr interessanten Protagonistin, mit der man sich gut identifizieren kann, besonders durch die Wut, die sie ihm gegenüber verspürt.
Ein riesengroßer Pluspunkt ist der Schreibstil der Autorin. Sie beschreibt alles so unglaublich bild- und lebhaft, dass das Gefühl von dem frostigen Reicht, der finsteren Burg und jedem einzelnen Schauplatz der Geschichte unfassbar schön rüberkommt.
Teilweise hatte man das Gefühl, selber in den von ihr so poetisch beschriebenen Wäldern zu stehen und ich habe mich oft dabei ertappt, wie meine Fingerspitzen eiskalt waren, als würde ich selber inmitten der Schneewehen sein.
Es ist wahrscheinlich angelehnt an the Beauty and the Beast, was dem ganzen einen noch märchenhafteren Touch verleiht.

Der Wendepunkt der Geschichte kam sehr überraschend und am Ende werden alle Fragen, die man beim Lesen hatte, gelöst - mit einer Auflösung, die erschreckend und meiner Meinung nach wirklich gut war.
So ist das Gefühl, einige Sachen voraussehen zu können, direkt verschwunden und hat den Leser (mich zumindest) ziemlich fassungslos und überrascht zurückgelassen.
Der einzige Punkt, der mich ein wenig stört, ist die Schnelligkeit am Ende. Es wird viel aufgelöst und gerade auf den letzten Seiten kam ein bisschen viel dazu, was man gut noch auf mehrere Kapitel hätte verteilen können - oder sogar auf einen zweiten Teil.
Dazu gehört zum Beispiel auch die Liebesgeschichte und einige Rätsel, die ich natürlich nicht Spoilern werde, welche ein kleines bisschen übereilt aufkamen oder vielleicht schon etwas früher im Buch hätten erwähnt werden können.

Nichtsdestotrotz war die Geschichte einfach nur magisch und gehört zu meinen Highlights für den Winter! Ich kann sie euch allen nur ans Herz legen, sie verdient viel mehr Aufmerksamkeit!
Eines der Bücher, in die man von der ersten bis zur letzten Seite versunken ist und danach am Liebsten direkt wieder in die Welt eintauchen würde.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere