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Veröffentlicht am 03.04.2021

Zeitreise mal anders – „Durch die Nacht und alle Zeiten“

Durch die Nacht und alle Zeiten
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In dem neuesten Werk von Eva Völler, unter anderem bekannt für ihre magischen Zeitreise-Reihen „Zeitenzauber“ und „Time School“, erwarten uns wieder Romantik, Herzschmerz, eine coole Protagonistin, jede ...

In dem neuesten Werk von Eva Völler, unter anderem bekannt für ihre magischen Zeitreise-Reihen „Zeitenzauber“ und „Time School“, erwarten uns wieder Romantik, Herzschmerz, eine coole Protagonistin, jede Menge Humor und natürlich eine Reise durch Raum und Zeit. Doch genau hier liegt die Besonderheit: Denn diese Zeitreise hält auf alle Fälle einige Überraschungen parat.

INHALT

Die 16-jährige Lori nimmt mit ihren Eltern und ihrer jüngeren Schwester an einem historischen Festival in Deutschland teil, das durch Theater, Verkleidungen und weitere Festivitäten die Zeit der napoleonischen Kriege authentisch nachempfinden soll. Wie wichtig einigen Teilnehmern das Thema Authentizität ist, wird Lori nach einem Nickerchen auf einem abgeschiedenen Felsen im Wald bewusst. Dort läuft sie dem als Soldaten verkleideten Engländer Thomas über den Weg, der, wenn auch äußerst attraktiv, es aus ihrer Sicht eindeutig mit dem Rollenspiel übertreibt. Auch die französischen Schurken, die ihnen auflauern und sich als äußerst feindselig entpuppen, scheinen das historische Festival eine riesige Spur zu ernst zu nehmen.
Langsam kommen Lori Zweifel. Handelt es sich etwa nicht um übereifrige Rollenspieler, sondern – um echte Zeitreisende? Und was hat es mit ihren merkwürdigen Alpträumen auf sich? Gibt es eine Verbindung zwischen ihr und dem auf seine antiquierte Weise charmanten Thomas?


MEINUNG

So viel zur Story. Fragen über Fragen, die von Eva Völler natürlich im Laufe der Geschichte nach und nach aufgelöst werden. Beziehungsweise stellenweise auch recht schnell. Die Geschichte um Lori und Thomas nimmt von Anfang an ziemlich rasant an Fahrt auf und trumpft direkt nach einigen Seiten mit der ersten großen Überraschung auf: Nicht Lori, sondern Thomas und seine fiesen Verfolger sind durch Raum und Zeit gereist. Eine gelungene Wendung, die damit auch schnell deutlich macht, dass es sich bei dem neusten Roman von Eva Völler nicht um einen einfachen Abklatsch ihrer berühmten (und auch von mir heißgeliebten) Zeitreise-Reihen um Anna und Sebastiano handelt (an dieser Stelle nur ein kleiner Hinweis: Wer diese noch nicht gelesen hat – absolut empfehlenswert! 😊).
Um ehrlich zu sein – bei der ersten Begegnung zwischen Thomas und Lori sind bei mir nicht direkt die Funken für den jungen Engländer übergesprungen. Doch durch den für die Autorin so charakteristischen und wohldosierten Humor, konnte ich schnell über sein anfängliches – gelinde gesagt nicht ganz so charmantes – Verhalten hinwegsehen. Zum Glück haben wir es bei Lori auch mit einer starken Protagonistin zu tun, die sich nicht durch ihre Ängste lähmen lässt, sondern schlagfertig und meist auch clever reagiert und agiert.
So ist es nach dem holprigen Auftakt für Thomas dann doch recht schnell passiert, dass sich mein Herz für ihn und die sich anbahnende Romanze zwischen ihm und Lori erwärmen konnte.
Und damit begann für mich dann auch schon direkt der die Geschichte begleitende Herzschmerz, der mit jeder umgeblätterten Seite anwuchs und eine Frage immer drängender aufkommen ließ: Wie soll es für die zwei Hauptfiguren ein richtiges Happy-End geben? So angesichts der Zeitenproblematik? (Die Antwort auf diese Frage muss ich euch natürlich schuldig bleiben 😉)
Doch natürlich ist die bloße Liebesgeschichte nicht der einzige Handlungsstrang und auch nicht die einzige Baustelle. Auch hier wartet Eva Völler wieder mit einer überraschenden Wendung auf (die ich hier nicht spoilern möchte).
Gelungen sind neben den beiden Protagonisten jedoch auch einige der Nebencharaktere, die sich nach anfänglichem Eindruck doch nicht als eindimensional entpuppen und damit dem Kampf zwischen vermeintlich Gut und Böse mehr Tiefe verleihen.
Mit „Durch die Nacht und alle Zeiten“ ist Eva Völler ein unterhaltsamer, mitreißender und kurzweiliger Roman geglückt, der sicherlich nicht nur Jugendliche, sondern auch (jung gebliebene) Erwachsene und Fans von Zeitreiseromantik begeistern kann. Klar lässt sich kritisieren, dass das Verhalten der verschiedenen Charaktere an manchen Stellen sehr abgeklärt und „cool“ angesichts der krassen Ereignisse wirken mag, doch für die Dynamik und Tiefe der Geschichte scheint das zumindest aus meiner Sicht passend.

WICHTIG: Um die Erwartungen der Fangemeinde der vorherigen Zeitreise-Reihen von Eva Völler etwas zu dämpfen: Es handelt sich nicht um den Auftakt zu einer neuen Romanreihe, sondern um ein Einzelwerk.

FAZIT

Wer Lust auf eine romantische und kurzweilige Zeitreisegeschichte mit liebevoll gezeichneten Charakteren hat, ist mit diesem Buch auf alle Fälle gut beraten und kann sich auf schöne Lesestunden freuen.

  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Atmosphäre