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Veröffentlicht am 23.05.2025

Interessantes, historisches, aber doch stellenweise sehr zähes Zeitzeugnis der Epoche der Aufklärung.

Die Lungenschwimmprobe
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Mit 700 Seiten war dieser historische Roman, der auf einer wahren Begebenheit beruht, durchaus herausfordernd, zumal er natürlich sprachlich an die Zeit um 1680 angepasst und teilweise doch auch sehr langatmig ...

Mit 700 Seiten war dieser historische Roman, der auf einer wahren Begebenheit beruht, durchaus herausfordernd, zumal er natürlich sprachlich an die Zeit um 1680 angepasst und teilweise doch auch sehr langatmig und stellenweise langweilig ist.

Dennoch erkenne ich die viele Arbeit an, die der Autor, der Verlag, die Übersetzer etc. hier reingesteckt haben. Wer Fan historischer Aufzeichnungen, alter Sprache, deutscher Geschichte, medizinischen Praktiken, sowie der Epoche der Aufklärung ist, der ist mit diesem Buch auf jeden Fall gut bedient.

Es hatte durchaus seine spannenden, tragischen und herzzerreißenden Momente. Man hat dem Autor die Liebe zu diesem Fall angemerkt. Es war interessant in diese Zeit einzutauchen, in der Kirchen die Wissenschaft verteufelten, weil sie um ihre Macht und Deutungshoheit Angst hatten.

Es geht um die 15-jährige Anna Voigt vom Gut Greitschütz nähe Leipzig, die eine Totgeburt erlitten hat, der aber vorgeworfen wird, ihr Kind zusammen mit ihrer Mutter umgebracht zu haben. Sie erwartet die Hinrichtung. Doch ihr Vater versucht alles, um sie zu retten und engagiert den Anwalt Christian Thomasius.

Er will mit Hilfe des angesehen Dr. Schreyers und seiner sog. Lungenschwimmprobe beweisen, dass das Kind nie gelebt hat. Aber die Theologen und Richter wollen von diesem neumodischen Unsinn nichts wissen.

Der Verfall von Anna und Zerfall der gesamten Familie Voigt, was ihnen angetan wird, diese ganze Ungerechtigkeit und das barbarische Verhalten, ist natürlich sehr tragisch und nicht schön zu lesen. Zum Glück sind diese Zeiten vorbei.

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Veröffentlicht am 23.05.2025

Rasanter Thriller mit vielen Plottwists und einem sympathischem, draufgängerischem Ermittler.

Locked in
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Mein erster, aber sicherlich nicht letzter Thriller von Henri Faber. Tolles Pacing, keine Längen, spannende Story, einige Plottwists und ein sehr draufgängerischer, mir aber äußerst sympathischer Hauptprotagonist ...

Mein erster, aber sicherlich nicht letzter Thriller von Henri Faber. Tolles Pacing, keine Längen, spannende Story, einige Plottwists und ein sehr draufgängerischer, mir aber äußerst sympathischer Hauptprotagonist Kommissar Paul Maertens, der einige Entführungs- und Todesfälle untersucht, die evtl. im Zusammenhang stehen könnten, obwohl es auf den 1. Blick keinen gemeinsamen Nenner gibt, da sich die Opfer untereinander nicht kannten.

Doch dann gibt es einen Durchbruch: seine Spürnase führt ihn auf ein abgelegenes Gelände mit einem verlassenen, baufälligen, ehemaligen Hotel. Im Keller entdeckt er das neueste Opfer. Aber auch der Täter ist vor Ort und Maertens schießt so unglücklich auf ihn, dass dieser zwar überlebt, aber ins Wachkoma fällt. Die Zeit rennt, denn es gibt da draußen einen Vermissten, der noch leben könnte.

Mit Hilfe des Neurologen Dr. Theo Linde und seiner Erfindung, dem sog. „Neuro-Hub“, versuchen die beiden Ja/Nein Antworten aus dem Täter herauszubekommen. Und es funktioniert. Allerdings verfolgt der Dr. seine eigenen Pläne und bringt sowohl die Ermittlung als auch Maertens Reputation in Gefahr, die sowieso schon geschädigt ist. Er ahnt nicht, wie sehr seine eigene schreckliche Vergangenheit mit seinem Vater, mit diesem Fall zu tun haben wird.

In diesem Roman geschehen Dinge, die man niemals ahnen würde und wie alles miteinander verstrickt ist, sowie die Auflösung, haben mir sehr gut gefallen. Es ist ein rasanter Thriller, in dem immer irgendwas Interessantes passiert.

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Veröffentlicht am 01.05.2025

Ein eher unterdurchschnittlicher Thriller, der angesichts der großen Konkurrenz auf dem Markt keine Chance haben wird.

Dein Heimweg
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Mich konnte dieser Thriller leider nicht fesseln. Die Hauptprotagonistin Emmy war mir irgendwie unsympathisch, sodass ich emotional auf Abstand gegangen bin. Die Idee mit der Heimweg-App fand ich nicht ...

Mich konnte dieser Thriller leider nicht fesseln. Die Hauptprotagonistin Emmy war mir irgendwie unsympathisch, sodass ich emotional auf Abstand gegangen bin. Die Idee mit der Heimweg-App fand ich nicht schlecht, das Ende aber nur so mäßig nachvollziehbar und der ganze Roman war, für meinen Geschmack jedenfalls, überhaupt nicht sonderlich spannend, sondern größtenteils langweilig.

Der Schreibstil an sich war aber gut und da das Buch nur 300 Seiten hat, kommt man auch schnell durch. Da es das Debüt der Autorin ist, ist auf jeden Fall noch Luft nach oben. Die Charaktere sollten nahbarer und sympathischer und der Plot kreativer ausgearbeitet werden. Wenn man John Marrs, Ruth Ware und Freida McFadden liest, geht so ein Roman im Vergleich wirklich unter, sorry.

Emmy König arbeitet als Social-Media und PR Beraterin in einem Start-Up Unternehmen, das eine App veröffentlicht hat, die jungen Frauen den sichersten Heimweg anzeigt. Allerdings werden irgendwann die Beschwerden der Nutzerinnen lauter, dass sie in Gegenden gelotst werden, die weder sicher sind noch den kürzesten Weg widerspiegeln. Offensichtlich stimmt etwas mit der Programmierung nicht. Aber Emmys Chef spielt das alles runter und verheimlicht einige Dinge.

Als eine Kollegin erstochen auf dem Parkplatz liegt, fängt Emmy an, auf eigene Faust in der Firma nach Beweisen zu suchen, ob jemand aus dem Kollegenkreis, oder der Chef selbst, in den Mord involviert sein könnte. Denn einiges ist ganz und gar nicht koscher.

Die „Ermittlung“ an sich hat mich jetzt auch nicht staunend zurückgelassen und Emmys Verhalten, sowie Beziehungs- und Wohnstatus ging mir irgendwann auf den Senkel. Dass einige Leser/innen den Roman gut fanden kann ich durchaus nachvollziehen, aber ich habe da einfach höhere Ansprüche, weil es so viel Besseres auf dem Markt gibt.

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Veröffentlicht am 01.05.2025

Langweilige Romantasy OHNE Spice, eher für jüngere Leser geeignet.

Heartless Hunter. Der rote Nachtfalter, Band 1
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Eine langweilige Romantasy OHNE Spice, eher geeignet für junge Leser. Die Story ist weder anspruchsvoll noch spannend und konnte mich wirklich überhaupt nicht überzeugen. Wenn man das mit anderen Romanen ...

Eine langweilige Romantasy OHNE Spice, eher geeignet für junge Leser. Die Story ist weder anspruchsvoll noch spannend und konnte mich wirklich überhaupt nicht überzeugen. Wenn man das mit anderen Romanen vergleicht, ist das hier wirklich NICHTS. Keine Ahnung, warum hier das Lesealter ab 16 Jahren angegeben wird. Es gibt nur eine einzige Spice-Szene im letzten Drittel, die nicht mal explizit beschrieben wird.

Rune als Protagonistin hat mich irgendwie auch genervt. Das Kennenlernen von ihr und Gideon brachte mich zum Gähnen. Es war so infantil und unkreativ: ein Ball, ein verstohlener Kuss, ein verschüttetes Getränk. Toll. Gideon schneidert ihr übrigens auch noch ein Ballkleid. Eine gefürchtete Blutwache, die auch mit der Nadel umgehen kann. Naja. Ich habe keinerlei Leidenschaft oder Tension zwischen den beiden gefühlt.

Vom Inhalt her verheimlicht Rune, dass sie eine Hexe ist und versucht ihresgleichen vorm Scheiterhaufen zu bewahren. Gideon macht Jagd auf die Hexen, besonders auf den berühmten roten Nachtfalter. Er vermutet, dass es Rune sein könnte und macht ihr den Hof, um dies zu beweisen, während Rune Gideon umgarnt, um an Informationen zu gelangen. Und all das ist ziemlich platt und oberflächlich erzählt.

Als Nebenplot gibt es noch ein paar Intrigen und unerwartete Wendungen, sowie Alex, Gideons Bruder, der Rune bereits seit Jahren liebt und trotzdem zu ihr hält, auch wenn es unter Strafe steht, mit einer Hexe zu tun zu haben. Ich werde diese Reihe nicht weiterverfolgen.

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Veröffentlicht am 30.04.2025

Ein gut geschriebener, unterhaltsamer Spukhaus-Psychothriller.

Jennas Fluch
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JENNAS FLUCH ist ein solider, ganz gut geschriebener Spukhaus-Psychothriller, der mich zwar nett unterhalten, aber keine Begeisterungsstürme in mir ausgelöst hat. Die Auflösung war in Ordnung und der Roman ...

JENNAS FLUCH ist ein solider, ganz gut geschriebener Spukhaus-Psychothriller, der mich zwar nett unterhalten, aber keine Begeisterungsstürme in mir ausgelöst hat. Die Auflösung war in Ordnung und der Roman punktet natürlich mit diesem Irrenanstalt-Setting in Inverness. Die Story ist konstant dynamisch, sodass keine Längen bzw. Langeweile entsteht. Ich würde definitiv noch weitere Bücher der Autorin lesen/hören.

Samantha arbeitet als Journalistin bei einer Zeitung und erhält den Auftrag, über eine verlassene Psychiatrie zu recherchieren, in der es spuken soll und um die sich einige Mythen ranken. Doch bei ihrer Ankunft stößt sie auf harsche Ablehnung. Niemand will mit ihr reden und jeder rät ihr, die Finger von der Story zu lassen.

Als die Immobilienmaklerin Nora ihr das Anwesen zeigt und ihr mitteilt, dass die Anstalt abgerissen wird, sollte sich kein Käufer finden, ist Samantha sofort Feuer und Flamme, denn es wäre der perfekte Ort, um endlich ihren Traum von einer Künstlercommunity zu verwirklichen. Sie hat sich sofort in das Gebäude verliebt und will zudem eh weg aus der Redaktion und ihrem mobbendem Kollegen entfliehen.

Sam nutzt also das Erbe ihrer Tante, zieht dort ein und findet auch prompt ein erstes Mitglied, das sich ihr anschließt. Jedoch schon kurz nach dem Einzug geschehen verstörende Dinge und immer wieder taucht eine ganz bestimmte Puppe auf, die sie eigentlich verbannt hat.

Aber dabei bleibt es nicht. Es kommt zu Todesfällen und gefährlichen Situationen. Ihr bester Freund und ihre heimliche Liebe Finn fängt an, in den Archiven bzw. in der Vergangenheit des Hauses zu recherchieren und kommt dem Rätsel immer mehr auf die Spur, ohne zu Wissen, dass es schon bald um Leben und Tod für ihn und Sam geht.

Zwischendurch gibt es immer wieder Rückblicke in die 60er Jahre und wir erfahren, welche brutalen Methoden an den Patienten ausgeübt wurden.

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