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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.03.2018

Ein unterhaltsamer Wohlfühlroman über Neuanfänge, Glück und neue Wege

Mitte 40, fertig, los
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Auf diesen Roman habe ich mich sehr gefreut, war doch das erste Buch der Autorin ein humorvolles Lesevergnügen.
Franka Bloom hat sich mit diesem Buch noch gesteigert, es gefällt mir ausgesprochen gut und ...

Auf diesen Roman habe ich mich sehr gefreut, war doch das erste Buch der Autorin ein humorvolles Lesevergnügen.
Franka Bloom hat sich mit diesem Buch noch gesteigert, es gefällt mir ausgesprochen gut und ich kann kaum aufhören zu lesen. Witzig ist, wie die Rollenverteilung Mutter-Tochter getauscht werden.

Rieke wurde von ihrem Mann betrogen, ihr Haus soll verkauft werden und so zieht sie kurzerhand bei ihrer gerade verwitweten Mutter ein, um sie ein wenig aufzuheitern. Doch es kommt ganz anders.

Es ist schon merkwürdig, wenn man als gestandene Frau wieder aufgefordert wird, sein Zimmer aufzuräumen und das Bett zu machen. Rieke fügt sich, und als ihre Mutter auf einmal neu durchstartet und ihr eigenes Leben lebt, scheint es so, als ob Rieke ihre Rolle als Kind gegen die Mutterrolle austauscht. Ihr Sohn Flo lebt beim Vater, doch auch dort läuft nicht alles glatt.

Diese Geschichte liest sich wunderbar unterhaltsam, es ist fast wie ein Blick zurück in die eigene Jugend. Der Neuanfang bei Mama im Kinderzimmer ist nicht gerade lustig, aber Rieke kommt damit ihrer Mutter wieder näher und erkennt, dass auch ältere Menschen ein Anrecht auf Glück und Geselligkeit haben. Auch mit ihrem Sohn erlebt sie so manche Aufregung, die sie dank dem Einzelgänger Schmiddi wieder ins rechte Lot rücken kann. Überhaupt ist Schmiddi trotz seines altmodischen Aussehens eigentlich ein hilfsbereiter Freund, aber da sind auch noch die anderen Kumpel von früher, für die Rieke früher geschwärmt hat.

Der Schreibstil ist gewohnt flüssig, flott und locker und liest sich so weg. Die nachfühlbaren Gefühle der Protagonistin und ihre überraschenden Erlebnisse sorgen für beste Lesestimmung und machen neugierig auf den Ausgang der Geschichte. Dieser hat mich zwar nicht überrascht, aber doch erfreut.


Dieser Roman soll Frauen in erster Linie gut unterhalten, er soll ihnen aber auch Mut zusprechen, in Krisensituationen nicht zu verzagen, sondern auf das Glück zu hoffen und es gegebenenfalls auch zu ergreifen.

Veröffentlicht am 23.03.2018

Lebensnahe Figuren und turbulente Wendungen unterhalten auf leichte Weise

Verstrickt und zugenäht
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Mit "Verstrickt und zugenäht" erscheint die dritte turbulente Fortsetzung der Spitzenweiber von Frieda Lamberti aus dem Montlake Romance bei Amazon publishing.


Die Geschichte startet in der Hansestadt ...

Mit "Verstrickt und zugenäht" erscheint die dritte turbulente Fortsetzung der Spitzenweiber von Frieda Lamberti aus dem Montlake Romance bei Amazon publishing.


Die Geschichte startet in der Hansestadt Hamburg und es geht weiter bei den Spitzenweibern. Alle sind ratlos, denn wem können sie noch trauen? Immer mehr Geheimnisse, Lügen und Intrigen gilt es zu entdecken und manche Menschen zeigen nicht was sie wirklich denken oder beabsichtigen. Hier gibt es neues von Babette, Franziska, Lore und Stine. Und der Roman beginnt mit einer wunderbaren Hochzeit.

Dieser Roman ist der dritte Teil einer Reihe, mein erstes Buch und ich habe dennoch keine wesentlichen Wissenslücken beim Lesen gehabt, die Figuren wurden mir schnell bildhaft deutich und ihre Beziehungen untereinander klärten sich stets auf. Mir hat das Buch gut gefallen, es ist eine Geschichte voller Herzenswärme, voller lebensnaher Vorgänge und Beziehungen, die wie aus dem echten Leben stammen könnten.

Stine heiratet ihren Simon und noch am Tag der Hochzeit bahnen sich bei ihren Freunden Veränderungen an. Franziska geht nach Spanien zu ihrem Vater und Lore besucht Hubert am Bodensee, werden sie sich wieder annähern? Babette kümmert sich rührend um Danas Zwillinge, und ihr großes Geheimnis wird nun auch gelüftet.


Das Buch liest sich locker weg, mir hat die turbulente Story gute Unterhaltung geschenkt. Die Freundinnen sind total unterschiedliche Charaktere, dank detailgenauer Beschreibung kommt man ihnen schnell näher und ihre unterschiedlichen Eigenschaften wirken sehr authentisch.

Der Schreibstil ist locker und flüssig, überwiegend humorvoll, aber manchmal auch traurig, spannend und die richtige Portion Action ist aber ebenfalls dabei. Dadurch kommt man von Anfang an gut in die Geschichte hinein. Es gibt einige Überraschungen, viele Wendungen und das Buch macht neugierig, die Beziehungen der Figuren untereinander zu verfolgen.



Eine gefühlvolle und temporeiche Geschichte über die Freundschaft, Geheimnisse, Liebe, Verlust und Familie. Auch wenn sich einiges im Buch aufklärt, kann ich mir noch eine weitere Fortsetzung vorstellen.

Veröffentlicht am 20.03.2018

Humor, Wortwitz und herrlich durchgeknallte Figuren bringen einfach Spaß.

Eiskalter Hund
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Fellinger ist eine echte Type, er wäre lieber Polizist geworden, als Lebensmittelkontrolleur geht er aber auch wichtigen Dingen auf die Spur und das mit reichlich Sarkasmus und Humor. Ein anonymer Anrufer ...

Fellinger ist eine echte Type, er wäre lieber Polizist geworden, als Lebensmittelkontrolleur geht er aber auch wichtigen Dingen auf die Spur und das mit reichlich Sarkasmus und Humor. Ein anonymer Anrufer bringt Fellinger zur Kontrolle des ortsansässigen Chinesischen Restaurants, dort wird eine übel aussehende schwarze Soße serviert und im Kühlraum hängt ein toter Hund, angeblich für den Besuch aus China. Er findet heraus, dass die Halterin des Hundes vermisst wird.
Fellingers Ermittlungsneugier ist geweckt, er geht der Sache nach.


"...dass hier in der Gegend immer ein leichter Hauch von Jauche in der Luft hängt. ...Mit geschlossenen Augen sauge ich die niederbayrische Frische in mich hinein. Es ist nicht der Lavendelduft der Provence..., aber es ist Heimat..."Zitat Seite 137

Berti Fellinger ist schon ein ganz besonderer Charakter, ein Grantler wie er im Buche steht. Sein kaputtes Knie verhinderte seine Karriere als Polizist, nun jagt er als Hygieneinspektor die Bakterien und Keime in Restaurants. Dabei spürt er es zwischen den Schultern, wenn ein Verbrechen in der Luft liegt. Fellinger bezeichnet sich selbst als tolerant gegenüber anderen Volksgruppen und liefert andauernd Gegenbeispiele,so hat er ein besonderes Auge auf Chinesen, Russen und Tschechen und mit Preußen kann er auch nicht viel anfangen. Sein Verhalten und seine Ansichten sind so überzeichnet und offensichtlich anders, dass es für den Leser eine wahre Freude ist. Aber Fellinger erkennt auch Fehler im Verhalten seiner eigenen Landsleute, die er ihnen aber gerne verzeiht.

"Dieser Vorfall zeigt, dass der Niederbayer aufgrund seiner infantilen Reaktion auf vermeintliche Nichtigkeiten durchaus noch zu den Naturvölkern gezählt werden darf." Zitat S. 195

Auch wenn man hier nicht unbedingt eine hochspannende Krimihandlung erleben kann, kommt dafür der Spaßfaktor voll zum Zuge. Es ist sehr lebendig zu beobachten, wie Fellinger hier den Ermittler spielt und dabei auch einiges einstecken muss. Mit reichlich Lokalkolorit und einigen Brocken Dialekt kommt man dem Bayrischen Wald näher, Verständnisprobleme muss man nicht befürchten, ein kleines Glossar gibt Übersetzungshilfe am Ende des Buches.


Neben Fellinger gefallen mir auch die anderen teilweise recht schrägen Figuren im Buch sehr gut. Zum Beispiel Max Aschenbrenner, auch besser bekannt als Texmäx, weil er vor Jahren im Rausch ein Kettensägenmassaker angerichtet hat. Oder der Chinese Luang, für den das "R" unaussprechlich ist und deshalb häufig Wörter mit "L" benutzt. Man findet hier immer wieder Charaktere, die für jede Menge Unterhaltung sorgen und kann gespannt mitraten, wer wohl hinter allem steckt.

Der Schreibstil von Oliver Kern sorgt für ein flüssiges Dahingleiten durch das Buch, die kurzen Kapitel mit treffenden Überschriften sorgen für zusätzlichen Lesesog.
Kern trifft mit seinen Beschreibungen die menschlichen Besonderheiten zwar etwas überspitzt, aber herrlich humorig. Wie er seinen Fellinger arbeiten, ermitteln und leben lässt, ist einfach eine Freude.


"Eiskalter Hund" konnte mich wunderbar unterhalten und ich freue mich auf weitere Fälle mit Fellinger. Er könnte ein entfernter Verwandter vom Eberhofer Franz sein, das müsste man mal recherchieren! Humor, Wortwitz und herrlich durchgeknallte Figuren bringen einfach Spaß.

Veröffentlicht am 20.03.2018

Sehr bewegend, aber auch etwas melodramatisch

Die Nachtigall
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"Die Nachtigall" der US-amerikanischen Autorin Kristin Hannah wurde ein Weltbestseller, vor allem in den USA. 2016 erschien die deutsche Ausgabe als Übersetzung von Karolina Fell bei Rütten & Loening, ...

"Die Nachtigall" der US-amerikanischen Autorin Kristin Hannah wurde ein Weltbestseller, vor allem in den USA. 2016 erschien die deutsche Ausgabe als Übersetzung von Karolina Fell bei Rütten & Loening, einem Unternehmen des Aufbau-Verlages.


Zwei Schwestern im von den Deutschen besetzten Frankreich: Während Vianne ums Überleben ihrer Familie kämpft, schließt sich die jüngere Isabelle der Résistance an und sucht die Freiheit auf dem Pfad der Nachtigall, einem geheimen Fluchtweg über die Pyrenäen.



"In der Liebe finden wir heraus, wer wir sein wollen; im Krieg finden wir heraus, wer wir sind." Zitat Seite 7


Kristin Hannahs Roman beschreibt mit dem Lebensweg zweier Schwestern eine bewegende, weil schreckliche und entbehrungsreiche Zeit des 2. Weltkriegs in Frankreich. Dieser Roman zeigt mit Vianne und Isabelle zwei Frauenschicksale, die ganz unterschiedlich agieren und auf den gut 600 Seiten kommt man ihnen und ihrem Leben sehr nahe.

Die Schilderungen sind umfangreich, es beginnt in der Kindheit der Schwestern, die auch schon von Schicksalsschlägen behaftet war, und auch in ihrem weiteren Leben bleibt ihnen keine Dramatik erspart.

Vianne lebt im kleinen Ort Carriveau im Loire-Tal, sie sorgt für ihre Familie, die sie ohne ihren Mann über Wasser halten muss und versucht daher, sich mit den deutschen Besatzern zu arrangieren, während Isabelle eine impulsive Frau ist, die sich der Résistance anschließt. Dort findet sie Anerkennung und geht ihren persönlichen Idealen nach, Familie ist für sie keine Option. Die unterschiedliche Haltung der Schwestern sorgt für Differenzen zwischen ihnen.




Die Thematik hinter der Geschichte ist gut gewählt, es waren stets die Frauen, die in Kriegszeiten auf sich allein gestellt viele Schwierigkeiten bewältigen mussten und dabei viel Stärke bewiesen haben. Kristin Hannah bringt das sehr bewegend zum Ausdruck. Sie schreibt fesselnd, emotional und ausführlich mit bildhafter Sprache. Dabei wird die Zeit der willkürlichen Unterwerfung durch die Besatzer, der Kältewinter und daraus resultierende allgegenwärtige Hunger sehr glaubhaft dargestellt. Doch das Hauptaugenmerk richtet die Autorin auf die persönlichen Lebenswege der Schwestern und dort lässt sie kein Leid aus, manchmal erschien mir das fast schon ein bisschen zu melodramatisch und übertrieben.

Dennoch hab ich das flüssig erzählte Buch gern gelesen. Es sind die dramatischen Momente, die es lesenswert machen, auch wenn mir einige tiefer gehende historische Hintergründe fehlen.



Insgesamt gesehen lebt das Werk von seiner Themenfülle, es häufen sich ausführlich geschilderte Erlebnisse und einige klischeehafte Betrachtungen zeigen den typisch amerikanischen Blick der Autorin auf Frankreich, auf das Geschehen und die Willkühr unter deutscher Besatzung. Dass es auch unter den Besatzern in Deutschland der Bevölkerung nicht anders erging, ist im Roman nicht zu erfahren.

Positiv aufgefallen ist mir, dass die Autorin mit der Figur des Hauptmanns Wolfgang Beck nicht nur negative deutsche Charaktere zeigt. Das ist aus amerikanischer Sicht eher selten.


Dieser Roman zeigt nicht nur ein bedrückendes Bild vom Gräuel des Krieges, er steht beispielhaft für die Stärke zahlreicher Frauen, die unter enormen Entbehrungen ihre Familien durch die Mangeljahre und Kriegszeiten gebracht haben. Diesen Frauen, egal aus welchem Land, gebührt für ihre Leistung unsere Anerkennung und Achtung.



Veröffentlicht am 14.03.2018

Geständnis einer großen Liebe

Wie ein einziger Tag
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Nicholas Sparks erzählt eine traumhafte Bilderbuchliebe, von einem Paar, die eine Art Seelenverwandtschaft verbindet und er zeigt die ganze Bandbreite von Gefühlen, Leid und Ungewißheit, die eine große ...

Nicholas Sparks erzählt eine traumhafte Bilderbuchliebe, von einem Paar, die eine Art Seelenverwandtschaft verbindet und er zeigt die ganze Bandbreite von Gefühlen, Leid und Ungewißheit, die eine große Liebe mit sich bringt.

Der Roman ist sehr romantisch, aber auch traurig und voller Dramatik und Leidenschaft. Man erlebt und leidet alle Höhen und Tiefen lebhaft mit.


Dabei wechselt die Perspektive zwischen Gegenwart und Vergangenheit und das Liebesgeplänkel der ersten Buchhälfte verändert sich in eine Erzählung von menschlichen Nöten und Sorgen. Die Liebe wird nun auf einer anderen Ebene gezeigt, es geht um tiefe Zuneigung, dauerhafte Treue und Fürsorge. Denn das Alter bringt Veränderungen mit sich. Hier zeigt sich das schriftstellerische Talent Sparks, er findet anrührende Worte für Stimmungen und Alltagsprobleme.

Dadurch bekommt der Roman den entscheidenden Tiefgang und die vorherschende Situation zeigt Gründe, die bei vielen Beziehungen zum Scheitern führen können.

Auf diese Gründe möchte ich nicht eingehen, zu leicht würde ich wesentliche Inhalte verraten und dem Lesenden die Überraschung nehmen.



Ein herzergreifendes Buch über eine große Liebe, die den Leser zum Nachdenken bringt, aber auch träumen lässt.