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Veröffentlicht am 01.10.2018

Grandioser Reihenauftakt

Renegades - Gefährlicher Freund
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Zusammenfassung
Die komplexe Welt von „Renegades – Gefährlicher Freund“ findet mit Band 1 einen wundervollen Beginn. Es sehr starker Reihenauftakt, noch dazu mit einer sehr starken Protagonistin, die ihren ...

Zusammenfassung


Die komplexe Welt von „Renegades – Gefährlicher Freund“ findet mit Band 1 einen wundervollen Beginn. Es sehr starker Reihenauftakt, noch dazu mit einer sehr starken Protagonistin, die ihren rechten Weg kennt, aber manchmal aus den Augen zu verlieren droht. Zwar wird die Geschichte aus zwei Perspektiven geschrieben, dennoch wird man den Eindruck nicht los, dass es eigentlich nur um Nova geht. Das ist auch gut so.

Man verliebt sich in die Protagonistin, die irgendwie anders ist, als man es erwartet. Bereits mit dem Prolog springt man als Leser sofort in die Geschichte rein und wird in ihren Bann gezogen. Am Ende möchte man nur noch eines: Weiterlesen. Vermutlich DAS Jugendbuch 2018, welches mit so viel Ideen daher kommt, ohne damit zu protzen. Absolute Leseempfehlung.

Die Geschichte von „Renegades – Gefährlicher Freund“


Nova Artino hat von Geburt an die Fähigkeit, Menschen mit ihrer Berührung in einen Tiefschlaf zu versetzen. Eine schlimme Tragödie sorgt dafür, dass Nova nie wieder schläft. Diese Eigenschaft macht sie zu einem Wunderkind mit zwei Fähigkeiten, die ihr elf Jahre später sehr nützlich sein sollen.

Elf Jahre nach dem Prolog beginnt die eigentliche Geschichte von Renegades. Nova – nun besser bekannt als „Nachtmahr“ (im engl. Nightmare) – ist siebzehn und mittlerweile Teil der Anarchisten, einer Gruppe Schurken, die die Feinde der Renegades (den Superhelden) sind. Die Reneagdes regieren in Gatlon City und sorgen für Ruhe und Frieden. Naja, zumindest sagen sie das. Nova sitzt auf einem Dach und versucht den Kopf des Renegades-Rats zu erschießen: Captain Chrom. Unterstützt wird sie dabei von einem Teil ihrer neuen Familie: Phobia, Ingrid Thompson und ungeplant vom Puppenspieler Winston Pratt.

Auf dem Weg zum Tatort, streift Nova durch die Menschenmenge der Parade. Einer Parade zum jährlichen Fest für den Tag, als die Renegades vor die Anarchisten „vertrieben“ haben. In der Menschenmenge trifft sie zufällig einen Jungen, der sich später als Adrian Everhart, Adoptivsohn von Captain Chrom, entpuppen soll. Jenen Mann, den Nova heute umzubringen versucht. Welche (gefährlichen) Folgen diese Begegnung mit Adrian haben wird, ist noch lange nicht absehbar.

Eine spontane Idee führt dazu, dass Nova sich der Renegades-Qualifikation stellt. Stellt euch eine Blind-Audition bei The Voice vor, bei der statt des Gesangstalents, Superkräfte vorgeführt werden. Als einziges Team, möchte ausgerechnet das Team von Adrian Everhart das Mädchen haben. Doch das Team von Frostbeule zweifelt diese Entscheidung an, da Nova keine aktiven Superkräfte vorzuweisen hat. Nova muss sich behaupten und wählt ausgerechnet den Steinmenschen, den jeder fürchtet.

Als Spion versucht sie sich dann bei den Renegades einzuschleusen, um das System von innen heraus zum stürzen zu bringen. Sie lernt immer mehr die andere Seite der Medaille kennen. Ihr Hass gegen die Renegades wandelt sich, und das gefällt Nova gar nicht.

Mein Endfazit zu „Renegades – Gefährlicher Freund“


Die Luna-Chroniken waren bereits fantastisch und Marissa Meyer hat es geschafft, sich um einen (oder vielleicht zehn) Quantensprung zu verbessern. Faszinierend, welche Tiefe dieses Buch erlangen konnte, ohne jemals langatmig zu werden. Noch immer bin ich über diese grandiose Weiterentwicklung geflasht.

Damit sollte klar sein: Ich liebe Renegades. Mit dem Prolog über die sechsjährigen Nova, hatte mich die Autorin der Luna-Chroniken erneut in ihren Bann gezogen. Nova ist so ein wundervoller Charakter, in den ich mich mit jeder Seite mehr verliebt habe. Ihr Herz ist am rechten Fleck und doch so zerbrochen, dass es einem wehtut. Marissa Meyer schafft es, den Charakter so stark und zerbrechlich darzustellen, ohne ihn dabei zu verhunzen.

Dass es so passend für den Rest der Geschichte ist, brauch ich nicht zu erwähnen. Und doch … diese Geschichte ist einfach gigantisch und birgt so unendlich viele Möglichkeiten. Nova ist eine Schurkin, aber vermutlich der größte Superheld der Geschichte. Adrian spielt dabei eigentlich mehr den netten Sidekick.

Auch die Nebencharaktere wie Honey, Ruby oder die beiden schwulen Väter von Adrian (oder die vielen anderen), sind so liebevoll ausgestaltet, dass einem jedes Mal das Herz auf geht. Während des Lesens entwickelte ich im Kopf mehrere Fanfiction-Ideen zu den verschiedenen Charakteren. Bei jedem auftauchenden Menschen, freute ich mich ein wenig mehr. Es war jedes Mal so, als würde ich einen lieben Freund wieder treffen.

Das Ende … das Ende. Ja, das Ende dieses Buches ist einfach großartig geworden. Genau so, dass es einen auf den nächsten Band hoffen lässt und gleichzeitig erlaubt, Abschied vom ersten Band zu nehmen. Ich habe selten so ein fantastisches Ende gelesen. Daher bin ich mehr als gespannt, was Marissa Meyer für Band 2 und 3 noch aus den Ärmel zu schütteln vermag. Meine Theorien laufen im Kopf bereits mehrere Schleifen.

Renegades ist eine absolute Must-Read Lese- und Kaufempfehlung. Ein Buch, in das man sich fallen lassen kann, um in einer komplett anderen Welt ab zu tauchen und sich zu verlieren. Pageturner durch und durch und das Geld auf jeden Fall wert.

Veröffentlicht am 17.09.2018

Keine Ahnung, wie ich dazu stehen soll

Keine Ahnung, ob das Liebe ist
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Zusammenfassung
„Keine Ahnung, ob das Liebe ist“ oder: Keine Ahnung, wie ich dazu stehen soll. Das Taschenbuch ist geschlossen und besticht mit einem speziellen Humor, den vor allem Engelmann Fans lieben ...

Zusammenfassung


„Keine Ahnung, ob das Liebe ist“ oder: Keine Ahnung, wie ich dazu stehen soll. Das Taschenbuch ist geschlossen und besticht mit einem speziellen Humor, den vor allem Engelmann Fans lieben werden. Lyrisch sind die Texte teils sehr schön zu lesen, teils etwas schwierig zu verstehen, da man die Hintergründe manchmal nicht versteht. Auch das macht Poesie irgendwie aus. Für die besondere Poesie vergebe ich fünf Sterne, insgesamt ist das Buch ein starkes drei Sterne-Werk.

Mein Endfazit zu „Keine Ahnung, ob das Liebe ist“



Wie kann man ein poetisches Werk bewerten, dass doch so viel Persönliches der Autorin hervorbringt? Julia Engelmann lässt uns an ihrer Gefühlswelt teilhaben. Zwischen Gedichten über Freundschaft und Liebe, widmet sie zwei Gedichten auch ihren Eltern. Jede Zeile lebt.

Sicherlich ist das Buch schon einem speziellen Publikum gewidmet. Viele Texte lesen sich wie die typischen Engelmann Poetry Slam Texte, die ihren eigenen Rhythmus haben. Dann gibt es die Ballade, die über mehrere Seiten geht und einen irgendwann verwirrt.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich beim Lesen irgendwann zu sehr hab ablenken lassen, oder mir der ein oder andere Text einfach nicht gefallen hat. Das ist einer der merkwürdigen Teile an diesem Buch: Die Poesie ist beeindruckend. Die Idee, die Gefühle und alles dazwischen, zeichnet jedes Gedicht auf seine Art und Weise aus. Da gibt es aber auch diese Geschichten, die einen gar nicht so sehr fesseln.

Poesie ist auch sehr viel Geschmackssache, daher ist es auch schwierig zu beurteilen. Den poetischen Teil würde ich daher mit starken fünf Sternen bewerten, weil mir die Ausdrucksweise jeder Zeile wirklich gut gefallen hat. Leider haben mich einige Texte thematisch etwas gelangweilt. Daher vergebe ich als Ganzes starke drei Sterne. Das bedeutet also nicht, dass dieses Buch schlecht ist, sondern für Zwischendurch ganz nett.

Wer sich Inspiration holen möchte, der liegt mit diesem Buch sehr gut. Außerdem ist das Buch vor allem für Fans von Julia Engelmann oder Poetry Slam und Poesie geeignet. Als kleines Gimmick gibt es im Buch auch ein paar Illustrationen, die Julia Engelmann selbst gezeichnet hat. Die machen das kleine Büchlein besonders liebenswert.

Veröffentlicht am 10.09.2018

Ein fast perfekter Psychothriller

Breakdown - Sie musste sterben. Und du bist schuld
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Zusammenfassung
„Breakdown – Sie musste sterben. Und du bist schuld“ ist ein Psychothriller, der von Anfang bis Ende geschlossen wird. Das Buch ist gut strukturiert und baut logisch aufeinander auf. Obwohl ...

Zusammenfassung


„Breakdown – Sie musste sterben. Und du bist schuld“ ist ein Psychothriller, der von Anfang bis Ende geschlossen wird. Das Buch ist gut strukturiert und baut logisch aufeinander auf. Obwohl es im Mittelteil etwas zu sehr an einen Roman erinnert, kann der Psychothriller überzeugen. Vor allem der Schreibstil schafft es, „weniger spannende“ Passagen mit Spannung zu füllen. Wegen der durchrüttelten Psyche der Protagonistin, durchlebt und erleidet man die Geschichte in einem besonderen Tempo. Vier Sterne für eine rundum geschlossene Geschichte, deren Mittelteil etwas kürzer hätte sein können.

Die Geschichte von „Breakdown – Sie musste sterben. Und du bist schuld“


Cass Anderson ist gerade auf dem Heimweg, denn sie war auf einer Abschlussfeier, da das Schuljahr zu Ende gegangen ist. Mit Beginn der Sommerferien wollte sie – gemeinsam mit Kollegen – den Abend des letzten Schultages ausklingen lassen. Auf dem Heimweg fährt sie – entgegen des Rates ihres Ehemanns Matthew – eine Landstraße lang. Es ist ein unheimliches Gewitter und der viele Regen macht die Landstraße noch gruseliger und vor allem gefährlicher, als sie eh schon ist. Aber Cass wollte so schnell es geht heim. Die Langstraße war nun mal der kürzeste Weg.

Auf der Landstraße sieht sie ein liegengebliebenes Auto. Am Steuer eine blonde Frau. Da es schon kurz vor 12 Uhr abends ist, und der Regen die Sicht verschlechtert, wartet Cass auf ein Zeichen der anderen Fahrerin. Vielleicht eine Lichthupe, oder ein Handzeichen, die signalisieren, dass Cass ihr helfen sollte. Doch es kommt keine Reaktion. Die Frau saß nur im Auto. Cass beschließt, dass sie keine Hilfe bräuchte und fuhr nach Hause.

Am nächsten Tag kommt es überall in den Nachrichten: Auf der Landstraße wurde eine Frau ermordet aufgefunden. Cass macht sich Vorwürfe, dass sie der Frau nicht geholfen hatte. Als immer mehr Details ans Tageslicht kommen, steigert sich die Angst von Cass. Eines Tages beginnt das Telefon zu klingeln, aber am anderen Ende war immer nur eine bedrückende Stille zu hören. Der unbekannte Anrufer mit unterdrückter Nummer ruft danach immer und immer wieder an. Allerdings nur, wenn Cass alleine zuhause ist. Cass beginnt zu glauben, dass es der Mörder ist, der nun auch vor hat, sie zu töten.

Aber das Telefon ist nicht die einzige gruselige Sache, die seit dem Mord passiert. Immer wieder scheint es, dass Cass Dinge vergisst: Ein Geburtstagsgeschenk, einen Grillabend, einen Besuch. Erst dachte sie, es läge am Stress. Da aber ihre Mutter an Demenz litt, kommt Cass immer mehr der Verdacht, dass sie nun auch langsam an Demenz erkranken würde. Zum Glück hat sie verständnisvolle Freunde wie ihrer besten Freundin Rachel und ihren Ehemann. Was würde sie nur ohne die beiden machen, die sie selbst bei der androhenden Demenz zu unterstützen versuchen?

Die Telefonanrufe, des vermeintlichen Mörders, können die beiden jedoch nicht verhindern. Genauso wenig wie Cass‘ Angstzustände.

Mein Endfazit zu „Breakdown – Sie musste sterben. Und du bist schuld“


„Breakdown – Sie musste sterben. Und du bist schuld“ ist ein Psychothriller, der von Anfang bis Ende geschlossen wird. Das Buch ist gut strukturiert und baut logisch aufeinander auf. Vor allem aber fesselte mich der Schreibstil, der selbst die „weniger interessanten“ Passagen mit Spannung füllen konnte. Obwohl ich recht schnell meine erste Vermutung hatte (die sich am Ende bestätigen sollte), schaffte es die Autorin, mich zwischenzeitlich auf eine falsche Fährte zu führen. Im Übrigen passt der Untertitel „Sie musste sterben. Und du bist schuld“ einfach perfekt, vor allem, wenn man das Ende kennt (ohne zu viel zu spoilern). Natürlich passt auch das Buchcover, obwohl es schlicht aussieht, super zur Story!

Leider war mir bereits zu Beginn bewusst, in welche Richtung es gehen wird. Das heißt keineswegs, dass die Geschichte vorhersehbar ist. Vielmehr lag es daran, dass ich zufällig die richtige Vermutung hatte. Dadurch las sich die Geschichte für mich komplett anders. Was eindeutig nicht schlecht war, da ich vor allem wissen wollte, ob sich meine Vermutung bestätigt und vor allem Warum.

Zudem ist der Mittelteil mit knapp 100 Seiten etwas langatmig. Diese Spanne las sich eher wie ein Roman. Hier fehlte die Thriller typische Spannung. Schlimmer noch: Man begann von der Protagonistin genervt zu sein. Das ist allerdings genau das, was die Geschichte bezwecken wollte. Am Ende versteht man, warum man durch diese Phase gehen musste. Sie hätte dennoch etwas kürzer sein können, weil es anfing, langweilig zu werden.

Letztlich gebe ich diesem Thriller vier von fünf Sternen, weil mir der Mittelteil zu lang war ansonsten die Geschichte sehr gelungen und unterhaltsam war. Ein etwas kürzerer Mittelteil und das Buch wäre perfekt gewesen. Obwohl ich bereits mit meiner ersten Verdächtigung richtig lag, wollte ich unbedingt herausfinden, warum, wie und vor allem wozu der Rest der Geschichte. Zwar ist es kein klassischer Psychothriller, dennoch weiß er als solcher die meiste Zeit zu unterhalten. Vielleicht bin ich auch nicht mehr so schreckhaft, wie andere. Andere hätten beim Stichwort Telefon vermutlich mehr Angstzustände bekommen.

Veröffentlicht am 06.09.2018

Ein typischer de Vries Jugendthriller, der nur so vor Spannung trotzt.

Mädchen, Mädchen, tot bist du
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Zusammenfassung
„Mädchen, Mädchen, tot bist du“ ist eine Geschichte, die bereits zu Beginn mit einem guten Tempo startet. Man wird direkt in die Geschichte geworfen und durchlebt – im wahrsten Sinne – ...

Zusammenfassung


„Mädchen, Mädchen, tot bist du“ ist eine Geschichte, die bereits zu Beginn mit einem guten Tempo startet. Man wird direkt in die Geschichte geworfen und durchlebt – im wahrsten Sinne – mehrere Tode. Ein typischer de Vries Jugendthriller, der nur so vor Spannung trotzt.

Besonders gut gelingt es de Vries den Leser auf diverse falsche Fährten zu locken. Das macht die Geschichte um so spannender. Die Auflösung am Ende kommt mit keinem Paukenschlag, sondern einem ganzen Silvester-Feuerwerk. Ein absolut spannender Jugendthriller. Eine klare Empfehlung für de Vries Fans, Leute, die gerne Rätsel lösen oder generell auf (Jugend-)Thriller stehen.

Die Geschichte von „Mädchen, Mädchen, tot bist du“


Leila ist tot. Selbstmord. Es kursieren viele Gerüchte darüber, wie sie gestorben ist. Innerhalb weniger Tage sterben zwei weitere Mädchen auf seltsame Weise. Beide Tode deuten auf Selbstmord hin. War es wirklich Selbstmord?

Ein Unbekannter schreibt mehreren Mädchen seltsame Briefe. Kurz darauf sind sie tot. Zufall? Auch Tess erreicht einer dieser Briefe. Als die Polizei ihr nicht glaubt, beginnt sie zu recherchieren und trifft auf einige Ungereimtheiten. Zufall? Sie glaubt nicht an Zufälle.

Weitere Details führen zu massiven Spoilern der Geschichte.

Mein Endfazit zu „Mädchen, Mädchen, tot bist du“


Mir einem enormen Tempo begann das Buch. Ich wusste direkt: dieses Buch wird anders sein, als Mel Wallis de Vries „Mädchen versenken“. Nachdem man den ersten Tod begleitet hat, läuft man auf verschiedenen Pfaden durch die Geschichte, auf der Suche nach dem Mörder. Doch man ist als Leser zu langsam und muss zusehen, wie weitere Mädchen sterben. Immer und immer wieder. Vielleicht erinnerte es mich deshalb ein klein wenig an „Tote Mädchen lügen nicht“.

Ich mochte die verschiedenen Sichtweisen und Geschichten, in die uns die Autorin führte. Egal, wie belanglos die Geschichte erschien, sie war wichtig für das große Ganze. Ehrlich gesagt, war ich nach dem ersten Twist (relativ zu Beginn der Geschichte) mehr als geschockt. Das reizte mich jedoch umso mehr und ich wollte unbedingt weiterlesen. Auf der Suche nach dem Mörder.

Der Leser wird auf unterschiedliche Wege geführt und weiß irgendwann selbst nicht mehr, wo er ist. Das ist die Chance für den Mörder, der sich gut zwischen den Zeilen verstecken kann. Immer wieder landet man auf der falschen Fährte, so wie es die Autorin auch gewollt hat. Es ist ein bisschen wie in Horror-Filmen. Man weiß, man sollte nachts bei seltsamen Geräuschen nicht in den Keller gehen und tut es trotzdem. So verhält es sich mit den Verdächtigungen. Es ist so offensichtlich, dass man daran zweifelt, ob es nicht doch wahr ist.

Das erwartende Unerwartete
Das Besondere am Schreibstil von Mel Wallis de Vries ist dieses zu „erwartende Unerwartete“. Man weiß genau, sie führt einen auf die falsche Fährte, aber man glaubt sich trotzdem sicher. Auch dieses Mal ist es ihr gelungen, den Leser in die Irre zu führen. Dieses Mal sogar so heftig, dass man selbst nicht mehr wusste, wen man schon verdächtigt hatte und wen nicht.

Letztendlich schloss sich der Kreis wieder genau dort: das „erwartende Unerwartete“. De Vries hat mir mit der Geschichte und dem Schreibstil sehr viel Freude bereitet. Man fliegt nur so über die Seiten, ohne den Inhalt zu verpassen. Mir hat das Buch gerade deswegen so unglaublich gut gefallen. Ein absolut spannender Jugendthriller. Eine klare Empfehlung für de Vries Fans, Leute, die gerne Rätsel lösen oder generell auf (Jugend-)Thriller stehen.

Veröffentlicht am 06.09.2018

Killyou! besticht mit einem hohen Grad an Authentizität

Carlsen Clips: Killyou!
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Zusammenfassung
„Carlsen Clips: Killyou!“ schafft eine authentische Geschichte über Spielsucht. Dabei gelingt dem Autor eine Handlung aus der Sicht des Gamers, ohne mit dem Finger auf ihn zu zeigen. Auch ...

Zusammenfassung


„Carlsen Clips: Killyou!“ schafft eine authentische Geschichte über Spielsucht. Dabei gelingt dem Autor eine Handlung aus der Sicht des Gamers, ohne mit dem Finger auf ihn zu zeigen. Auch als gelegentlicher Zocker erkennt man sich in so mancher Situation wieder, was das Buch so unglaublich wertvoll macht. Eine wunderbare Geschichte, die mit hoher Authentizität das Thema Spielsucht für Jugendliche greifbar macht. Zudem bietet der Verlag Unterrichtsmaterial dafür an. Ich kann daher die Geschichte jedem empfehlen, vor allem Lehrern, die das im Unterricht besprechen sollten.

Die Geschichte von „Carlsen Clips: Killyou!“


Tim zockt seit er zwölf ist an der Konsole. Aktuell suchtet er das Spiel Call of the force. Tim will in diesem Spiel immer besser werden. Anfangs war es noch Zeitvertreib. Mit der Zeit wird es aber zunehmend sein Leben. Immerhin hat er das Ziel, eines Tages Profi-Gamer zu werden. Um dieses Ziel zu erreichen, muss er nicht nur über virtuelle Leichen gehen.

Seine Mutter, die Lehrer, selbst Helen (eine Mitschülerin, für die Tim heimlich schwärmt), machen sich zunehmend Sorgen. Als Tim gar nicht mehr zur Schule kommt, wird den Beteiligten klar, dass irgendwas nicht stimmt. Sie wollen Tim nur helfen …

Mein Endfazit zu „Carlsen Clips: Killyou!“


Wie viele Geschichten zum Thema Gaming und Spielsucht kennt ihr? Hand aufs Herz, nicht so viele. Dennoch sind die meisten immer gleich aufgebaut. Anders ist „Killyou!“, denn das berichtet aus der Perspektive des Gamers und seiner Sucht. Das macht diese Geschichte für mich so interessant und wertvoll. Ich selbst habe im ersten halben Jahr von 2018 das Spiel „Fortnite“ gesuchtet. In der vierten Season gab es keinen Tag, an dem ich nicht bis in die Nacht gezockt habe.

Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich mich selbst in dieser Geschichte an der ein oder anderen Stelle wieder gefunden habe. Ohne, dass der Autor mit dem Finger auf mich bzw den Gamer zeigt, wurde mir klar, dass wir hier beide ein Problem haben. Ich kam allein wieder raus, für den Protagonisten ging es jetzt erst richtig los.

Killyou! besticht mit einem hohen Grad an Authentizität
Mir hat diese unglaublich gute Authentizität gefallen. Ich erinnere mich nicht an viele Geschichten, die aus der Sicht des Süchtigen geschrieben sind. Da ich selbst in dieser Situation gesteckt habe (böses Fortnite), kann ich auch zu 100% unterschreiben, dass es absolut authentisch geschrieben ist. Die Situation, in der Tim sich befindet, wird von Außenstehenden einfach immer anders wahrgenommen. Daher gefiel es mir, diese Entwicklung von Tim mitzuerleben (und mich selbst oft genug zu erkennen).

Was mich letztlich etwas gestört hat, war das abrupte Ende. Man kann sich denken, was passieren wird. Dennoch finde ich, dass hier eindeutig noch Potenzial gewesen wäre, es etwas mehr auszubauen. Nichtsdestotrotz war mir durchaus bewusst, warum sie das Ende auf mageren fünf Seiten belassen haben. Immerhin ging es in erster Linie um das „Reinrutschen“ in diese Sucht und das ist super gut gelungen.

Unterrichtsmaterial zur Suchtaufklärung
Carlsen bietet zu dieser Geschichte auch Unterrichtsmaterial an, was ich super finde. Daher habe ich das Buch bereits einer befreundeten Deutsch-Lehrerin empfohlen. Die Gründe dafür, warum ich es für die Schule genau richtig finde, habe ich euch vorher genannt.

Zusammenfassend kann ich sagen: dass das Buch mich umgehauen hat. Es besticht mit einer unglaublich hohen Authentizität, ohne mit dem Finger auf den Gamer zu zeigen. Der Schreibstil ist einfach und verständlich. Einzig das Ende war mir etwas zu abrupt, wenn es auch super schlüssig war, warum es so und nicht anders enden musste. Hier wurde meiner Meinung nach noch etwas Potenzial verschenkt.