Profilbild von schlossherrin

schlossherrin

Lesejury Star
offline

schlossherrin ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit schlossherrin über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.02.2018

Das Flüstern der Insel

Das Flüstern der Insel
0

Ein Buch, das den Leser in die Abgründe der menschlichen Seele blicken läßt. Alice, Kunstlehrerin, ist seit vielen Jahren mit Chris verheiratet, der eine Firma hat, die Tennisplätze entwirft und baut. ...

Ein Buch, das den Leser in die Abgründe der menschlichen Seele blicken läßt. Alice, Kunstlehrerin, ist seit vielen Jahren mit Chris verheiratet, der eine Firma hat, die Tennisplätze entwirft und baut. Christ war in seiner Jugend selbst ein erfolgreicher Tennisspieler. Sie haben eine kleine Tochter, Olivia und Alice ist mit der zweiten Tochter hochschwanger. Doch dann verunglückt Chris auf der Heimreise tödlich. Die Unglücksstelle ist jedoch fernab von der Stelle, wo Chris eigentlich sein sollte, da er Alice ja noch kurz vor seinem Unfall aus von dem anderen Ort angerufen hat. Doch nun erwacht in Alice das Mißtrauen. Wo war ihr Mann gewesen? Hat er eine andere Frau? Warum hat er sie belogen? Sie besorgt sich Videoausschnitte der Teilstrecken, wobei sie auch auf unlautere Machenschaften zurückgreift, nur um weiterzukommen. Sie Spur bringt sie auf die Insel Robin Island. Aber dort kommt sie vorerst nicht weiter. Sie frägt auch keinen Inselbewohner, ob jemand ihre Mann kennt oder gesehen hat. Deshalb beginnt sie, geheime Kameras in die Häuser der Bewohner einzubauen, wo sie sich an die Grenzen der Legalität begibt. Sie bespitzelt die Leute Tag und Nacht, hat Panikattacken, vernachlässigt ihre beiden Kinder, fängt ein Verhältnis mit einem verheirateten Mann an. Auch ihre Tochter Olivia hat bereits Zwangsneurosen. Und dann erfährt sie eigentlich nur durch Zufall, was Chris auf dieser Insel gemacht hat. Alice, wie auch die Leser werden davon tief erschüttert sein. Der Leser wird hier durch Alice in eine krankhafte Kontrollsucht gebracht, die sich über 100 von Seiten erstreckt. Leider hat dies dem ganzen Buch seinen Reiz genommen, indem er Alice zu lange und zu oft vor den Bildschirmen in ihrer Kommandozentrale auf dem Dachboden gesetzt und darüber geschrieben hat. Ansonsten war das Buch unheimlich spannend und hat den Schmerz der jungen Witwe gut rübergebracht

Veröffentlicht am 24.02.2018

Schmitts letzter Fall

Schmitts letzter Fall
0

Der letzte Teil dieser Trilogie. Das Cover ist wieder rot-schwarz-weiß in alter Manie, recht schlicht, aber gerade deswegen interessant, Hier geht es um Instrumentendiebstahl zum einen und Mord zum anderen. ...

Der letzte Teil dieser Trilogie. Das Cover ist wieder rot-schwarz-weiß in alter Manie, recht schlicht, aber gerade deswegen interessant, Hier geht es um Instrumentendiebstahl zum einen und Mord zum anderen. Das Synfonieorchester wurde aus finanziellen Gründen aufgelöst, nun soll ein Ensemble für moderne Musik gegründet werden. Oberbürgermeisterin und Kulturreferent der Stadt Ostratal sind mehr als begeistert. Es hat sich für dieses neue Orchester ein Mäzene gefunden, die reiche Nudelfabrikantenwitwe, deren finnische Schwiegertocher als Dirigentin dem neuen Orchester vorstehen sollte. Gleichzeitig werden in letzter Zeit sehr viele Instrumente der Musiker aus Autos und Wohnungen gestohlen, die mitunter einen sechsstelligen Wert haben. Privatdetektiv Schmitt wird mit der Aufgabe betraut, dies aufzudecken. Der Dekan der Kollegkirche in Ostratal macht den Vorschlag, die Krypta dieser Kirche als Aufführungsort zu berücksichtigen. Doch einige Tage später wird in dieser Krypta der Kulturrefent tot aufgefunden und ein paar Tage später geschieht ein weiterer Mord. Hier läßt uns wegen des Mörders der Autor oftmals in die Irre laufen bis man am Ende dann die Lösung parat hat, die uns sehr überrascht. Hier kommt auch wieder der Hauptkommissar Ringwald, Schmitts geschiedene Frau Mädis vor. Nur für Schmitt selbst endet dieser dritte und letzte Band nicht ganz zur Zufriedenheit. Ein sehr interessanter Krimi, teilweise mit Ironie gewürzt, schließt die Geschichte um die Stadt Ostratal sehr zu meinem Bedauern.

Veröffentlicht am 21.02.2018

Ostseefluch

Ostseefluch
0

Wieder ein Ostseekrimi und Eva Almstädt enttäuscht den Leser keinesfalls wieder. Und wie immer treffen wir auch alte Bekannte, wie die alleinerziehende Kommissarin Pia Korittki, die Schwierigkeiten hat, ...

Wieder ein Ostseekrimi und Eva Almstädt enttäuscht den Leser keinesfalls wieder. Und wie immer treffen wir auch alte Bekannte, wie die alleinerziehende Kommissarin Pia Korittki, die Schwierigkeiten hat, Beruf und Kind unter einen Hut zu bringen. Auf Fehrmann wurde eine junge Frau ermordet im Garten eines etwas abgelegenen Hauses gefunden. Das Haus ist ziemlich heruntergekommen, die Mieter darin sind alle etwas eigen. Es wird die Mordkuhle genannt, da dort schon vor fast 30 Jahre ein ganze Familie ermordet wurde. Kurze Zeit, nachdem die junge Frau aufgefunden wurde, wurde auf zwei weitere Frauen ein Anschlag verübt. Die Ermittler tappen im Dunklen. Zwar kam die junge Frau mit ihren Eltern nicht klar, die eine Gärtnerei besitzen. Sie hatte mit diesen keinen Kontakt. Ihre Mutter ist eine religiöse Fanatikerin, Die Autorin schreibt derart spannend, gib uns sehr viele Verdachtsmomente für den Mord, die sich dann im weiteren Verlauf alle in Luft auflösen. Wir erfahren einiges von de Menschen an der Ostsee und sehr viele habe ihre privaten Probleme, Die Auflösung des Falles ist mehr als bombastisch, ein Mörder(in), den man sich wirklich nie in seinen künsten Träumen ausgedacht hätte. Bei ihren Ermittlungen begibt sich die kesse Pia wieder einmal mehr in Lebensgefahr. Das Buch war wieder einmal nicht nur Unterhaltung, sondern hatte Gänsehautcharakter pur.

Veröffentlicht am 20.02.2018

Ich bin das Mädchen aus Aleppo

Ich bin das Mädchen aus Aleppo
1

Ein Buch, das den Leser wirklich ratlos zurückläßt und der sich fragt, was diese Menschen alles aushalten müssen und auf sich nehmen, um zu überleben. Bana, ein siebenjähriges Mädchen erzählt die Geschichte ...

Ein Buch, das den Leser wirklich ratlos zurückläßt und der sich fragt, was diese Menschen alles aushalten müssen und auf sich nehmen, um zu überleben. Bana, ein siebenjähriges Mädchen erzählt die Geschichte ihrer Familie vor und während des Krieges in Aleppo. Sie und ihre Mutter wechseln sich bei den Berichten ab und schreiben es je aus ihrer Sichtweite auf. Bana ist für ihr Alter ein sehr reifes Kind, was aber bestimmt die Kriegserlebnisse ausmachen. Dann aber träumt sie wieder von ihren Puppen und ihren pinkfarbenen Stiefelchen, was sie gleich wieder kindlicher aussehen läßt. Sie erzählt, wie alles mit dem Krieg anfing, wie ihr Vater gefangengenommen wurde, ein Onkel schwer verletzt wird, von ihrer Freundin Yasmin, die bei einem Bombenangriff getötet wurde, vom Hunger, von der Lebensmittelknappheit, von den vielen Bomben, die ständige Flucht in den Keller und die ständige Angst, getroffen zu werden. Als ihre Mutter schwanger wird, fliehen sie zur Entbindung in die Türkei, kommen dann aber wieder zurück, um dann später abermals zu fliehen. Banas kleinerer Bruder ist derart traumatsiert, dass er nicht spricht. Die Flucht aus Syrien war dann letztendlich ihre Rettung. Bana und ihre Mutter teilen ihre Sorgen per Facebook und Twitter der Welt mit und baten inständig um Hilfe. Auch die vielen Bilder, die das Buch enthält zeigen uns, wie schlimm die Lage in Aleppo ist. Eich Buch, das uns aufrüttelt und zeigt, wie gut es uns allen in unserem Land geht, wo wir alles bekommen und jeder ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen kann. Ich bewundere den Mut dieses Mädchens, sich mit ihrem Anliegen an die Weltöffentlichkeit wandte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Atmosphäre
  • Authentizität
  • Thema
  • Gefühl
  • Geschichte
Veröffentlicht am 20.02.2018

Als wir Freundinnen waren

Als wir Freundinnen waren
0

Eine Lebensgeschichte von Ellie und Bonny, die 1939 beginnt und 1950 endet. Ellie ist das ledige Kind einer Tänzerin, das in London im Armenviertel aufwächst. Bonny ist das lang ersehnte Kind eines Ehepaares, ...

Eine Lebensgeschichte von Ellie und Bonny, die 1939 beginnt und 1950 endet. Ellie ist das ledige Kind einer Tänzerin, das in London im Armenviertel aufwächst. Bonny ist das lang ersehnte Kind eines Ehepaares, das nach Strich und Faden verwöhnt wird. Beide Kinder kommen als Evakuierte während des Krieges aufs Land. Während Bonny es sehr gut trifft, kommt Ellie zu einer psychisch kranken Frau, bei der sie viel erdulden muß. Der Traum der beiden unterschiedlichen Mädchen ist, auf der Bühne zu stehen und große Stars zu werden. Bei einer Revue in London lernen sie sich kennen und werden Freundinnen. Während Bonny sich mit den Männern trifft, ihr Geld ausgibt und immer nur an sich denkt, ist Ellie Ernst, abeitet wie verrückt und hilft Bonny immer wieder aus der Klemme. Besonders Ellie hat sehr viel zu erdulden, nachdem ihre Mutter und dann bald darauf ihr Tante stirbt. Die Autorin beschreibt London während des Kriegs und die Nachkriegszeit so brillant, die verschimmelten Wohnungen, die Wohnungsnot, die Essensmarken, das Theater. Man meint selbst, den Mief und die Armut zu spüren. Doch dann passieren Ereignisse, durch deren beinahe die Freundschaft der Mädchen zerbricht und die danach noch mehr zusammenhalten als je zuvor. Das Buch hat über 700 Seiten, aber es fesselt den Leser derart, dass man es nicht mehr aus der Hand legen kann. Wenn man dann das Buch gelesen hat, ist man total traurig und kann die Tränen nicht mehr zurückhalten. Aber es gibt eine Fortsetzung, die ich unbedingt als nächstes lesen werde.