2.5 ⭐
Musenrausch (Nektar und Ambrosia, Band 1)Wanda war einst voller Leidenschaft für die Kunst – bis sich ihre Gemälde eines Tages in etwas Dunkles, Verstörendes verwandelten. Seitdem hat sie den Pinsel beiseitegelegt. Als sie es irgendwann doch ...
Wanda war einst voller Leidenschaft für die Kunst – bis sich ihre Gemälde eines Tages in etwas Dunkles, Verstörendes verwandelten. Seitdem hat sie den Pinsel beiseitegelegt. Als sie es irgendwann doch wieder wagt, sich der Kunst zu öffnen, begegnet sie Neo – einem Fremden, der keiner sein dürfte. Er ist eine Muse, sichtbar geworden, obwohl das eigentlich unmöglich ist. Zwischen ihnen entsteht ein Band, das sie untrennbar miteinander verbindet – und beide in Gefahr bringt.
So faszinierend die Idee auch war, so sehr blieb die Umsetzung für mich hinter ihren Möglichkeiten zurück. Der Schreibstil ist überaus bildhaft, beinahe poetisch, doch die ausschweifenden Sätze und endlosen Beschreibungen ließen mich oft den roten Faden verlieren. Ich verlor mich in Worten, statt in der Geschichte – und musste vieles mehrmals lesen, um überhaupt zu begreifen, worauf die Szene hinauswill.
Auch die Handlung selbst wirkte stellenweise überladen. Zu viele Eindrücke, zu viele Figuren, zu viele Andeutungen. Besonders im ersten Drittel fiel mir das Lesen schwer, und ich fand nur schwer in die Geschichte hinein. Ein tieferes Verständnis der griechischen Mythologie hätte hier sicher geholfen, denn vieles blieb für mich rätselhaft oder nur halb erklärt.
Was mich dennoch bei der Stange hielt, war der Kunstaspekt – atmosphärisch, sensibel und eindringlich beschrieben. Hier spürte ich die Emotionen, die Leidenschaft, das Herz des Buches. Die Liebesgeschichte dagegen wirkte blass, eher eine Randnotiz als ein tragendes Element.
Am Ende blieb für mich der Eindruck eines Romans voller schöner Ideen, der jedoch in seiner eigenen Sprache und Symbolik versinkt. Faszinierend, aber schwer zugänglich – wie ein Gemälde, das man bewundert, ohne es wirklich zu verstehen.