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Veröffentlicht am 12.04.2021

Rothaarig und wild entschlossen

Rothaarig und wild entschlossen!
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Diese Schauspielerin kenne ich aus der Serie in aller Freundschaft und war bisher immer begeistert von ihrer schauspielerischen Fähigkeit als Oberschwester Ingrid. Mich haben immer ihr Charm, ihre Ausstrahlung ...

Diese Schauspielerin kenne ich aus der Serie in aller Freundschaft und war bisher immer begeistert von ihrer schauspielerischen Fähigkeit als Oberschwester Ingrid. Mich haben immer ihr Charm, ihre Ausstrahlung und ihr gutes Aussehen fasziniert. Mit diesem Buch habe ich nun Einblick in ihr ganzes Leben erhalten, das wahrlich nicht immer einfach war. Jutta war ein Kriegskind. Nach der Scheidung der Eltern kam sie zu ihrer Mutter, die ältere Schwester Gisela kam zum Vater. Die Mutter war eine herrische Person, die nur ihr Wohl im Auge hatte. Während sie ihrer Arbeit nachging, schob sie die kleine Jutta zu Pflegefamilien, ins Heim und ins Internat ab. Durch die vielen Umzüge konnte Jutta nirgends heimisch werden und es entstanden auch keine Freundschaften. Ihre Mutter war sehr launisch und depressiv. Mit 20 Jahren schaffte sie endlich den Absprung und wurde auch in der Schauspielschule in Hannover aufgenommen. Sie bekam kleinere Rollen und traf dann ihre 30 Jahre ältere große Liebe Wilhelm Semmelroth. Mit ihm blieb sie bis zu seinem Tode zusammen, obwohl er noch verheiratet war. Juttas Mutter nahm sich später das Leben. Mit über 50 bekam sie dann endlich eine Rolle der Oberschwester Ingrid. Leider meldete sich dann eine Augenkrankheit, bei dem das Augenlicht immer schlechter wird. Sie zog in das Seniorenheim Augustinum und fand dort Freunde, fühlt sich wohl, ist Botschafterin des Hauses Langau. Das Buch liest sich sehr interessant, ist spannender als jeder Krimi. Einmal angefangen, kann man es nicht mehr aus der Hand legen. Durch die positive Einstellung der Autorin, die sich wirklich in keinster Weise unterkriegen hat lassen, geht auf den Leser eine positive Energie über. Eine Frau von über 70 Jahren, die wirklich noch sehr gut ausschaut und wahnsinnig gepflegt ist, kann einem nur imponieren und denken lassen, so will ich auch einmal sein. Egal was Jutta auch schon als Kind hat durchmachen müssen, immer wieder ist sie aufgestanden und hat weitergemacht. Aber ich glaube, so viel Energie und eisernen Willen hat nur die Kriegs/Nachkriegsgeneration Es ist ihr hoch anzurechnen, wie sie 10 Jahre ihren sehr kranken Lebensgefährten gepflegt hat. In der Mitte des Buches befinden sich sehr viele Fotos, die das ganze Leben von Jutta zeigen, angefangen als Kind bis zum heutigen Alter. Ich habe das Buch an einem Tag ausgelesen, so begeistert war ich von dessen Inhalt und das Leben der Jutta Kammann hat mich sehr gefangengenommen. Ich glaube so stark wie Jutta möchte jede Frau sein. Eine außerordentlich gut gelungene Biografie einer außergewöhnlichen Frau.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.04.2021

Das Leuchten jenes Sommers

Das Leuchten jenes Sommers
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Ein Buch voller Emotionen, Melancholie und sehr großer Trauer. Es sind zwei Handlunggstränge, einmal die Jahre um 1939 und einmal im heute. Maddy und ihre Schwester Georgiane leben auf dem Anwesen Summerhill ...

Ein Buch voller Emotionen, Melancholie und sehr großer Trauer. Es sind zwei Handlunggstränge, einmal die Jahre um 1939 und einmal im heute. Maddy und ihre Schwester Georgiane leben auf dem Anwesen Summerhill in Cornwall. Die Mutter starb bereits bei Maggies Geburt, der Vater kam bei einem Unfall ums Leben. Der Landsitz ist schon etwas heruntergekommen. Georgiane bringt aus London eine Schar junger Leute mit, die sich auf dem Landsitz vergnügen. Mit Victor scheint sie eine ganz besondere Verbindung zu haben. Aber Maddy hat ein sehr unangenhmes Gefühl. Es herrscht Kriegsstimmung, Deutschland ist bereits in Polen eingedrungen. Und dann stürzt ein Flugezug ab und Maddy ist seit diesem Zeitpunkt sehr verändert. Chloe lebt im heute und hat einen strebsamen Arzt geheiratet, der sie zwar auf Händen trägt, sie aber in einem goldenen Käfig gefangenhält. Maddie ist inzwischen eine alte Dame und Chloe, vor ihrer Ehe Fotografin wird beauftragt, die alte Damen zu fotografieren, da sie schon seit ihrer Jugend Bücher schreibt. Die beiden unterschiedlichen Frauen freunden sich und und Beide lehnen sich plötzlich gegen die Konventionen auf, in denen sie bisher lebten. Ein Buch voller Dramatik. Besonders die Landschaftsbeschreibungen Cornwalls lassen die Leser träumen, die rauhe Küste, das alte Landhaus. Und demgegenüber die moderne und sterile Villa des Arztehepaares. Ich liebe die Bücher dieser Autorin, denn sie geht voll auf ihre Protagonisten ein. Man fühlt mit ihnen und man leidet mit ihnen. Gekonnt erzählt sie, dass Geld und Vermögen nicht alles sind. Da Chloe einen behinderten Bruder hat, wird auch dieses Thema nicht ausgespart. Ein Roman über Geschwisterliebe, alten Traditionen und voller Geheimnisse, die erst im Laufe des Buches gelöst werden. Der Schreibstil der Autorin ist derart fesselnd und jedes Kapitel endet so spannungsgeladen, dass man nicht mehr aufhören kann und sich in das Leben der beiden Frauen integriert. Ein Buch, das einem noch lange in Erinnerung bleiben und beschäftigen wird. Zwei furchtlose Frauen, die alle ihre ihnen auferlegten Zwänge brechen und jede für sich trotz großer Schwierigkeite tapfer ihren Weg gehen und weiterverfolgen. Das Cover zeigt eine Frau, die verträumt mit dem Wasser spielt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.04.2021

Finstere Havel

Finstere Havel
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Ich habe schon alle Bücher aus der Havel-Reihe gelesen und bin von mal zu mal begeisteter. Tont Sanftleben und sein Team mit Phong und Gesa sind mir schon alte Bekannte geworden und sehr ans Herz gewachsen. ...

Ich habe schon alle Bücher aus der Havel-Reihe gelesen und bin von mal zu mal begeisteter. Tont Sanftleben und sein Team mit Phong und Gesa sind mir schon alte Bekannte geworden und sehr ans Herz gewachsen. Diesmal wird das Auto einer Biologin aus der Havel gezogen: Noch ist unklar, ob ein Unfall, Mord oder Selbstmord war. So beginnt Sanftleben zu recherchieren und kommt zu dem Eindruck, dass Melanie eine sehr schwierige Frau mit einigen seelischen Ticks war. Sie lebte von Mann und Tochter getrennt. In Melanies Umkreis gibt es so einige Personen, die ihren Tod wünschen würden. Sanftleben selbst hat Probleme, denn seine Freundin Caren ist plötzlich verschwunden und meldet sich nicht, Auch zwischen Phong und Gesa herrscht sehr dicke Luft. Im Laufe der Ermittlungen führen die Spuren zu einige Personen, die die Mörder sein könnten. Doch immer, wenn man meint, jetzt auf der richtigen Spur zu sein, bietet uns der Autor einen anderen Täter auf dem Tablett an, um uns dann weismachen zu wollen, dass es ein Unfall war. Wenn man sich mit dieser These vertraut gemacht hat, zieht er den nächsten Verdächtigen aus dem Ärmel. Ich muß sagen, das Buch ist überaus spannend und interessant. Man zittert und bebt mit den Protagonisten. Besonders anschaulich und schön sie die Landschaftsbeschreibung des Naturparks Westhavelland und die Beschreibung des Sternenhimmels aus Sicht der Sternwarte. Stilsicher und in angenehmer Sprache versteht es der Autor, die Seiten nur so dahinfliegen zu lassen. Gans besondere Aufmerksamkeit gehört dem Cover geschenkt. Es zeigt die Havel im Abendlich. Die Wellen kringeln sich in Lila- und Rosatönen um ein altes Boot. Ich bin weder total begeistert und warte auf den nächsten Havelkirmi.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.04.2021

Festbierleichen

Festbierleichen
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Lokalkolorit vom Feinsten. Ich bin einfach begeistert: An Ludwigshafens Badestrand wird ein abgetrennter Finger angespült. In einer Brauerei sitz der Wachmann tot in seiner Kabine, in einem Chemiewerk ...

Lokalkolorit vom Feinsten. Ich bin einfach begeistert: An Ludwigshafens Badestrand wird ein abgetrennter Finger angespült. In einer Brauerei sitz der Wachmann tot in seiner Kabine, in einem Chemiewerk wird eingebrochen. Aber nicht genug, das Bier beim Brezelfest soll vergiftet werden. Irina, ein russische Studentin hat sich zur Brezenkönigin beworben, bereut es aber bald schon wieder. Und dann ist da noch der junge Praktikant Quirin, der Irina den Hof macht und ihr Ersatzvater Andre, bei dem sie in Untermiete wohnt, ist darüber sehr eifersüchtig. Andre, der mit Kommissar Frank Achill befreundet ist, will bei den Ermittlungen dazu helfen. Da zumal jetzt auch noch ein Erpresserbrief bei der Brauerei Eichbaum eingeht (wo Quiri und Irana ihr Praktikum ableisten) meint Andre, auch ermitteln zu müssen. Dabei gibt es einige wirklich lustige Episoden, ich erinner an die Verfolgung Andres eines Asiaten mit einem E-Scooter. Das Buch ist wirklich unheimlich interessant und auch sehr spannend. Man meint, den Täter schon zu kennen. Aber dann kommt ein anderer Verdächtiger und wir schwenken um. Bis zum Schluß wußte ich wirklich nicht, wer hinter all diesen Manipulationen steckt. Jedoch bei aller Tragik sind so viele Stellen, die einfach erheiternd sind und den Leser zum Lachen bringen. Alles kein todernst gemeintes Buch. Außerdem gefallen mir die verschiedenen Dialekte. vom richtigen Pfälzerisch geht es bis zum Urbayrischen, einfach herrlich, diese Sprachweisen. Die Ausdrucksweise des Autors list sich gut. Sie ist nicht überkanditelt, so dass die die Seiten nur so dahinfliegen, auch wegen der Spannung. Das Titelbild mit dem Ausflugsdampfer und dem Feuerwerk gibt die Festtagssstimmung des Brezenfestes wieder. Ein wirklich stimmiges Buch, bei dem auch der Kommissar wegen seines Alleingangs bei den Ermittlungen auch mal eine saftige Verwarnung bekommt. Wie im richtigen Leben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.04.2021

Covid 19 oder die Vertreibung aus dem Paradies

Covid-19 oder Die Vertreibung aus dem Paradies
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Schon allein das Cover zeigt, worum es sich hier handelt. Wir sehen einen Menschen in einem Schutzanzug, den die Coronaviren umschwirren, ganz der heutigen Zeit angepaßt und das nun seit über einem Jahr. ...

Schon allein das Cover zeigt, worum es sich hier handelt. Wir sehen einen Menschen in einem Schutzanzug, den die Coronaviren umschwirren, ganz der heutigen Zeit angepaßt und das nun seit über einem Jahr. Rosi und Peter, ein Rentnerpaar nahe an die 80, überwintern alljährlich in Fuerteventura, um der Kälte zu entgehen und dort in der Sonne den Frühling zu genießen. Doch heuer ist etwas anders. Kaum sind sie ein paar Tage dort, wird in der Presse bekanntgegeben, dass sich in China ein neuer Virus sehr schnell verbreitet, es hat schon viele Tote gegeben. Noch ist die Gefahr in weiter Ferne, doch täglich kommen in den Medien neue Schauerbotschaften, bis das Virus auch spanischen Boden erreicht hat. Während Peter die Sache noch nicht so ernst nimmt, breiten sich bei Rosi Panikattaken aus, die ersten Hotels schließen, der Strand darf nicht mehr betreten werden und man darf nur noch zum Einkaufen kurz aus dem Haus. Die Fluggesellschaft, die für den Rückflug gebucht war, reagiert einfach nicht mehr. Mit Müh unf Not finden sie noch eine Maschine, die sie nach Deutschland bringt. Dieses Buch ist aus der Realität entstanden und es läßt uns nochmals Revue passieren, was vor über 12 Monaten so scheinbar harmlos begann. Inzwischen haben wir zwar einen Impfstoff, aber es ist nur ein Bruchteil der Bevölkerung geimpft. Soll dies die moderne Pest sein. Das Buch liest sich wie ein Tatsachenbericht und nie wie ein Roman und die Fortsetzung ist leider noch offen. Ich hoffe, dass wir bald gegen diese schlimme Krankheit gewinnen werden. Ich habe dieses Buch in einem Zug gelesen, ohne nur einmal abzusetzen. Der Autor hat hier wirklich nichts verschwiegen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere