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Veröffentlicht am 18.11.2024

Back to the Roots

Die Unmöglichkeit des Lebens
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Das Cover gefällt mir sehr gut. Es ist einem ähnlichen Stil wie alle anderen Hardcover-Versionen von Matt Haigs' Büchern. Recht schlicht, aber trotzdem prägnant durch die blaue Farbgebung.

Jeder ...

Das Cover gefällt mir sehr gut. Es ist einem ähnlichen Stil wie alle anderen Hardcover-Versionen von Matt Haigs' Büchern. Recht schlicht, aber trotzdem prägnant durch die blaue Farbgebung.

Jeder Roman von Matt Haig ist einzigartig. Viele dürfen aber wohl eines gemeinsam haben. Einen tollen Schreibstil und tieferen, meist philosophischen Sinn. So enttäuscht auch dieses Buch in dahingehend nicht. Allerdings hatte ich erwartet das Buch mehr zu mögen, als es leider der Fall ist.

Man begleitet die pensionierte Lehrerin Grace bei ihrer Reise nach Ibiza zu einem unverhofften Erbe. Christina ist eine alte Bekanntschaft, aber so flüchtig, dass Grace sich nie gedacht hätte von ihr etwas vermacht zu bekommen. Schon gar nicht ein Haus auf den Balearen. Die Charaktere sind wunderbar beschrieben und auch hier wird wieder Matt Haigs' Talent deutlich detailverliebt zu beschreiben, ohne sich darin zu verlieren. Auch der Humor des Buches ist wundervoll und ich musste öfter schmunzeln.

Im Verlauf des Buches wird es mystisch und was mir zu Beginn super gefiel, wurde mit der Zeit etwas ermüdend und langatmig. So muss ich leider sagen, dass mir die erste Hälfte des Buches super gefiel, es danach jedoch abnahm. Stellenweise erinnert mich das Buch sogar an sein älteres Werk "Ich und die Menschen", obgleich mit dies besser gefiel als der neue Roman. Die Ähnlichkeit dürfte damit zusammenhängen, dass er beide Bücher nach einer depressiven Phase schrieb. Dieses Werk ist allerdings um einiges skurriler und spiritueller als "Ich und die Menschen".

Auch wenn ich mich mit der Entwicklung des Buches nicht ganz anfreunden konnte, freut es mich, dass Matt Haig damit wohl ein echtes Herzenswerk veröffentlichen konnte. Bereits auf Instagram kündigte er an, dass das Buch kein "Play it Save"-Roman für die Massen sei. Er hat sich wohlwissend nach seinem Erfolg von "Der Mitternachtsbibliothek" für etwas experimentelles entschieden. Somit könnten Leser, die nur "Die Mitternachtsbibliothek" von ihm kennen und etwas ähnliches erhoffen enttäuscht sein.

Fazit: Ein skurriler Herzensroman des Autors, der eine andere Entwicklung einnimmt als gedacht. Paranormale Phänomene stehen im Fokus der Geschichte und dieses Mal weniger subtil als in "Die Mitternachtsbibliothek". Das muss man mögen.

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Veröffentlicht am 18.11.2024

Sehr komplex

Immortal Longings
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Zum Cover muss man eigentlich nicht viel sagen. Es ist ein absoluter Hingucker. Die gelbliche Silhouette mit einem wunderbar traumhaften Motiv. Der Buchschnitt ist stimmig und kontrastreich gestaltet. ...

Zum Cover muss man eigentlich nicht viel sagen. Es ist ein absoluter Hingucker. Die gelbliche Silhouette mit einem wunderbar traumhaften Motiv. Der Buchschnitt ist stimmig und kontrastreich gestaltet. In der Hinsicht kriegt es volle Punktzahl.

Das Buch wirft einen direkt zu Beginn in eine sehr unfaire, brutale Dystopie. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird deutlich beschrieben und dürfte beklemmende Gefühle wecken. Das Magiesystem ist interessant und neuartig. Allerdings muss man an den Stellen des Körperspringens sehr konzentriert lesen, um nicht durcheinander zu kommen. Die Charaktere sind vielschichtig und hintersinnig ausgearbeitet.

Das Buch wusste mich gut zu unterhalten. Allerdings ist es definitiv nichts, was man mal eben so nebenbei liest oder gar zur tiefen Entspannung. Dafür ist die Geschichte zu bildgewaltig, facettenreich und brutal. Der Vergleich zu "Die Tribute von Panem" bleibt auch von mir nicht übersehen. Es greift dennoch andere Themen auf und ist um einiges düsterer. Wer kein Problem mit sehr detaillierter Sprache und Gewalt hat, dürfte hier einen vielseitigen Genremix finden.

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Veröffentlicht am 18.11.2024

Flucht vor der großen Liebe

Dynasty of Hunters, Band 1: Von dir verraten (Atemberaubende, actionreiche New-Adult-Romantasy)
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Das Cover zu "Dynasty of Hunters" von P.J.Ried gefällt mir sehr gut. Es spiegelt mit seinem dunklen Blauton und den violetten Blumen genau meine Lieblingsfarben wieder. Die silberne Schrift fügt ...

Das Cover zu "Dynasty of Hunters" von P.J.Ried gefällt mir sehr gut. Es spiegelt mit seinem dunklen Blauton und den violetten Blumen genau meine Lieblingsfarben wieder. Die silberne Schrift fügt sich harmonisch ins Gesamtbild. Das Relief der Schrift fühlt sich hochwertig an.

Ich liebe die Reihe "Die Tribute von Panem" und hier versprach der Klappentext und die Leseprobe eine ähnliche Richtung. Damit wurde ich nicht enttäuscht. Es wird eine interessante dystopische Welt beschrieben, die wunderbar für zahlreiche spannende Wendungen gemacht ist. Zudem konnte ich mich in die Hauptfigur Laelia gut hineinfühlen. Der Schreibstil ist temporeich und emotional. Es macht Spaß zu lesen und man möchte zu jederzeit wissen wie es weitergeht. Leider macht das Ende es etwas schwer noch so lange auf den Abschlussband warten zu müssen.

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Veröffentlicht am 14.11.2024

Eigene Erfahrungen

Strong Female Character
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In dem Buch "Strong Female Character" nimmt uns die schottische Comedian Fern Brady mit auf ihre eigene ungeschönte Lebensreise. Dabei beleuchtet sie in verschiedenen Phasen ihre Schwierigkeiten ...

In dem Buch "Strong Female Character" nimmt uns die schottische Comedian Fern Brady mit auf ihre eigene ungeschönte Lebensreise. Dabei beleuchtet sie in verschiedenen Phasen ihre Schwierigkeiten als zunächst undiagnostizierte Autistin.

Das Buch ging mir sehr nah. Auch wenn ich mich in gewissen Dingen nicht ganz mit Fern Identifizieren kann, haben wir eine Sache gemeinsam: Einen langen Weg bis zur entsprechenden Diagnose. Daher kann ich den Unmut in ihr sehr gut nachvollziehen. Ihre Diagnose kam mit 30, vorher hatte sie Vermutungen, die ihr stetig von Fachpersonal ausgeredet worden waren. Ähnlich erging es mir.

Es macht traurig und wütend wie schwer es gerade autistischen Frauen gemacht wird einen Platz in dieser Welt zu finden. Wahrscheinlich ist dies aufgrund zu vieler neurotypischer, sozialer Regeln auch einfach nie ganz gegeben. Gerade von Frauen wird sozial und emotional einiges mehr erwartet und ganz sicher weniger irgendwelche trockenen Sprüche. Manches Verhalten autistischer Frauen wird höchstens eher Männern zugeschrieben. Deshalb verwirren wir andere Menschen, zumindest wenn Masking auf ein Mindestmaß reduziert wird. Doch selbst mit Masking werden die sozialen Codes vor allem unter Frauen schnell eine Herausforderungen. Selbst wenn man denkt es geknackt zu haben und endlich Freundinnen gefunden zu haben. Man bemerkt immer wieder anders zu sein als die anderen. Anders muss allerdings keineswegs schlecht sein.

Mir persönlich gefiel das Buch, würde aber Menschen, die sich nicht oder wenig mit Autismus bei Frauen auskennen raten dies nicht als einen Leitfaden zu sehen. Das Autismus-Spektrum kann sich sehr verschieden zeigen. Fern ist ein Beispiel von vielen. Jede ist anders! Ich gehe allerdings auch nicht davon aus, dass es Ferns' Anliegen war als großes Sprachrohr für alle zu dienen. Trotz allem zeigt ihre Biografie wie hart der Weg für eine spätdiagnostizierte Autistin ist und wie schwer es auch danach ist geeignete Hilfen zu kriegen. Das Thema bedarf so viel mehr Beachtung. Ich selbst weiß nicht wie mein Leben verlaufen wäre, wenn man als Jugendliche meine Vermutung Autistin zu sein direkt Ernst genommen hätte. Vermutlich um einiges angenehmer. Für die Zukunft wünsche ich mir mehr Aufklärung und nicht nur autistische Frauen als unbedeutende Randnotiz im System. Wir sind mehr als Frauen mit mehr Ecken und Kanten, die in keine Schublade passen.

Der Schreibstil war für mich angenehm und nie langweilig. Ich hatte das Buch sehr schnell durch. Auch das Nachwort gefiel mir und gibt mir Hoffnung, dass es nachkommende Generationen vielleicht einfacher haben zu verstehen inwiefern sie anders sind als andere. Zumindest, wenn sich einiges im System ändert. Den harten Weg zur Diagnose wünsche ich keinem.

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Veröffentlicht am 31.10.2024

Einerseits kompakt, andererseits ausschweifend

Glückskompetenz
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Das Cover gefällt mir mit dem pastelligen Gelb, Blumen und dem weißen Kreis, in dem der Titel "Glückskompetenz" steht sehr gut. Die Farbgebung findet sich auch stimmig im Layout des Buches wieder. So macht ...

Das Cover gefällt mir mit dem pastelligen Gelb, Blumen und dem weißen Kreis, in dem der Titel "Glückskompetenz" steht sehr gut. Die Farbgebung findet sich auch stimmig im Layout des Buches wieder. So macht es beim Durchblättern erstmal optisch einen visuell gut strukturierten Eindruck.

Wie sieht es inhaltlich aus? Im Grunde steht hier nicht viel Neues. Das meiste habe ich bereits in anderen Sachbüchern über Achtsamkeit und Selbstliebe gelesen. Es wiederholt sich alles. Daran möchte ich das Buch allerdings nicht bewerten. Ich nehme es eher als Erkenntniss für mich in Zukunft in andere Sachgebiete tiefer einzutauchen.

Die Autorin bietet eine gute Anzahl verschiedener Übungen an, die sich gut in den Alltag integrieren lassen. Das meiste ist der Impuls dazu verschiedene Punkte im Leben zu beobachten. Wie kann ich mein Denken positiv beeinflussen? Wo liegen meine Stärken? Wie kann ich diese gezielter einsetzen? Es gibt zahlreiche Tabellen zur Umformung von Gedanken und Gefühlen. Ähnlich der Affirmationsarbeit. Für mich persönlich in dieser Art etwas schwerfällig, aber das mag persönliches Empfinden sein und anderen gut helfen. Mir hilft ein einfaches "Da ist Trauer" besser als im schlimmsten Fall in einen inneren Monolog zu verfallen, was ich mit diesem Gefühl alles verknüpfe. "Ich bin traurig, weil..." ist nicht für jeden zielorientiert. Es mag aber natürlich einigen helfen.

Holzig empfand ich die Art wie sie beschrieb, dass sie ihren Kunden als Coach half bestimmte Denkmuster zu durchbrechen, aber nicht schrieb wie. Das ist nicht sonderlich hilfreich. Man könnte demnach getrost einige Texte überspringen und zu den Übungen und Zusammenfassungen übergehen und hat nur wenig verpasst. Das gefiel mir ehrlich gesagt nicht so gut. Hingegen die kleinen philosophischen Geschichten, unabhängig ihrer Arbeit, fand ich gut eingebracht. Ansonsten war mir der Text oft zu ausschweifend. Zwischendurch wiederum änderte sich der Erzählstil und war für mich angenehmer und fließender.

Eine Formulierung gefiel mir zudem überhaupt nicht. Bei dem Punkt "Vergebung" schrieb sie, dass man wenn man ein Verhalten nicht nachvollziehen kann, immer die gute Absicht versuchen soll zu erkennen. Dem stehe ich kritisch gegenüber. Bei den meisten Handlungen mag dies zutreffen, aber es gibt Menschen mit dem Ziel einfach nur zu verletzen oder zumindest dem Ziel nur sich selbst zu bereichern, ohne Hinsicht auf andere. Genauso fand ich ihre Betonungen bezüglich ihrer Coachings wie sich die meisten in bestimmten Situationen verhalten bzw. was diese als angenehm wahrnehmen. Unterschwellig wird dadurch ein Normativ gebildet, in dem im Grunde jeder gleich ist. Sie betont zudem immer wieder, dass man sich nicht selbstoptimieren sollte, sondern sein authentisches Selbst werden soll. Dem widerspricht sie im Verlauf des Buches wiederum mit der Art ihrer Beobachtungen und Erkenntnisse. Am Ende geht es dann zb. bei der Charakterstärkenanalyse darum auch die Schwächen anzugehen. Versteht mich nicht falsch. Es ist wichtig sich auch diesen zu stellen und sich dies näher anzuschauen. Ich finde es allerdings ungünstig erst davon zu sprechen sich nur auf Stärken zu konzentrieren und diese auszubauen, um am Ende dann doch in den Punkt der Selbstoptimierung zu gehen. Die Art der Formulierungen im Aufbau sind teilweise ungünstig. Ich denke nicht, dass dies beabsichtigt wurde.

Trotz der Kritik, möchte ich das Buch nicht schlecht bewerten. Ich denke anderen könnte der Stil sicher besser zusagen. Die Sammlung an Übungen und Erklärungen zur positiven Psychologie ist gut. Für Einsteiger in das Thema gibt es hier definitiv ein guten Überblick.

Nicht zuletzt möchte ich keine allzu negative Kritik geben, da für mich als neurodivergenter Mensch einiges einfach anders funktioniert. Während neurotypische Menschen wohl einfacher Abwegen können, ob sie irgendwas wirklich wollen, indem sie nach kurzer Bedenkzeit mit einem klaren "Ja" antworten, muss ich viele Dinge in Bezug auf Reizüberflutung usw. mitberücksichtigen. Auch deswegen waren die Beispiele aus ihren Coachings selten etwas, in das ich mich konkret hinein versetzen konnte.

Fazit: Ich hätte mir ein wenig etwas anderes gewünscht als die üblichen Gedankenansätze. Allerdings finde ich es zumindest ganz gut, dass auch der Umgang mit anderen Menschen eingebracht und nicht nur auf das derzeitige Trend-Thema "Selbstliebe" eingegangen wird. Zudem gibt es einen guten Einblick für Einsteiger bezüglich Achtsamkeit, Resilienz und Selbstannahme.

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