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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.04.2026

Unaufgeregtes Porträt einer starken Frau

Mirabellentage
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Die Aufmachung des Buchs lässt das Bücherherz höherschlagen. Das Hardcover ist hochwertig gearbeitet und dank dem Lesebändchen findet man schnell auf die zuletzt gelesene Seite zurück. Die Mirabellen auf ...

Die Aufmachung des Buchs lässt das Bücherherz höherschlagen. Das Hardcover ist hochwertig gearbeitet und dank dem Lesebändchen findet man schnell auf die zuletzt gelesene Seite zurück. Die Mirabellen auf dem Schutzumschlag haben mir das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen und mich in den Garten versetzt. Das Buch erzählt von Anna, die als Pfarrhaushälterin arbeitet. Als der Pfarrer überraschend stirbt, gerät ihr Alltag aus den Fugen. Mit seinem letzten Wunsch und der Ankunft des neuen Pfarrers, einem jungen Friesen, verändert sich ihr Leben von einem Tag auf den anderen.

Die Geschichte ist in einzelne Abschnitte eingeteilt, die aber keine Kapitelüberschriften haben. Die Autorin schildert einerseits die gegenwärtigen Ereignisse, lässt Anna aber auch immer wieder in die Vergangenheit eintauchen und aus ihrem bewegten Leben und dem Leben der Dorfbewohner berichten. Der Schreibstil ist ruhig, unaufgeregt und lässt den Leser mühelos ins Landleben mit all seinen Eigenheiten und Besonderheiten eintauchen. Es gibt keine großen Überraschungen, dafür erfährt man allerhand Interessantes und teilweise werden auch skurrile Begebenheiten beschrieben.

Anna ist eine sehr sympathische und starke Protagonistin, die ihr Leben in den Dienst der Gemeinschaft stellt. Ich habe die Einblicke in ihren Alltag und ihre Erinnerungen sehr genossen und konnte bei der Lektüre gut abschalten. Wer humorvolle Geschichten mit einer ruhigen, leicht nachdenklichen Atmosphäre mag, wird an diesem Buch seine Freude haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.03.2026

Unterhaltsame Familienkomödie

Willkommen in Deerhusen. Scheitern mit Seeblick
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Familie Duval hat alles, was man sich wünschen kann. Geld, Personal und eine hübsche Villa samt hochwertigem Fuhrpark. Nach einer frühmorgendlichen Durchsuchung durch die Polizei ist Ehemann Sebastian ...

Familie Duval hat alles, was man sich wünschen kann. Geld, Personal und eine hübsche Villa samt hochwertigem Fuhrpark. Nach einer frühmorgendlichen Durchsuchung durch die Polizei ist Ehemann Sebastian in Untersuchungshaft und Isabell flieht mit ihren erwachsenen Kindern Clara und Lucas vor der Presse. Lucas erinnert sich daran, dass Isabell die Hälfte ihres Elternhauses gehört und so landet die Familie schließlich nach einer abenteuerlichen Reise in Deerhusen. Die Konten sind gesperrt und das restliche Bargeld ist schon nach der Hinfahrt fast vollständig aufgebraucht.

Die einzelnen Kapitel werden aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Das macht die Geschichte abwechslungsreich und unterhaltsam und man kann sich gut in die Handlung einfinden. Die einzelnen Charaktere sind sehr unterschiedlich. Stine, die Schwester von Isabell, versucht sich mit ihrer kleinen Pension über Wasser zu halten und ist vom Auftauchen ihrer Schwester, mit der sie seit Jahren kein Wort gesprochen hat, mehr als überrascht. Wohl oder übel arrangieren sich alle mit der neuen Situation und machen das Beste daraus. Wobei die Ansichten darüber, was das Beste ist, ziemlich konträr sind. Mit viel Humor und Charme wird der Alltag der Zweckgemeinschaft beschrieben und auch die ein oder andere Überraschung bleibt nicht aus.

Für eine kleine Flucht aus dem Alltag ist das Buch perfekt. Schon beim Blick auf das Cover wird klar, dass es sich nicht um eine alltägliche Geschichte handelt. Eine Familienkomödie mit überzeichneten Charakteren, die kein Klischee auslassen und dadurch den Leser schmunzelnd und teilweise auch etwas ungläubig zurücklassen. Das Buch kann ich allen empfehlen, die Familiengeschichten mögen und Lust auf einen Ausflug in eine andere Welt haben. Ich habe den Roman sehr gerne gelesen und freue mich auf weitere Bücher des Autorenduos.

  • Einzelne Kategorien
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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.03.2026

Vom Leben auf dem Land

Gekommen, um zu bleiben
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Das Cover hat mich direkt angesprochen - mit den Hühnern und dem vielen Grün hat es gleich einen idyllischen Eindruck auf mich gemacht. Das Buch ist mir aber auch ins Auge gefallen, da ich schon die ersten ...

Das Cover hat mich direkt angesprochen - mit den Hühnern und dem vielen Grün hat es gleich einen idyllischen Eindruck auf mich gemacht. Das Buch ist mir aber auch ins Auge gefallen, da ich schon die ersten beiden Bücher der Autorin gelesen habe. Nachdem im zweiten Buch die Probleme und Schwierigkeiten auf dem vorherigen Hof im Fokus standen, war ich sehr gespannt darauf zu lesen, was sich seit dem Umzug alles getan hat.

Tatsächlich ist seitdem einiges passiert. Die Autorin hat die verschiedenen Themen größtenteils chronologisch aufgeteilt und schildert diese kurzweilig in einzelnen Kapiteln. Die Geschichte beginnt mit dem Umzug in die Steiermark und schildert das Ankommen auf dem neuen Hof und den Alltag mit den Tieren und der Natur, aber auch mit vielen Gästen in der Wald-WG. Der Innenteil wird durch zwei Bilderstrecken ergänzt. Dadurch und dank der detaillierten Karte im Innenteil der Umschlagseite kann man sich einen genauen Eindruck der Gegebenheiten und von den Tieren verschaffen und ist nicht nur auf die eigenen Fantasie angewiesen.

Ich finde es bemerkenswert, wie offen und ehrlich die Autorin die Szenen aus ihrem Leben schildert. Sowohl die schönen als auch die traurigen Ereignisse, die im Alltag mit Tieren vorkommen, beschreibt sie anschaulich und streut dazu noch Fakten zur Tierhaltung ein. Auch ihre persönlichen Probleme kommen zur Sprache, ohne überhandzunehmen. Ein authentischer Bericht über das Leben auf dem Land mit Licht- und Schattenseiten, den ich allen ans Herz legen kann, die Tiere mögen und gerne Erfahrungsberichte lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.03.2026

Familienbande auf der Insel

Leuchtturmzauber
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Beim Blick auf das Cover sind mir sowohl das hübsche Reetdachhaus als auch die Kutsche direkt ins Auge gefallen. Vielleicht handelt es sich bei den beiden Pferden um Ernie und Bert, die gemeinsam mit einigen ...

Beim Blick auf das Cover sind mir sowohl das hübsche Reetdachhaus als auch die Kutsche direkt ins Auge gefallen. Vielleicht handelt es sich bei den beiden Pferden um Ernie und Bert, die gemeinsam mit einigen anderen Pferden für die Inselspedition Lüders unterwegs sind. Im Buch geht es um Julia, die auf Juist die Inselspedition ihrer Familie am Leben hält. Seit ihre Mutter die Familie unerwartet verlassen hat und ihr Vater mit diesem Verlust kämpft, kümmert sie sich um das Unternehmen. Männer sind rar auf der Insel, doch dann kommt ihr Jugendschwarm Lukas zurück auf die Insel, auf der man sich zwangsläufig regelmäßig über den Weg läuft.

Das Setting der Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Das Konzept der autofreien Insel finde ich sehr spannend und als Tierliebhaberin hat es mich gefreut, dass die Pferde eine wichtige Rolle einnehmen. Für jemanden, der an Autos gewöhnt ist, ist es kaum vorstellbar, dass fast alles mit der Kutsche transportiert werden muss. Julia habe ich von Beginn an ins Herz geschlossen. Sie kämpft darum, die Inselspedition zu erhalten, auch wenn das alles andere als leicht ist. Sowohl der Verlust ihrer Mutter als auch die regelmäßigen Trinkgelage ihres Vaters belasten sie zusätzlich zur täglichen Arbeit. Auch ihre beste Freundin Wiebke habe ich sehr gemocht. Sie zögert nicht, auch unangenehme Dinge auszusprechen und ist immer für Julia da.

Dank dem bildhaften Schreibstil konnte ich mich von Beginn an gut in die Geschichte hineinversetzen. Die Liebesgeschichte ist geprägt von einigen Höhen und Tiefen und gerät vor allem im letzten Drittel durch ernste Themen ein wenig in den Hintergrund. Das verleiht dem Wohlfühlroman Tiefgang. Wer Liebes- und Familiengeschichten mag und eine Welt abseits des normalen Alltags entdecken möchte, wird an diesem Buch seine Freude haben. Ich habe schon einige Bücher der Autorin gelesen und hoffe, dass die Nordsee-Reihe fortgesetzt wird.

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Veröffentlicht am 25.11.2025

Die kalte Jahreszeit

Wintern
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Schon beim ersten Blick auf das Cover wird klar, um welche Jahreszeit es geht. Den Winter. Das Buch ist eine Mischung aus wissenschaftlichen Erkenntnissen und persönlichen Erfahrungen der Autorin. Es geht ...

Schon beim ersten Blick auf das Cover wird klar, um welche Jahreszeit es geht. Den Winter. Das Buch ist eine Mischung aus wissenschaftlichen Erkenntnissen und persönlichen Erfahrungen der Autorin. Es geht darum, wie Menschen in verschiedenen Ländern den Winter erleben, wie sie sich an die dunkle und kalte Jahreszeit angepasst haben und welche Strategien sie dafür nutzen. Es gibt Tipps zur Zeitumstellung, zur Gestaltung des Winters im Januar, Februar und März, nachdem die Feste und Rituale der Weihnachtszeit vorbei sind und wie wir es schaffen, den inneren Schweinehund zu überwinden und auch im Winter draußen aktiv zu sein.

Ich fand das Buch sehr abwechslungsreich und konnte einige praktische Anregungen mitnehmen. Oftmals wird der Sommer als schönste Jahreszeit gesehen und der Winter mit gemischten Gefühlen betrachtet. Ich finde es spannend, dass die Autorin diesem Phänomen auf den Grund geht und viele Beispiele für die positiven Seiten des Winters findet. Das Buch lädt dazu ein, die eigene Einstellung zum Winter unter die Lupe zu nehmen und die Dinge insgesamt positiv zu betrachten. Ein Ratgeber, der mit Vorurteilen aufräumt und den Blick für eine unterschätzte Jahreszeit schärft.

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