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Veröffentlicht am 10.06.2026

Berührendes, aber auch hoffnungsvolles Buch über das Abschied nehmen

Zwischen Himmel und hier
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Majlis hatte sich bereits auf ihren nahenden Tod aufgrund einer schweren Erkrankung vorbereitet, ist in den Ruhestand eingetreten und hat einen Termin für ihren Sterbetag im kommenden Mai in der Schweiz. ...

Majlis hatte sich bereits auf ihren nahenden Tod aufgrund einer schweren Erkrankung vorbereitet, ist in den Ruhestand eingetreten und hat einen Termin für ihren Sterbetag im kommenden Mai in der Schweiz.
Als sie eine Nachricht ihrer Tochter Ronja erhält, die gerade zum ersten Mal entbunden hat, beschließt sie, zu ihr nach Stockholm zu fahren und ihr mit dem Baby zu helfen. Ronja weiß allerdings noch nichts von ihrer Krankheit und dem Entschluss, ihr Leben auf eigenen Wunsch zu beenden. Lange kann Majlis die Symptome nicht verbergen und muss sich offenbaren. Ronja, die noch nicht bereit ist, ein Ende zu akzeptieren, versucht ihre Mutter gesundheitsfördernden Maßnahmen zu unterziehen, bis sie erkennt, dass sie die gemeinsame Zeit besser nutzen könnten.

Der Roman wird abwechselnd aus der Perspektive von Mutter und Tochter geschildert, was tiefe Einblicke in ihre Emotionen und Gedanken ermöglicht. Beide stehen vor großen Veränderungen, mit denen sie umgehen müssen.
Sowohl Majlis als auch Ronja sind authentisch gezeichnet und glaubwürdige, lebendige Charaktere, in deren Alltag man problemlos eintaucht. Während Ronjas Leben in Stockholm Turbulenzen erfährt und sie zwischen dem lang ersehnten Mutterglück und der Verzweiflung über ihre Ehe steht, ist Majlis schon an einem Punkt angelangt, wo sie mit sich und ihrem nahenden Lebensende im Reinen ist.

"Zwischen Himmel und hier" ist einfühlsam und warmherzig beschrieben und kommt trotz der schweren Themen ohne übertriebene Dramatik aus. So ist die Geschichte auch weniger traurig als erwartet, denn Majlis Krankheit und der Tod stehen trotz des unausweichlichen Schicksals zunächst gar nicht so sehr im Vordergrund. Dafür sorgen neben der bis dato unkomplizierten und innigen Mutter-Tochter-Beziehung auch die Nebencharaktere, die eine mitreißende positive Ausstrahlung haben und die Prämisse, nicht gegen das Unausweichliche zu kämpfen, sondern das beste aus der verbleibenden Zeit zu machen, ohne eine gekünstelte Bucketlist zu erstellen.

Es ist ein berührendes, hoffnungsvolles Buch über das Abschied nehmen, auch wenn es schwerfällt, loszulassen. Neben dem Tod und dem Ausblick auf ein Leben danach "zwischen Himmel und hier" ist es eine liebevolle Geschichte über Liebe, Freundschaft, familiäre Beziehungen und insbesondere über die Komplexität des Lebens und die Entwicklungen, die wir nicht beeinflussen können.
Aktive Sterbehilfe, die auch in Schweden verboten ist, und das Recht auf Selbstbestimmung über das eigene Lebensende, werden dabei unaufdringlich und wertfrei mit der Geschichte verbunden.

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Veröffentlicht am 08.06.2026

Krimi über Stalking, Incels, toxische Männlichkeit und Gewalt gegen Frauen - spannende Spurensuche und emotional aus Sicht der Opfer

Der Tod kennt deinen Namen
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Lena Meister betreibt zusammen mit dem ehemaligen Zielfahnder Bernd Niemann eine Privatdetektei im Münchner Umland. Sie haben sich auf Klienten spezialisiert, die aus unterschiedlichen Gründen ihr altes ...

Lena Meister betreibt zusammen mit dem ehemaligen Zielfahnder Bernd Niemann eine Privatdetektei im Münchner Umland. Sie haben sich auf Klienten spezialisiert, die aus unterschiedlichen Gründen ihr altes Leben hinter sich lassen und woanders neu anfangen möchten. Neben einer Lottogewinnerin, die ihre undankbare Familie verlassen möchte, ist die Friseurmeisterin Michelle Schmied einet ihrer aktuellen Fälle. Diese fürchtet sich vor ihrem gewalttätigen, getrennt lebenden Ehemann, der sie angeblich stalkt.
Lena möchte der jungen Frau ohne großes Checkup unbedingt helfen, denn sie fühlt mit ihr. Sie glaubt Michelle sicher in einem Safehouse im Wald, wo sie sie jedoch eines morgens tot auffindet. In dem Haus fällt Lena ein Teddybär, auf, den sie mit ihrer eigenen Vergangenheit in Verbindung bringt. Sie wittert eine Botschaft und fragt sich, ob Michelle ihretwegen sterben musste.

Der Roman hat mit der Privatermittlerin Lena und ihren ungewöhnlichen Aufträgen einen originellen Rahmen und entwickelt sich vor ihrem persönlichen Hintergrund zu einem spannenden Krimi mit Thrillerelementen. Dennoch gibt es mit den auffällig häufigen Beschreibungen vom Einkauf und Konsum von Lebensmitteln einzelne Längen.

Während der überwiegende Anteil der Handlung im Winter der Gegenwart im Fünfseenland verortet ist, gibt es einzelne Rückblenden in den Sommer 2022 in Wien. Eine Verbindung der beiden Erzählstränge ist klar erkennbar, nicht aber, warum Lena offenbar von ihrer Vergangenheit eingeholt wird. Trotz der Bedrohungslage ermittelt sie auf eigene Faust, um Michelles Tod zu rächen und Gewissheit für ihr eigenes Schicksal zu erlangen.

"Der Tod kennt ihren Namen" ist eine spannende Spurensuche, die von Stalking, Incels, toxischer Männlichkeit und Gewalt gegen Frauen handelt. Dabei kommt auch eine emotionale Komponente nicht zu kurz, wird doch einerseits die schwierige Lage der Opfer deutlich, Hilfe zu erhalten und andererseits, was es heißt, für eine neue Identität unfreiwillig sein altes Leben konsequent hinter sich zu lassen.

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Veröffentlicht am 06.06.2026

Roman über Freundschaft, Liebe und zweite Chancen, der stark charakterorientiert ist und die äußere Rahmenhandlung etwas monoton hält.

Kein Sommer ohne August
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Charlie Henderson lebt in London, wo ihr einziger Lebensinhalt die Arbeit in einer Eventagentur ist. Als sie überraschend die Nachricht erhält, dass sie die Buchhandlung "One Last Chapter" geerbt hat, ...

Charlie Henderson lebt in London, wo ihr einziger Lebensinhalt die Arbeit in einer Eventagentur ist. Als sie überraschend die Nachricht erhält, dass sie die Buchhandlung "One Last Chapter" geerbt hat, kehrt sie notgedrungen in ihren Heimatort Liberty Beach an der Ostküste der USA zurück. Dort trifft sie auf August, den Enkel der Besitzerin der Buchhandlung, mit dem sie zwölf Sommer verbracht hat und der zu ihrem besten Freund wurde, bis sich ihre Gefühle intensivierten und sie sich ineinander verliebten. Seit zehn Jahren haben sie keinen Kontakt mehr, nachdem Charlie Liberty Beach überstürzt verlassen hatte.

Der Roman wird aus der Perspektive von Charlie geschildert und wechselt zwischen der Vergangenheit und den zwölf gemeinsamen Sommern mit August und der Gegenwart mit dem unverhofften Wiedersehen Jahre später.

Aus einer Kinderfreundschaft mit der verbindenden Liebe zu Büchern war eine Liebe geworden, für die es kein Happy End gab. Was zwischen den beiden vorgefallen ist und zum Bruch geführt hat, bleibt zunächst ungewiss. In der Gegenwart herrscht eine angespannte Stimmung zwischen den beiden, wobei sich Charlie davor fürchtet, sich erneut in August zu verlieben.

Die Entwicklung der Friends-to-Lovers-Story wird authentisch beschrieben. Charlie und August kommen sich Jahr für Jahr näher, gleichzeitig bleiben jedoch Unsicherheiten und Unausgesprochenes, was sie auf Distanz zu einander hält. Die unterschiedliche soziale Herkunft, Scham und die Angst, die innige Freundschaft zu gefährden, scheinen unüberwindbare Hürden. Zudem ist Charlie geprägt von den unglücklichen Liebesgeschichten ihrer Mutter, weshalb sie ihr Herz vor Verletzungen schützen möchte.

Die Geschichte entwickelt sich langsam und wird arg in die Länge gezogen, da sich die beiden Hauptfiguren und ihrem (Liebes-)glück unaufhörlich im Weg stehen. Beide Erzählstränge beinhalten dieselbe Problematik, über die nicht gesprochen wird. Der rosa Elefant steht im Raum, Fehler wiederholen sich und lassen die Geschichte ohne neue Impulse eintönig werden.
Die Stimmung ist melancholisch und trotz Summer Vibes durch Charlies Bedenken, Wehmut und Sehnsucht von einer unterschwelligen Melodramatik geprägt. Der Schreibstil ist warmherzig und voller Liebe für die Figuren, Bücher und den Wohlfühlort einer Buchhandlung, der gleichzeitig Flucht in andere Welten und Zuhause ist.

"Kein Sommer ohne August" ist ein Roman über Freundschaft, Liebe und zweite Chancen, der stark charakterorientiert ist und die äußere Rahmenhandlung etwas monoton hält.

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Veröffentlicht am 05.06.2026

Geld allein macht nicht glücklich - kritisch-humorvoller Blick in das Leben der weißen Oberschicht in New York City

Pineapple Street
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Sasha stammt aus einer Mittelschicht-Familie in Neuengland und hat in die Stockton-Familie eingeheiratet. Zusammen mit ihrem Ehemann Cord wohnt sie in dem ehemaligen Wohnhaus ihrer Schwiegereltern in der ...

Sasha stammt aus einer Mittelschicht-Familie in Neuengland und hat in die Stockton-Familie eingeheiratet. Zusammen mit ihrem Ehemann Cord wohnt sie in dem ehemaligen Wohnhaus ihrer Schwiegereltern in der Pineapple Street, wo sie sich in einer Mischung aus Antiquitätenladen und Messie-Haushalt wiederfindet. Auch innerhalb der Familie fühlt sie sich als "Goldgräberin" nicht wohl, sondern ausgegrenzt.
Darley ist die älteste Tochter der Stocktons, verheiratet mit dem nicht-weißen Malcolm und Mutter zweier Kinder. Ihren Beruf hat sie aufgegeben und fühlt sich, reduziert auf die Rolle als Tochter reicher Eltern, nutzlos.
Auch ihre jüngere Schwester Georgiana ist trotz des Erbes eines Immobilienvermögens im Rücken nicht sorgenlos, hat sie sich doch unglücklich in einen Kollegen verliebt.

Der Roman wird abwechselnd aus den Perspektiven der drei Frauen geschildert, die alle für sich privilegiert, aber nicht ohne Probleme sind.
Die Figuren sind lebensecht und auch wenn einem das millionenschwere Luxusleben fremd ist, kann man sich sehr gut in sie hineinversetzen. Sie zeigen Unsicherheiten, hinterfragen ihre Rollen und Lebensentwürfe, wobei Darley und Georgiana ihren Snobismus nie ganz ablegen können und in ihrer eigenen Welt gefangen sind. Diese unsensible Seite bekommt vor allem Sasha zu spüren, die sich dennoch um Zugehörigkeit bemüht.

Der Roman vermittelt einen kritisch-humorvollen Einblick in das Leben der weißen Oberschicht in New York. Es geht um Familie, die Beziehungen untereinander, gesellschaftliche Verpflichtungen und die Suche nach Identität sowie um Klassenunterschiede und Rassismus. Durch die wechselnden Perspektiven und unterschiedlichen Wahrnehmungen ist das Buch abwechslungsreich und unterhaltsam, auch wenn wirklich fesselnde Momente ausbleiben.
Im Verlauf der Handlung wird eine Entwicklung der Hauptcharaktere in eine positive Richtung erkennbar, was auch zu einem harmonischen Ende führt und die Bedeutung der Familie unabhängig vom Finanzstatus betont.

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Veröffentlicht am 03.06.2026

Packender Thriller mit unerwarteten Wendungen und Verzweiflungstaten in unfassbarem Ausmaß

Weil sie lügt
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Juliane Brunner ist seit anderthalb Jahren verschwunden. Ihre Familie ist an dem Verlust zerbrochen. Der Vater wird verdächtigt, seine Tochter getötet zu haben und ist in Untersuchungshaft. Die Mutter, ...

Juliane Brunner ist seit anderthalb Jahren verschwunden. Ihre Familie ist an dem Verlust zerbrochen. Der Vater wird verdächtigt, seine Tochter getötet zu haben und ist in Untersuchungshaft. Die Mutter, die bereits davor depressiv war, hat sich lethargisch in ihre eigene Welt zurückgezogen. Julis jüngere Schwester Anna kümmert sich so gut es geht um den kleinen Bruder Leon und hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser.
Kurz vor Anklage des Vaters ergeben sich neue Spuren in dem Fall. Wohnung und Keller der Familie werden erneut durchsucht und lassen Erschütterndes zu Tage treten. Während Anna weiterhin an die Unschuld ihres Vaters glaubt, geht die Polizei nun davon aus, dass es sich bei dem Familienvater um einen Serienmörder handeln könnte.

Der Roman wird wechselseitig aus der Perspektive der Schwester der Vermissten und der leitenden Ermittlerin in dem mutmaßlichen Mordfall, Katharina Engels, geschildert. Die Kapitel sind kurz und enden häufig mit Cliffhangern, was für Dynamik und anhaltende Spannung sorgt.

Annas Verzweiflung über den Verlust der Schwester und die Last der Verantwortung für die Familie ist spürbar. Ihr Leben scheint damit komplett aus den Fugen geraten, denn in ihrer freien Zeit beschäftigt sie sich unaufhörlich damit, den wahren Täter zu finden.
Währenddessen ermittelt die Polizei in dem Fall weiter, der nicht nur mit dem Fund von Überresten eines Skeletts im Keller der Familie Brunner, sondern auch mit einem weiteren Leichenfund im Umkreis der Familie eine überraschende Wende erhält.

"Weil sie lügt" ist eine Spurensuche aus zwei Perspektiven, die sich unerwartet und wendungsreich entwickelt. Nicht nur aufgrund des Titels fragt man sich, wem zu trauen ist und bei welchen neuen Erkenntnissen, es sich um falsche Fährten handelt. Der Fall der vermissten Juliane wird größer, als gedacht, offenbart Verzweiflung und dunkle Geheimnisse. Dabei ist der Roman mehr als nur ein Thriller mit spannenden Ermittlungen, handelt er doch auch von einer gebrandmarkten Familie, falschen Verdächtigungen und der Last von Schuldgefühlen, die Emotionen wecken und bietet damit die perfekte Mischung aus Spannung und Drama.

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