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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.12.2025

Leider eine schwache Fortsetzung des Bestseller-Thrillers

The Woman in Suite 11
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Meine Meinung:
Mit „The Woman in Cabin 10” hatte Ruth Ware einen brillanten Thriller geschrieben, der in vielerlei Hinsicht zu überzeugen wusste. Nun, rund sieben Jahre später, folgt mit „The Woman in ...

Meine Meinung:
Mit „The Woman in Cabin 10” hatte Ruth Ware einen brillanten Thriller geschrieben, der in vielerlei Hinsicht zu überzeugen wusste. Nun, rund sieben Jahre später, folgt mit „The Woman in Suite 11“ der Nachfolger. Sehr gespannt war ich auf dieses Buch und hatte mich auf ein vergleichbares Leseerlebnis gefreut, doch leider hat mich dieses Buch alles in allem enttäuscht. Das Grundproblem hier ist, dass der Vorgänger die Messlatte sehr hoch gehängt hatte. Doch schauen wir uns an, warum mich „The Woman in Suite 11“ enttäuscht hat:

Erstens: „Cabin 10“ bot mit dem Kreuzfahrtschiff auf hoher See ein außergewöhnliches und faszinierendes „locked room“-Setting. Niemand konnte weg und niemand konnte dazu kommen - Hilfe von außen war also nicht zu erwarten. Ich liebe ein solches Setting und hatte bei „Suite 11“ auf ein vergleichbares Setting gehofft - leider vergeblich.

Zweitens: Das zweite zentrale Element, das „Cabin10“ so besonders gemacht hat, war das psychologische Spiel damit, was die Protagonistin Laura „Lo“ Blacklock zu sehen gemeint hat – während ihr niemand anders geglaubt hat. Das ließ uns Lesende wie die Protagonistin selbst an ihrer Wahrnehmung zweifeln. Auch dieses Element fehlt bei „Suite 11“ leider vollkommen.

Drittens: „Cabin 10“ hat schon sehr früh Spannung aufgebaut - und dieses Level dann über weite Strecken gehalten. In „Suite 11“ ereignet sich der Kriminalfall erst nach rund der Hälfte des Buches - zuvor gab es gerade mal ein paar wenige Überraschungen, von denen nur eine als annähernd spektakulär zu bezeichnen ist. Spannung war somit im ersten Teil kaum vorhanden und dann in der zweiten Hälfte des Buches… leider auch nicht viel mehr. Das liegt auch mit daran, dass der Fall recht unspektakulär konstruiert und in Teilen auch recht durchsichtig gewesen ist.

Alles in Allem, wie eingangs gesagt, leider enttäuschend und eigentlich auch mehr ein Krimi als ein Thriller. Ohne den sehr guten Vorgänger wäre dieses Buch als solider Krimi durchgegangen, der sich aber aus der breiten Masse der Krimis in keiner Weise hervorheben kann - Mainstream halt. Im direkten Vergleich zu „Band 1“ aber viel zu schwach.

FAZIT:
Nein, „The Woman in Cabin 10” hätte keine Fortsetzung gebraucht - zumindest nicht diese.

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Veröffentlicht am 12.12.2025

Little Secrets – ein ungewöhnlicher „2 in 1“-Krimi

Tod zur Teestunde
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Meine Meinung
Dies ist der dritte Band um die „Ermittlerin wider Willen“ Susan Ryeland, nach den Bänden „Die Morde von Pye Hall“ (2016) und „Der Tote aus Zimmer 12“ (2020), die ich beide noch nicht kenne.

Entsprechend ...

Meine Meinung
Dies ist der dritte Band um die „Ermittlerin wider Willen“ Susan Ryeland, nach den Bänden „Die Morde von Pye Hall“ (2016) und „Der Tote aus Zimmer 12“ (2020), die ich beide noch nicht kenne.

Entsprechend überrascht war ich beim Lesen, als die Handlung bereits auf Seite 33 in einen weiteren „Krimi“ überging, dessen Manuskript die Protagonistin Susan zum Lesen erhalten hatte. So recht konnte ich damit erstmal nichts anfangen, da dies auch zu Lasten der Spannung ging. Dass dieser ganz besondere „Kniff“ des Autors anscheinend zum ganz besonderen Konzept dieser Reihe gehört, wusste ich ja zuvor nicht. Daher hat es diesmal auch recht lange gedauert, bis mich Anthony Horowitz, den ich von seinen anderen Reihen bereits sehr schätze, mit seiner Geschichte packen konnte. Aber als es dann so weit war, war ich regelrecht fasziniert von seiner außergewöhnlichen Idee und dem geschickt konstruierten Plot.

Erstaunlich gut gelungen ist ihm für meinen Geschmack, mit dem fiktiven Fall im Buch („Pünds letzter Fall“) ein wirklich klassisches Krimi-Feeling heraufzubeschwören, nicht zuletzt, weil Atticus Pünd durchaus Parallelen zum großen Hercule Poirot aufweist. Auch das Verweben beider Erzählebenen hat im Verlauf des Buches immer besser funktioniert, so dass zum Ende hin die beiden Storys Hand in Hand gegangen sind und es mir großen Spaß bereitet hat, sowohl Susan als auch Atticus bei ihren Ermittlungen zu begleiten. Je näher man dabei dem Finale kam, desto brenzliger wurde es dabei für Susan, so dass es am Ende wirklich spannend und auch noch dramatisch wurde.

Insgesamt ein raffiniert konstruierter Plot auf zwei Ebenen, der deutlich aus der breiten Masse der „Alltagskrimis“ herausragt, auch wenn ich stellenweise manche Theorien noch vor Susan aufgestellt habe. Sehr gut gefallen haben mir dabei auch das Zusammenspiel der einzelnen Charaktere, deren wahre Absichten nicht immer ganz eindeutig waren, sowie der ganz besondere Kniff mit den Anagrammen, was das Lesevergnügen noch weiter erhöht hat.

FAZIT:
Ein raffiniert konstruierter Krimi in einem Krimi, der seine ganze Wirkung erst nach und nach entfaltet.

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Veröffentlicht am 12.12.2025

Tolle Fantasy in epischen Bildern

Lightfall 1: Das verlorene Licht
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Meine Meinung:
Nachdem Illustrator Tim Probert schon Madeleine Roux‘ geniale Fantasy-Reihe „D&D Dungeon Academy“ mit seinen unvergleichlichen Illustrationen versehen hat, erscheint nun endlich sein Solo-Projekt ...

Meine Meinung:
Nachdem Illustrator Tim Probert schon Madeleine Roux‘ geniale Fantasy-Reihe „D&D Dungeon Academy“ mit seinen unvergleichlichen Illustrationen versehen hat, erscheint nun endlich sein Solo-Projekt „Lightfall“ auch auf Deutsch.

Dieses im wahrsten Sinne des Wortes phantastische Abenteuer beginnt im Prolog mit dem versehentlichen Freisetzen von… tja, WAS genau, das sollen wir erst später erfahren!
Daraufhin startet die Geschichte, zusammen mit Beas Tag, recht friedfertig und idyllisch auf dem rätselhaften Planeten Irpa. Zusammen mit Bea tauchen wir ein in den so zauberhaft und verwunschen wirkenden Wald, der die Hütte von Beas knuffigem und leicht dementem Großvater, Zauber-Eber Alfirid, umgibt. Und schon auf den ersten Seiten offenbaren sich die ganze Kunst und Fantasie von Tim Probert, denn jedes einzelne Panel, vom ersten bis zum allerletzten dieses Bandes, lädt ein zum innigen Betrachten und träumerischen Staunen.

Natürlich dauert es nicht lange, bis eine wahre Heldenquest auf unsere kleine Heldin Bea wartet, die glücklicher Weise von Beginn an einen weiteren großartigen Helden an die Seite gestellt bekommt: Den Galdurier Cadwallader, kurz „Cad“, einen meist unverbesserlichen Optimisten und wahre Frohnatur, trotz seiner traurigen Geschichte. Und dann gibt es da noch den schnurrenden Sidekick Nim, der dieses kleine Heldentrio komplettiert.

Wahnsinnig gespannt und immer wieder staunend verfolgt man die Reise der Drei, raus aus dem friedlichen Wald, hinein in die nicht immer einladende und ungefährliche Welt des Planeten Irpa. Auf ihrer Reise müssen die Drei sich so mancher Gefahr stellen und unvorhergesehene Wendungen verkraften. Dabei treffen sie natürlich sowohl Feind als auch Freund – und ganz viele außergewöhnliche Wesen wie Troggels, Mörtelfliegen und Tikarri an den unterschiedlichsten, phantastischsten Schauplätzen, seien es unterirdische Temnpel-Höhlen oder einfach nur Bunga’s Frühstücksparadies.

Wie es sich für den ersten Band einer Trilogie gehört, erwartet uns natürlich ein offenes Ende mit einem Cliff-Hanger. Aber glücklicherweise sind die beiden Folgebände im Original schon erschienen, so dass wir nicht allzu lange auf die Fortsetzung in Deutsch warten dürften.

FAZIT:
Großartige, frische Phantastik in Wort und Bild!

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Wenn Hexen hexen… ein spannender Plot in einem coolen locked Setting

The Blackgate Invitation
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„Wir stecken fest in einer verdammten Gruselvilla voller Hexen, einer Leiche und wahrscheinlich mehreren namentlich bekannten Geistern. Wir müssen jetzt wirklich unkonventionell denken, sonst sind wir ...

„Wir stecken fest in einer verdammten Gruselvilla voller Hexen, einer Leiche und wahrscheinlich mehreren namentlich bekannten Geistern. Wir müssen jetzt wirklich unkonventionell denken, sonst sind wir Hackfleisch.“ (S. 131)

Meine Meinung:
Eine geheimnisvolle Einladung, ein mythenumwobenes Herrenhaus, eine eingeschworene Gemeinschaft und zwei toughe Schwestern, die ohne Vorwarnung und unvermittelt zwischen die Fronten geraten…

Dieses Buch hat nicht viel Anlauf benötigt, um mich in seinen magischen Bann zu ziehen. Nach gerade mal sechs Seiten betreten wir zusammen mit den beiden Protagonistinnen Ruby und Wren das großartige wie mysteriöse Setting von Hegemony Manor („Gotische Perfektion auf einem Hügel, mit Türmchen, Erkern und der ganzen morbiden Wednesday Adams-Stimmung.“ – S.11). Ein kleiner Mikrokosmos mit ganz eigenen Regeln und Gefahren. Ein erstes Abchecken der Charaktere, so schillernd wie geheimnisvoll. Weitere rund 50 Seiten später werden mit einem Mal sämtliche Spielregeln und Erwartungen auf den Kopf gestellt und es beginnt eine mörderische Jagd, an der Ruby und Wren niemals teilnehmen wollten, der sie aber doch nicht entfliehen können. So fesselt man seine Leserschaft, wahrlich meisterhaft von Sarah Henning!

Sehr gelungen ist auch die abwechselnde Erzählweise aus Sicht von Ruby und Auden Hegemony, so dass wir dadurch sehr viel schneller und tiefer einen Einblick in die Geschehnisse und Hintergründe erhalten, als Ruby und Wren. Ein Stilmittel, das für Spannung und ein hohes Tempo sorgt. Nur zwischendurch nehmen Tempo und Spannung etwas ab, da bis zum nächsten Höhepunkt in der Spannungslinie doch so einige Seiten vergehen, in denen sich Sarah Henning Raum und Zeit nimmt, ihre Charaktere weiter zu entwickeln. Doch spätestens ab diesem Punkt kenn die Handlung dann kein Halten mehr und hechtet atemlos und actiongeladen dem großen und dramatischen Finale entgegen, in dem sich die Ereignisse regelrecht überschlagen. Auf dem Weg hierhin gab es natürlich auch die ein oder andere überraschende Wendung, auch wenn der ganz große Paukenschlag im Plottwist für meinen Geschmack doch ausgeblieben ist. Aber dennoch: eine großartig unterhaltende und fesselnde Storyline!

Was mich ebenfalls von der ersten bis zur letzten Seite begeistert hat, ist der wunderbar bildliche Schreibstil der Autorin, der passend zu manchem Charakter auch mal rotzig-frech daherkommt. Das macht wirklich Spaß zu lesen.

Weniger gut gefallen hat mir, wie ein Charakter als divers beschrieben wird. Nichts gegen Diversität, überhaupt nichts! Aber Sätze wie „They nippt an their Tee“ (S. 174) stören mich einfach im Lesefluss. Außerdem kam es mir so vor, als sei dieses Detail in Nachhinein eingearbeitet worden, da es heute einfach „woke“ zu sein scheint. Aber so ganz durchgängig hat das dann doch nicht geklappt, wie man auf S. 320 unten und an manch anderen Stellen lesen kann, wo es dann doch nicht mehr „they“ sondern „sie“ oder „ihrer“ heißt. Wenn schon, dann sollte man das auch stringent durchhalten.


FAZIT:
Eine verhext gute Storyidee mit coolen Charakteren und in einem großartigen Setting.

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Veröffentlicht am 30.10.2025

Ein cooles und rasantes Abenteuer mit witzigen Charakteren

Robin the Hood – Wie klaut man eine Stadt?
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„Als meine Oma noch Banken überfallen hat, war alles viel einfacher. Selbst bei meinem Vater hat es sich noch gelohnt. Ich habe einfach Pech gehabt. Heute ist alles viel komplizierter.“ (S. 11)

Meine ...

„Als meine Oma noch Banken überfallen hat, war alles viel einfacher. Selbst bei meinem Vater hat es sich noch gelohnt. Ich habe einfach Pech gehabt. Heute ist alles viel komplizierter.“ (S. 11)

Meine Meinung:
Der 13jährige Robin Kappe eifert fleißig der Familientradition und seinem Urururururururururgroßvater von Robin Hood nach: „Primum furare, deinde dare!“ – Erst stehlen, dann geben. Als dann der seltene Apollofalter ausgestellt werden soll und großspurig behauptet wird, er sei unstehlbar, kann Robin das natürlich so nicht stehen lassen, auch wenn alles nach „Falle, Falle, Falle!“ riecht…

Die neue Reihe von Rüdiger Bertram („Coolmän“, „Die Jungs vom S.W.A.P.“, „Streuner“…) startet gleich auf den ersten Seiten actionreich und witzig mit einem Banküberfall der etwas anderen Art und einer anschließend rasanten Flucht - ganz zeitgemäß auf dem eRoller. Und Schwupps - schon ist man mittendrin in der frischen & frechen Story und mag das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Denn eines gibt es bei „Robin the Hood“ nicht: große Verschnaufpausen. Wahnsinnig schnell lesen sich die Seiten dahin, wenn wir Robin auf dem vielleicht (bislang) größten und gefährlichsten Abenteuer seines Lebens begleiten, bis tief hinein in eine südamerikanische Wüste und zu einer sagenumwobenen Stadt.

Viel Action, viel Tempo und dabei noch jede Menge Spaß - mit dieser Kombination lotsen uns Rüdiger Bertram, mit seinen kreativen Story-Ideen, und Horst Hellmeier, mit seinen großartigen und humorvollen Illustrationen, durch ein Abenteuer, das manchmal an „Mission Impossible“ und manchmal an die guten, alten „Indiana Jones“ Filme erinnert. Dabei muss sich Robin den zahlreichen Gefahren nicht allein stellen, denn sein Sidekick und Multitalent Loretta (gleichermaßen Bodyguard & Kindermädchen) steht ihm mit Rat & Tat zur Seite, und dann wartet da im Verlauf der Geschichte auch noch eine im wahrsten Sinne des Wortes schlagfertige Teampartnerin auf Robin, auch wenn die beiden sich erstmal zusammenraufen müssen. Und nicht zu vergessen mein persönlicher Liebling Sam, zu dem ich hier noch nicht mehr verrate… 😉

FAZIT:
Ein rasantes Abenteuer voller Action, Spannung & Spaß und mit zahlreichen coolen Illustrationen!

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