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Veröffentlicht am 07.11.2021

Herzklopfen in Paris - Ein Wohlfühlroman, der Sehnsucht nach Paris weckt

Love Paris Dance
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In Love Paris Dance nimmt Anne-Sophie Jouhanneau uns mit nach Paris. Aus der Sicht von Mia - einer ehrgeizigen Balletttänzerin - erleben wir einen aufregenden Sommer mit großen Träumen und der großen Liebe. ...

In Love Paris Dance nimmt Anne-Sophie Jouhanneau uns mit nach Paris. Aus der Sicht von Mia - einer ehrgeizigen Balletttänzerin - erleben wir einen aufregenden Sommer mit großen Träumen und der großen Liebe. Eine leichte Lektüre mit vielen Gefühlen vor der romantischen Kulisse von Paris.

Inhalt

Die 16-jährige Mia verbringt die Sommerferien vor ihrem letzten Jahr an der High School nicht in ihrer Heimat, sondern reist nach Paris, um an einem Ferienprogramm des Pariser Balletts teilzunehmen - und damit ihrem Traum einer Karriere als Profiballerina einen großen Schritt näherzukommen. Dummerweise ist auch ihre größte Konkurrentin und Erzfeindin Audrey an der Schule angenommen worden. Doch nicht nur all der Stress und das harte Training bescheren Mia Herzrasen, sondern auch die Bekanntschaft mit dem charmanten Louis. Schnell wird Mia klar, warum Paris die Stadt der Liebe genannt wird ...

Meinung

Was soll ich sagen - die ersten Seiten von Love Paris Dance haben mich so gefesselt, dass ich mich selbst wie auf einer Reise nach Paris gefühlt habe. Die Autorin hat es aus meiner Sicht so großartig geschafft, Atmosphäre, Szenerie, die Straßen von Paris, die Menschen und die Sprache einzufangen - da konnte ich gar nicht anders, als eine Seite nach der nächsten zu lesen. Und dabei handelt es sich natürlich nicht um einen Reisebericht mit fantastisch beschriebenem Setting, sondern um einen Jugendroman mit einem mitreißenden, spannenden und herzerwärmenden Plot.
Mia ist mir von der ersten Seite ans Herz gewachsen und die Autorin hat es geschafft, dass ich mich - als nicht mehr ganz so Jugendliche :D - schnell in Mias Innenleben und Gedankenwelt hineinversetzen konnte. Dadurch fühlte ich mich beim Lesen nicht nur nach Paris, sondern auch in meine Jugend versetzt und es war einfach spannend und mitreißend, Mias Erfahrungen, ihre abenteuerliche Zeit in Paris, ihr Herzklopfen und ihren Herzschmerz - eben all dieses jugendliche Gefühlschaos - nachzuempfinden. Auch wenn der Plot in der zweiten Hälfte an einigen Stellen schwächelte (ein bisschen zu viel Drama und Stolpersteine) und der charmante Louis aus meiner Sicht etwas zu perfekt war (aber auch mal erfrischend, nicht wie so oft die unrealistische Verwandlung eines Bad Boys in den Traumprinzen zu erleben), haben mich die Geschichte um Mia, ihren Traum, ihren Ehrgeiz, ihr unschuldiges Herzklopfen, ihre Familie und die Beziehung zu ihrer vermeintlichen Erzfeindin Audrey bestens unterhalten. Und - ich kann es nicht oft genug schreiben - ich bin dank des packenden, anschaulichen Schreibstils der Autorin dem Zauber von Paris hoffnungslos erlegen. Merci! <3

Fazit

Auch wenn die Geschichte ihre Schwächen hatte, hat mich Love Paris Dance wunderbar unterhalten. Es war wie eine kleine Zeitreise in die eigene Jugend, so authentisch war der Erzählstil der Autorin, und - für mich noch packender - wie eine kleine Reise nach Paris selbst. So oft hatte ich beim Lesen das Gefühl, die beschriebenen Sehenswürdigkeiten, die Seine, die Straßen von Paris vor Augen zu haben - fantastisch! So fiel mir am Ende der Abschied nicht leicht und ich habe die Geschichte um Mia, Louis, die Welt des Balletts und dieses außergewöhnlichen Sommers mit leichter Wehmut beendet. Merci à Anne-Sophie Jouhanneau für dieses Lesevergnügen! Und hoffentlich à bientôt à Paris - Gegen einen romantischen Urlaub in Paris hätte ich nach dieser Lektüre auf jeden Fall nichts einzuwenden ;)

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  • Handlung
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  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 14.10.2021

Atmosphärisch & historisch fesselnd mit kleinen Handlungs- und Charakterschwächen

Atelier Rosen
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Im ersten Band der neuen Historienreihe von Marie Lamballe nimmt uns die Autorin mit ins Kassel der 1830er Jahre und lässt uns die Sorgen, den Alltag, die gesellschaftlichen Herausforderungen und Gefühle ...

Im ersten Band der neuen Historienreihe von Marie Lamballe nimmt uns die Autorin mit ins Kassel der 1830er Jahre und lässt uns die Sorgen, den Alltag, die gesellschaftlichen Herausforderungen und Gefühle der Frauen aus dem Atelier Rosen erleben. Im Mittelpunkt der Handlung steht Elise Rosen - eine junge Frau und Putzmacherin, die sich mit großen Gefühlen, lebensverändernden Herausforderungen und der Suche nach ihrer Herkunft konfrontiert sieht.

Inhalt

Im Auftaktband "Atelier Rosen" der neuen Reihe von Autorin Marie Lamballe geht es um die junge Elise, die zusammen mit ihrer Mutter, ihrer Großmutter und zwei weiteren Damen ein kleines Putzmacher-Atelier im Kassel der 1830er Jahre betreibt. Die Kreationen des Ateliers und insbesondere Elises Fertigkeiten locken auch adelige Kundschaft an. So kommt es, dass Elise die junge Sybilla von Schönhoff ausstatten soll, eine Frau, die Elise entgegen der gesellschaftlichen Gepflogenheiten freundschaftlich behandelt. Doch das Bewegen in höheren gesellschaftlichen Kreisen birgt auch seine Gefahren: Als der Verlobte Sybillas sich unsterblich in Elise verliebt, stürzt dies nicht nur Elise in ein Gefühlschaos, sondern zieht weitreichende Konsequenzen für sie und ihre Familie mit sich ...

Meinung

Wie mir die Geschichte rund um Elise, Sybilla von Schönhoff, den Frauen aus dem Atelier Rosen und Johann Georg von Haynau gefallen hat? Die Antwort fällt nicht ganz eindeutig aus. Der Roman hat aus meiner Sicht mitreißend begonnen - insbesondere die detaillierten Beschreibungen des historischen Kassels und des Alltags im Jahr 1830 haben mich sofort gefesselt und mich gebannt die Seiten überfliegen lassen. Ich habe mich beim Lesen regelrecht wie auf einer kleinen Zeitreise gefühlt - hierfür also ein Riesenkompliment an die Autorin. Es muss unfassbar aufwendig gewesen sein, all diese Informationen und alltäglichen historischen Gegebenheiten zu recherchieren.
Auch der Schreibstil der Autorin hat mich begeistert - die Ausdrücke waren authentisch und passend zu der damaligen Zeit gewählt und mit schönen, altmodischen Redewendungen versehen. Das hat mir total gefallen und mich noch mehr in die damalige Zeit versetzt.
Dennoch habe ich meine anfängliche Begeisterung nach und nach etwas eingebüßt. Die Handlung war zwar durchweg spannend, doch stellenweise wirkte sie zu konstruiert oder zu weit hergeholt für mich. Auch Elise, die ich als mutige und dennoch authentische Frau ihrer Zeit und ihrer damaligen gesellschaftlichen Stellung empfunden habe, hat aus meiner Sicht im Laufe der Geschichte teilweise unlogisch und nicht ihrer Figur entsprechend gehandelt. Hier hätte ich mir teilweise mehr "Inneneinsichten" und mehr Raum für Elises Gefühle gewünscht. Damit wären manche Reaktionen auch eventuell nachvollziehbarer oder glaubhafter erschienen.
Gelungen fand ich jedoch im Großen und Ganzen die Darstellung der Nebencharaktere. Die Mitarbeiterinnen im Atelier Rosen oder auch Elises Ziehbruder haben der Geschichte Würze verliehen und eine familiäre Atmosphäre beim Lesen heraufbeschworen - Da ist es mir trotz der vereinzelten Schwächen am Ende doch schwergefallen, Abschied von den Figuren zu nehmen. Auch sind ja noch nicht alle Punkte geklärt - Was ich damit sagen will? Natürlich bin ich an der Fortsetzung der Geschichte interessiert. Dafür sind mir die Protagonistin und die Menschen rund um sie herum zu sehr ans Herz gewachsen.


Fazit

Ohne Frage ist es Marie Lamballe mit dem Auftakt ihrer neuen Historienreihe gelungen, ein lebhaftes und authentisches Bild der damaligen Zeit zu zeichnen und den Leser damit ins Kassel der 1830er und den Alltag zu versetzen. Ich habe mich beim Lesen weitestgehend gut unterhalten gefühlt und einen tieferen Eindruck von den damaligen Sorgen und Herausforderungen der Menschen erhalten. Trotz der leichten inhaltlichen Schwächen sind mir die Figuren ans Herz gewachsen und ich bin gespannt und hoffe darauf, mehr über ihre Schicksale zu erfahren (und wieder in dieses wirklich wunderbar beschriebene Setting einzutauchen). Für Fans von historischen Familiensagas auf jeden Fall lesenswert!

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  • Thema
Veröffentlicht am 15.08.2021

Unterhaltsame Science-Fiction mit kleinen Schwächen

Der dunkle Schwarm
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In "Der dunkle Schwarm" befinden wir uns in einer düsteren Zukunft mit einer starken Protagonistin, Gesellschafsproblemen, die gar nicht so unvertraut wirken, und spannenden Science-Fiction-Elementen. ...

In "Der dunkle Schwarm" befinden wir uns in einer düsteren Zukunft mit einer starken Protagonistin, Gesellschafsproblemen, die gar nicht so unvertraut wirken, und spannenden Science-Fiction-Elementen. Eine vielversprechende Mischung, oder?

INHALT

Die junge Atlas führt ein Doppelleben: Tagsüber arbeitet sie als Programmiererin für ein futurisches Kommunikationsmittel, nachts nimmt sie unter dem Decknamen Oracle kriminelle Aufträge in der Unterwelt der dystopischen Welt im Jahr 2100 an.
Eines Tages erhält sie einen neuen Auftrag durch einen jungen Mann aus der High-Society: Sie soll den mysteriösen Mord an seiner Schwester aufklären, die gleichzeitig mitsamt aller Mitglieder ihres Hives (ein moderner Kommunikationskanal und Community-Tool) umgebracht wurde. Eigentlich eine technische Unmöglichkeit. Atlas nimmt den Auftrag an - und gerät blitzschnell zwischen die Fronten von Umweltterroristen, Polizei und Auftragsmördern...

MEINUNG

Zunächst einmal: Was für ein großartiges Cover! Super ansprechend, atmosphärisch und vielversprechend. Da habe ich direkt Lust bekommen, das Buch aufschlagen und endlich mit dem Lesen beginnen zu können :)
Die ersten Seiten des Romans habe ich dann auch nur so verschlungen: So gebannt war ich von der düsteren Zukunft, der Geschichte der Protagonistin und der von Anfang an rasanten und spannenden Handlung. Außerdem finde ich es einfach total beeindruckend, was für eine Welt die Autorin geschaffen hat: So viele futuristisch-technische Ideen (z.B. die Hives, deren Verbindung, die Anrufe über die Kontaktlinse, Androiden, der Schild, eine Kette, die die Rechenleistung aus dem Gehirn übernimmt (wenn ich das richtig verstanden habe :D etc.) - die Kreativität und auch die - zumindest in meinen Ohren - sehr authentisch und echt klingenden Technik-Details haben mich wirklich gefesselt und begeistert. Hier ein Riesenlob an Marie Grasshoff.

Auch die Heldin Atlas - in der Unterwelt als Oracle bekannt und gefürchtet - hat mich durch ihr taffes Auftreten, ihre Coolness und Furchtlosigkeit fasziniert und neugierig auf den weiteren Fortgang der Handlung gemacht. Die Nebencharaktere, ihr treuer Begleiter Julien und ihr neuer Auftraggeber Noah, wirkten auf mich interessant und authentisch, so dass ich auch ganz gespannt auf ihre weitere Entwicklung, mögliche Offenbarungen über mögliche wahre Motive und ihre Schicksale war. Hier fand ich es auch sehr erfrischend, dass Noah nicht der typisch männlich-maskuline sexy Überheld war, ein Umstand, der ihn für mich als Charakter gleich viel interessanter gemacht hat.

Leider verliert der Plot aus meiner Sicht ab ca. der Hälfte an Spannung, weil die Protagonistin trotz aller Widrigkeiten schier "unbesiegbar" scheint ...
Die Geschichte wartet zwar immer wieder mit viel Action und Twists auf, wird dadurch jedoch etwas vorhersehbar und auch einige Reaktionen und Entscheidungen der Figuren wirken teilweise unlogisch. Das hat die Spannung und auch die Sympathie mit den Charakteren für mich etwas abgeschwächt. Dadurch fiel es mir am Ende etwas schwerer weiterzulesen - trotz der eigentlich rasanten und actiongeladenen Handlung.

FAZIT

Insgesamt habe ich mich die meiste Zeit gut unterhalten gefühlt - vor allem durch die beeindruckende dystopische Welt, die die Autorin erschaffen und die mich durchgehend fasziniert hat. Daher freue ich mich auch trotz der erwähnten Schwächen auf die Fortsetzung der Geschichte.

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  • Cover
Veröffentlicht am 16.05.2021

Cookies, Crime und ganz viel Herz - Der erste Fall für Hannah Swensen ist der perfekte Cosy Crime!

Das Geheimnis der Schokoladenkekse
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In "Das Geheimnis der Schokoladenkske" schickt Autorin Joanna Fluke Protagonistin Hannah Swensen, Bäckerin aus Leidenschaft und stolze Besitzerin des Cafés „The Cookie Jar“, auf ihren ersten Fall als Hobbydetektivin. ...

In "Das Geheimnis der Schokoladenkske" schickt Autorin Joanna Fluke Protagonistin Hannah Swensen, Bäckerin aus Leidenschaft und stolze Besitzerin des Cafés „The Cookie Jar“, auf ihren ersten Fall als Hobbydetektivin. Denn als ein Mord die Kleinstadtidylle von "Lake Eden" erschüttert, geht Hannah auf Spurensuche – und beschert Fans von Cosy Crimes vergnügliche Lesestunden.

INHALT

Hannah Swensen ist leidenschaftliche Backfee und hat mit ihrem Café "The Cookie Jar" einen zentralen Treffpunkt für die Bewohner der Kleinstadt „Lake Eden“ geschaffen. Kreative Cookiekreationen und der beste Kaffee der Stadt sowie Klatsch und Tratsch locken die Menschen in ihr gemütliches und herzlich geführtes Café. Doch die vermeintliche Idylle trügt – ein Mord geschieht am helllichten Tag und erschüttert das Leben in Lake Eden. Ausgerechnet Hannah entdeckt die Leiche des beliebten Milchlieferanten Ron – und das sorgt nicht nur für einen noch größeren Andrang neugieriger Bürger in ihrem Café. Hannahs Schwager Bill ist zuständiger Ermittler bei der örtlichen Polizei und plötzlich steckt Hannah als Zeugin und gute Freundin selbst mittendrin in der Suche nach dem Täter. Kein ungefährlicher Job …

MEINUNG

Zunächst einmal: Gäbe es das Cookie Jar in meiner Nähe, würde ich wohl die meiste Zeit dort zu finden sein :D. Leckere Cookies, herzliche Atmosphäre und Treffpunkt für Freunde, Familie und Nachbarn – das klingt einfach wirklich nach einem wundervollen Wohlfühlort.
Und damit direkt mein nächster Punkt: Fans von Cosy Crimes kommen aus meiner Sicht mit dem Auftaktband der Buchreihe um Hannah Swensen voll auf ihre Kosten!
Der Roman steckt voller liebevoller Details und strahlt einfach Wärme und Nähe aus. Ich habe mich sofort „zuhause“ in Lake Eden gefühlt. Die Vielzahl an Charakteren, diese gewisse Wuseligkeit, die aber auch genau diese Art Kleinstadtcharme transportiert, haben mich direkt in ihren Bann geschlagen.
Manchmal sind einige Personen vielleicht zu stereotyp oder klischeehaft skizziert, gleichzeitig passt das einfach aus meiner Sicht wunderbar zu einem Cosy Crime und der insgesamt sehr liebevoll und detailliert beschriebenen Szenerie. Beim Lesen hatte ich auf jeden Fall keine Probleme, mir die Personen, ihr Aussehen und ihre Marotten vorzustellen.
Die Protagonistin ist eine taffe, unerschrockene, auch kritische und gleichzeitig herzliche Person, die mir auf Anhieb sympathisch war.
Die eigentliche Handlung des Romans – die Suche nach dem Mörder von Ron, dem Milchlieferanten von Cosy Cow (allein dieser Name ist ein perfektes Beispiel für den durchgehend mitschwingenden Humor und die Liebe fürs Detail :D) – ist stellenweise vielleicht nicht die spannendste oder logischste, dennoch hat mich das beim Lesen nie gestört. Zu sehr sind mir Hannah und die Menschen aus Lake Eden ans Herz gewachsen, sodass ich es auch schon spannend fand, einfach mehr über ihr Leben und Alltag zu erfahren.
Darüber hinaus habe ich als Leser auch immer wieder gerätselt, wer denn nun der Mörder des armen Ron sein könnte – die unterschiedlichen Geheimnisse und falsche Fährten haben mich dabei sehr gut unterhalten.
Trotz der oft überspitzten Charaktere hat mir aber auch gefallen, dass einige davon im Verlauf der Handlung doch mehr Facetten erhalten haben und damit nicht einfach schwarz-weiß gezeichnet wurden.

FAZIT

Wer auf der Suche nach einem kurzweiligen Lesevergnügen mit absolutem Wohlfühlcharakter und liebevollen Details ist (übrigens: Das Buch wimmelt auch vor Rezepten zu den Cookies von Hannah – eine grandiose Idee!), dem kann ich „Das Geheimnis der Schokoladenkekse“ nur Wärmstens empfehlen. Aus meiner Sicht hält der Cosy Crime alles ein, was er verspricht. Ich habe mich super unterhalten gefühlt und war tatsächlich auch ein bisschen traurig, nachdem ich die letzte Seite gelesen hatte. Da es sich glücklicherweise um den Auftakt einer langen Serie handelt, freue ich mich schon auf den nächsten Fall für Hannah und eine Rückkehr nach Lake Eden und ins Cookies Jar.

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Veröffentlicht am 03.04.2021

Zeitreise mal anders – „Durch die Nacht und alle Zeiten“

Durch die Nacht und alle Zeiten
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In dem neuesten Werk von Eva Völler, unter anderem bekannt für ihre magischen Zeitreise-Reihen „Zeitenzauber“ und „Time School“, erwarten uns wieder Romantik, Herzschmerz, eine coole Protagonistin, jede ...

In dem neuesten Werk von Eva Völler, unter anderem bekannt für ihre magischen Zeitreise-Reihen „Zeitenzauber“ und „Time School“, erwarten uns wieder Romantik, Herzschmerz, eine coole Protagonistin, jede Menge Humor und natürlich eine Reise durch Raum und Zeit. Doch genau hier liegt die Besonderheit: Denn diese Zeitreise hält auf alle Fälle einige Überraschungen parat.

INHALT

Die 16-jährige Lori nimmt mit ihren Eltern und ihrer jüngeren Schwester an einem historischen Festival in Deutschland teil, das durch Theater, Verkleidungen und weitere Festivitäten die Zeit der napoleonischen Kriege authentisch nachempfinden soll. Wie wichtig einigen Teilnehmern das Thema Authentizität ist, wird Lori nach einem Nickerchen auf einem abgeschiedenen Felsen im Wald bewusst. Dort läuft sie dem als Soldaten verkleideten Engländer Thomas über den Weg, der, wenn auch äußerst attraktiv, es aus ihrer Sicht eindeutig mit dem Rollenspiel übertreibt. Auch die französischen Schurken, die ihnen auflauern und sich als äußerst feindselig entpuppen, scheinen das historische Festival eine riesige Spur zu ernst zu nehmen.
Langsam kommen Lori Zweifel. Handelt es sich etwa nicht um übereifrige Rollenspieler, sondern – um echte Zeitreisende? Und was hat es mit ihren merkwürdigen Alpträumen auf sich? Gibt es eine Verbindung zwischen ihr und dem auf seine antiquierte Weise charmanten Thomas?


MEINUNG

So viel zur Story. Fragen über Fragen, die von Eva Völler natürlich im Laufe der Geschichte nach und nach aufgelöst werden. Beziehungsweise stellenweise auch recht schnell. Die Geschichte um Lori und Thomas nimmt von Anfang an ziemlich rasant an Fahrt auf und trumpft direkt nach einigen Seiten mit der ersten großen Überraschung auf: Nicht Lori, sondern Thomas und seine fiesen Verfolger sind durch Raum und Zeit gereist. Eine gelungene Wendung, die damit auch schnell deutlich macht, dass es sich bei dem neusten Roman von Eva Völler nicht um einen einfachen Abklatsch ihrer berühmten (und auch von mir heißgeliebten) Zeitreise-Reihen um Anna und Sebastiano handelt (an dieser Stelle nur ein kleiner Hinweis: Wer diese noch nicht gelesen hat – absolut empfehlenswert! 😊).
Um ehrlich zu sein – bei der ersten Begegnung zwischen Thomas und Lori sind bei mir nicht direkt die Funken für den jungen Engländer übergesprungen. Doch durch den für die Autorin so charakteristischen und wohldosierten Humor, konnte ich schnell über sein anfängliches – gelinde gesagt nicht ganz so charmantes – Verhalten hinwegsehen. Zum Glück haben wir es bei Lori auch mit einer starken Protagonistin zu tun, die sich nicht durch ihre Ängste lähmen lässt, sondern schlagfertig und meist auch clever reagiert und agiert.
So ist es nach dem holprigen Auftakt für Thomas dann doch recht schnell passiert, dass sich mein Herz für ihn und die sich anbahnende Romanze zwischen ihm und Lori erwärmen konnte.
Und damit begann für mich dann auch schon direkt der die Geschichte begleitende Herzschmerz, der mit jeder umgeblätterten Seite anwuchs und eine Frage immer drängender aufkommen ließ: Wie soll es für die zwei Hauptfiguren ein richtiges Happy-End geben? So angesichts der Zeitenproblematik? (Die Antwort auf diese Frage muss ich euch natürlich schuldig bleiben 😉)
Doch natürlich ist die bloße Liebesgeschichte nicht der einzige Handlungsstrang und auch nicht die einzige Baustelle. Auch hier wartet Eva Völler wieder mit einer überraschenden Wendung auf (die ich hier nicht spoilern möchte).
Gelungen sind neben den beiden Protagonisten jedoch auch einige der Nebencharaktere, die sich nach anfänglichem Eindruck doch nicht als eindimensional entpuppen und damit dem Kampf zwischen vermeintlich Gut und Böse mehr Tiefe verleihen.
Mit „Durch die Nacht und alle Zeiten“ ist Eva Völler ein unterhaltsamer, mitreißender und kurzweiliger Roman geglückt, der sicherlich nicht nur Jugendliche, sondern auch (jung gebliebene) Erwachsene und Fans von Zeitreiseromantik begeistern kann. Klar lässt sich kritisieren, dass das Verhalten der verschiedenen Charaktere an manchen Stellen sehr abgeklärt und „cool“ angesichts der krassen Ereignisse wirken mag, doch für die Dynamik und Tiefe der Geschichte scheint das zumindest aus meiner Sicht passend.

WICHTIG: Um die Erwartungen der Fangemeinde der vorherigen Zeitreise-Reihen von Eva Völler etwas zu dämpfen: Es handelt sich nicht um den Auftakt zu einer neuen Romanreihe, sondern um ein Einzelwerk.

FAZIT

Wer Lust auf eine romantische und kurzweilige Zeitreisegeschichte mit liebevoll gezeichneten Charakteren hat, ist mit diesem Buch auf alle Fälle gut beraten und kann sich auf schöne Lesestunden freuen.

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