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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.11.2025

2.5 ⭐

Musenrausch (Nektar und Ambrosia, Band 1)
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Wanda war einst voller Leidenschaft für die Kunst – bis sich ihre Gemälde eines Tages in etwas Dunkles, Verstörendes verwandelten. Seitdem hat sie den Pinsel beiseitegelegt. Als sie es irgendwann doch ...

Wanda war einst voller Leidenschaft für die Kunst – bis sich ihre Gemälde eines Tages in etwas Dunkles, Verstörendes verwandelten. Seitdem hat sie den Pinsel beiseitegelegt. Als sie es irgendwann doch wieder wagt, sich der Kunst zu öffnen, begegnet sie Neo – einem Fremden, der keiner sein dürfte. Er ist eine Muse, sichtbar geworden, obwohl das eigentlich unmöglich ist. Zwischen ihnen entsteht ein Band, das sie untrennbar miteinander verbindet – und beide in Gefahr bringt.

So faszinierend die Idee auch war, so sehr blieb die Umsetzung für mich hinter ihren Möglichkeiten zurück. Der Schreibstil ist überaus bildhaft, beinahe poetisch, doch die ausschweifenden Sätze und endlosen Beschreibungen ließen mich oft den roten Faden verlieren. Ich verlor mich in Worten, statt in der Geschichte – und musste vieles mehrmals lesen, um überhaupt zu begreifen, worauf die Szene hinauswill.

Auch die Handlung selbst wirkte stellenweise überladen. Zu viele Eindrücke, zu viele Figuren, zu viele Andeutungen. Besonders im ersten Drittel fiel mir das Lesen schwer, und ich fand nur schwer in die Geschichte hinein. Ein tieferes Verständnis der griechischen Mythologie hätte hier sicher geholfen, denn vieles blieb für mich rätselhaft oder nur halb erklärt.

Was mich dennoch bei der Stange hielt, war der Kunstaspekt – atmosphärisch, sensibel und eindringlich beschrieben. Hier spürte ich die Emotionen, die Leidenschaft, das Herz des Buches. Die Liebesgeschichte dagegen wirkte blass, eher eine Randnotiz als ein tragendes Element.

Am Ende blieb für mich der Eindruck eines Romans voller schöner Ideen, der jedoch in seiner eigenen Sprache und Symbolik versinkt. Faszinierend, aber schwer zugänglich – wie ein Gemälde, das man bewundert, ohne es wirklich zu verstehen.

Veröffentlicht am 12.11.2025

3 ⭐

Nocticadia
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Dieses Buch war ein wilder, düsterer Tanz zwischen Wissenschaft und Wahnsinn – faszinierend, abstoßend und zugleich unglaublich fesselnd. Schon nach wenigen Seiten zieht einen die beklemmende Atmosphäre ...

Dieses Buch war ein wilder, düsterer Tanz zwischen Wissenschaft und Wahnsinn – faszinierend, abstoßend und zugleich unglaublich fesselnd. Schon nach wenigen Seiten zieht einen die beklemmende Atmosphäre in ihren Bann: die einsame Insel, die geheimnisvolle Universität, der unnahbare Professor – alles wirkt, als würde es in Nebel und Geheimnisse gehüllt leben.

Am stärksten war für mich der wissenschaftliche Aspekt. Die Idee des Parasiten Noctisoma war so originell und erschreckend realistisch, dass ich beim Lesen Gänsehaut bekam. Man merkt, dass hier gründlich recherchiert wurde – jedes Detail, jede medizinische Anspielung fühlte sich glaubwürdig an. Dieser Mix aus Body Horror und wissenschaftlicher Präzision war brillant umgesetzt und ließ die Grenze zwischen Realität und Albtraum verschwimmen.

Was mir jedoch gefehlt hat, war Tiefe bei einigen Nebenhandlungen. Die geheimen Gesellschaften, die zu Beginn so bedrohlich wirken, bleiben letztlich blasse Versprechen. Da hätte so viel mehr entstehen können – Intrigen, Machtspiele, wahre Dark-Academia-Intensität. Stattdessen wurde dieser Teil nur angerissen, was das Buch an manchen Stellen etwas unausgewogen wirken ließ.

Dafür hat mich das letzte Fünftel vollkommen umgehauen. Plötzlich überschlagen sich die Ereignisse, jede Enthüllung sitzt, und mit jeder Seite wird klar, dass nichts so war, wie es schien. Es war chaotisch, intensiv und meisterhaft inszeniert – ein Finale, das mich völlig atemlos zurückgelassen hat.

Ein düster-schönes Werk, das nicht makellos ist, aber bleibenden Eindruck hinterlässt – klug, unheimlich, sinnlich und verstörend auf die beste Art.

Veröffentlicht am 12.11.2025

3 ⭐

The Darlington - Ethan & Grace
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Das Buch hat mich gut unterhalten, auch wenn es stellenweise etwas zu langatmig war. Die Spannung blieb über weite Strecken erhalten, selbst wenn manche Wendungen vorhersehbar wirkten. Besonders gut gefallen ...

Das Buch hat mich gut unterhalten, auch wenn es stellenweise etwas zu langatmig war. Die Spannung blieb über weite Strecken erhalten, selbst wenn manche Wendungen vorhersehbar wirkten. Besonders gut gefallen haben mir Grace und Ethan – zwei Charaktere, die sich wunderbar ergänzen und deren Chemie spürbar war. Ethan war charmant und einfühlsam, Grace stark und sympathisch, sodass ihre gemeinsamen Szenen zu den Highlights des Buches gehörten.

Trotz kleiner Längen und einiger kitschiger Momente – inklusive der Spitznamen – konnte mich die Geschichte emotional berühren. Das Ende kam zwar mit einem Plottwist, der eindeutig auf den nächsten Band hinarbeitet, aber genau das sorgt auch dafür, dass man neugierig bleibt. Insgesamt eine gefühlvolle, leicht dramatische Geschichte, die zwar nicht perfekt ist, aber mit Herz erzählt wird.

Veröffentlicht am 08.11.2025

3 ⭐

Weil wir es uns versprochen haben
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Die Geschichte hat mich etwas nachdenklich zurückgelassen – nicht, weil sie mich tief berührt hätte, sondern weil sie so viel Potenzial hatte, das ungenutzt blieb. Kierra steckt in einer Ehe voller Gewalt ...

Die Geschichte hat mich etwas nachdenklich zurückgelassen – nicht, weil sie mich tief berührt hätte, sondern weil sie so viel Potenzial hatte, das ungenutzt blieb. Kierra steckt in einer Ehe voller Gewalt und Lügen, gefangen zwischen Pflichtgefühl und Sehnsucht. Als Gabriel, ihre Jugendliebe, plötzlich wieder in ihr Leben tritt, öffnet sich für einen kurzen Moment ein Fenster aus Licht – und genau diese stillen, zarten Augenblicke waren die schönsten des Buches.

Doch je weiter die Handlung fortschritt, desto mehr verlor sie an Kraft. Die Emotionen, die anfangs noch leise unter der Oberfläche brodelten, wurden von Wiederholungen und blassen Entscheidungen erstickt. Kierra blieb mir fern, obwohl ich sie verstehen wollte. Und Gabriel, der eigentlich Hoffnung verkörpern sollte, wirkte irgendwann nur noch wie eine Erinnerung an das, was hätte sein können.

Das Ende kam zu schnell, zu glatt, um glaubwürdig zu sein. Trotzdem – irgendwo zwischen Schmerz, Nostalgie und der Suche nach einem neuen Anfang lag ein Hauch von Wahrheit, der kurz aufblitzte und dann wieder verschwand.

Veröffentlicht am 08.11.2025

3 ⭐

Weil wir es uns versprochen haben
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Die Geschichte hat mich etwas nachdenklich zurückgelassen – nicht, weil sie mich tief berührt hätte, sondern weil sie so viel Potenzial hatte, das ungenutzt blieb. Kierra steckt in einer Ehe voller Gewalt ...

Die Geschichte hat mich etwas nachdenklich zurückgelassen – nicht, weil sie mich tief berührt hätte, sondern weil sie so viel Potenzial hatte, das ungenutzt blieb. Kierra steckt in einer Ehe voller Gewalt und Lügen, gefangen zwischen Pflichtgefühl und Sehnsucht. Als Gabriel, ihre Jugendliebe, plötzlich wieder in ihr Leben tritt, öffnet sich für einen kurzen Moment ein Fenster aus Licht – und genau diese stillen, zarten Augenblicke waren die schönsten des Buches.

Doch je weiter die Handlung fortschritt, desto mehr verlor sie an Kraft. Die Emotionen, die anfangs noch leise unter der Oberfläche brodelten, wurden von Wiederholungen und blassen Entscheidungen erstickt. Kierra blieb mir fern, obwohl ich sie verstehen wollte. Und Gabriel, der eigentlich Hoffnung verkörpern sollte, wirkte irgendwann nur noch wie eine Erinnerung an das, was hätte sein können.

Das Ende kam zu schnell, zu glatt, um glaubwürdig zu sein. Trotzdem – irgendwo zwischen Schmerz, Nostalgie und der Suche nach einem neuen Anfang lag ein Hauch von Wahrheit, der kurz aufblitzte und dann wieder verschwand.