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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.08.2020

spannender Fall

Ich bin dein Tod (Ein Kommissar-Dühnfort-Krimi 9)
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Tino Dühnfort ist wieder im Dienst. Er hat vom K11 in die OFA (Operative Fallanalyse) gewechselt und ist somit nicht mehr ermittelnder Beamter, sondern beratender Profiler. Der Umstieg fällt ihm nicht ...

Tino Dühnfort ist wieder im Dienst. Er hat vom K11 in die OFA (Operative Fallanalyse) gewechselt und ist somit nicht mehr ermittelnder Beamter, sondern beratender Profiler. Der Umstieg fällt ihm nicht leicht, an das neue Team muss er sich erst gewöhnen und die andere Art zu arbeiten geht ihm gelegentlich auch noch gegen den Strich. Bei den ersten Fällen, an denen er mitarbeitet fällt ihm irgendwann auf, dass es dort Gemeinsamkeiten zu geben scheint und sie es mit einem Serienmörder zu tun haben könnten. Sein Chef sieht das erst nicht ein und lässt sich auch erst nach mehreren weiteren Morden davon überzeugen.

Der Leser ist dem Ermittlerteam um einiges voraus, erhält er doch immer wieder Einblicke in das Vorgehen des Täters und in ein Videotagebuch, dass die Motive offenlegt. Das Grundthema fand ich sehr erschreckend, zeigt es doch wie leicht manche Menschen zu manipulieren sind, wenn man die richtigen Knöpfe bei ihnen drückt. So ist es nicht erstaunlich, dass der Leser ein gewisses Verständnis für die Motive des Täters verspürt, auch wenn immer klar ist, dass Selbstjustiz nicht die Lösung sein kann.

Auch Tinos und Ginas Privatleben mit Chiara spielt wieder eine wichtige Rolle und gibt zu dem schwierigen Thema des Falls ein gutes Gegengewicht.

Das Buch war spannend zu lesen und der Autorin gelingt es den Leser immer mal wieder in die Irre zu führen. Ich hoffe sehr, dass wir Tino und auch Gina noch bei weiteren Fällen begleiten dürfen und so an ihrem Leben weiter teilhaben können.

Von mir daher eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 08.08.2020

Beeindruckendes Buch

Riviera - Der Traum vom Meer
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Der Traum vom Meer erzählt die Geschichte Salomes, die 1922 als achtjährige das erste Mal vom Meer hört und es kurz darauf auch kennen lernen darf. Ihr Vater hat in Frankfurt ein Reisebureau und wird nach ...

Der Traum vom Meer erzählt die Geschichte Salomes, die 1922 als achtjährige das erste Mal vom Meer hört und es kurz darauf auch kennen lernen darf. Ihr Vater hat in Frankfurt ein Reisebureau und wird nach dem Tod der Großmutter vom italienischen Hausmädchen Paola dazu gebracht, an die Riviera nach San Remo zu fahren und dort Reisen für deutsche Touristen zu organisieren, zusammen mit dem Hotelier Renzo Barbera. In dessen Tochter Ornella findet Salome eine Schwester und Verbündete. In den kommenden Jahren verbringt die Familie die Sommer an der Riviera. Aber der aufziehende Faschismus und später auch die Nazi-Herrschaft in Deutschland machen das Geschäft mit den Reisen immer schwieriger. Und auch die Freundschaft der Mädchen wird durch einen Mann auf die Probe gestellt.

Julia Kröhn liefert mit diesem ersten Band einer Dilogie ein wortgewaltiges Buch ab. Die Charaktere kann man, muss man aber nicht mögen. Anfangs fiel es mir tatsächlich schwer mich auf die Eigenarten der Handelnden einzulassen. Aber ab der zweiten Hälfte des Buches nimmt die Geschichte an Fahrt auf und auch die Charaktere werden vertrauter. Besonders die Szenen, in denen Salome, Felix und Ornella gemeinsam unterwegs sind fand ich sehr beeindruckend, lief doch gerade hier das Kopfkino sehr intensiv.

Am Ende fiel es mir dann auch schwer das Buch zuzuklappen und es hallt immer noch nach. .
Von daher möchte ich hier durchaus eine Leseempfehlung aussprechen, auch wenn es mir Anfangs etwas schwer fiel, ins Buch zu finden. Auf den zweiten Band, den ich hier bereits liegen habe bin ich schon sehr gespannt.

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Veröffentlicht am 07.08.2020

Überraschend

Der geheime Schwimmclub
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Brooke schlägt sich mit ihrer Anwaltskanzlei mehr schlecht als Recht durchs Leben, als sie eines Tages von Josephine kontaktiert wird. Sie soll für sie die ehemaligen Freundinnen ausfindig machen und sich ...

Brooke schlägt sich mit ihrer Anwaltskanzlei mehr schlecht als Recht durchs Leben, als sie eines Tages von Josephine kontaktiert wird. Sie soll für sie die ehemaligen Freundinnen ausfindig machen und sich darum kümmern, dass die Insel Talisa nicht an den Staat geht. Da sie die Testamentsregelungen nicht selbst aufsetzen darf, bittet sie ihren ehemaligen Chef Gabe Wynant um Hilfe.

Den Inhalt des ganzen Buches zusammenzufassen ist gar nicht so einfach, da es sich sehr dynamisch entwickelt. Im Großen und Ganzen geht es darum aufzuklären, was in den vierziger Jahren auf Talisa geschah. Ein Mann verschwand, ein Baby wurde geboren und vier Freundinnen gründeten einen geheimen Schwimmclub, nur um dann vom Lauf des Lebens getrennt zu werden.

Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen, es ist weit mehr als nur ein launiger Sommerroman. Zwischendrin wird es richtig spannend und der Leser kann lange mit rätseln, was denn nun genau in der Vergangenheit geschah. Der Schreibstil ist lebendig und bildhaft, das Kopfkino läuft von Anfang an. Was mir gut gefallen hat war, dass sich der Teil in der Vergangenheit auf eher kurze Episoden beschränkt hat und am Ende alles in der Gegenwart aufgelöst werden konnte. Auch Brookes persönliche Geschichte ist geschickt mit eingebunden und es macht Spaß zu sehen, wie sie es schafft endlich Hilfe zuzulassen und nicht alles alleine stemmen zu wollen.

Von mir gibt es auf jeden Fall eine Leseempfehlung für dieses wirklich überraschende Buch.

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Veröffentlicht am 01.08.2020

Ein neuer Fall für Mags

Je höher die Flut
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Seit dem letzten Band sind einige Monate vergangen. Mags hat sich immer noch nicht von den Folgen ihres Autounfalls erholt und hadert noch mit ihren Einschränkungen. Da gewinnt sie auf dem Herbstfest von ...

Seit dem letzten Band sind einige Monate vergangen. Mags hat sich immer noch nicht von den Folgen ihres Autounfalls erholt und hadert noch mit ihren Einschränkungen. Da gewinnt sie auf dem Herbstfest von Rosehaven einen Rundflug, der allerdings mit einer Notlandung endet. Und auch ein Todesfall erschüttert sie, hatte sie doch die Autorin Elizabeth King nach Rosehaven eingeladen. Nach und nach fallen Mags immer mehr Ungereimtheiten zu diesem Todesfall auf und am Ende kommt sie der Wahrheit näher als ihr lieb ist.

Im Vergleich zum Vorgängerband ist dieses Buch wieder etwas ruhiger und mehr Cozy. Mags ist körperlich noch eingeschränkt aber doch mittlerweile wieder halbwegs glücklich, was auch daran liegt, dass Sam nun dauerhaft bei ihr wohnt. Der Tod der Schriftstellerin betrübt sie und außerdem hat sie das Gefühl dauernd beobachtet zu werden. Diesmal mischt sie sich auch nicht wirklich in laufende Ermittlungen ein, sie macht eigentlich mehr Beobachtungen die Ungereimtheiten aufdecken.

Mir hat das Buch wieder ausgesprochen gut gefallen, ich habe es an einem Stück gelesen. Auch Mags persönliche Familiengeschichte entwickelt sich einen Schritt weiter und es gibt da wohl noch einiges zu entdecken. Von daher hoffe ich auf weitere Bände aus dieser Reihe, die sich mittlerweile zu einer meiner Lieblingsreihen entwickelt hat.

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Veröffentlicht am 01.08.2020

Die Magie der Bücher

Das Antiquariat der Träume
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Johann Andersson hat gerade seine große Liebe kennengelernt, als er sie auch schon wieder verliert. Bei einem Schiffsunglückgehört Lina wohl zu den Toten, die nie wieder gefunden wurden. Da er mit dem ...

Johann Andersson hat gerade seine große Liebe kennengelernt, als er sie auch schon wieder verliert. Bei einem Schiffsunglückgehört Lina wohl zu den Toten, die nie wieder gefunden wurden. Da er mit dem Verlust nicht zurechtkommt, gibt er sein Leben als Verlagsleiter in Stockholm auf und zieht aufs Land um dort ein Literaturcafé mit angeschlossenem Antiquariat zu eröffnen. Gelegentlich tauchen auch literarische Figuren wie William von Baskerville und Sherlock Holmes bei ihm auf, um mit ihm im Dialog herauszufinden, wohin es mit seinem Leben weiter gehen soll.



Lars Simon zeichnet hier ein tolles Setting, das Literaturcafé würde ich zu gerne auch einmal besuchen. Und auch das Antiquariat ist wirklich sehr idyllisch, Johann merkt man auch die unbedingte Liebe zu alten Büchern immer wieder an. Das Auftauchen der literarischen Figuren bringt ihn gelegentlich in skurrile Situationen, die gerade auf dem Dorf zu besorgten Verhalten seiner Freunde dort führt. Eines Tages bietet sich ihm die Möglichkeit in sein altes Leben in Stockholm zurück zu kehren und da sind ihm seine literarischen Ratgeber wieder eine wertvolle Hilfe, sich über das eigene Leben und auch die gewünschte Zukunft klar zu werden.



Ich habe Johann sehr schnell ins Herz geschlossen, man wünscht ihm wirklich, dass er in seinem Leben nicht nur zufrieden, sondern auch glücklich ist. Die Geschichte um Linas Verschwinden bestimmt sein Leben immer noch und er muss nun endlich einen Abschluss finden. Das ganze Buch hat etwas magisches und manche Dinge sind nicht mit logischen Mitteln zu erklären. Aber genau diese Magie macht den Spaß am Buch auch aus. Muss ja auch nicht immer alles erklärbar sein.

Ich habe das Buch tatsächlich nur wegen des Titels und des Covers ausgewählt, hier hat der Verlag definitiv alles richtig gemacht!



Das Buch wird sicher noch eine Weile in mir nachklingen und ich kann es daher nur empfehlen.

Und zum Abschluss noch ein sehr wahres Zitat: „Die Augen nach guten Menschen und guten Büchern offenzuhalten, lohnt sich jedenfalls immer.“

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