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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.10.2023

Cui bono?

Einer muss den Job ja machen
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„Einer muss den Job ja machen“ von Lars Haider ist der Auftakt einer neuen Krimireihe, die im Hamburg des Jahres 2017 verortet ist. Der Titel ist angelehnt an den Songtitel von Udo Lindenberg. Worum geht ...

„Einer muss den Job ja machen“ von Lars Haider ist der Auftakt einer neuen Krimireihe, die im Hamburg des Jahres 2017 verortet ist. Der Titel ist angelehnt an den Songtitel von Udo Lindenberg. Worum geht es?
Lukas Hammerstein arbeitet als Reporter bei den „Hamburg News“ und freut sich auf drei freie Monate. Doch dann wird sein Pressekollege Meier-Wiegand ermordet. Und schon bald gibt es ein weiteres Opfer.
Geht ein Killer in Hamburg um? Jedenfalls wird eine »Todesliste« veröffentlicht. Wem nützt es, wenn Journalisten verschwinden?
Also macht Hammerstein eine Pause vom Sabbatical und recherchiert. Wenn nur Dackeldame Finchen nicht wäre…
Journalist Lars Haider hat sein Krimidebüt mit viel Lokalkolorit inszeniert. Atmosphärisch leicht, entspannend, humorvoll und eher mühelos zu lesen.
Hammerstein und die gendernde Polizeireporterin Kaja kommen sympathisch rüber. Leider gehen die Eskapaden des Dackels zu Lasten der Spannung. Auch nimmt Hammersteins Privatleben (zu) viel Raum ein. Ob ich die Fortsetzung lesen werde, weiß ich daher noch nicht.

Fazit: Hammersteins erster Fall. Netter Krimi für zwischendurch.

Veröffentlicht am 05.10.2023

Was damals geschah

Hope's End
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Ich mag die Bücher von Riley Sager und auch „Hope’s End“, eine Mischung aus Thriller und Horrorroman, überzeugt.
Hat die 17-jährige Lenora Hope 1929 tatsächlich ihre Familie umgebracht? Und wie sieht ...

Ich mag die Bücher von Riley Sager und auch „Hope’s End“, eine Mischung aus Thriller und Horrorroman, überzeugt.
Hat die 17-jährige Lenora Hope 1929 tatsächlich ihre Familie umgebracht? Und wie sieht es 50 Jahre später mit Kit McDeere aus? Hat sie womöglich eine Patientin getötet oder Beihilfe zum Suizid geleistet?
Wir schreiben das Jahr 1983. Kit tritt einen Vollzeitjob als häusliche Pflegerin bei Lenora an, nachdem ihre Vorgängerin Mary einfach gegangen war. Wird es Kit gelingen, hinter die entsetzliche Wahrheit von damals zu kommen?
Hope's End, der Name passt. Ein gruseliges, altes Herrenhaus an der Klippe, das sich zum Meer hinneigt.
Den Einstieg fand ich etwas zäh, aber dann geht die Post ab. Nichts ist wie es scheint. Niemand ist der, der er zu sein scheint. Der Plot ist fesselnd. So gibt es in „Hope‘s End“ wirklich jede Menge Geheimnisse und Geständnisse zu entdecken.
Der Roman bewegt sich zwischen Kits Erzählung in der Gegenwart und Lenoras maschinengeschriebenem Bericht über das Leben im Vorfeld der Morde. Das ist spannend, keine Frage.
Auf überraschende Wendungen, wie man sie vom Autor gewohnt sind, und die Auflösung darf die lesende Welt sehr gespannt sein.

Fazit: Unterhaltsamer Thriller. Für mich aber nicht das beste Buch des Autors.

Veröffentlicht am 21.09.2023

Splatter-Alarm!

Rotkäppchen lügt
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„Rotkäppchen lügt“ von Elias Haller ist der erste Band einer Grimm-Thrillertrilogie. Dies ist Horror der ganz harten, vordergründigen Art, der buchstäblich die (Fleisch-) Fetzen fliegen und das Blut spritzen ...

„Rotkäppchen lügt“ von Elias Haller ist der erste Band einer Grimm-Thrillertrilogie. Dies ist Horror der ganz harten, vordergründigen Art, der buchstäblich die (Fleisch-) Fetzen fliegen und das Blut spritzen lässt. Worum geht es?
Im Mittelpunkt steht Nora Rothmann, Sonderermittlerin beim LKA Berlin. Sie ist zuständig für Korruptionsfälle in den eigenen Reihen und ermittelt gegen den pensionierten LKA-Präsidenten Tuchfeldt, als dieser sich vor ihren Augen das Leben nimmt.
In einem weiteren Handlungsstrang begleiten wir einen blutrünstigen Killer. Seine Opfer haben alle irgendwie mit Nora zu tun.
Erneut lässt uns Elias Haller in die tiefen menschlichen Abgründe eines Psychopathen blicken, der keine Perversion, keine Grausamkeit auslässt. „Rotkäppchen lügt“ ist keine Gute-Nacht-Lektüre. Es geht mal wieder heftig zur Sache.
Nora ist unberechenbar, Nora ist stur und sie macht am liebsten alles im Alleingang.
Die Auflösung ist überraschend und absolut stimmig. Dennoch lässt mich das Ende etwas zwiespältig zurück. Eine Menge Fragen bleiben offen. Nichtsdestotrotz freue ich mich schon auf die Fortsetzung, „Vöglein schweigt“, die im Januar 2024 erscheinen soll.

Fazit: Ein typischer Elias Haller, bloody as hell. Nur wirklich eingefleischten Fans zu empfehlen.

Veröffentlicht am 20.09.2023

Auf zu neuen Ufern

Glutspur
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Katrine Engbergs Kopenhagen-Krimis mit Esther de Laurenti, Annette Werner und Jeppe Kørner habe ich geliebt. Und auch „Glutspur“, der erste Fall für Ex-Polizistin Liv Jensen, Privatdetektivin in Kopenhagen, ...

Katrine Engbergs Kopenhagen-Krimis mit Esther de Laurenti, Annette Werner und Jeppe Kørner habe ich geliebt. Und auch „Glutspur“, der erste Fall für Ex-Polizistin Liv Jensen, Privatdetektivin in Kopenhagen, überzeugt.
Es geht gleich spannend los: Daniel legt sich auf die Schienen. Warum?
Danach lernen wir Liv, Hannah und Nima kennen. Daniel war Hannahs Zwillingsbruder. Er war in den Maßregelvollzug gekommen, weil er offenbar seine Ex-Frau Penelope ermordet hatte. Daniel litt an einer bipolaren Störung. Hannah und ihr Vater Jan Leon versuchen, Daniels „Abschiedsbrief“ zu entschlüsseln.
Nima Ansari, der vor 20 Jahren aus dem Iran geflüchtet war, betreibt nebenan eine Autowerkstatt. Er hatte vor Jahren ein Verhältnis mit einer verheirateten Frau, Marianne Dybdahl, die vor ein paar Tagen in einem Wald tot aufgefunden wurde. Nima gerät unter Mordverdacht.
Und dann ist da noch der seit mehr als drei Jahren ungelöste Mord an dem Journalisten Gert Linde. Liv, die von Aalborg nach Kopenhagen, zu den Leons in die Kellerwohnung gezogen ist, wird von der Polizei gebeten, in diesem Fall zu ermitteln.
Drei Tote, drei Hauptfiguren. Wo ist die Verbindung? Die Ermittlungen führen Liv nach Westjütland und zurück in die Vergangenheit.
„Glutspur“ ist inspiriert von wahren Begebenheiten. Ein literarischer Krimi. Herausfordernd, anspruchsvoll und erfreulich unblutig. Eine Geschichte über Verfolgung und Flucht, Trauer und Verlust.
Am Ende ist alles schlüssig aufgelöst. Und so bin ich schon gespannt auf Livs nächsten Einsatz.

Fazit: Gelungener Start einer dänischen Krimi-Reihe mit einer sympathischen Protagonistin.

Veröffentlicht am 18.09.2023

Mord im Winterparadies

Tief im Schatten
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„Tief im Schatten“ von Viveca Sten ist nach „Kalt und still“ der zweite Fall für Hanna Ahlander und Daniel Lindskog sowie ihre Kollegen Anton und Raffe im schwedischen Åre. Worum geht es?
Johan Andersson ...

„Tief im Schatten“ von Viveca Sten ist nach „Kalt und still“ der zweite Fall für Hanna Ahlander und Daniel Lindskog sowie ihre Kollegen Anton und Raffe im schwedischen Åre. Worum geht es?
Johan Andersson wird tot aufgefunden. Er wurde brutal ermordet. Von wem und warum? Johan war früher ein erfolgreicher Skifahrer. Nach einer Verletzung hat er als Klempner gearbeitet. Alle haben ihn gemocht.
In einem weiteren Handlungsstrang wird Rebeckas Geschichte erzählt. Sie ist die Frau eines freikirchlichen Pastors und tief religiös. Eines Tages verschwindet sie spurlos. Wo ist die Verbindung?
Die Stimmungen sind jederzeit greifbar, die Figuren lebensecht, die Spannung niemals aufgesetzt oder mit unlauteren Mitteln erzwungen. Alles fließt wunderbar vor sich hin.
„Tief im Schatten“ ist auch ein Buch, das Gewalt gegen Frauen thematisiert. Mir gefallen die kurzen Kapitel, in denen man sich zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart bewegt.
Der geübte Krimi-Leser wird nicht lange im Dunkeln tappen. Dennoch war die Auflösung für mich so nicht vorhersehbar.
Hanna und Daniel sind mir ans Herz gewachsen. Zwei, die sich perfekt ergänzen. Und so freue ich mich schon auf ihren nächsten Einsatz.

Fazit: Spannende Fortsetzung der Polarkreis-Krimireihe. Atmosphärisch.