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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.03.2026

Leben mit der See

Der Gesang der See
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Der Gesang der See ist der Debütroman von Trude Teige, der nun erstmals ins Deutsche übersetzt wurde. Kristiane ist eine starke Frau, deren Familie seit Generationen einen Lotsenposten im Dorf Kvalvika ...

Der Gesang der See ist der Debütroman von Trude Teige, der nun erstmals ins Deutsche übersetzt wurde. Kristiane ist eine starke Frau, deren Familie seit Generationen einen Lotsenposten im Dorf Kvalvika innehat. Als ihr Mann Anders stirbt, wird ihr angedroht, der Familie die Lotsennummer zu entziehen, sollte sie nicht erneut einen Lotsen heiraten. Dies ist jedoch nur eine von vielen Herausforderungen, denen sich Kristiane im Verlauf des Romans stellen muss.

Der Roman hat mir sehr gut gefallen. Mit 239 Seiten ist er eher kurz, doch die Geschichte liest sich hervorragend und wirkt sehr eindringlich. Trude Teige versteht es meisterhaft, die raue Natur einzufangen und die Leserinnen und Leser in das Norwegen jener Zeit hineinzuziehen. Kristiane ist eine beeindruckende, starke Frau, die sich nicht unterkriegen lässt und ihrer Zeit in vieler Hinsicht voraus ist. Trude Teige gelingt es erneut, mich zu begeistern.

Veröffentlicht am 03.03.2026

Melancholischer Roman

Die Bücherfrauen von Listland. Der Duft des Strandhafers
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Der Duft des Strandhafers ist der zweite Teil der Dilogie von Gabriella Engelmann über die „Bücherfrauen von Listland“. Den ersten Teil habe ich nicht gelesen, was meinen Lesefluss jedoch zu keiner Zeit ...

Der Duft des Strandhafers ist der zweite Teil der Dilogie von Gabriella Engelmann über die „Bücherfrauen von Listland“. Den ersten Teil habe ich nicht gelesen, was meinen Lesefluss jedoch zu keiner Zeit beeinträchtigt hat.

Im Mittelpunkt stehen die Schwestern Fenja und Martje, die das Schicksal gleich zweimal voneinander trennt. Selbst im hohen Alter kann sich Fenja nicht mit dem Verlust ihrer geliebten Schwester abfinden und beauftragt die Journalistin Anna März, ihr bei der Spurensuche zu helfen.

Die Geschichte wird auf verschiedenen Zeitebenen erzählt. Der Leser begleitet Anna bei ihrer Recherche nach Informationen und zugleich die verschollene Schwester Martje auf ihrem Lebensweg. Das Buch weckt eine gewisse Melancholie und stimmt auch traurig angesichts der vertanen Chancen. Auch die Natur und das schöne Listland spielen eine zentrale Rolle und wecken die Reiselust. Ein schönes Buch.

Veröffentlicht am 27.02.2026

Beständige Freundschaft

Sagst du mir, was Freundschaft ist?
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Der Hase hat keinen guten Tag – er hat einfach vergessen, was Freundschaft eigentlich bedeutet. Zum Glück hat er seinen besten Freund, den Igel, und die anderen Waldtiere, die ihm helfen, sich wieder daran ...

Der Hase hat keinen guten Tag – er hat einfach vergessen, was Freundschaft eigentlich bedeutet. Zum Glück hat er seinen besten Freund, den Igel, und die anderen Waldtiere, die ihm helfen, sich wieder daran zu erinnern, was wahre Freundschaft ausmacht.

Sagst du mir, was Freundschaft ist? ist ein ganz wundervolles Kinderbuch rund um das Thema Freundschaft. Die Altersempfehlung liegt bei 4 Jahren, doch auch unser zweijähriges Kind greift schon sehr gerne danach. Zwar versteht es die Botschaft noch nicht vollständig, aber die Illustrationen der Waldtiere sind einfach wunderschön, unglaublich liebevoll gestaltet und absolut begeisternd.

Auch das Cover mit der Goldfolie ist ein echter Hingucker. Bei uns wird das Buch immer wieder gelesen und sorgt jedes Mal aufs Neue für Begeisterung. Klare Kaufempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Bilder/Illustrationen
Veröffentlicht am 20.02.2026

Keine gute Story

Woman Down
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Normalerweise ist Colleen Hoover für mich ein Garant für gute, fesselnde Unterhaltung. Ihre Geschichten haben mich bisher immer mitgerissen, umso enttäuschender war dieses Buch für mich.

Im Mittelpunkt ...

Normalerweise ist Colleen Hoover für mich ein Garant für gute, fesselnde Unterhaltung. Ihre Geschichten haben mich bisher immer mitgerissen, umso enttäuschender war dieses Buch für mich.

Im Mittelpunkt steht die bislang äußerst erfolgreiche Autorin Petra Rose, die nach einem massiven Shitstorm unter einer Schreibblockade leidet. Um dem Skandal und dem öffentlichen Druck zu entkommen, zieht sie sich in eine abgelegene Hütte am See zurück. Dort möchte sie in Ruhe an ihrem neuen Roman arbeiten, in dem es um einen heißen Cop geht. Doch plötzlich steht genau so ein Mann vor ihrer Tür. Petra lässt sich auf ein gefährliches Spiel ein und man fragt sich zunehmend: Was ist real, was entspringt ihrer Fantasie?

Besonders irritierend fand ich, dass das Buch mit dem Trope „Strong Female Character“ wirbt. Für mich trifft das überhaupt nicht zu. Petra ist keine starke, souveräne Protagonistin, sondern eine zutiefst verunsicherte Frau, geplagt von Selbstzweifeln. Sie trifft wiederholt fragwürdige Entscheidungen und stilisiert sich anschließend eher zum Opfer ihrer eigenen Handlungen, anstatt Verantwortung zu übernehmen.

Auch der männliche Charakter bleibt durchweg unsympathisch und wenig greifbar. Zwischen den beiden entsteht keine Dynamik, die wirklich überzeugt oder emotional berührt. Statt prickelnder Spannung überwiegt ein unangenehmes Gefühl.

Hinzu kommt, dass sich die Handlung fast ausschließlich in der Hütte abspielt. Viele Szenen ähneln sich stark, wodurch sich die Geschichte stellenweise zieht und wiederholt. Es fiel mir nicht schwer, einige Seiten zu überblättern, ohne das Gefühl zu haben, Wesentliches zu verpassen.

Der einzige wirkliche Pluspunkt ist, dass sich das Buch schnell lesen lässt. Insgesamt bleibt es für mich jedoch eine Enttäuschung, da ich von Colleen Hoover deutlich mehr erwartet habe.

Veröffentlicht am 20.02.2026

Ein neues Leben

Mathilde und Marie
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Marie flieht aus Paris, nachdem sie einige schwere Schicksalsschläge verkraften musste. Auf einer Zugreise begegnet sie der tiefgründigen Isländerin Jónína, die sie schließlich in das kleine belgische ...

Marie flieht aus Paris, nachdem sie einige schwere Schicksalsschläge verkraften musste. Auf einer Zugreise begegnet sie der tiefgründigen Isländerin Jónína, die sie schließlich in das kleine belgische Bücherdorf Redu begleitet. Dort ist das Leben völlig anders: Die Menschen nehmen sich bewusst Zeit füreinander, und das Internet spielt kaum eine Rolle. Kann Marie an diesem besonderen Ort ihren Frieden finden?

Mathilde und Marie ist ein Roman aus dem Genre Gegenwartsliteratur. Auch wenn dieses Genre nicht zu meinen bevorzugten zählt, greife ich zwischendurch gerne zu etwas tiefgründigeren Geschichten. Die Charaktere sind sehr sympathisch gezeichnet, und besonders Marie wächst einem schnell ans Herz.

Immer wieder finden sich im Text Gedanken und Passagen, die zum Innehalten und Nachdenken anregen. Gerade der Umgang mit Zeit und die ständige Präsenz des Internets werden kritisch hinterfragt – ein Thema, das aktueller kaum sein könnte. Man merkt, wie viel Zeit wir oft online verbringen und wie selten wir uns bewusst dem Hier und Jetzt widmen.

Auch die Natur sowie verschiedene Handwerke werden detailreich und anschaulich beschrieben, was der Geschichte eine ruhige, entschleunigende Atmosphäre verleiht. Für dieses Buch habe ich etwas länger gebraucht, doch seine wichtige Botschaft hallt noch lange nach.