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Veröffentlicht am 04.11.2020

Praktische Bestimmungshilfe für essbare Pilze und ihre giftigen Verwandten

Ein gutes Dutzend wilde Pilze
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Im KOSMOS Naturführer "Wilde Pilze - Finden & Genießen" stellt Ewald Langer 12 essbare und heimische Pilze vor.

Die heimische Natur hat in puncto Wälder einiges zu bieten und ein Spaziergang im Wald ...

Im KOSMOS Naturführer "Wilde Pilze - Finden & Genießen" stellt Ewald Langer 12 essbare und heimische Pilze vor.

Die heimische Natur hat in puncto Wälder einiges zu bieten und ein Spaziergang im Wald ist ein naturnahes und beglückendes Erlebnis, wenn man dann auch noch Pilze findet, erst recht. Doch man sollte sich schon auskennen, um nicht doch einen giftigen Pilz zu erwischen.

Pilzgerichte sind schmackhaft, doch nicht jeder Pilz ist genießbar. Was man über Pilze wissen sollte, verrät dieses Buch mit brillanten Einzelfotos, zusätzlichen Zeichnungen und der Darstellung der Pilze in ihrem angestammten Lebensraum. Eindeutige Abbildungen zeigen die giftigen Pilze und die möglichen Verwechslungmöglichkeiten.

Die Einleitung gibt einen Überblick über diese faszinierenden "Fadenwesen", die nicht Pflanze und auch nicht Tier sind. Pilze sind in jedem Haushalt allgegenwärtig, sie finden sich in vielen Lebensmitteln (Hefepilze), aber auch im Fleckenlöser der Waschmittel. In der Natur wachsen viele Pilze in Symbiose zu ihren Partnerbäumen. Was man beim Sammeln beachten muss, wird ebenfalls erklärt.

Vorgestellt werden in gut erkennbaren Farbfotos diese 12 heimischen Speisepilze:

Austern-Seitling, Birkenpilz, Edel-Reizker, Judasohr, Krause Glucke, Maronen-Röhrling, Pfifferling, Riesenschirmling, Rotfuß-Röhrling, Schopf-Tintling, Spitz-Morchel und Fichten-Steinpilz.

Zu jeder Pilzart informieren diese Themen: So sieht er aus. So findest du ihn. Vorsicht Verwechslung (die giftigen Verwandten werden vorgestellt). So verwendest du ihn.

Zu jeder Pilzart gibt es tolle Rezeptideen, beispielsweise: Waldpilz-Eintopf, Putenröllchen mit Reizkern, Wok-Gemüse mit Pilzen, Kürbis-Hähnchen-Suppe mit Krauser Glucke, Pilzsemmelknödel, Pilzkaviar mit Rotweinessig und Quiche mit Morcheln und Speck.
Die Bilder sind sehr naturnah und aussagefähig, die Informationen übersichtlich zu Themenbereichen zusammengefasst und die Kombination von Text und Bild lässt sich schnell erlesen. Das Buch ist ein praktischer Naturführer, der die wichtigsten Dinge zusammenfasst und auf große Ausführungen verzichtet. So hat man einen schnellen Überblick über die jeweiligen Pilze.


Dieser Pilzführer passt durch sein handliches Format praktisch in jeden Rucksack beim nächsten Waldspaziergang. Er zeigt auch Neueinsteigern die heimischen und schmackhaften Pilze und verlockt zum Pilzesammeln.

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Veröffentlicht am 04.11.2020

Kultobjekte zum Tragen, Sammeln und Wünschen

Sneakers
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Das Sachbuch "Sneakers: Modelle - Storys - Statements" von Georg Valerius erscheint bei Ullmann Medien.

Georg Valerius, Andrea Mehlhose und Martin Wellner präsentieren in über 300 Modellfotos aktuelle ...

Das Sachbuch "Sneakers: Modelle - Storys - Statements" von Georg Valerius erscheint bei Ullmann Medien.

Georg Valerius, Andrea Mehlhose und Martin Wellner präsentieren in über 300 Modellfotos aktuelle Trends und die Leidenschaft von Sneakersträgerinnen.

Sneakers haben sich vom einfachen Sportschuh zum alltagstauglichen Freizeitschuh gewandelt und sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Möglich ist alles: an Design, an Materialien, an Preis. Aus der Vielzahl an Sneakers stechen einzelne Modelle hervor und haben Kultstatus. Mit Storys und Statements von Sneakerträgern, Produzenten, Wissenschaftlern, Stores und Sammlern sowie über 400 Fotos von Modellen und aktuellen Trends „live“ von der Straße.

These shoes are made for walking.

Die Grundlage für Sneakers liegt in der Erfindung der Vulkanisation um 1840. Die neuartige Gummisohle ermöglichte wasser- und kälteunempfindliche Sohlen, die zudem rutschfest und robust waren. Und diese Vorteile hat man sich in der Schuhindustrie zum Nutzen gemacht.

Genau genommen sind Sneakers eine Weiterentwicklung vom reinen Sportschuh, der Grund dafür liegt nicht nur am Tragekomfort, sie sind chic, bequem, praktisch und stadtfein und passen sich vielen Kleidungsstilen an. Sneakers haben sich als moderne und in Sammlerkreisen auch gehypte Schuh-Variante etabliert, die von allen Altersklassen geliebt und getragen wird. Dabei passen sie perfekt zum lässigen Straßenlook und sogar zum Anzug. Bequem, beliebt und angesagt, sowohl für Freizeit als auch im Job. Ob klassischer Treter oder luxuriöser Edelsneaker, dieses Buch zeigt die Reise dieses Kultobjekts in über 400 Fotos.

Die modegewordenen Allrounder sind nicht nur Alltagsschuhe, sie haben einen regelrechten Hype bei Sammlern hervorgerufen, den die Produzenten/Marken gerne mit immer neuen, raffinierten und ausgefalleneren Modellen bedienen. Sneakers haben als regelrechte Sammlerstücke schon einen Kultstatus erreicht, den man aus der Modewelt sonst eher von Designerkleidung her kennt.

In diesem großformatigen Buch kommen Sneakersträger
innen, Promis, Expertinnen, Sammlerinnen und Produzenten zu Wort, die die Leidenschaft zum Schuh verbindet. Sie machen deutlich, welches die aktuellen Trends auf der Straße sind, welche Besonderheiten manche Schuhe besitzen und warum sich Sneakers überhaupt zum Kultobjekt entwickeln konnten.

Echte Fans kommen mit diesem Buch auf ihre Kosten, sie werden die umfangreichen Markennamen kennen und den Anblick der abgedruckten Modelle genießen und im siebten Sneakers-Himmel schweben.

Hier ein paar zur Auswahl: Plimsoll, Colchester, Keds & PRO.Keds, Converse, B.F. Gooodrich, KangaROOS, Tisza, Michael Jordan, Sonra, Adidas, Puma, Nike und viele andere finden hier im Buch Erwähnung in Bild und Text.

Ein tolle Zeitreise durch die Welt der Sneakers und ein Muss für jeden Sneaker-Sammler und Fan. Eine buchgewordene Liebeserklärung an die beliebten Leisetreter und Kultobjekte.

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Veröffentlicht am 02.11.2020

Praktischer Ratgeber für essbare Beeren und ihre giftigen Verwandten

Ein gutes Dutzend wilde Beeren
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In dem KOSMOS Naturführer "Ein gutes Dutzend wilde Beeren" stellt Otmar Diez 12 essbare und heimische Wildbeeren vor.

Die heimische Natur hat viel zu bieten, Wildbeeren sind kleinen Vitaminbomben und ...

In dem KOSMOS Naturführer "Ein gutes Dutzend wilde Beeren" stellt Otmar Diez 12 essbare und heimische Wildbeeren vor.

Die heimische Natur hat viel zu bieten, Wildbeeren sind kleinen Vitaminbomben und haben sich heutzutage als sogenannte Superfoods einen wichtigen Platz in der Ernährung erobert, wegen ihrer Heilkräfte wurden sie aber auch früher schon geschätzt.

Beerenfrüchte kann man in der Natur finden und es ist für die ganze Familie ein Spaß, sie zu sammeln.

Eine Einleitung verweist auf die besten Fundorte in der Natur, erklärt was man beim Sammeln und zu Zecken und Fuchsbandwurm wissen sollte und stellt die wertvollen Inhaltsstoffe und gesundheitlichen Vorteile der Beeren vor.

Anschließend gibt die genaue Vorstellung der zwölf Wildbeerenpflanzen in Wort und Bild mit Sammeltipps für Wuchsorte, Reifezeit, typische Nachbarpflanzen, Inhaltsstoffe und tolle Rezepte. Was aber besonders wichtig ist, auch die teilweise giftigen und zum Verwechseln ähnlichen Doppelgänger werden in brillanten Fotos vorgestellt. Denn manche dieser Pflanzen sind extrem toxisch und man sollte die typischen Erkennungsmerkmale kennen.

Folgende Wildbeeren werden inhaltlich erfasst:

Berberitze, Brombeere, Hagebutte, Heidelbeere, Himbeere, Holunder, Preiselbeere, Sanddorn, Schlehe, Vogelbeere, Wacholder und Weißdorn.

Zu jeder Beerenart gibt es tolle Rezeptideen, die klassisch zu Marmeladen, Likören bzw. Sirup verarbeitet werden können, aber auch andere Zubereitungsmöglichkeiten bereithalten. Beeren finden in der Küche vielfältige Verwendung. So auch für Brombeer-Lassi, China-Spareribs mit Hagebuttensauce, Beerenkompott mit Ziegenkäse, Rehgagout mit Schlehen, Eberescheneis und Weißdorn-Feigen-Chutney.

Dieses Büchlein ist sehr handlich und perfekt geeignet für alle Naturfreunde, die Spaß daran haben, Beeren zu suchen/sammeln/pflücken und hinterher zu schmackhaften und gesunden Varianten zu verarbeiten. Die brillanten Fotos zeigen die Blüten, Früchte und Verabeitungsideen und machen Lust auf einen Gang in die Natur.

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Veröffentlicht am 01.11.2020

Eine Reise in die Vergangenheit

Das letzte Licht des Tages
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Der Roman "Das letzte Licht des Tages" von Kristin Harmel erscheint im Knaur Verlag.

Frankreich 1940: Inès entdeckt, dass ihr Mann auf dem Weingut Chauveau Flüchtlinge und Waffen für die Résistance versteckt. ...

Der Roman "Das letzte Licht des Tages" von Kristin Harmel erscheint im Knaur Verlag.

Frankreich 1940: Inès entdeckt, dass ihr Mann auf dem Weingut Chauveau Flüchtlinge und Waffen für die Résistance versteckt. Sie schliesst sich der Sache an und begeht einen entsetzlichen Fehler, den sie ihr ganzes Leben bereut.

Die Amerikanerin Liv wird überraschend von ihrer 99-jährigen Großmutter auf eine Reise in die Champagne mitgenommen. Das Weingut Chauveau ist das Ziel. Sie kommt mithilfe des Anwalts Julien hinter die Geschichte des Weinguts und entdeckt den persönlichen Bezug und das Geheimnis ihrer Großmutter. Es ist ein dunkles Kapitel zur Zeit des 2. Weltkriegs.

Die Geschichte spielt in zwei Zeitebenen und die Autorin verknüpft Verrat, Betrug, Liebe und politischen Widerstand in eine packende Story. Die Zeit um 1940 spielt eine entscheidende Rolle, denn der französische Widerstand gegen den Nationalsozialismus und später gegen die deutschen Besatzer sorgt in diesem Roman für dramatische Vorgänge, an denen die Figuren direkt beteiligt sind. Die Perspektiven wechseln zwischen Vergangenheit (Inès und Céline) und Gegenwart (Liv) und lassen den Leser direkt an den Vorgängen teilhaben.

Kristin Harmel füllt die Schauplätze mit Leben, baut einen personelle Rahmen auf, der gut zu überblicken ist und lässt das Weingut und die Herstellung des Champagners das Fundament der Geschichte bilden. Sehr lebendig werden die Charaktere gezeichnet, die mich zwar nicht überzeugen konnten, aber die personellen Verknüpfungen machen den eigentlichen Reiz der Geschichte aus und die Story ist wirklich packend erzählt. Alles in allem eine gute Unterhaltung. Es ist eine interessante Story, die menschliches Leid zeigt und im gegenwärtigen Zeitstrang eine neue Liebesgeschichte entwickelt. Das unterhält und ist eigentlich eine perfekte Story, wäre das nicht alles vorhersehbar gewesen und hätte die Autorin nicht etwas zu sehr in die Dramakiste gegriffen. Absolut kitschig empfand ich beispielsweise die Szene von Edith im Jenseits. Solche Ausführungen passen meiner Meinung nach nicht zu einem Buch mit historischer Einbindung.

Dennoch fühlte ich mit den Figuren mit und habe die Story gefesselt bis zum Ende verfolgt, denn der wunderbare Erzählstil von Kristin Harmel trägt einen durch den gesamten Roman bis zum wieder etwas überdramatischen Ende. Die 3 Sterne vergebe ich für das erzählerische Talent der Autorin.

Ein packender Roman für Herbstabende, bei dem man mitfiebert und nach der Lektüre Champagner mit anderen Augen betrachtet.


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Veröffentlicht am 29.10.2020

Berührender Familienroman zum Thema Demenz

Marigolds Töchter
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Im List Verlag erscheint der Roman "Marigolds Töchter" von Julia Woolf.

In einem kleinen Ort in England betreibt Marigold den Dorfladen . Sie ist als gute Seele bekannt, ist hilfsbereit und engagiert ...

Im List Verlag erscheint der Roman "Marigolds Töchter" von Julia Woolf.

In einem kleinen Ort in England betreibt Marigold den Dorfladen . Sie ist als gute Seele bekannt, ist hilfsbereit und engagiert sich in ein paar Vereinen des Ortes. Außerdem kümmert sie sich aufopfernd um ihre Familie, ihren Mann Dennis, die erwachsenen Töchter Daisy und Suze, die wieder bei ihren Eltern leben und Marigolds pessimistische Mutter Nan, mit der sie es nicht leicht hat. Während all dieser Aufgaben bemerkt Marigold, dass sie immer vergesslicher wird, mit Notizen versucht sie, alles im Blick zu haben, doch irgendwann wird das auch der Familie bewusst.

In diesem Familienroman wird die Demenz thematisiert, man erlebt sehr eindringlich und berührend die Ängste und wachsende Unsicherheit Marigolds vor dieser Krankheit. Anfangs überspielt sie vieles mit Ausreden, doch die Vorfälle häufen sich und man merkt betroffen, wie schwer dieses Schicksal auf das Leben der Betroffenen einwirkt. Denn sie werden sich dieser schleichenden Entwicklung des Vergessens nur allzu bewusst.

Marigolds Mann Dennis bemerkt die Veränderung, will es aber nicht wahrhaben und versucht, das Problem zu ignorieren. Suze ist Influencerin und eine egoistische Person, sie lässt sich gern von ihrer Mutter bedienen und auch finanziell konnte sie auf sie zählen. Mit der Krankheit macht sie ihrer Mutter Vorwürfe und ein schlechtes Gewissen, natürlich leidet Marigold damit zusätzlich. Daisy ist nach einer gescheiterten Beziehung in die Heimat zurückgekehrt. Bei ihr entwickelt sich eine Liebesgeschichte zu Taran, der in Toronto lebt. Sie muss sich entscheiden, schon einmal hat sie ihre Heimat für einen Mann verlassen.

Besonders gelungen ist der Autorin die Charakterdarstellung ihrer Figuren, Marigolds liebenswerte Art macht sie sofort sympathisch und auch die anderen Figuren hat man sehr detailliert mit Vor- und Nachteilen bildhaft vor Augen. Einige Figuren entwickeln sich auch weiter und das Familienleben wird sehr intensiv gezeigt. Ich mochte die direkte und etwas spöttische Art von Großmutter Nan, dadurch wurde die Geschichte humorvoll aufgelockert. Ihre treffenden Bemerkungen sind ihrer Lebensweisheit und ihrer Ehrlichkeit geschuldet und sie nimmt kein Blatt vor den Mund.

Am meisten ergriffen hat mich die spürbare tiefe Liebe zwischen Marigold und Dennis und letztendlich auch der wachsende Zusammenhalt in der Familie. Übertrieben wirkt der Erfolg von Suze, die ein Buch über die Krankheit der Mutter schreibt und es prompt ein Renner wird, genauso ergeht es Daisy mit ihrer Malerei. Solche Zufälle wirken geschönt und damit unrealistisch.

Lobend erwähnen möchte ich den wunderbar einfühlsamen Schreibstil der Autorin, die sehr bildhaft die Stimmungen in der Familie und der Dorfgemeinschaft beschreibt. Man gerät in einen Lesesog, auch wenn man weiß, das die Krankheit sich im wahren Leben noch viel dramatischer zeigt. Letzteres veranlasst mich auch zu meiner Entscheidung von 3 Sternen.

Bei diesem ergreifenden Roman muss einfach bis zum Ende lesen. Auch wenn der Umgang mit der Demenz im echten Leben nicht so einfach ist, habe ich mit Marigold mitgefühlt und gelitten.

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