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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.02.2026

interessante Lektüre

Die Eloquenz der Computer
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AI ist derzeit wohl das größte Thema in der Computer Entwicklung. Johannes Oster versucht in diesem Aufsatz nun die Technik dahinter zu erklären, aber auch wo die Chancen aber auch Risiken beim Einsatz ...

AI ist derzeit wohl das größte Thema in der Computer Entwicklung. Johannes Oster versucht in diesem Aufsatz nun die Technik dahinter zu erklären, aber auch wo die Chancen aber auch Risiken beim Einsatz dieser Technik liegen.

Das Buch lässt sich an sich gut lesen, allerdings sollte man schon grundlegende Ahnung von Computern und ihrer Art zu arbeiten haben. Da dieses Buch wohl ein Teil der Wiener Vorlesungen ist, ist hier das Zielpublikum aber auch klar definiert. Einsteiger in dieses Thema werden hier nicht glücklich werden.

Ich fand das Buch interessant, auch wenn ich nicht immer ganz folgen konnte. Aber es ist ein guter Baustein in meinem Wissen zu AI.

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Veröffentlicht am 01.02.2026

Beschauliches Wien

Der Modesalon des Glücks
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Frau Susanna führt einen sehr erfolgreichen Modesalon am Madensky Platz in Wien. Sie ist unverheiratet, aber mit einem verheirateten Mann liiert. Ihr Leben ist reich an Freuden und Bekannten und der Modesalon ...

Frau Susanna führt einen sehr erfolgreichen Modesalon am Madensky Platz in Wien. Sie ist unverheiratet, aber mit einem verheirateten Mann liiert. Ihr Leben ist reich an Freuden und Bekannten und der Modesalon ist ihr Lebenswerk.

Wir begleiten sie vor allem durch das Jahr 1911, als sie beschließt ein Tagebuch zu schreiben. Darin erfahren wir all die Kleinigkeiten, die die Gemeinschaft am Madensky Platz beschäftigen und lernen die Gesellschaft Wiens der damaligen Zeit kennen.

Eva Ibottson schreibt ganz wunderbar und lässt ein beschauliches Wien vor den Augen der Leser entstehen. Nicht alles ist gut, es gibt Intrigen, Armut und Ungerechtigkeit. Und doch hat man das Gefühl sich dort wohlfühlen zu können.

Ich mochte das Buch sehr. Es ist wie ein Spaziergang durch das Wien der Vergangenheit. Die Protagonisten wachsen einem ans Herz und es wird immer wieder spannend, weil man mitfiebert ob die Fäden, die Frau Suanna zieht wirklich den Effekt haben, den sie beabsichtigt hat.

Ich kann das Buch auf jeden Fall empfehlen und werde mir die anderen Bücher der Autorin auch noch genauer anschauen.

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Veröffentlicht am 31.01.2026

Kriegsende

Schwestern des brennenden Himmels
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Ann kommt nach Kriegsende zurück nach Berlin, genauer gesagt Potsdam. Offiziell um die britischen Teilnehmer der Potsdamer Konferenz mitzubetreuen, aber eigentlich, um ihre Cousine zu suchen, die in Potsdam ...

Ann kommt nach Kriegsende zurück nach Berlin, genauer gesagt Potsdam. Offiziell um die britischen Teilnehmer der Potsdamer Konferenz mitzubetreuen, aber eigentlich, um ihre Cousine zu suchen, die in Potsdam den Krieg hoffentlich überstanden hat. Und niemand darf dabei merken, dass sie eigentlich eine Deutsche ist.

Ann ist mit ihrer Familie in den dreißiger Jahren aus Deutschland geflohen und musste in England oft darunter leiden, dass sei deutscher Herkunft ist. Daher hat sie als sie die Chance bekam ihre Nationalität immer verschwiegen und hat sich so britisch wie möglich gegeben. Nun ist sie zurück in ihrer Heimat als Teil des ATS, dem Auxiliary Territorial Service. Doch niemand dort kennt ihre Herkunft und niemand soll wissen, dass sie auf der Suche nach ihrer Verwandtschaft ist. Und da kommt die immer intensiver werdende Beziehung zum Amerikaner Jackson Powers zwar einerseits recht aber die Gefühle, die kommen ihr eher dazwischen.

Hanna Caspian nimmt uns mit mitten in die direkte Nachkriegszeit, als die drei Großen sich in Potsdam trafen, um dort das Schicksal des besiegten Deutschlands zu besprechen. Wir begleiten dabei vor allem die Besatzer, die der Meinung sind, dass die „Hunnen“ alle Monster sind und keine Gnade verdient haben. Hier gelingt es der Autorin zu zeigen, dass die Realitäten manchmal eben doch anders aussahen. Gerade Jackson, der nach dem D-Day nicht nur die Grausamkeiten der Deutschen, sondern eben auch der Alliierten erlebt hat, ist bereit nicht alles Schwarz oder Weiß zu sehen. Auch Anns Schicksal macht deutlich, dass man es als deutscher Flüchtling auch nicht immer einfach hatte, weil man per se verdächtigt wurde etwas mit dem Regime, vor dem man geflüchtet war, zu tun zu haben.

Ich mochte das Buch gerne. Es lies sich gut lesen und man konnte gut mit Ann mitfühlen. Auch Jackson hat mir gut gefallen. Ein wenig schade fand ich es, dass die Freundinnen vom ATS meist als doch recht einfach gezeichnet blieben. Man hatte die Stadt Potsdam und die Zerstörungen sehr gut vor Augen und gerade die Kontraste zwischen den noblen Unterkünften der Besatzer und der Situation der deutschen Bevölkerung war sehr gut geschildert.

Ich kann das Buch sehr empfehlen. Es zeigt, dass es immer wert ist Menschen nicht in Schubladen zu stecken und dass eine persönliche Geschichte mehr über einen Menschen aussagt als die bloße Zugehörigkeit zu einer Gruppe.

Von mir daher eine Leseempfehlung

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Veröffentlicht am 25.01.2026

starker Auftakt

The Wind Weaver (Wind Weaver 1)
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Rhya ist es gewohnt sich zu verstecken, denn sie ist ein Halbling und hat Fae-Blut in sich. In Anwyn werden diese verfolgt. Als sie eines Tages in Gefangenschaft gerät und von General Scythe vor der sicheren ...

Rhya ist es gewohnt sich zu verstecken, denn sie ist ein Halbling und hat Fae-Blut in sich. In Anwyn werden diese verfolgt. Als sie eines Tages in Gefangenschaft gerät und von General Scythe vor der sicheren Hinrichtung bewahrt wird, ändert sich ihr Leben komplett.

Denn sie ist die Windweberin, eine der vier Verbliebenen, die die Welt vielleicht noch vor der Fäule retten können. Doch der Weg, die Mächte, die in ihr wohnen zu beherrschen, ist noch sehr weit.

Das Buch ist der Auftaktband einer Reihe über die Verbliebenen. In Anwyn ist alles, was Magie betrifft, verpönt und wird strikt verfolgt. Doch genau das zerstört das Land, es wächst nichts mehr und das Leben wird immer unmöglicher. In den Nordlanden haben sie die Fae halten können, aber es gibt einen mächtigen Gegenspieler, der mit schwarzer Magie die Herrschaft über alle Länder an sich reißen will.

Das Buch ist aus der Sicht von Rhya geschrieben und so erfahren wir auch erst nach und nach, um was es genau geht und was auf sie zukommt. Das Verhältnis zu Scythe ist anfangs sehr undurchsichtig und auch später in der Geschichte lässt er sich nicht unbedingt in die Karten schauen. Ich mochte die Charaktere und gerade an ihm sieht man, dass auch Helden nicht perfekt sind. Ich fand es reichlich anstrengend, dass er sich schlicht weigert, Rhya mit ihrer Kraft vertraut zu machen und ihr damit aus einem Schutzinstinkt heraus die Möglichkeit nimmt, sich selbst zu verteidigen. Ich fand sein Verhalten an dieser Stelle eher störend, allerdings blitzt auch immer wieder durch, warum er so handelt. Es kommt auch noch ein dritter Verbliebener ins Spiel, Soren, der Rhya eher zutraut mit ihren Kräften gut umzugehen. Im zweiten Band werden wir wohl dann auch ihn näher kennen lernen.

Ich mochte die Geschichte, sie ist lebendig und hat tolle Charaktere. Nicht nur Rhya und Scythe sind differenziert gezeichnet, auch die Nebenfiguren sind es. Das Kopfkino lief von Anfang an und ich freue mich darauf in diese Welt zurückzukehren.

Von mir daher eine Leseempfehlung für diesen gut zu lesenden Fantasy Auftaktband.

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Veröffentlicht am 19.01.2026

Ein bisschen zu viel, ein bisschen zu wenig

Mathilde und Marie
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Marie ist auf der Flucht vor ihrem Leben in Paris, als sie im Zug Jonina kennenlernt. Die bietet ihr an, mit nach Redu zu kommen, einem Ort, in dem Zeit nicht der Feind ist. Hier kommt Marie zur Ruhe und ...

Marie ist auf der Flucht vor ihrem Leben in Paris, als sie im Zug Jonina kennenlernt. Die bietet ihr an, mit nach Redu zu kommen, einem Ort, in dem Zeit nicht der Feind ist. Hier kommt Marie zur Ruhe und kann entscheiden, was ihr wirklich wichtig im Leben ist.

Torsten Woywod beschert uns mit diesem Roman ein Plädoyer für die Entschleunigung. In Redu gibt es kein Handynetz, Zugang zum Internet nur an einer Stunde am Tag. So bleibt mehr Zeit sich den schönen Dingen des Lebens zu widmen und Dingen auch beim Werden zuzusehen. Genau das ist schön beschrieben, es gibt hier keine Hektik. Ich war mir allerdings nicht sicher, ob es mir nicht zu ruhig wäre, um dort dauerhaft zu leben.

Das Buch ist an sich schön geschrieben, auch wenn die Dialoge manchmal etwas sperrig sind. Wer setzt denn heute noch ein „meine Liebe“ ans Ende eines Satzes. Das kam mir gerade bei Marie oft genug zu gestelzt vor. Was mich gegen Ende dann sehr genervt hat, war die ständige Wiederholung der Erkenntnis, wie sehr man in Redu doch entschleunigen kann und wie wunderbar das doch ist.

Was mir außerdem gefehlt hat, war die Dorfgemeinschaft, die im Buch eigentlich gar nicht stattgefunden hat. Neben den beiden namensgebenden Frauen treten nur noch 4 weitere Personen auf. Alle anderen 390 Dorfbewohner tauchen über die Geschichte hinweg, wenn dann nur als Schemen auf. Das fand ich schade, da ich bei den Umständen erwartet hatte, dass es ein reges Dorfleben in Redu gibt. Irgendwie hat das der Geschichte auch die Lebendigkeit entzogen.

So interessant die Geschichte war, am Ende war ich froh, das Buch beendet zu haben. Die Redundanzen haben mich am Schluss wirklich sehr genervt, vor allem da sie die Handlung irgendwann auch nicht mehr vorangebracht haben.

Von mir daher eine begrenzte Leseempfehlung.

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