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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.02.2026

Eine Witwe erhält ein Jahr lang monatlich Bücher als letztes Geschenk ihres verstorbenen Mannes

Das Jahr voller Bücher und Wunder
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Die Bücher, die Tilly im Laufe des Jahres erhält, stehen symbolisch für Hoffnung, Entwicklung und neue Perspektiven. Sie sollen ihr helfen, wieder Zugang zum Leben zu finden – Schritt für Schritt, Kapitel ...

Die Bücher, die Tilly im Laufe des Jahres erhält, stehen symbolisch für Hoffnung, Entwicklung und neue Perspektiven. Sie sollen ihr helfen, wieder Zugang zum Leben zu finden – Schritt für Schritt, Kapitel für Kapitel.

Meine Meinung dazu ist aber eine etwas andere: statt die Wunde zu schließen, reisst jedes neue Buch sie erneut auf.

Man kann die monatlichen Bücher nämlich auch als ständige Erinnerung an den Verlust verstehen. Jedes Geschenk ist ein Zeichen der Liebe – aber zugleich ein Zeichen der Abwesenheit. Die Nähe, die durch die Bücher entsteht, macht den fehlenden Menschen umso spürbarer.

Die grosse emotionale Wahrheit dieses Romans heisst für mich: Trauer heilt nicht einfach. Sie verändert sich. Und manchmal bedeutet Heilung nicht, dass die Wunde verschwindet, sondern dass man lernt, mit ihrem Wiederaufbrechen zu leben.

Das „Wunder“ in dem Buch liegt vielleicht nicht in der Heilung selbst, sondern im Mut, sich dem Schmerz immer wieder auszusetzen.

Eine zentrale Botschaft des Romans ist, dass Liebe nicht endet, wenn ein Mensch stirbt. Sie verändert ihre Form. Erinnerung wird nicht zur Fessel, sondern kann – wenn man es zulässt – zur Quelle von Mut werden. Weiterzuleben bedeutet nicht, loszulassen, sondern anders festzuhalten.

Insgesamt eine herzerwärmende Geschichte über Trauer, Hoffnung und Neuanfang.

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Veröffentlicht am 29.01.2026

Ein Mord erschüttert die feine Gesellschaft

Hunter B. Holmes - Mord in der besten Gesellschaft
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„Mord in der besten Gesellschaft“ ist Cosy Crime für Leserinnen und Leser, die wissen, wie Mord am stilvollsten serviert wird: mit tadellosen Manieren, einer Prise Spott und einem äußerst diskreten Verdacht ...

„Mord in der besten Gesellschaft“ ist Cosy Crime für Leserinnen und Leser, die wissen, wie Mord am stilvollsten serviert wird: mit tadellosen Manieren, einer Prise Spott und einem äußerst diskreten Verdacht gegen nahezu jeden Anwesenden. Hinter der geschniegelt gepflegten Fassade offenbart sich dabei eine erstaunliche Dichte an krimineller Energie.

Der Autor erzählt in einem eleganten, pointierten Stil, der gleichermaßen leichtfüßig wie treffsicher ist – mit Klasse, Witz und jener dezenten, hochgezogenen Augenbraue, die mehr sagt als jede Anklage. Besonders erfreulich ist der feine, britisch anmutende Humor: Die Dialoge sind so höflich wie ein Afternoon Tea. Blutige Effekte sucht man vergebens; stattdessen findet man elegante Boshaftigkeit und kultivierte Gemeinheiten in schönster Ausführung.

Die Figuren liefern reichlich Stoff für ein genüssliches inneres Augenrollen, während sich der Kriminalfall behutsam entfaltet und dabei eindrucksvoll vor Augen führt, was die sogenannte bessere Gesellschaft besonders gut beherrscht – das kunstvolle Verbergen unschöner Wahrheiten. Ein ebenso unterhaltsamer wie stilvoller Krimi, der Spannung und Wortwitz souverän vereint.

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Veröffentlicht am 24.01.2026

Thriller um einen Serienmörder mit botanischem Wissen.

Der Botaniker
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Der Roman ist der zweite Band der Reihe um den eigenwilligen Ermittler Washington Poe, entfaltet seine Wirkung jedoch auch ohne Vorkenntnisse mühelos. M. W. Craven erzählt in einem klaren, schnörkellosen ...

Der Roman ist der zweite Band der Reihe um den eigenwilligen Ermittler Washington Poe, entfaltet seine Wirkung jedoch auch ohne Vorkenntnisse mühelos. M. W. Craven erzählt in einem klaren, schnörkellosen Stil, der von hohem Tempo und großer Präzision lebt. Die Spannung verdichtet sich stetig, getragen von kurzen Kapiteln und geschickt gesetzten Wendungen.

Besonders fesselnd ist die ungewöhnliche Grundidee: Mord mithilfe hochgiftiger Pflanzen – lautlos, kontrolliert und von verstörender Unheimlichkeit. Washington Poe ist dabei alles andere als ein makelloser Held; gerade seine Ecken und Kanten machen ihn glaubwürdig und interessant. In der Zusammenarbeit mit der brillanten und eigenwilligen Tilly Bradshaw gewinnt die Geschichte zusätzliche Tiefe und einen trockenen, feinsinnigen Humor, der einen wirkungsvollen Kontrast zur düsteren Atmosphäre bildet.

Ein Thriller für Leserinnen und Leser, die Spannung nicht um der Effekte willen suchen, sondern mit Substanz.

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Veröffentlicht am 24.01.2026

Zwischen Realität und Einbildung

Jenseits der Erinnerung
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Der Roman beginnt leise und melancholisch, entwickelt sich aber schnell zu einer Auseinandersetzung mit Schuld und verdrängter Vergangenheit.
Verschüttete Geheimnisse und unterdrückte Erinnerungen fließen ...

Der Roman beginnt leise und melancholisch, entwickelt sich aber schnell zu einer Auseinandersetzung mit Schuld und verdrängter Vergangenheit.
Verschüttete Geheimnisse und unterdrückte Erinnerungen fließen ineinander und drängen ungeordnet zurück ins Bewusstsein. Immer wieder fragt man sich als Leser, was Wirklichkeit ist und was der Fantasie des Protagonisten entspringt. Manche Szenen irritieren bewusst, weil sie mehr andeuten, als sie aussprechen. Ein ungelöstes Verbrechen aus der Vergangenheit drängt zurück ins Bewusstsein des Protagonisten. Während er nach Wahrheit sucht, verschwimmen Realität, Erinnerung und Einbildung zunehmend.

In ruhiger, präziser Sprache entfaltet der Autor eine traumähnliche Erzählstruktur, die den Roman in eine schwebende, beinahe entrückte Atmosphäre taucht. Wer sich auf das langsame Tempo einlässt, wird mit einer emotional tiefgehenden Lektüre belohnt.

Insgesamt ist es ein stilles, nachdenkliches Buch – eines, das unbedingt gelesen werden sollte.

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Veröffentlicht am 22.01.2026

Ein neuer Mordfall stellt Kommissar Tischler vor knifflige Rätsel

Prost, auf den Doktor
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Es war mein erster Fall mit Kommissar Tischler – und ein überaus vergnüglicher Einstieg. Der Autor erzählt mit spürbarer Freude an Humor und Wortwitz. In kurze Kapitel gegliedert, entwickelt die Geschichte ...

Es war mein erster Fall mit Kommissar Tischler – und ein überaus vergnüglicher Einstieg. Der Autor erzählt mit spürbarer Freude an Humor und Wortwitz. In kurze Kapitel gegliedert, entwickelt die Geschichte ein hohes Tempo und bevölkert sich mit durchweg liebenswerten Figuren. Die Dialoge sind pointiert, herrlich trocken und treffsicher, ohne jemals aufdringlich zu wirken.

Ein besonderes, charmantes Extra liefert das gelegentliche Auftauchen der Dackeldame Resi, die mit ihren kurzen Auftritten immer wieder für ein Schmunzeln sorgt.

Insgesamt ist „Prost auf den Doktor“ ein rundum unterhaltsames Buch für alle, die leichte, humorvolle Lektüre mit viel Dialogwitz und kurzen Kapiteln zu schätzen wissen.

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